Vor dem Willy-Brandt-Haus - Klima-Aktivisten protestieren in Berlin für den Ausbau des Bahnverkehrs

Sa 04.12.21 | 12:50 Uhr
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Robin Wood am 04.12.2021 am Willy-Brandt-Haus. (Quelle: rbb)
Audio: Inforadio | 04.12.2021 | Jonas Asal (Robin Wood) | Bild: rbb

Aktivistinnen und Aktivisten von Umweltverbänden und weiteren Nichtregierungsorganisationen haben am Samstag während des SPD-Sonderparteitages vor der Parteizentrale in Berlin für einen sozial-ökologischen Ausbau des Bahnverkehrs und ein Aus für "Ultrakurzstreckenflüge" demonstriert.

Beteiligt waren Robin Wood, der BUND und Attac. Sie entrollten vor dem Willy-Brandt-Haus im Rahmen einer Kletteraktion ein Transparent mit der Aufschrift "Züge statt Flüge". Für eine Petition mit diesem Ziel wurden 70.000 Unterschriften überreicht.

Koalitionsvertrag ist "eine Katastrophe"

"Angesichts der Klimakrise sind eine deutliche Verringerung des Flugverkehrs und ein Ausbau der Flächenbahn unumgänglich", erklärte dazu Milena van de Sand von der Attac-Jugendorganisation Junges Attac. "Wir fordern Taten statt Worte", sagte Constantin Kuhn von der BUND Jugend.

Auf dem Sonderparteitag will die SPD über den Koalitionsvertrag mit Grünen und FDP entscheiden. Van de Sand kritisierte das Kapitel zum Verkehrsbereich als "eine Katastrophe". Insbesondere beim Flugverkehr gebe es "keinerlei klimapolitischen Fortschritt". "Die SPD fordert schon seit über 30 Jahren die Verlagerung von Kurzstreckenflügen - aber passiert ist nichts", konkretisierte Robin Wood in einem Post bei Twitter.

Klima-Aktivisten fordern Mobilitätswende

Umweltverbände haben wiederholt kritisiert, die Ampel-Vereinbarungen reichten nicht aus, um Deutschland auf den 1,5-Grad-Pfad im Sinne des Pariser Klimaschutzabkommens zu bringen.

Die Proteste vor der SPD-Zentrale sind Teil der "Züge-statt-Flüge-Kampagne" von insgesamt 19 Organisationen aus dem Umwelt- und Verkehrsbereich. Die Beteiligten fordern eine Mobilitätswende. Verboten werden sollen alle Flüge, deren Ziele innerhalb von vier Stunden mit dem ICE erreichbar sind. Allein durch diese klimapolitische Sofortmaßnahme könnten jährlich bis zu 1,6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden, betonten die Initiatoren.

Robin Wood am 04.12.2021 am Willy-Brandt-Haus. (Quelle: rbb)
Bild: rbb

Sendung: Abendschau, 04.12.2021, 19:30 Uhr

23 Kommentare

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  1. 23.

    Die "Ampel" ist sich darin einig, dass der "kleine Autofahrer weg soll", Martin? Das nenne ich aber mal eine gewagte Behauptung, wo doch z. B. die Grünen nicht mal ihr Symbolthema "130 auf der Autobahn" durchsetzen konnten . . .

  2. 22.

    Der Bahnverkehr müsste stark gefördert werden. Wenn ich mit der Bahn von hier nach Hessen fahre ist das nicht nur umständlich, sondern viel zu teuer. Da muss ich am Ende doch meinen Diesel bemühen. Der Güterverkehr gehört vor allem auf die Schiene, um die Hunderttausenden LKW von der Straße zu bekommen. Wetten, dass die Ampel dort auch wieder nichts bewegen oder ändern wird. Der kleine Autofahrer, der Individualverkehrsteilnehmer soll weg. Da ist man sich einig.

  3. 21.

    So als Lokführer bin ich natürlich sofort für mehr Infrastruktur Bahn! Gern! Am besten die lkw Maut so anziehen das es einfach zu teuer wird in Deutschland mehr als 100km mit dem Lkw zu fahren. Ein Problem haben wir nur, das dann fast die selben Aktivisten sich an Bäume ketten die dafür nun leider auch gefällt werden müssen um bahninfrastruktur wieder aufzubauen, war ja alles da. Ah ja der Konflikt muss schon hart sein für die junge Generation! Gegen alles ohne über Konsequenzen nach zu denken!

  4. 20.

    Überraschung!
    Dieses Mal heißt es "... protestieren für...".
    Im Zusammenhang mit Aktivisten hatte ich mich schon an die Präposition "gegen" gewöhnt. Mein Fehler.

  5. 19.

    Sorry, es muss in meinem komm Kommentar heißen: bin ich für den Ausbau der Bahn".

  6. 18.

    Ich verfolge seit geraumer Zeit Ihre scharfsinnigen Kommentare und frage mich :Gibt es in Biesdorf keine Psychiatrie ? Ambulant ist bei Ihnen nichts mehr zu machen.
    Und nehmen Sie Tim aus Neukölln gleich mit, möglichst natürlich mit ÖPNV.
    Gute Besserung !

  7. 17.

