Landeseigene Betriebe in Berlin - Mehr als 6.000 Menschen folgen GEW-Warnstreik-Aufruf

Do 11.11.21 | 15:52 Uhr
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Archivbild: "Wir Streiken" und "GEW" steht auf zwei Flatterbändern hinter denen Teilnehmer eines Warnstreiks stehen (Bild: dpa/Klaus Dietmar Gabbert)
Audio: Inforadio | 11.11.2021 | S. Mehring | Bild: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Mehrere Tausend Beschäftigte an Kitas und Schulen in Berlin haben am Donnerstag bei einem ganztägigen Warnstreik die Arbeit niedergelegt. Dazu aufgerufen hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Am Vormittag zogen nach Angaben der Polizei rund 6.000 Demonstranten und Demonstrantinnen vom Hansaplatz in Berlin-Mitte Richtung Brandenburger Tor, viele darunter mit Trillerpfeifen und zum Teil mit Trommeln. Auf Plakaten war "Systemrelevant todgespart" zu lesen oder "Ohne Erzieherinnen keine Ganztagsschule". Ein Kind hielt ein Schild hoch: "Kinder brauchen Knete - meine Mama auch." Der Polizei zufolge verlief der Demonstrationszug friedlich.

Laut der GEW Berlin sind insgesamt mehr als 6.000 Beschäftigte aus Berliner Kitas, Schulen, Hochschulen und Jugendämtern dem Aufruf zum Warnstreik gefolgt. "Wir hätten den Eltern, den Kindern und den Jugendlichen gerne erspart, dass erneut Unterricht ausfällt und Schulen und Kitas geschlossen sind", sagte GEW-Vorstandsmitglied Udo Mertens. "Aber es sind die Arbeitgeber, die diese Streiks provozieren, indem sie den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sogar einen Inflationsausgleich verweigern."

Bereits seit 8. Oktober verhandeln die Gewerkschaften mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Sie fordern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Landes Berlin fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro monatlich. Außerdem sollen Auszubildende und Praktikanten monatlich 100 Euro mehr bekommen. Die TdL wies die Forderungen bisher als unrealistisch zurück. Ende November soll weiterverhandelt werden.

Nächste Streikwelle am kommenden Dienstag

Am Dienstag hatten bereits Beschäftigte von Berliner Kita-Eigenbetrieben, aus der Sozialarbeit und aus Bezirksämtern demonstriert. Für den kommenden Dienstag (16. November) kündigte Verdi unterdessen weitere Warnstreiks in Schulen, Kitas und Bezirksämtern im gesamten Stadtgebiet an.

An dem Tag ist außerdem eine zentrale Protestveranstaltung ab 9:30 Uhr am Berliner Dom in Mitte geplant. Anschließend soll es einen Demonstrationszug zum Brandenburger Tor geben, wo gegen 11:00 Uhr eine Kundgebung stattfindet.

Sendung: Abendschau, 11.11.2021, 19:30

28 Kommentare

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  1. 28.

    Niemand wird gezwungen in den privaten Einrichtungen zu bleiben, wenn die Rahmenbedingungen dort so furchtbar sind. Auch die öffentlichen Kitas haben Personalmangel. Es steht jedem frei sich zu bewerben. Aber man muss es halt selber tun. PS: das Argument der zu hohen Kosten für Gewerkschaften mag vielleicht noch glaubhaft sein, aber Angst davor zu haben erscheint mir sehr unsinnig.

  2. 27.

    Wenn der Job so einfach ist, warum machen Sie ihn dann nicht? Sie wären wohl die erste, die heulend aus dem Klassenzimmer läuft. Null Ahnung von der Realität, aber hier die eigene Arroganz aufs Tablett reiern.

  3. 26.

    Katja K.:
    "Antwort auf [Daniel W.] vom 11.11.2021 um 12:36
    Ich selbst bin verbeamtete Lehrkraft und bitte darum, dass nicht alle Lehrer „über einen Kamm gezogen“ werden."

