Treffen in Potsdam - Giffey und Woidke kündigen Berlin-Brandenburger Bahngipfel an

Mo 17.01.22 | 18:10 Uhr
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Franziska Giffey (SPD), Berlins Regierende Bürgermeisterin, und Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident des Landes Brandenburg (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Video: rbb|24 | 17.01.2022 | Material: Brandenburg aktuell | Bild: dpa/Bernd Settnik

Wohnungsbau, Nahverkehr, Flughafen BER: Berlin und Brandenburg wollen künftig enger kooperieren. Ministerpräsident Woidke und die Regierende Bürgermeisterin Giffey kündigten einen Bahngipfel und eine gemeinsame Kabinettssitzung an.

Brandenburg und Berlin wollen das Bahnangebot für Pendler insbesondere in die Gemeinden außerhalb des Speckgürtels verbessern. Dazu solle es noch in der ersten Jahreshälfte einen Bahngipfel der beiden Länder geben, sagte die Berliner Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey am Montag nach ihrem Antrittsbesuch beim Brandenburger Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (beide SPD).

Dafür wolle man auch auf die Deutsche Bahn zugehen. "Eine bessere Anbindung der berlinferneren Regionen entspannt auch den Wohnungsmarkt in der Hauptstadt und im Speckgürtel", sagte Giffey.

Wichtig sei auch eine bessere Anbindung des Hauptstadtflughafens BER, sagte die Regierende Bürgermeisterin. Dazu wolle Berlin die Verlängerung der U-Banlinie U7 von Berlin Rudow bis zum Airport voranbringen. Dies hatten auch die Industrie- und Handelskammern beider Länder im Vorfeld von Giffeys Antrittsbesuch gefordert.

"Wir wollen mehr Angebote, moderne Fahrzeuge und eine bessere Infrastruktur", sagte Woidke. Gemeinsam wollen beide Regierungschefs beim Bund auf ein stärkeres Engagement beim Ausbau der Bahnstrecken in der Hauptstadtregion und auf schnellere Planungsprozesse drängen.

Als Beispiel nannte Woidke das fehlende zweite Gleis auf der Strecke zwischen Berlin und Cottbus. "Dafür hat Brandenburg bereits 2015 die Planung vorfinanziert, weil dies für den Bund keine Priorität hatte", sagte Woidke. Die Bahn rechne nun 2027 mit der Fertigstellung. "Zwölf Jahre - das muss deutlich schneller gehen", forderte Woidke.

Erste gemeinsame Kabinettssitzung im März

Weitere Themen einer engen Zusammenarbeit beider Länder seien die Entwicklung der Wirtschaft zu einer der erfolgreichsten Regionen in Deutschland und Europa sowie die soziale und innere Sicherheit, betonten Giffey und Woidke. In der Wirtschaftspolitik gehe es beispielsweise um eine Zusammenarbeit bei der Fachkräftesicherung. Auch bei der Gesundheitspolitik und den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie wollten sich beide Länder weiter eng abstimmen.

Für den 29. März ist daher eine gemeinsame Kabinettssitzung in Brandenburg geplant. Dabei solle schon über konkrete gemeinsame Projekte beraten werden, erklärten Woidke und Giffey. Im September sei dann eine Gegeneinladung in Berlin geplant.

Erste Regierende Bürgermeisterin Berlins

Giffey kommt ursprünglich aus Brandenburg: Sie wurde in Frankfurt (Oder) geboren. Die 43-Jährige wurde kurz vor Weihnachten vom Berliner Abgeordnetenhaus zur Regierenden Bürgermeisterin der Stadt gewählt. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Sie führt die Koalition mit Grünen und Linken ihres Vorgängers, Michael Müller (ebenfalls SPD), fort.

Sendung: Abendschau, 17.01.2022, 19:30 Uhr

46 Kommentare

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  1. 46.

    ....einfach mal recherchieren wie schnell die Ringbahn Nauen-Kremmen- Oranienburg in den 20igern, nee - vor 1oo Jahren realisiert wurde, ohne PC und profilneurotische Amtsinhaber, zig Entscheidungsträger und Rotbauchunkenbestandsgutachter, - 3 Jahre. Da waren Visionäre und Macher am Werk...letztendlich entscheiden immer Investoren mit Geld mit Visionen und nicht Politiker ....

