Neuausschreibung zu spät - Wlan-Hotspots an öffentlichen Orten in Berlin vorerst abgeschaltet

Do 13.01.22 | 21:21 Uhr
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Eine Frau schaut am Abend vor dem Berliner Fernsehturm an der Karl-Marx-Allee auf ihr Handy. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Mittlerweile zählen sie zur Infrastruktur einer modernen Metropole - öffentliche Wlan-Hotspots. In Berlin gibt es sie seit der Jahreswende nicht mehr. Bürgermeisterin Giffey kündigte nun an, das Projekt wieder aufleben zu lassen.

Die Wlan-Hotspots des städtischen Netzes "Free Wifi Berlin" wurde zum Jahresende abgeschaltet. Wie die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus mitteilte, wurde das fünfjährige Modellprojekt mit rund 2.000 WLAN-Hotspots an 500 Standorten zum Jahresende 2021 zunächst beendet, soll aber wieder aufgenommen werden.

"Wir arbeiten daran, die Neuauflage des Projekts und die Überführung in den Regelbetrieb schnellstmöglich zu realisieren", kündigte Giffey an. Da viele Menschen das Angebot genutzt hätten und es wichtig für die Attraktivität der Stadt sei, habe der Senat "ein Interesse daran, das auch zu verlängern".

Ab Mitte 2022 Hotspots im Regelbetrieb

Eine automatische Verlängerung nach Ende der Pilotphase sei aus vergaberechtlichen Gründen nicht möglich gewesen, erklärte Giffey. Derzeit werde an Übergangslösungen gearbeitet, damit die Hotspots zumindest teilweise wieder genutzt werden könnten. An mehreren Standorten sei dies bereits geklärt.

Für die zweite Jahreshälfte stellte Giffey in Aussicht, die Hotspots regulär in Betrieb zu nehmen. Auch in Zukunft solle "Free WiFi Berlin" ein werbefreies Angebot bleiben. Dafür werde eine Ausschreibung unter privaten Anbietern unter Aufsicht des landeseigenen IT-Dienstleistungszentrum Berlin stattfinden. Der Übergang werde einige Zeit beanspruchen, teilte die Senatskanzlei mit.

Senat versäumt langfristige Inbetriebnahme der Spots

Eigentlich hätte der langfristige Betrieb bereits im vergangenen Jahr abgesichert werden sollen, teilte die Senatskanzlei mit. Dafür wäre eine neue Ausschreibung erforderlich gewesen, die die Senatskanzlei aufgrund der Belastungen durch die Corona-Pandemie nicht geschafft habe.

Man sei unter anderem zu sehr damit beschäftigt gewesen, "sich auf die Stabilisierung der Medienwirtschaft in der Krise zu konzentrieren" und "finanzielle Hilfsprogramme zu betreuen", heißt es in einer Presseerklärung. Eine Liste aller aktuell noch aktiven WLAN-Spots findet sich auf berlin.de.

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22 Kommentare

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  1. 22.

    Wieder eine Posse die das Versagen der Berliner Landesregierung darstellt.
    Berliner Beamte sind offenbar nicht dazu befähigt mitzudenken.
    Digitalisierung bleibt diesen Menschen offenbar ein Ding mit 7 Siegeln. Die Politik kann ihre Beamten nicht zu rationalem Denken befähigen. Siehe Hunderegister.

  2. 21.

    Vergaberechtliche Gründe?? Hätte man früher ausschreiben müssen. Am wirkungsvollsten und günstigsten wäre es wohl, endlich die Störerhaftung WIRKLICH abzuschaffen, wo der Betreiber eines Hotspots dafür haften muss, was andere machen. Das ist so, als müsste Berlin Schadenersatz dafür zahlen, weil die Bankräuber die Straßen der Stadt benutzt haben.
    Dann würden viel mehr Privatleute einen Teil ihres Netzes freigeben. Aber ok, das kann man zur Not nicht so einfach filtern und abschalten, wenn sich z.B. Spaziergänger verabreden.

  3. 20.

    Also wenn ich außerhalb der EU Reise besorge ich mir vorher eine Sim-Karte für das jeweilige Land inkl. Datenvolumen.
    Das geht umgekehrt auch

  4. 19.

    Gut geschrieben...
    "aus vergaberechtlichen Gründen"? Giffey-Ausrede oder "schützend" vor die "Schnarchnasen" gestellt? Gibt es denn keine Ablage für rechtzeitige Wiedervorlage bzw. ist die vergessen worden zu programmieren? (Klingt vielleicht zu Unrecht böse, soll zur Aw provozieren) Z.B. warum der bisherige Anbieter oder dessen Marktbegleiter, sich nicht rechtzeitig gemeldet hat, wenn er verkaufen will? Dann war der Vertriebler die "Schnarchnase".

  5. 18.

    Das stimmt natürlich. Nur frage ich mich, ob die Stadt Berlin dafür verantwortlich ist. dass die Roaming Gebühren von außerhalb der EU so hoch sind.
    Innerhalb der EU fallen so gut wie keine mehr an.
    Der Sicherheitsaspekt bleibt aber bestehen.
    Offenes Wlan ist sehr tückisch.
    Außerdem gibt's für Reisen von außerhalb der EU auch Lösungen von Mobilfunkanbietern, mit extra dafür vorgesehenen Karten z.B.
    Alles mit ein wenig Mühe machbar. Aber Hauptsache es ist alles verfügbar und natürlich gratis.
    Schon klar.

