Verkehrsverwaltung bestätigt - Berliner ZOB nicht vor Ende 2022 fertig

Di 14.12.21 | 12:07 Uhr
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Der neue Haltestellenbereich am Zentralen Omnibus Bahnhof nach dem Umbau am 13.09.2021. (Quelle: imago images/Reiner Zensen).
Bild: imago images/Reiner Zensen

Die Bauarbeiten am Zentralen Omnibusbahnhof in Berlin werden nicht vor Ende 2022 abgeschlossen. Das hat die Verkehrsverwaltung dem rbb bestätigt. Und auch bei den zuletzt veranschlagten Kosten von knapp 40 Millionen Euro wird es nicht bleiben.

Die Fertigstellung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) in Berlin verzögert sich weiter. Das hat die Verkehrsverwaltung am Dienstag dem rbb bestätigt. Demnach sei davon auszugehen, dass der Bau des Empfangsgebäudes Ende 2022 abgeschlossen werden kann.

Auf dem Gelände im Berliner Westen wird seit 2016 gebaut - ursprünglich wollte man Mitte 2019 fertig sein.

Mit Preissteigerungen ist zu rechnen

Bedingt durch Verzögerungen am Bau habe die Leitstelle erst verspätet aus dem alten Empfangsgebäuse ausziehen können, so die Verkehrsverwaltung. Damit habe sich auch dessen Abriss verzögert.

Zu den Kosten heißt es, dieser bewege sich "im Kostenrahmen, der sich auf rund 39,12 Millionen Euro beläuft (Stand vom Februar 2020)" - gleichwohl sei, aufgrund der bekannten Kostenentwicklung in der Baubranche, noch mit Preissteigerungen zu rechnen.

Neue Anforderungen durch Markt-Liberalisierung

"Der Planungsprozess war von Anfang an nicht optimal", räumt die Verkehrsverwaltung ein. Im Haushalt 2014/2015 habe man noch 14 Millionen Euro für die grundlegende Sanierung eingeplant. Allerdings würden mit den Kosten, die im Laufe der Jahre hinzukamen, auch signifikante Verbesserungen für die Reisenden entstehen.

So werde der ZOB komplett barrierefrei ausgebaut, mehr Sitzmöglichkeiten und gastronomische Angebote bieten und durch mehr Haltestellen ein erhöhtes Verkehrsaufkommen abwickeln können. Durch die Liberalisierung des Busverkehrs 2013 sei klar geworden, dass die alten Kapazitäten nicht ausreichen würden, um die höheren Fahrgastzahlen zu bewältigen.

Sendung: Inforadio, 14.12.2021, 13:00 Uhr

29 Kommentare

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  1. 29.

    Das wundert mich überhaupt nicht. Was klappt denn in Berlin überhaupt, es kann an einer Hand abgezählt werden, wann irgendeine Baustelle fristgerecht fertiggestellt wird und es außerdem im Kostenrahmen bleibt.

  2. 28.

    Und extra Pausen für Rollifahrer geht ja im Linienverkehr auch nicht. Aber mal ehrlich, viele Rollifahrer nehmen lieber die Bahn

  3. 27.

    Vielleicht sollte man das! 40 Millionen €, mind. 6 Jahre Bauzeit und das alles für salopp gesagt, etwas Straße, Bordsteine, einem Häuschen und Überdachung?

  4. 26.

    @Spandauer: Schon gewusst: BER liegt gar nicht in Berlin und gehört z. T. auch Brandenburg und dem Bund

  5. 25.

    Zumindest bietet der Quasimonopolist Umsteigeverbindungen an. Berlin dürfte aber in der Tat Endziel der Mehrheit der Dieselnden sein.

    Die Lage des ZOB ist eigentlich gut gewählt worden. Die Busse müssen nicht quer durch die Stadt fahren, sondern haben mit Verlassen der Autobahn fast die Haltestelle erreicht. S- und U-Bahn sind auch in der Nähe. Manche Postbusse hielten vor ein paar Jahren am Zoo und am ZOB. Die Fahrzeit zwischen Abfahrt und Ankunft hätte für zwei U-Bahnfahrten gereicht.