    Damit wäre aber Daniel W. völlig überfordert!

  4. 25.

    Berlin:
    "Antwort auf [Daniel W.] vom 11.11.2021 um 12:36
    Klar, weil auch alle Lehrer verbeamtet sind.
    Vielleicht fällt es Ihnen nicht auf, aber die meisten Leher sind Angestellte. Und viele Lehrer haben in der Pandemie einen hervorragenden Job geleistet. Das sollte endlich mal eingesehen werden.
    Des Weiteren würden sehr viele Lehrer auf dem Arbeitsmarkt sehr gut zurecht kommen. Vielleicht sollten Sie mal für eine Woche den Job eines Lehrers übernehmen, bevor Sie und auch andere große Töne spucken."

    Aber das würde "Daniel W." nie machen, denn es könnte ja seine dummen Klischees in Frage stellen, womit "Daniel W." vermutlich nicht klar kommen würde, weil dann sein klischeehaftes Weltbild zusammenfallen würde.

  5. 24.

    Daniel W.:
    "aber ein verbeamteter Lehrer hat doch null Interesse sich mal weiter zu Bilden bzw. "Die Welt zu retten". In der freien Wirtschaft sind diese Leute alle arbeitslos."

    Ein Leben mit diesen dummen Klischees muss toll sein: Man muss sich nicht mit der heterogenen Realität auseinandersetzen und muss nicht sein Denken bemühen! Man bleibt stattdessen einfach in seiner primitiven Klischeeblase.

  6. 23.

    Alle, die in einer Berliner Verwaltung arbeiten, also für die Berliner Bürger den Mangel versuchen freundlich zu verwalten und dabei die Fassung bewahren, leisten unter diesen Bedingungen Höchstleistungen. Zu wenig Personal, zu viele Kimder mit immer mehr Auffälligkeiten in zu großen Klassen, Sozialarbeiter im Jugendamt, die mehr verwalten als helfen dürfen. Die Ausstattung ist ein Hohn. Nix mit LOUNGES UND KOSTENLOSEN smoothies und n bißchen Sport vom Arbeitgeber um seine Work live Balance in Einklang zu bringen.
    Bitte mal über den Tellwrrand schauen.....

  7. 22.

    Was für ein Kommentar! Wie kann sich jemand anmaßen über die Arbeitsleistung anderer zu urteilen?
    Erzieher:innen und alle weiteren Pädagogen:innen bekommen immer mehr Aufgaben zugeteilt und es soll nicht gewürdigt werden?
    Liebe Frau Ärztin, ich habe keine Ahnung was sie so den ganzen Tag machen, ich könnte pauschal denken, dass sie in einer süßen kleinen Praxis täglich, bis auf den Mittwoch von 8-12 geöffnet haben und gerne um 10 noch eine halbstündige Kaffeepause einlegen.
    Aber das steht mir nicht zu. Ich weiß nicht, wie ihre Arbeitsbedingungen sind, welche Patient:innen sie betreuen, wie sehr sie sich reinhängen, dass es diesen gut geht, wieviel Zeit sie sich nehmen. Deshalb würde ich mir auch nicht anmaßen über ihren Beruf zu urteilen. So sollten sie es vllt auch nicht tun. Ich vermute sie haben nicht den geringsten Schimmer welche (zusätzlichen) Aufgaben päd Personal zu bewältigen hat (Sozialarbeit)neben Bildung und Erziehung in vollen Kitas und Klassen… etc. Schade…

  8. 21.

    Da streiken übrigens auch massenhaft Erzieher/innen mit, die nicht nur 26h pro Woche arbeiten und keine Laptops vom Senat kriegen. Und das auch nicht für ein Ärztinnengehalt...

  9. 20.

