Sorge vor hohem Personalausfall - Giffey stellt sich gegen Verkürzung der Quarantäne

So 02.01.22 | 12:38 Uhr
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Die Berliner Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (Quelle: imago-images.de)
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Audio: Inforadio | 02.01.2021 | Alexander Schmidt-Hirschfelder | Bild: www.imago-images.de

Die Berliner Regierende Bürgermeisterin Giffey hält es momentan nicht für nötig, die Quarantäne-Zeit zu verkürzen, um das Funktioneren der kritischen Infrastruktur sicherzustellen. Eine solche Maßnahme stehe erst im Notfall zur Debatte.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) will an der bisherigen Quarantäne-Dauer festhalten.

Trotz der zunehmenden Omikron-Fälle halte sie es zurzeit nicht für nötig, die Quarantäne zu verkürzen, sagte Giffey am Sonntag im Deutschlandfunk. Noch sei die kritische Infrastruktur nicht außer Gefecht gesetzt. Eine Quarantäne-Verkürzung müsse erst dann beschlossen werden, wenn absehbar sei, dass Polizei, Feuerwehr und andere Institutionen nicht mehr arbeitsfähig sind.

Allerdings spricht sich Giffey wegen der hochansteckenden Omikron-Variante dafür aus, im öffentlichen Nahverkehr zu FFP2-Masken zurückzukehren.

Nächstes Treffen der Ministerpräsidenten steht an

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte zuletzt eine Verkürzung der Quarantäne-Dauer nicht ausgeschlossen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte davor, dass man durch zu lange Quarantäne-Zeiten das Land nicht lahmlegen dürfe. Auch die Berliner Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) hat sich im rbb für eine Verkürzung der Frist offen gezeigt.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt, dass Menschen, die sich mit der Coronavirus-Variante Omikron infiziert haben, sich 14 Tage isolieren - auch deren Kontaktpersonen.

Am kommenden Freitag wollen die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über weitere Maßnahmen in der Pandemie beraten.

Korrektur: In einer ersten Fassung dieses Beitrags hatten wir geschrieben, dass in BVG-Bussen- und -Bahnen FFP2-Masken bereits vorgeschrieben sind. Das ist nicht korrekt: Auch OP-Masken sind zugelassen. [bvg.de]

Sendung: Inforadio, 02.01.2021, 10:00 Uhr

77 Kommentare

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  1. 77.

    Reinhard:
    "Impfen, Boostern, Abstand halten, wer da nicht mitmacht, hat zwar auch ein Recht dazu, aber das toleriere oder gar akzeptiere, ich nicht. Das ist mein Recht."

    Da stimme ich zu!"

    Okay, freue mich !

  2. 76.

    Nicht er würde, er macht es !!!!!
    Hören Sie doch seine Beiträge.
    Was ihn von Anderen unterscheidet ist meiner Meinung nach, das er es besser rüber bringt als Andere, die sehr akademisch reden und eben einen Teil nicht erreichen !!!
    DAS meine ich !!!

  3. 75.

    Ich höre mir alle wissenschaftlichen Meinungen an und bilde mir dann mein eigenes Bild. Aber ich glaube was die Einschätzung zur Impfung und dem Ziel des endemischen Endzustands anbelangt, sind sich alle seriösen Wissenschaftler einig.
    Auch Kekulé würde es sicher begrüssen, wenn sich deutlich mehr Menschen impfen lassen. Und auch Kekulé glaubt bestimmt nicht an irgendeine Null-Covid-Strategien in Deutschland.
    Aber ich denke auch, dass es gute Gründe dafür gibt, Christian Drosten 2021 als Mitglied in der Sektion Mikrobiologie und Immunologie an die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zu berufen. Übrigens genauso wie Lothar Wieler vom RKI 2010 in der Sektion Global Health.

  4. 74.

    Reinhard:
    "Antwort auf [Thomas] vom 03.01.2022 um 12:25
    Natürlich ist die Situation zur Zeit schlimm, aber so wie ich die Statistik lese, landen auf Intensiv nicht die symptomlos Erkrankten, sondern ein ganz anderes Klientel, vor denen muss man vorher Abstand halten und ich weiß doch zu mindestens in meinem Umfeld, wer geimpft, genesen, getestet ist oder nicht."

    Das weiß man aber in der U-Bahn, im Fahrstuhl etc. nicht!

    Reinhard:
    "Ganz zu vermeiden ist eine Infektion natürlich nicht, aber ist es nicht so, das Geimpft/Genesen milder erkrankt ? Die kann man doch laufen lassen und wenn es da mal schwer wird, für die wird der Platz auf Intensiv doch reichen, oder ?"

    Oder eben nicht, wenn die wenigen noch vorhandenen Intensivbetten durch Ungeimpfte belegt sind! In Sachsen etc. war dieser Zustand schon erreicht, so dass Patienten ausgeflogen werden mussten. Wenn sächsische Zustände überall sind, dann haben wir ein großes Problem!

