31 Festnahmen - Aktivisten legen Verkehr auf Berliner Stadtautobahn stundenlang lahm

Mo 31.01.22 | 23:48 Uhr
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Aktivisten der Gruppe «Aufstand der letzten Generation» blockieren die Stadtautobahn 100 (A100) unweit der Beusselstraße. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: rbb|24 | 31.01.2022 | Material: Abendschau | Bild: dpa/Paul Zinken

Demonstrierende haben Montagmorgen mehrere Zufahrten zur Berliner Stadtautobahn blockiert und lange Staus ausgelöst. Mittlerweile rollt der Verkehr wieder. Die Polizei nahm mehr als 30 Aktivisten fest.

Klimaschutz-Aktivisten haben am Montag vorübergehend die Autobahn A100 in Berlin blockiert. Die Demonstrierenden besetzten an mehreren Stellen der Stadtautobahn Zu- und Abfahrten. Auf ihren Botschaften war zu lesen: "Essen Retten - Leben Retten".

Insgesamt seien vier Straßenabschnitte betroffen gewesen, so an der Beusselstraße, der Seestraße, an der Spandauer-Damm-Brücke und am Goerdelerdamm. Seit dem Mittag war die Fahrbahn wieder frei. Beteiligt waren laut Polizei insgesamt etwas mehr als 50 Personen. 16 Aktivistinnen und Aktivisten hatten sich demnach an der Fahrbahn festgeklebt.

Insgesamt nahm die Polizei nach eigenen Angaben 31 Aktivisten fest. Die meisten sollen noch am Nachmittag einer Haftrichterin vorgeführt werden. Ihnen drohten Anklagen wegen Nötigung im Straßenverkehr und Widerstands gegen die Polizei, hieß es.

Sperrung ab Charlottenburg Richtung Wedding

Nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale war die Stadtautobahn für etwa zwei Stunden ab Dreieck Charlottenburg Richtung Wedding gesperrt. Autofahrer sollten 70 Minuten mehr einplanen oder den Bereich weiträumig umfahren.

Die Aktivisten fordern ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung und eine Agrarwende, um Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft zu senken. Sie nennen sich "Aufstand der letzten Generation" und hatten bereits in der vergangenen Woche mehrere Blockaden veranstaltet.

Aktivisten kündigen weitere Proteste an

Die Aktivisten kündigten an, weiter auf die Autobahnen gehen zu wollen. Sie seien nicht bereit, nach ein paar Tagen nach Hause zu gehen und aufzugeben, sagte Carla Rochel von dem Bündnis "Aufstand der letzten Generation" am Montag dem rbb.

Rochel sagte weiter, es brauche diese massiven Störungen, da ein "absoluter Klimakollaps" drohe. Auch Ankündigungen der mittlerweile mitregierenden Grünen seien bei weitem nicht genug, um die Ernährung der Bevölkerung zu sichern. Schon 2050 werde klimabedingt weltweit ein Drittel der Ernte eingebüßt.

Rochel betonte, sie wolle nicht ihren Kindern in zehn bis zwanzig Jahren, wenn sie sich um ihre Ernährung sorgen, erklären müssen: "Ich wusste das und bin zuhause geblieben."

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Sendung: Inforadio, 31.01.2022, 10 Uhr

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71 Kommentare

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  1. 71.

    Rainer:
    "Wenn es nicht für tausende Steuerzahler eine Nötigung,ja fast Geiselhaft wäre, könnte man darüber schmunzeln, was unter RGR so alles möglich ist."

    Das ist nicht "unter RGR" so möglich, sondern unter unserem Grundgesetz mit Versammlungs- und Demonstrationsrecht.

    Derjenige, für den das nur Nötigung ist, der wäre sich darin wohl mit Lukaschenko, Putin und Erdogan einig, die auch jede Demonstration einer abweichenden Meinung als strafrechtlich zu verfolgende Nötigung ansehen.

    Rainer:
    "Wann werden die zuständigen Senatoren und unsere Polizeipräsidentin endlich aktiv und stoppen diese Elemente."

    ... so wie in Weißrussland, Russland, Türkei und Nordkorea!