  2. 45.

    Ich stimme mit ihnen völlig überein und habe nur Beispiele genannt. Natürlich ließen sich in Berlin und ganz Deutschland unzählige Beispiele finden.
    Die Werrabahn soll wieder aufgebaut werden, in Thüringen war die Trasse bis vor kurzem frei, in Bayern für das es nie eine innerdeutsche Grenze gab, wurden auf politische Verantwortung die Bahnbrpcken vom BGS gesprengt um danach auf den Brückenköpfen Häuser einflussreichen Bürger mit Hilfe der bayrischen Staatspartei zu bauen.


  3. 44.

    Nostalgietrassen sind ja Dresdner Bahn und Heidekrautbahn in den Augen der Verkehrsplaner offenbar nicht. Sie werden ja aufgebaut. Die Frage ist nur ob 5 km Bahn auf vorhandener gewidmeter Trasse wirklich 25 Jahre benötigen müssen um wieder betriebsfähig zu sein. Bei defekten Autobahn Talbrücken im Sauerland geht man von 5 Jahren für Abbruch, Planung, Planfeststellung und Wiederaufbau aus, warum geht das nicht bei Bahn und Straßenbahn, wenn man wirklich etwas für die Umwelt tun will.

  4. 43.

    Und wo bleibt die Verbindung des ÖPNV nach Westen wie Falkensee und Nauen. Letztendlich ist die ICE Verbindung nach Hamburg schneller und zuverlässiiger. Darum geht es der Bahn: Teure Fernverbindungen möglichst ohne Lärmschutz durch die Ortschaften brettern lassen!

  5. 42.

    Politiker ohne Charisma, ohne Visionen reine Selbstverwalter...der richtige Macher kommt Mitte Februar wieder nach Brandenburg. Herr Woitke haben sie noch irgendeine Vision für Ihre Restregierungszeit?

  6. 41.

    An den Nostalgie Trassen hat sich einiges überlebt, Dresdner Bahn, Heidekrautbahn... Kosten und Nutzen möchten einfach harmonisieren. Der ÖPNV beläuft sich nicht nur auf den Transport der Fahrgäste durch Schienenfahrgzeuge. Dazu einfach einen Blick auf die VBB Netzkarte.

  7. 40.

    Auch nicht wenn wie Bananen und Orangen mitbringen? *feix*

  8. 39.

    Eitle "könnte" - Sätze sind wir seit Jahren gewohnt. Die werden jetzt abgelöst durch:
    "Wir wollen mehr"..? Wir auch...
    "hat Brandenburg bereits" - ja aber der Bund...soll/muss zahlen... und "bereits" heißt so oft: "wir sind gaaaanz weit vorne"?
    "das muss deutlich schneller gehen", forderte Woidke - wie immer, wenn man selbst keinen Einfluss hat...
    "einer der erfolgreichsten Regionen in Deutschland und Europa" - ist ein Witz, wenn man bei allen wichtigen Rankings hintere Plätze einnimmt und alles dafür macht, dass es so bleibt...besonders bei der Bildung und Wirtschaftsprojekte.
    "schon über konkrete gemeinsame Projekte" - das Wörtchen "schon" stößt deshalb auf, weil die Zeitrechnung wann beginnt?
    Was wurde nun konkret gemacht???

  9. 38.

    Und damit dann die berliner Chaos-Verwaltung in Brandenburg bekommen? NEIN DANKE, die könnt ihr schön selber behalten.

  10. 37.

    Ich könnte ja durchaus mit einem Bericht dann leben, wenn dieser angekündigte "Bahngipfel" stattgefunden haben wird und Ergebnisse vorliegen. Auch wenn es bitter wäre, aber soviel Geduld hätte ich dann schon... :-)
    Würde mir als Leser mehr bringen als eine große Ankündigung, dass ein solches Treffen irgendwann in den nächsten Monaten mal stattfinden soll... :-))

  11. 36.

