Für Bezieher von Wohngeld - Geywitz plant Heizkosten-Zuschuss von mindestens 135 Euro

Mo 10.01.22 | 20:56 Uhr
  21
Klara Geywitz (SPD), Bundesbauministerin (Quelle: dpa/Marcus Brandt)
Video: Brandenburg Aktuell | 10.01.2022 | Andreas Hewel | Studiogast: Klara Geywitz (SPD) | Bild: dpa/Marcus Brandt

Wegen der hohen Heizkosten sollen Bezieher von Wohngeld einen einmaligen Zuschuss von mindestens 135 Euro bekommen. Das geht aus einem Gesetzentwurf des neuen Wohnungsministeriums von Ministerin Klara Geywitz (SPD) hervor, der am Montag an Länder und Verbände verschickt wurde und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Wer allein wohnt, soll demnach 135 Euro bekommen, ein Zwei-Personen-Haushalt 175 Euro. Für jeden weiteren Mitbewohner sind weitere 35 Euro vorgesehen.

Geywitz zeigte sich am Montagabend in der rbb-Nachrichtensendung Brandenburg Aktuell stolz darüber, als erstes Ministerium in dieser Legislaturperiode einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht zu haben. "Das ist schon eine sehr schnelle Leistung. Bei dem Heizkosten-Zuschuss ist es ja auch wichtig, dass der schnell bei den Menschen ankommt", so die Bundesbauministerin.

710.000 Haushalte profitieren von dem einmaligen Zuschuss

Die Ampel-Koalition hatte den Zuschuss beschlossen, nachdem die Heizkosten im Herbst rasant gestiegen waren. "Dadurch sollen Wohnen und Heizen bezahlbar bleiben und die Mehrkosten aus den kalten Wintermonaten aufgefangen werden", heißt es in einem Eckpunktepapier des Ministeriums. Die Pauschale ist Teil des Wohngelds, das an Haushalte mit niedrigem Einkommen ausgezahlt wird.

Die Höhe des Zuschusses wurde laut Eckpunktepapier auf Grundlage von Simulationsrechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln empirisch hergeleitet. Die Heizkosten der Wohngeldhaushalte aus dem Jahr 2020 seien mit den erwarteten Preissteigerungen fortgeschrieben worden.

Insgesamt sollen rund 710.000 Haushalte von dem einmaligen Zuschuss profitieren. Sie müssen dafür in der Heizphase zwischen Oktober 2021 und März 2022 mindestens einen Monat lang Wohngeld bezogen haben oder beziehen. Alles in alllem soll die Hilfe den Bund rund 130 Millionen Euro kosten.

Verbraucherzentralen: 135 Euro reichen nicht aus

Die Verbraucherzentralen fordern einen deutlich höheren Heizkosten-Zuschuss als von Geywitz vorgeschlagen. "Es ist gut, dass die Bundesregierung Haushalten mit niedrigem Einkommen wegen der hohen Energiekosten unter die Arme greifen will", sagte der Vorstandschef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Klaus Müller, am Montag. "Allerdings ist der einmalige Heizkosten-Zuschuss für Wohngeldempfänger deutlich zu niedrig angesetzt."

135 Euro für Einzelpersonen und 175 Euro für einen Zwei-Personen-Haushalt für die gesamte Heizperiode 2021/2022 reichten für viele Haushalte nicht aus, den starken Anstieg der Heizkosten auszugleichen. Ein Teil der betroffenen Haushalte werde zudem voraussichtlich schon während der Heizperiode hohe Rechnungen erhalten. Für diese Haushalte fordere der Bundesverband eine unbürokratische Soforthilfe.

Energie verteuerte sich binnen eines Jahres um 35 Prozent

Geywitz hatte angekündigt, dass der Zuschuss im Sommer ausgezahlt werden soll - bevor die Betriebskostenabrechnung mit den Heizkosten für den Winter im Briefkasten landet. Bei dieser Abrechnung seien oftmals nicht nur hohe Nachzahlungen zu erwarten. Gleichzeitig werde auch für viele Haushalte die monatliche Abschlagszahlung steigen. Der Zuschuss solle diese Belastung abfedern, heißt es in dem Entwurf, der Ende Januar im Kabinett beschlossen und dann über die Regierungsfraktionen in den Bundestag eingebracht werden soll. Das Geld soll nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet werden.