  2. 70.

    Das sind aber komische Klimaschutzaktivisten. Die Stadtautobahn lahmzulegen ist eher der Langeweile geschuldet und hat nichts mit Essen retten zu tun. Wenn die sich wirklich als letzte Generation betrachten, dann können sie sich doch den Aufstand sparen.

  3. 69.

    Thomas:
    "Antwort auf [Radfahrer] vom 31.01.2022 um 13:01
    Wie grau und leer muss der Alltag sein,stets den gleich Müll auszugiessen."

    Für Thomas scheinen Recht und Gesetz und der Verweis darauf nur "Müll" zu sein. Von einem Rechtsstaat scheint er genausowenig zu halten wie von sachlichen Argumenten.

  4. 68.

    "Wie grau und leer muss der Alltag sein,stets den gleich Müll auszugiessen."

    Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung! Nur Mut, sie schaffen das schon.

  5. 67.

    Wenn es nicht für tausende Steuerzahler eine Nötigung,ja fast Geiselhaft wäre, könnte man darüber schmunzeln, was unter RGR so alles möglich ist. Wann werden die zuständigen Senatoren und unsere Polizeipräsidentin endlich aktiv und stoppen diese Elemente.

  6. 66.

    Ich glaube, das können Sie sich am Besten selbst beantworten.
    Bei @Radfahrer sehe ich das eher nicht.

  7. 65.

    Gut das kein Schnee liegt, nicht auszudenken was passiert wäre wenn der Schneefug käme.....

  8. 64.

    Fürchte die Klimaschutz-Aktivisten wissen nicht wirklich welche Konfrontation sie eingehen. Zentrale Infrastruktur angreifen ist ist sehr militant. Jedes (vor)herrschende System wird zunächst Kontrolle und reibungslose Funktion durchsetzen. Zwischen polizei-militärischer Lösung vor Ort und unmittelbar, hart zupackender Justiz und einer Formierung der Gesellschaft (auch Meinungsbildung genannt, die hartes Vorgehen unterstützt und legitimiert.
    Gleichzeitig ist niemand Verantwortlicher unter Druck gesetzt, der in den eigentlichen Gremien sitzt, da wo eigentlich die Entscheidungen getroffen werden. Können es sich sogar bequem machen in den Wutausbrüchen und Harte-Strafen_Rufen der jeweils unmittelbar Insassen in den Autos.
    Es sollte der Teil von Interesse sein, bei denen aus Gründen der vorherrschenden sozio-politisch-ökonomischen Bedingungen nicht davon die Rede sein kann, sie machten freiwillig Lohnarbeit mithilfe eines KFZ.

    Schlechte Aktionsform. Wenn auch für richtige Ziele.

  9. 63.

    Na dann lesen sie mal den Auszug " Für die Erfüllung des § 315b muss es ihm darauf ankommen, durch die Tat verkehrsfremd in die Sicherheit des Straßenverkehrs einzugreifen. Ob der Schaden eintritt oder nicht, ist nur eine Frage des Zufalls.
    Gefährdet der Täter andere Menschen oder fremde Sachen von besonderem Wert, liegt ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vor."
    Das ist eben keine Bagatelle!

  10. 62.

    Es sind keine sogenannten Klimaaktivisten, es sind Kriminelle die sehr gefährlich in den Straßenverkehr eingreifen. Sehr viele kommen zu spät zur Arbeiten, haben Termine verpasst etc.

    Ich stand auch fast 50 Minuten im Stau. Meine Wur auf diese Menschen wird von Tag zu Tag ausgeprägter.

  11. 61.

    Spazieren gehen, Spaziergang, unsere Sprache wird missbraucht. Keine `unschuldigen` Begriffe mehr. Unsere Kids müssen sehr viel über unsere Sprache lernen.

  12. 60.

