Containerdorf - Geflüchtete sollen nur für wenige Wochen auf dem Tempelhofer Feld unterkommen

Mi 26.01.22 | 15:39 Uhr
Tempohomes auf dem Tempelhofer Feld. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka

Derzeit stehen die Unterkünfte auf dem Tempelhofer Feld leer, doch das soll sich bald ändern: Der Berliner Senat hat entschieden, knapp 300 Geflüchtete in den Containern unterzubringen - allerdings nur für kurze Zeit.

Geflüchtete sollen nur zeitlich befristet in den sogenannten Tempohomes auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof unterkommen. Wie ein Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten dem rbb mitteilte, sei die geplante Unterbringung zunächst bis Ende April begrenzt.

Der Berliner Senat gab bereits Anfang des Jahres bekannt, dass in einem Abschnitt des Containerdorfes für die kommenden Monate bis zu 280 Plätze für geflüchtete Menschen freigegeben werden. Am 1. Februar könnten die ersten Menschen dort einziehen. Der Senat werde sich verständigen, ob und in welcher Form die Tempohomes am Columbiadamm auch über den 30. April hinaus als Unterkunft weitergenutzt werden können.

Aufnahme für Geflüchtete aus Afghanistan ohne Aufnahmezusage

Personen unter 14 Jahren sowie Schwangere dürfen in dem Containerdorf allerdings nicht untergebracht werden. Grund dafür seien die Wasserleitungen, die lange stillgelegt waren. Der Sozialverwaltung zufolge wurde die Trinkwasserqualität mehrfach ohne jegliche Keimbelastung nachgewiesen. Doch es bestehe seitens des Gesundheitsamtes Tempelhof-Schöneberg die Sorge, dass sie sich trotz regelmäßiger Spülung und Erprobung wieder verschlechtern könnte.

Der rot-rot-grüne Vorgängersenat hatte noch im Dezember beschlossen, in den kommenden fünf Jahren insgesamt 500 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aus Afghanistan aufnehmen. Das Landesprogramm richtet sich dabei nach Angaben des damaligen Senats an Menschen, die nicht ohnehin eine Aufnahmezusage für Deutschland durch die Bundesregierung erhalten haben.

Ursprünglich Platz für rund 900 Menschen

Die Flüchtlingsunterkunft auf dem Vorfeld der ehemaligen Flugzeug-Hangars war bis Mitte 2019 in Betrieb, etwa 900 Menschen kamen dort gleichzeitig unter. Seitdem stehen die Container leer. Das Containerdorf war für rund 17 Millionen Euro beschafft und nur etwa eineinhalb Jahre genutzt worden. Zu den Kosten für den Leerstand und die Wiederinbetriebnahme machte die Sozialverwaltung keine Angaben.

Sendung: Inforadio, 26.01.2022, 18 Uhr

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