  6. 16.

    Haben Sie schonmal an die zahlreichen Berlin-Besucher aus Übersee gedacht, die wegen absurder Roaming-Kosten auf WLAN angewiesen sind? Man sollte eben nicht immer nur an sich selbst denken.

  7. 15.

    Jetzt ist aber mal Schluss mit lustig, man kann doch mit Corona nicht jedes Politikversagen rechtfertigen! Das ist peinlich.

  8. 14.

    Es muss doch möglich sein, ein werbefinanziertes öffentliches WLAN kostendeckend in Berlin anzubieten. Gerade in der heutigen Zeit, gehört so ein Thema auf die politische Agenda und in den Koalitionsvertrag. Übrigens auch die BVG hat hier mitzuwirken!

  9. 13.

    Alle haben nichts getan, weil sie dachten das geht nicht.
    Dann kam einer der nicht wusste dass es nicht geht und hat es einfach getan.
    der Senat hält sich an die erste Zeile, wo ist der Mensch für die zweite Zeile?
    Schadem Berlin wird zum Weltkaff.

  10. 12.

    Eine Auswertung setzt bereits nach einem halben Jahr ein und dann wird ausgeschrieben und nahtlos angeschlossen. Oder essen Sie zwei Jahre lang immer das gleiche Brot um dann zu entscheiden ob es schmeckt?
    Digitalisierung ganz weit oben...in einer Weltstadt!!

  11. 11.

    Ich habe nie so ganz verstanden, warum der Staat auf der einen Seite teure Lizenzen für privatwirtschaftluchen Mobilfunk vergibt und auf der anderen Seite dem kostenlose Konkurrenz macht. Damit wird nur der Wettbewerb behindert und die MobFu-Preose hoch gehalten. Es fehlt den Kunden ein Anreiz zum Wechsel zu einem günstegerem Anbieter.

  12. 10.

    Im ernst ?
    Hier wird wegen fehlender WLAN-Hotspots gejammert ?
    Ich würde immer LTE/5G vorziehen.
    Das braucht natürlich einen Vertrag mit ausreichend Datenvolumen.
    Schneller, sicherer und zuverlässiger.
    Im offenen Wlan braucht man eine VPN Lösung, die dann noch mehr ausbremst.
    Nee, danke.
    Und in Stadtzentren dann gleich noch das Tracking der einzelnen Geschäfte um Schnäppchen anzukündigen.

  13. 9.

    Jep, gut Ding will Weile haben. Allerdings gibts Unterschiede in der Interpretation des Geschehens. "Eine Stadt dreht das Internet ab: 2000 „Free WiFi Berlin“-Hotspots abgeschaltet" " Damit ist nun Schluss – wann der Service wieder aufgenommen wird, ist unklar."(Tsp)
    2017 ist „Free WiFi Berlin“ gestartet. Mal sehen, obs wie von Fr. Giffey angekündigt, weiter geht.

  14. 8.

    Gibt's eigentlich irgendetwas, was diese Stadtverwaltung in Berlin nicht vergeigt???

  15. 7.

    Ist doch normal, dass nach einem Probebetrieb erstmal ausgewertet wird, was gut und was schlecht lief, bevor es dann weitergeht. Gut Ding will Weile haben!

  16. 6.

    Wie gut, dass es Corona gibt. Sämtliche Versäumnisse, Bummeleien und Fehlentscheidungen kann man darauf schieben. Wahrscheinlich läuft es nach dem Ende der Pandemie wie geschmiert im Senat und in den Bezirken .

  17. 5.

    Der Senat kann einem ja richtig leid tun, so überlastet die armen Beamten. Was sollen denn alle anderen Branchen sagen? Teilweise haben viele ihre Existenz wegen Corona bzw der von oben verordneten Massnahmen verloren. Oder die Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Diese Menschen stehen an der Belastungsgrenze,aber die Senatsbeamten haben Stress, da muss man ja aufpassen, dass man nicht vor Lachen tot umfällt.

  18. 4.

    Dieses ist dann Digitalisierung in Berlin große Worte vom Senat und nichts dahinter.

  19. 3.

    "Dafür wäre eine neue Ausschreibung erforderlich gewesen, die die Senatskanzlei aufgrund der Belastungen durch die Corona-Pandemie nicht geschafft habe. Man sei unter anderem zu sehr damit beschäftigt gewesen, "sich auf die Stabilisierung der Medienwirtschaft in der Krise zu konzentrieren" und "finanzielle Hilfsprogramme zu betreuen", heißt es in einer Presseerklärung."
    Wie geil ist das denn. Schön um den heissen Brei rum. "Sorry, liebe Bürger. Wir haben auch das verpennt" wäre wenigsten ehrlich.
    Naja, an den Fehlern des alten Senats wird man den Neuen messen. Die Chancen stehen für den Neuen ganz gut - ähm meine ganz persönliche Meinung natürlich.

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