  5. 73.

    Reinhard:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 03.01.2022 um 14:47
    Sich von den Fernhalten, die bei den Regeln nicht mit spielen."

    Das allein hilft leider nicht ausreichend.

    Reinhard:
    "Und das die Intensivstationen überlaufen, kann so oder so passieren, die Ursachen dafür, liegen ganz woanders. Darüber jetzt noch zu polemisieren, verkneife ich mir."

    Sie haben das Problem leider überhaupt noch nicht verstanden. Es ist völlig egal, was es da noch für Ursachen gibt. In der jetzigen Situation ist jedenfalls das aktuelle Problem: Je mehr ungeimpfte Infizierte, desto größer die Gefahr der Überlastung der Intensivstationen!

    Reinhard:
    "Impfen, Boostern, Abstand halten, wer da nicht mitmacht, hat zwar auch ein Recht dazu, aber das toleriere oder gar akzeptiere, ich nicht. Das ist mein Recht."

    Da stimme ich zu!

  6. 72.

    Na ich kann Ihnen zu mindestens aus eigenem Erleben sagen, das Infektion nach vollständigem Impfschutz möglich ist, von Lebensgefährtin, die in Arztpraxis tätig ist, auch infiziert und vollständig geimpft, abgefangen.
    Aber es war bei uns Beiden halb so schlimm und ich denke mal, weil die Impfung den Körper vorbereitet hat.
    Und ich weiß auch, das das jederzeit wieder passieren kann, bis Jeder mal eins zwei mal Kontakt mit dem Virus hatte und das Virus rein nach den Gesetzen der Evolution zum "Schnupfen" werden wird, denn es werden dann genügend Antikörper in den Menschen (weltweit ist da entscheidend) zirkulieren.
    Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

  7. 71.

    Ich bin kein Drosten Fan, ich favorisiere Kekule. Und somit rennen Sie bei mir offene Türen ein :-)

  8. 70.

    Das Virus wird sich JEDEN holen, früher oder später.

    Es gab hier schon interessante Kommentare, die die ständige Veränderung (Mutation) als das interpretiert haben was sie ist, ein sich anpassen an und einstellen auf unsere Gegenmaßnahmen. Diese Kommentare, auf intellektuell hohem Niveau stehend, haben es mit einer "Pseudointelligenz" verglichen, m.E. durchaus zutreffend - wohlgemerkt aber nur als Vergleich.
    Es ist das gleiche Phänomen, wenn sich in der Natur Kuriositäten entwickeln, die sich bei Notwendigkeit anpassen können um zu überleben. Die Tatsache, dass Covid sich bisher in verschiedenen Stufen an uns angepasst hat ist damit durchaus vergleichbar.
    Vor diesem Hintergrund hat meine These im ersten Satz Bestand. Das bedeutet, dass es kein Entkommen gibt und man lediglich den Verlauf mindern kann, z.B. durch einen hohen Impfstatus.

    Es macht natürlich keinen Sinn den Prozess zu beschleunigen, da dann die Ressourcen der Medizin für die Extremfälle nicht ausreichen.

  9. 69.

    Für die nach aktueller Studienlage als Geimpft/Genesen geltenden Personen werden die Erkrankungen nicht die Schwere haben, dass eine Überforderung des Gesundheitssystem droht, selbst bei 100%iger Immunisierung.
    Aber was ist mit den ca. 30 % naiv immunisierten Personen? Das Virus wird sich überwiegend bei denen austoben und je nach Inzidenz (denn die zieht irgendwann zeitversetzt auch die schweren Verläufe nach oben) werden diese Personen das Gesundheitssytem in guter Manier belasten.
    So und nun gehts wieder damit los, dass ja auch die bereits Immunisierten nicht 100% steril sind und somit werden die Immunisierten für die Ignoranz der Minderheit wieder durch zusätzliche Kontaktbeschränkungen in Geiselhaft genommen.
    Drostens Argument, man könne die Situation zur Not mit 1G (geboosterte geimpfte oder geboosterte genesene Personen) lösen, ist zwar medizinisch richtig, aber politisch in Deutschland sowieso nicht durchsetzbar (würde mich jedenfalls wundern).

  10. 68.

    Ja okay, Sie gehen noch differenzierter drauf ein als ich, Dank für Ihren Beitrag !

  11. 67.

    Natürlich ist die Situation zur Zeit schlimm, aber so wie ich die Statistik lese, landen auf Intensiv nicht die symptomlos Erkrankten, sondern ein ganz anderes Klientel, vor denen muss man vorher Abstand halten und ich weiß doch zu mindestens in meinem Umfeld, wer geimpft, genesen, getestet ist oder nicht.
    Ganz zu vermeiden ist eine Infektion natürlich nicht, aber ist es nicht so, das Geimpft/Genesen milder erkrankt ? Die kann man doch laufen lassen und wenn es da mal schwer wird, für die wird der Platz auf Intensiv doch reichen, oder ?