    Ihrem Kommentar entnehme ich, dass Sie keinen Lehrer/in im Bekanntenkreis haben. Wandertage und Klassenfahrten mit Urlaub gleichsetzen - mir fällt dazu dann nichts mehr ein.

    Aber trotzdem: Ärzte und medizinisches Personal haben, vorallem in den letzen 2 Jahren, viel geleistet - Dafür ein großes DANKE. (Lehrer bekommen sowas leider nicht zu hören, diese haben ja im Lockdown nur faul zu Hause rumgesessen! -->SARKASMUS)

  10. 19.

    Ärztin und stinksauer:
    "Ich bin fassungslos über diese dauernde Selbst-Beweihräucherung. Was leistet ihr armen Lehrer denn so wahnsinnig aufopfernd? Bei 26h pro Woche Unterricht in Vollzeit bleibt ja genug Zeit zur Vor- und Nachbereitung. Wir reden nicht noch von den zusätzlichen 12 Wochen Urlaub, Wandertagen, Klassenfahrten… vom Senat bereitgestellte Laptops. Wann seid ihr jemals zufrieden mit euren Halbtagsstellen ?"

    Oh, die Ärztin ist stinksauer über ihr völlig falsches Klischee vom Lehrerberuf!

    Ich bin zwar kein Lehrer. Aber soviel Allgemeinbildung habe ich schon, dass ich weiß, dass dieses Neid-Klischee völliger Unsinn ist!

  11. 18.

    Wer glauben sie den hat die Kinder der Eltern systemrelevanten Berufe während der Pandemie betreut, der heilige Geist etwa?
    Oder die Erzieher die sich mit Eltern die Bildungsanspruch teilweise beleidigend einfordernd, Aufgabenbetreung bei den uns anvertrauten und einer hohen Ansteckungsrate (an meiner Schule sind 4 Kollegen/in nachweislich durch Kontakte mit infizierten Kindern an Covid erkrankt, deren Eltern die Kinder trotz Symptomen in die Schule brachten) und jetzt soll uns ein Inflationsausgleich verweigert werden . Sorry ein Mediziner verdient erheblich mehr als ein Erzieher bei unserem Gehalt fällt Inflation erheblich ins Gewicht.

  12. 17.

    Ich bin fassungslos über diese dauernde Selbst-Beweihräucherung. Was leistet ihr armen Lehrer denn so wahnsinnig aufopfernd? Bei 26h pro Woche Unterricht in Vollzeit bleibt ja genug Zeit zur Vor- und Nachbereitung. Wir reden nicht noch von den zusätzlichen 12 Wochen Urlaub, Wandertagen, Klassenfahrten… vom Senat bereitgestellte Laptops. Wann seid ihr jemals zufrieden mit euren Halbtagsstellen ?

  13. 16.

    Vielleicht sollten die Streikenden besser bezahlt werden wie es schon seit Jahren gefordert wird. Aber TUI und co. sind halt immer wichtiger...

  14. 15.

    Wenn ich nicht irre sind doch alle Kita Plätze für die Eltern kostenfrei anders als zum Teil in anderen Bundesländern. Vielleicht sollten die Streikenden ( sicherlich Berechtigt ) mal im Roten Rathaus bei RRG für eine bessere Bezahlung demonstrieren und nicht den Eltern das Leben schwer machen die wahrlich nichts dafür können.

  15. 14.

    Im übrigen ging es heute nicht nur um mehr Gehalt für die Lehrkräfte!

    Die meisten Kollegen/Kolleginnen an unserer Schule sind übrigens der Meinung, dass wir nicht mehr Geld wollen, sondern mehr Freizeit. Was nützt uns mehr Geld, wenn wir nach der Arbeit zu Hause nur noch ins Bett fallen? Wir waren heute mit folgenden Forderungen unterwegs:
    1. Mehr Geld für unsere heißgeliebten Pädagogischen Unterrichtshilfen und Erzieher, denn ohne sie könnten wir bei unseren Klassenstrukturen kaum unterrichten und schon gar nicht mit Freude.
    2. Kleinere Klassen, da wir da die einzelnen Schüler/innen besser fördern können (unser Fazit aus dem Hybridlernen!)
    3. bessere Ausstattung der Schulen: wir haben zum Beispiel nicht für jeden Klassenraum einen Beamer. Und von den vorhandenen Beamern sind viele Altersschwach, von Digitalen Tafeln wollen wir gar nicht erst reden!