    Ich bin Anwohner aus Biesdorf und trotzdem gegen die TVO. :-) Warum?

    Der tägliche Stau wird sich durch die TVO nur in andere Zubringer Straßen verlagern. Schon heute stehen jeden Morgen Autos in Biesdorf im Stau (z.B. auf der B1 in Alt-Biesdorf). Das wird mit der TVO noch viel Schlimmer. Daher muss der ÖPNV ausgebaut werden. Die existierende Schiene schafft eine grossen Nutzen um schnell von Nordost nach Südost zu kommen. Wenn man nur möchte.

  8. 15.

    Als ehemaliger Lokführer bin auch nicht für den Ausbau der Bahn, 1. Weil ein einziger Güterzug die Ladung einer großen Anzahl von Lkw mit weniger Emissionen transportiert und 2. Weil ich es als Autofahrer gut fände wenn die endlosen Lkw-Kolonnen von der Autobahn verschwinden.

  9. 14.

    Dass Westberlin und insbesondere die SPD ein schwieriges Verhältnis zu ÖPNV hat läßt sich ja an den handelnden Personen feststellen. Ernst Reuther war Bürgermeister, er hat die Abschaffung der Straßenbahn forciert. Sein Sohn war Daimler Benz Chef. Daimler Benz baute mit MAN/ Adranz auch in Hennigsdorf die ersten Niederflurstraßenbahnwagen. Dann wurde das erfolgreiche Geschäft nach Kanada verkauft, da man lieber PKW u. a. zum verleihen an für führende Politiker und Omnibusse baute.

  10. 13.

    Die TVO ist sogar sehr nötig. Fragen Sie mal die Anwohner von Köpenick bis Marzahn oder die tausenden Autofahrer (hart arbeitende Menschen, Gewerbetreibende etc.), die dort jeden Tag im Stau stecken.
    Außerdem sind wir hier nicht in Brasilien. Bei uns gelten strenge Umweltstandards, und es müssen in vollem Umfang Ersatzpflanzungen stattfinden.

  11. 12.

    Wie einige hier dazu kommen, junge Menschen, die lediglich friedlich dafür demonstrieren, noch eine Zukunft in einer nicht vollends zerstörten Umwelt haben zu dürfen, als „kriminell“ zu bezeichen, ist mir vollkommen unbegreiflich … Sind Ihre Wahrnehmung oder Ihr Urteilsvermögen irgendwie gestört?

    Ein aggressiver Mob, der sich tatsächlich über bestehende Gesetze hinwegsetzt, marschiert übrigens gerade durch Friedrichshain …

  12. 11.

    Sie sind nicht von dort? Sprechen Sie bitte mit den Anwohnern, die sehen das anders. Fließender Verkehr verursacht weniger Emissionen als der Dauerstau auf der Köpeniker Str. und die Radfahrenden bekommen endlich eine sichere Strecke ..., Ja, es werden Bäume gefällt, nichts gibt es zum Nulltarif. Erst denken, dann informieren und dann ggf. noch protestieren. Die von Attack und Greenpeace können das ja auch nicht ...

  13. 10.

    Das Land Berlin möchte gerade für eine viertel Milliarde eine Schnellstraße durch Biesdorf und Köpenick bauen (Stichwort TVO). Dafür sollen unter anderem Eichenwälder in der Wuhlheide abgeholzt werden. Das irre daran: Genau neben der geplanten Trasse sind intakte Bahngleise, die täglich für den Güterverkehr genutzt werden. Es wäre sinnvoller, diese Bahnstrecke für den Regionalverkehr zu ertüchtigen mit Umsteigebahnhöfen zur existierenden U-Bahn und S-Bahn. Stattdessen setzt unser Senat auf antiquierte Verkehrskonzepte.

  14. 9.

    Ohne kriminelle Handlungen geht wohl garnichts mehr. Sehr schlechte Vorbilder.

  15. 8.

    Straßenausbau wollen sie nicht, Schifffahrtausbau wollen sie nicht und jetzt Bahnausbau wollen sie auch nicht! Was wollen diese Typen überhaupt?

  16. 7.

    Sie haben da wohl eine sehr eigenwillige Vorstellung von Kriminalität.

  17. 6.

    Hmm … ich Zweifelsfall vielleicht Leute wie Sie, die deshalb dann hier kommentieren? Was haben Sie denn eigentlich gegen den Ausbau des Bahnverkehrs einzuwenden? Ist doch ne gute Sache …

  18. 5.

    Ich glaube das Corona nicht nur älteren, erkrankten Menschen geschadet hat. Je mehr diese Leute mit ihren Forderungen den Menschen auf die Nerven gehen desto mehr werden sie ignoriert. Ihre grünen Kumpanen haben doch jede Menge von ihren Träumereien in den Koalitionsvertrag geschrieben. Schauen wir mal was letztlich realisiert wird. Bis dahin sollte die Spinner mal den Ball flach halten.

  19. 4.

    Ich wehre mich gegen den inflationären Gebrauch des Wortes „Aktivist“. Aktiv sind derartige Leute in den seltensten Fällen, „aktiv“ ist höchstens das Mundwerk. Bitte keine Neologismen für Sachverhalte, für die es bewährte Begriffe gibt, Querulanten hätte als Wort genügt.

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