In den vergangenen Monaten waren die Energiepreise explodiert - vor allem für Öl und Gas, die zum Heizen genutzt werden. Dem Vergleichsportal Verivox zufolge verteuerte sich Energie binnen eines Jahres um 35 Prozent. "Noch nie zuvor mussten private Haushalte so viel für Heizung, Strom und Sprit bezahlen", hieß es. Laut Check24 haben inzwischen mehr als 900 Gasversorger in der Grundversorgung Preiserhöhungen von im Schnitt um die 34 Prozent vollzogen oder angekündigt.

21 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 21.

    Na, mal was zum lesen.
    https://www.swr.de/wissen/1000-antworten/umwelt-und-natur/co2-ist-schwerer-als-luft-wie-kann-es-in-dieobere-atmosphaere-aufsteigen-und-den-treibhauseffekt-verstaerken-100.html
    Ein Audio ist auch dabei ;-).

  2. 19.

    "Und allein in Deutschland leben mehr als 80Mio Menschen, von denen ca die Hälfte nur an ihre eigene Komfortzone mit 25Grad in der Wohnung denken. "

    Und diese Aussage können sie mit belastbaren Zahlen belegen?

  3. 18.

    Man muss ja die Heizung nicht auf 25Grad hochdrehen um im T-Shirt herumzulaufen, und wenn es einem zu warm im Zimmer wird, dann das Fenster zu öffnen - wie dumm ist das denn. Wir haben ja nun mal Winter! Und es geht hier ja immerhin auch ums Klima, aber da sind die meisten ja nicht sehr solidarisch mit den nachfolgenden Generationen. Und allein in Deutschland leben mehr als 80Mio Menschen, von denen ca die Hälfte nur an ihre eigene Komfortzone mit 25Grad in der Wohnung denken.

  4. 17.

    Und da sind sie wieder die Spalter mit ihren Neiddebatten... Um dann auch noch ausgerechnet "dicker Pulli" Sarrazin zu zitieren, dessen Aussage schon damals extrem dumm war.

  5. 16.

    Warum bekommt das Geld wieder nur eine bestimmte Gruppe (Bezieher von Wohngeld). Bei uns steigen die Kosten durch die steigenden Preise und Homeoffice auch immer weiter. Es wäre besser wenn man temporär für alle BerlinerInnen die MwSt. bei Strom/Wasser/Gas aussetzen würde. Das würde auch nicht weiter zu einer Spaltung in der Stadt beitragen.

  6. 15.

    Eine Einmalzahlung von 135 € ist nur ein Tropfen auf den KALTEN Stein.
    Was ist mit den vielen Rentner, denn sie sind nicht besser gestellt als Wohngeldempfänger. Ich stimme dem Vorschlag wie es in Polen zur Zeit gehandelt wird als sehr gut. Außerdem ein guter Beitrag der neuen RGG-Regierung zur Herstellung des sozialen Friedens/Gerechtigkeit.
    Runter mit der Preisspierale in jeglicher Beziehung. Deutschland sollte nicht Vorreiter des sozialen Unfriedens werden , siehe Atomstrom/Kohlestromausst

  7. 14.

    135 €, wie konkret. Und was ist mit den Mieterinnen ohne Wohngeld ? Pechmarie. Seitdem das Kapital wieder losgelassen, wehe, missen sich Mieterinnen wieder für ihr existieren rechtfertigen: sorry daß ich leb. Die Eigentumsfrage ist die Machtfrage, Bundestag ist da des Kaisers neue Kleider. Neubau zieht die Internationale des Kapitals an wie der Rehkadaver die Fliegen. Erst wenn Eichen und Linden all sind am Schwinden wird Habeck sehen daß Scholz ein Steuerhallodrio und die Elphi gebaut auf 11.50 € kalt, oder waren es Pound ? Long Live the Queen, Porridge mit Cream.

  8. 13.

    Den Reichen nichts wegnehmen, die Armen mit Almosen ruhig halten, ansonsten allen Anderen tief in die Tasche greifen.
    Ohne höhere Steuern für Gutverdienende, Abschaffung der Föderung von Diesel und Dienstwagen ist kein Geld da.

  9. 12.

    Wir heizen so gut wie gar nicht, haben kein Sozialgeld, bekommen also au h kein Mietzuschuss, reicht so eben. Energie gibt rs bei uns auch nicht für Knöpfe, sollen wir jetzt Strom und Heizung jetzt ganz abschalten oder 12 Stunden Schichten machen, dann haben wir es auf der Arbeit es schön warm, da müssen sie ja heizen und zu Hause koennen wir dann Licht und Strom weiter bezahlen
    Altanative wir lassen uns in Polen einbuergern.