  16. 13.

    Es tut mir in der Seele weh, welche Meinung manche Leute von den Lehrkräften haben.
    @EVo:
    1. Die Lehrer sind auf Grund der fehlenden Digitalisierung selber Schuld an der Mehrarbeit in der Pandemiezeit? —> Wir haben leider keinen Einfluss auf die Durchführung der Digitalisierung an den Schulen!!!

    2. Ich persönlich habe derzeit eine 3/4 Stelle, arbeite aber trotzdem mit Vor-/Nachbereitung regelmäßig mindestens 40 Stunden/Woche, das heißt auch Lehrer opfern ihre Freizeit dafür, also bitte nicht von einigen wenigen Kollegen (ja die gibt es mit Sicherheit und die sind nicht alle verbeamtet!)auf alle verallgemeinern!

  17. 12.

    Ich selbst bin verbeamtete Lehrkraft und bitte darum, dass nicht alle Lehrer „über einen Kamm gezogen“ werden. Das ist doch Quatsch. Es gibt überall „schwarze Schafe“, aber alle Lehrkräfte in meinem Umkreis arbeiten sehr viel, versuchen Projekte zu den 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung an den Schulen zu integrieren und gehen halbkrank zur Arbeit, weil die Klassen sonst keinen Lehrer haben könnten, aber der Unterricht möglichst nicht ausfallen soll. Ich wünsche mir einfach mehr Respekt und Weitsicht.
    Meine eigenen Kinder gehen übrigens in Berlin zur Schule und auch da sind sehr viele engagierte Lehrkräfte.
    Manche Quereinsteiger (nicht ALLE!) vermitteln den Unterrichtsstoff nicht kindgerecht oder sind zu inkonsequent. Der Lehrkräftemangel macht es dann aber schwer, da als Schulleitung usw. angemessen zu reagieren. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass alle ihr BESTES geben. Es ist für jeden Menschen schwer, etwas zu meistern, was man allein schwer/ nicht schaffen kann.

  18. 11.

    Klar, weil auch alle Lehrer verbeamtet sind.
    Vielleicht fällt es Ihnen nicht auf, aber die meisten Leher sind Angestellte. Und viele Lehrer haben in der Pandemie einen hervorragenden Job geleistet. Das sollte endlich mal eingesehen werden.
    Des Weiteren würden sehr viele Lehrer auf dem Arbeitsmarkt sehr gut zurecht kommen. Vielleicht sollten Sie mal für eine Woche den Job eines Lehrers übernehmen, bevor Sie und auch andere große Töne spucken.
    Über etwas reden, dass man selbst nicht erlebt hat - ohne Worte.

  19. 10.

    Schön dass öffentliche Kitas schon wieder mehr fordern, die privaten aber bis auf weiteres auf unterem Level agieren und wir bis heute nicht mal die 50€ Hauptstadtzulage kriegen. Und da viele Kollegen Angst haben einer Gewerkschft bei zu treten oder die Kosten scheuen, wird sich da wohl auch nichts ändern.

  20. 9.

    Danke! So ist es... Sicher haben Lehrer viel um die Ohren gerade mit der Jugend von heute, aber ein verbeamteter Lehrer hat doch null Interesse sich mal weiter zu Bilden bzw. "Die Welt zu retten". In der freien Wirtschaft sind diese Leute alle arbeitslos. Da muss irgend was passieren, aber die Lehrer müssen an Ihren Leistungen gemessen werden.

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