Impfstoff-Lieferungen ab 13. Dezember - Kalayci: Kinder-Impfungen in Berlin schon vor Empfehlung der Stiko möglich

Mi 01.12.21 | 18:01 Uhr
Tanja Pankok, Kinder- und Jugendärztin in Berlin, impft im November 2021 einen 12-jährigen Jungen gegen den Corona-Virus. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Audio: Inforadio | 01.12.2021 | Birgit Raddatz | Bild: dpa/Fabian Sommer

Kurz vor Weihnachten will die Stiko entscheiden, ob sie den Biontech-Impfstoff für 5-11-Jährige empfiehlt. Die Politik zeigt sich ungeduldig: Sobald der Stoff eintrifft, soll geimpft werden dürfen. Biontech hat zugesichert, die erste Lieferung eine Woche vorzuziehen.

5- bis 11-jährige Kinder sollen in Berlin auch schon vor einer entsprechenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gegen Corona geimpft werden können. Das sagte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Mittwoch dem rbb.

Es sei mit den anderen Bundesländern verabredet, dass man sich hier abstimme und loslege, sobald der Impfstoff da ist. "Wenn der Impfstoff früher kommt, können wir auch früher in unseren Impfzentren impfen", so die Senatorin bei einem Besuch in einer Impfpraxis in Berlin-Neukölln. Kalayci betonte, dass man sich hierfür mit anderen Ländern abgesprochen habe, da Berlin hierbei keinen Alleingang plane.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte ebenfalls am Mittwoch angekündigt, dass der Impfstoff für Kinder nun ab dem 13. Dezember eintreffen solle. Geplant waren die Lieferungen eigentlich erst eine Woche später.

"Impfzentren stehen bereit"

Die Impfzentren in Berlin seien gut vorbereitet und stünden bereit, so Kalayci weiter. Im Impfzentrum Tegel könnte mit kurzem Vorlauf eine eigene Impfstraße für Kinder starten. Das sagte der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Berlin, Karsten Hintzmann, bereits in der vergangenen Woche. Doch nicht nur die Impfzentren sollen die Kinderimpfungen durchführen. "Natürlich braucht es auch die Mithilfe der Kinder- und Jugendärzte", so die Gesundheitssenatorin.

Praxen in Brandenburg sollen bis 7. Dezember Impfstoff bestellen

Derweil erklärte das Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg (Msgiv), dass die Brandenburger Praxen und Kinderkliniken, in denen potentiell geimpft werden könne, darüber informiert worden seien, dass sie bis zum 7. Dezember ihre Wünsche für die Erstbestellung des Kinder-Impfstoffs von Biontech aufgeben müssten. Daraus erfolge dann die Bestellmengen über das Bundesgesundheitsministerium.

"Wir gehen davon aus, dass die ersten Impfungen spätestens ab dem 20. Dezember stattfinden können. Das hängt aber von der Auslieferung des Impfstoffs ab, Biontech hat in Aussicht gestellt, dass das möglicherweise auch früher passieren kann", erklärte ein Ministeriumssprecher.

Senatorin zweifelt an 30 Millionen Impfungen bis Weihnachten

Mit Blick auf bundesweite Lieferengpässe bei den Impfstoffen äußerte Kalayci Zweifel daran, ob sich das Ziel erreichen lässt, bis Weihnachten bundesweit bis zu 30 Millionen Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen zu ermöglichen. "Ich begrüße das Ziel, aber es ist gefährdet", sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Das Impfen komme zum Teil ins Stocken. So können beispielsweise aktuell in der am Mittwoch wiedereröffneten Impfstelle am Flughafen Schönefeld keine Impfungen mit Biontech angeboten werden.

"Insbesondere die niedergelassenen Ärzte, aber auch die Impfzentren müssen sich darauf verlassen können, dass der Impfstoff auch kommt, der bestellt wird", forderte Kalayci. "Ich erwarte vom Bundesgesundheitsminister besonders mit Blick auf die Ärztinnen und Ärzte Transparenz bei Bestellungen und Lieferungen."

Bund und Länder hatten am Dienstag das Ziel bekräftigt, bis Weihnachten bis zu 30 Millionen Impfungen möglich zu machen. Ein neuer Bund-Länder-Krisenstab im Kanzleramt soll die Koordinierung der Impfkampagne mit Lieferungen und Verteilung übernehmen.

Sendung: Inforadio, 01.12.2021, 13:20 Uhr

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