    Ich hoffe, dass diese Personen, die die Presse freundlich mit dem konterkarierenden Àktivisten`Begriff hier benennt, auch mal lesen. Aktionismus bringt gar nichts. Ich finde die "Taten" sinnlos. Das Ausschütten von Farbe am Kreisverkehr um die Else hatte ja schon mal gerichtliche Konsequenzen. Wie viele Foristen in der hier sehr fairen Runde, fordere ich, bestehende Gesetze einzuhalten(StVO). Wenn wir alle achtungsvoller miteinander umgehen würde, auch mit der Verwendung von Begriffen, könnte man Probleme sachlicher lösen. Mit Alle meine ich auch Politiker. Man muss nicht immer sofort auf alles einen Tweet absetzen. Kennen wir doch, wohin da führt. Haben diese Perso-nen mit Abgeordneten des BT oder LT oder Senat gesprochen? Es geht häufig nur aufs Forderungen stellen hinaus.
    Und - geht ihr nicht arbeiten? Müsstet ihr nicht in einer Ausbildung sein? Habt ihr keine Familie oder Kinder?

  13. 59.

    Aber bitte mit Maske!
    Dann dürfte das, wie man sieht, kein Problem sein...... ;-)

  14. 58.

    Was haben sie daran nicht verstanden
    "Wie wäre denn ihre Meinung zum Thema, wenn sie morgen hier lesen, dass im Rückstau ein RTW mit einem Notfallpatienten stand? An das Szenario, dass die ihn vielleicht verlieren (könnten), habe ich dabei noch gar nicht gedacht."

    Ihre Antwort, dass das täglich passiert, ist bescheuert. Dazu hat der Gesetzgeber jetzt seine Regularien verschärft und sie erzählen hier, dass das Pech ist, wenn er verstirbt. Was ist denn das für ein Sch.....

  15. 57.

    Bin da heute morgen dran vorbeigegangen. Von der S-Bahn aus dachte ich, da ist ein schwerer Verkehrsunfall, da überall Blaulicht war. Als ich an denen vorbeiging, sah es doch recht armselig aus. Da saßen ein paar Demonstranten und massenhaft Polizisten standen ringsrum, ohne was zu machen (können?). Wobei ich das Ziel der Demo vollkommen richtig finde. Warum man sich dafür aber auf eine Autobahnabfahrt setzt, erschließst sich mir nicht.

  16. 56.

    @Steffen, ich hatte sie höflich darauf hingewiesen, dass ihr Beitrag überzogen war. Wenn sie jetzt daraus schlussfolgern, dass ich anmassend bin halte ich ihnen den Dialog gerne noch mal vor die Nase:

    @Steffen schrieb an @Berta
    "Das kommt davon wenn man in der Schule statt Demokratie Staatsbürgerkunde auf dem Lehrplan hatte und in 33 Jahren nichts dazugelernt hat und noch immer nicht in einer demokratischen Gesellschaft angekommen ist."

    als Antwort auf @Berta
    "Auch wenn ich mich hier wiederholen. Das ist ein gefährlicher eingriff in den Straßenverkehr. Es ist völlig unverständlich warum hier Randgruppen mehr geschützt werden als die normal arbeitende Bevölkerung. "

    Was ist jetzt anmassend? Ihre Antwort an @Berta oder meine Antwort an sie im #38? Urteilen sie selbst.

  17. 55.

    Wer mit solchen Mitteln demonstriert muß sich nicht wundern, wenn man und das Problem nicht Ernst genommen wird.

  18. 54.

    'Als NPD Leute gestern das Gelände einer Klinik in Leipzig stürmten, habt ihr nicht geschrien, warum eigentlich nicht?'

    Weil RBB Rundfunk Berlin-Brandenburg heisst und nicht Mitteldeutscher Rundfunk. Darum.

  19. 52.

    @Steffen, ich hatte versucht ihnen sachlich zu erklären, dass ihre Antwort an deplatziert war. Wenn sie daraus schlussfolgern, dass das anmassend ist halte ich ihnen ihre Antwort an gerne nochmal unter die Nase
    "Das kommt davon wenn man in der Schule statt Demokratie Staatsbürgerkunde auf dem Lehrplan hatte und in 33 Jahren nichts dazugelernt hat und noch immer nicht in einer demokratischen Gesellschaft angekommen ist."

    Was bitteschön ist jetzt anmassend? Ihre zitierte Antwort

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