  6. 24.

    "Für ab dem 1. Januar 2016 erstmals zum Verkehr zugelassene Busse gelten die Vorschriften zur Barrierefreiheit gemäß § 42b PBefG. Vom 1. Januar 2020 an müssen alle Busse im Fernbuslinienverkehr die o. g. Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllen. Bestandfahrzeuge, die diese Anforderungen nicht erfüllen, müssten bis zum 1. Januar 2020 entsprechend angepasst (umgebaut, mit veränderter Ausstattung versehen) werden oder dürften dann nicht mehr im Fernbuslinienverkehr eingesetzt werden." Q: Handbuch Barrierefreiheit im Fernbuslinienverkehr des Bundesverkehrsministeriums.

    Das Tö ist auch wegen des Platzbedarfes in der Tat aber bewusst ausgeklammert. Dafür müssen "betriebliche Maßnahmen" ausreichen. Während der Fahrt durch den Bus zu fahren, halte ich dabei aber eh für eine schlechte Idee. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bus abrupt bremsen muss, ist vergleichsweise hoch.

  7. 23.

    Nee ... in Mitte läge er nur mittig. So hat der ZOB aber seine zentrale Lage am größten Verkehrsknotenpunkt dieser Stadt, zugleich an einem der am meisten befahrenen Autobahndreiecken Deutschlands und direkt an zwei Bundesstraßen.

  8. 22.

    Sicherlich wird die Anpassung der AVUS Anbindung den ZOB erstmal stören, aber wo wäre denn ein besserer Standort ihrer Meinung nach ? Denke mal der Größteil kommt über das Nuthetal nach Berlin rein , da ist der erste Berührungspunkt mit der Ringbahn zwangsläufig Messe Nord bzw Westkreuz. Verkehrsplanung und Berlin sind leider keine, sich anziehenden Kräfte xD

  9. 21.

    Der ZOB ist NICHT zentral gelegen. Sonst wäre er in Mitte. Es ist aber auch egal, wo in Berlin er liegt, denn die meisten Fahrgäste werden wohl nicht in 5 Gehminuten Entfernung wohnen. Folglich ist die ÖPNV Anbindung mega wichtig und im Endeffekt egal, wo man auf U- oder S-Bahn umsteigt. Für die Aussage, erfahrungsgemäß gibt es zwischen den Bussen viele Umsteiger, hätte ich gerne mal eine Quelle. Die Quote ist mit Sicherheit deutlich geringer als bei der Eisenbahn. Der Standort des ZOB wurde in West-Berlin im Zusammenhang mit dem Bau der A100 gewählt und ist längst überholt.

  10. 20.

    Hier könnten evtl. die gleichen Gründe vorliegen, wie bei der 6-monatigen Verzögerung des A7 Autobahndeckel HH- Stellingen . In 2020/Anfang 2021 waren die osteuropäischen Baufachleute lange durch Reisebeschränkungen in ihren Heimatländern bzw. Einreise nach Deutschland von der Arbeit abgehalten worden.

  11. 19.

    Haltepunkte müssen zentral gelegen sein. Es gibt zwischen den einzelnen Buslinien erfahrungsgemäß viele Umsteiger.

  12. 18.

    Das ist nicht umsetzbar und auch nur eine KANN Vorschrift.

    Ich stelle mir gerade eine behindertengerechte Toilette an Bord eines Busses vor...

  13. 17.

    Nicht aufregen-wann wird denn in Berlin mal ein Bauvorhaben pünktlich und im Kostenrahmen fertig ???

  14. 16.

    Was war jetzt kompliziert an der Planung eines Busbahnhofes? Nichts ist daran schwierig. "
    Beim nächsten Projekt wenden die Herren und Damen sich am Besten gleich an die Internetforenspezialisten. Sonst wird das ja nie was!!!!!!!!!!!!!

  15. 15.

    Seit Anfang 2020 müssen eigentlich alle Fernlinienbusse barrierefrei sein und zwei Rollstuihlplätze aufweisen.

  16. 13.