  12. 66.

    Sich von den Fernhalten, die bei den Regeln nicht mit spielen.
    Und das die Intensivstationen überlaufen, kann so oder so passieren, die Ursachen dafür, liegen ganz woanders. Darüber jetzt noch zu polemisieren, verkneife ich mir.
    Impfen, Boostern, Abstand halten, wer da nicht mitmacht, hat zwar auch ein Recht dazu, aber das toleriere oder gar akzeptiere, ich nicht. Das ist mein Recht.

  13. 65.

    Reinhard:
    "Ich wäre dafür, das man Erkrankte behandelt und die Infektion ohne Krankheitszeichen, laufen lässt, genau wie bei allen anderen Infektionskrankheiten, auch. Und den Rummel mit den Impfgegnern verstehe ich schon lange nicht mehr, es ist doch ihr Recht, dagegen zu zu sein so wie unser Recht, dafür zu sein. Wenn sie sich mit ihrem Tun infizieren und es überleben, sind sie doch auch im Genesenen-Status und wenn nicht, stellen sie auch keine Gefahr mehr da. Man muss sich nur von Ihnen fern halten, in jeder Beziehung, 1,5 m und gut ist !"

    Sie haben das Problem überhaupt nicht verstanden! Wenn man das so "laufen lässt", wie sie es fordern, dann sind ganz schnell die Intensivstationen überfüllt und es können keine neuen intensivpatienten aufgenommen werden - weder Corona- noch andere Patienten - weder Ungeimpfte noch Geimpfte!

    Und das Fernhalten? Wie soll das gehen, wenn man nicht weiß, wer infiziert ist und wer nicht???

  14. 64.

    Bitte nicht jeden Tag irgendein Statement, - ab hinter dem Schreibtisch und die Thematik von gestern (20.000 Wohnungen) abgearbeitet- und nach Fertigstellung wieder melden...

  15. 63.

    Dem Kommentar ich nur zustimmen. Ich könnte seit 2 Jahren schwarz Fahren. Mir eine Kontrolle.
    Gestern in der S Bahn.... 2 "Aufpasser" die nur in der Ecke standen.... im Zug 3 ohne Maske..... nichts ist passiert.!!!
    Hallo Bahn als auch BVG bitte 1000 mal mehr kontrollieren und Sankrionoeren!! SOFORT !!!!!

  16. 62.

    Nein verstehen sie nicht??! Dann schauen sie sich jeden Winter den Zustand der Krankenhäuser an und erzählen sie dass mal den Notfallmedizinern und Pflegern.

    https://www.tagesspiegel.de/politik/drosten-an-impfgegner-muss-auch-glauben-durch-ein-steak-seine-verdauung-zu-trainieren/27936418.html

  17. 61.

    Wenn sich ein Abwehrsystem erfolgreich wehrt, nennt man dies Immunität. Das was sie meinen ist zudem sterile Immunität, also die Fähigkeit das Virus nicht weiter zu verbreiten.
    Aber dies Fähigkeit ist nach einer Boosterimpfung, zumindest in den ersten Wochen nach Boosterung je nach verwendeten mRNA-Vakzin, mehr oder weiniger gegeben. Dieser Wert wird immer als Effektivität angegeben. Für die Impfdurchbrüche, also die symptomatischen Verläufe, gilt zudem eine zeitlich verminderte Emissivität.
    Eine Herdenimmunität, als das statistische Gleichgewicht, lässt sich mit den mRNA-Wildtyp-Impfstoffen nicht mehr herstellen. Aber auch mit Omikron-Upgrades ist dies nur möglich, wenn sich auch in Deutschland deutlich mehr Personen impfen lassen.

  18. 60.

    Ist nicht der medizinische Sinn von Isolation/Quarantäne die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern? Das hängt nach meiner Meinung nur davon ab, ob die Person infektiös ist oder nicht und nicht davon, ob sie selbst (schon) Symptome zeigt oder ernsthaft erkrankt ist.

  19. 59.

    Die richtige Quarantänelänge für Corona müssen NATÜRLICH Wissenschaftler ermitteln und noch ist Delta überhaupt nicht verdrängt, insofern kann man hier nicht einfach wirkürlich politisch auf die Bremse treten.
    Aber kar, dass sind alles Maßnahmen wo die Politik nur beschließen muss ohne gesteigerte Intelligenz in der Umsetzung und Organisation zu investieren.

  20. 58.

    Die vielen asymptomatisch Infizierten beweisen das Gegenteil - es ist eine Immunität im Sinne von frei von Krankheitszeichen möglich. Daß die Idee mit der "Herdenimmunität" Wunschdenken war, darüber müssen wir wahrscheinlich nicht mehr reden.

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