  10. 11.

    Wie kann ein Gas wie CO2 mit dem gleichen Druck und der gleichen Feuchtigkeit wie die Außenluft die Lufttemperatur verändern? Das ist unmöglich!

  11. 10.

    Alle CO2 und Blöde Klimaabgaben sofort und ersatzlos Streichen.

  12. 9.

    Ständig dieser Rausschmiss von Steuergeldern geht mir echt auf den Keks. Heizung nicht volle Pulle aufdrehen, Pullover anziehen, Hausschuhe dazu und fertig.Dieser Sozialstaat ist zum Selbstbedienungsladen verkommen.

  13. 8.

    Stimme dir voll und ganz zu. Wenn dann sollte jeder Bürger der Energie bezieht etwas erhalten.
    Jeder zahlt schließlich diese hohen Kosten!

  14. 7.

    Wohngeld: bis 800 Euro "Einkommen" bei Singles in NRW
    Die Brosamen der verteilten Steuern dieser Regierung lassen einen die Zornesröte ins Gesicht steigen. Nicht nur, dass sie die steigende Zahl der Alleinlebenden (50 Prozent in Großstädten) diskriminiert, die für ihre alten, ungedämmten Buden das Doppelte an Miete zahlen, weder Heizung sparen, noch andere Kosten teilen können. Was glauben diese Polit-Dilettanten eigentlich, wie jemand mit Durchschnitts-Einkommen und/oder Rente ohne Zuverdienstmöglickeit - etwa bei 1300 bis 1500 brutto seine Miete,Energiekosten noch bezahlen kann und durchhält, bei einer Preissteigerung, b.B. einer 52 QM Altbauwohnung, Erdgeschoss, Wetterseite, bei einer Gas/Wassererhöhung von 62 auf 160 Euro MONATLICH??? Da wäre eine flächendeckende Verteilung von Heizdecken humaner. Diese: "Ach, Brot ist alle? Dann friss doch Kuchen -"Mentaltität dieser Politikerkaste ist unerträglich.

  15. 6.

    Ich finde, jeder/jede, auch Bezieher von Wohngeld, muss seine Energiekosten selber finanzieren, damit man ein Gefühl dafür bekommt, wie teuer so etwas ist, das Gleiche gilt natürlich auch für Strom. Ich sehe bei vielen Wohnungen auch im Winter die Fenster auf Dauerkipp stehen, und die Heizungswärme strömt natürlich bei voller Leistung zum Fenster raus. Die Fassaden über den Fenstern sehen entsprechend aus. Wem es dann zu teuer ist, der kann das Fenster dann schließen und sich einen warmen Pulli überziehen!

  16. 5.

    Wie waere es mit Steuersenkungen auf Energie, wie in Polen. Verursacht keinerlei Verwaltungsaufwand und ist sozial gerecht. Gleichzeitig wird der Preisanstieg bei vielen Produkten gebremst, da die erhöhten Energiekosten an die Verbraucher weiter gegeben wird.
    Da die Menschen dann mehr Geld zur Verfügung hätten, könnte mehr konsumiert werden, was die Wirtschaft beleben wuerde. Aber Wirtschaft und Arbeitsplätze werden gerade nicht gebraucht. Umverteilung mit hohem bürokratischem Aufwand ist eher M

  17. 4.

    Selbiges Spiel gilt für bezahlbaren Wohnraum, Willkommen im Sozialstaat. Da geht man doch gerne fùr die unbezahlbare Wohnung arbeiten.

  18. 3.

    War doch klar, dass der ganze Unsinn vom doofen Arbeitnehmer finanziert wird.
    Und zwar doppelt, wenn es für z.B. Wohngeldempfänger einen Zuschuss gibt...wie wird denn der finanziert? *augenroll*

    Arbeiten UND Auto fahren wird bald ein unbezahlbares Unterfangen!

  19. 2.

    Finde ich sehr gut. Das dieser Zuschuss wahrscheinlich nicht reicht, ist klar. Beziehe kein Wohngeld, versuche aber trotzdem noch sparsamer mit meinem Energieverbrauch umzugehen. Das kann fast jeder.

Nächster Artikel