    "Berliner ZOB nicht vor Ende 2022 fertig" Wer hätte das gedacht, wo wir hier doch in Berlin sind.
    Jetzt erwarte ich noch die Kostenerhöhung.

  17. 12.
    Antwort auf [Sommer] vom 14.12.2021 um 13:06

    Gegen die von Ihnen genannten Auswirkungen gibt es ausgesprochen wirksame Maßnahmen in Form von Vertragsstrafen in Verbindung mit Erfolgsprämien. Sie glauben gar nicht, wie schnell solche Firmen dann arbeiten können.
    Das Problem liegt in Deutschland aber oft wo ganz anders: Es werden Projekte geplant und politisch beschlossen in Größenordnungen und Umfang, dass die politische Zustimmung hierzu die besten Erfolgsaussichten hat. Ist das Projekt dann erst mal angefangen, stellt man dann ganz "zufällig" fest, dass ja noch wesentliche Teile fehlen oder nicht ideal sind. Wenn man schon mal dabei ist, könne man das ja auch gleich noch mit machen oder irgendetwas an den ursprünglichen Planungen "optimieren". Also wird neu geplant, neu gerechnet, wieder abgerissen und ein zweites Mal aufgebaut. Schon sind Zeit und Kosten aus dem Ruder gelaufen. Praktisch wird in Deutschland kein Projekt so umgesetzt, wie es ursprünglich mal durchgeplant war. Beispiele: BER, Stuttgart21, ZOB ...

  18. 11.
    Antwort auf [Sommer] vom 14.12.2021 um 13:06

    Sehr geehrter „Sommer“,
    allerbestes Beispiel war die Treskowallee.
    Mit freundl. Grüßen

  19. 10.
    Antwort auf [Otto Krause] vom 14.12.2021 um 13:42

    Warum wird nicht auf die Gründe der. Baumverzögerung eingegangen ?

  20. 9.

    Kann man in Berlin überhaupt was vernünftig planen ich glaube nicht.

  21. 8.

    Naja ... bezogen auf die Fläche, war der BER sogar schneller fertig ... ehrlich.

  22. 7.

    Es wurde auch Zeit. Der alte ZOB war ja eine Zumutung ohne Ende

    Nun bleibt zu hoffen, dass bald wieder alle Linien in Betrieb genommen werden. Wie vor Corona

  23. 6.

    Ich verstehe nicht, warum die Fernbusse zum ZOB fahren sollen. Das Dreieck Funkturm wird in den nächsten Jahren umgebaut, somit stehen alle Fernbusse auf den letzten Metern immer im Stau. Die Fernbusse von A2 und A9 können am S Bf Nikolassee direkt vorm Empfangsgebäude halten. Dort ist mehr als genug Platz. Von A111 (aus Nordwesten) und A113 (aus Südosten) kommend lassen sich ebenso geeignete Haltestellen finden. Es steigt doch eh niemand zwischen verschiedenen Fernbussen um, wie es bei der Bahn der Fall ist.

  24. 5.

    War doch von Anfang an klar, was bringt Berlin überhaupt zustande ohne Mehrkosten.
    Da wird wohl aus den Plänen von Frau Giffey nicht.

  25. 4.

    Lach, der zweite BER eben! Die Berliner lernen eben nicht aus ihren Fehlern und machen sie immer wieder.
    Traurig aber wahr!

  26. 3.

    Der Berliner Verwaltung fehlt offensichtlich der Blick fürs Wesentliche. Was war jetzt kompliziert an der Planung eines Busbahnhofes? Nichts ist daran schwierig. Aber in Berlin dauert es zehn Jahre und kostet das Zehnfache. Wieso? Die vorgetragenen Gründe sind doch keine. Das sind doch Selbstverständlichkeiten. Alles barrierefrei, sehr gut. Sind denn die Busse auch barrierefrei? Ich habe zum Beispiel noch nie einen Rollstuhl gerechten Bus dort gesehen.

  27. 2.

    Mich erstaunt immer wieder, was da 40 Mio Euro kostet …

  28. 1.

    Dit iss Berlin, da wird keene Baustelle Planmäßig fertig.

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