    Bitte mal genau in informieren Neben der TVO wird auch zusätzlich eine Schienen TVO gebaut. Zusätzlich fahren sofort nach Fertigstellubg Busse auf der TVO, mit Anschluss Biesdorf Süd, die gab es so vorher auch nicht. Und ihre Bäume sind Kiefern, die werden hochwertig nachgepflanzt. Aktuell fahren alle Autos über die Köpenicker Str. Und die die LKWs über die Treskowallee. Und es werden Wohnungen weiter gebaut, ohne Ende.

  12. 35.

    Ich brauche keinen Flughafen in den Stadtgrenzen. Rund um TXL mussten hunderttausende Mitbürger und Fluglärm leiden. Gut das keiner auf die alten Wessis ( ich bin auch ein alter Wessi) gehört hat und TXL zu ist. Übrigens gibt viele Städte die keinen Innenstadt Flughafen haben und damit gut leben. Solange die Verkehrsanbindung gut ist, kein Problem. Mal davon abgesehen das die U-Bahn, Dresdner Bahn noch Jahre braucht bis sie fertig sind

  13. 34.

    Wenn nicht bei jedem Bahnprojekt sofort die NIMBYs aus den Büschen kämen würde es vielleicht nicht immer so lange dauern. Da haben die Landesregierungen leider nur sehr begrenzten Einfluss, es bedarf Reformen von Bundesseite.

  14. 32.

    Da haben Sie vollkommen recht, als Hauptstadt hat Berlin keinen Flughafen, das gibt es in keinem Europäischen Land.
    Das ganze Gesäusel , von Woitke und Giffey ist für die Katz. Berlin ist von Brandenburg eingezäunt….die schaffen es ja noch nicht mal die S Bahn Hennigsdorf aus dem C rauszunehmen, da müssen die Fahrgäste mit dem PKW nach Heiligensee.
    Dort wird in den kleinen Straßen alles zugeparkt.

  15. 31.

    Einige Foristen haben hier schon eine To-Do-Liste aufgemacht, da fehlt noch Einiges, würde ich meinen, denn nicht nur der 10-Minuten-Takt der S-Bahn von Bernau nach Berlin hinein ist so ein Projekt eines angehenden Jubilars, sondern auch das Problem, der Bewältigung des Pendlerverkehres Verkehrs zw. Falkensee und Berlin via Spandau. Bitte endlichst lösen, damit wir hier nicht noch zum alten Bart gratulieren müssen! Wie lange noch?...Auch die Situation in Oranienburg Stadt im Bahnnetz ist völlig überholt! Ich hätte gerne mal gewusst, wie lange der Willen zu einer Beschleunigung der Lösung dieses Nadelöhrs in den Schubladen liegt. Auch, dass die Stadt (?), ich weiß es leider nicht so genau, abgelehnt haben soll, dass es eine Untertunnelung im Süden des Bahnhofbereiches zur Picanstr. geben sollte, halte ich für völlig kontraproduktiv. Städte, ihr seid für die Bürger da, --- nicht nur erzählen vor den Wahlen! Die Kette der Dringendlösungen ließe sich noch fortsetzen, leider, leider...

  16. 30.

    Das Land Berlin plant gerade durch Marzahn und Köpenick eine Schnellstraße für 250 Mio EUR (Stichwort TVO). Direkt daneben liegt ein fertig gebautes Gleis für den Zugverkehr. (!)

    Anstatt Haltestellen zu bauen, werden nun in der Wuhlheide massig Bäume gefällt um die Schnellstraße zu bauen.

    Warum nur??

  17. 29.

    Ich würde als Westberliner nicht in ein Ost Taxi steigen, es ist eine Schande, dass es keinen Flughafen mehr in der Hauptstadt gibt,

  18. 28.

    Das braucht doch niemand in West Berlin

  19. 27.

    Ein Bahngipfel ist gut, bauen ist besser. Zu DDR Zeiten wurde keine Strecke entwidmet und wenn sie demontiert wurde oder nach Westen führte. Als dann die DB der Autorepublik Deutschland die Macht übernahm wurden die Strecken ganz schnell planungstechnisch gestrichen und überbaut, siehe Neustadt. Aber die Frage bleibt gerade deshalb, warum fährt die Dresdner Bahn nicht seit 25 Jahren wieder, genauso wie die Heidekrautbahn oder der Fernverkehr wie früher auf eigenen Gleisen nach Norden.

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