Interview | Hannah Pirot, Fridays for Future - "Die Bevölkerung wird höchstem Risiko ausgesetzt. Das ist für mich undemokratisch"

Di 04.01.22 | 06:36 Uhr
  133
Hannah Pirot, Pressesprecherin von Fridays for Future Berlin, spricht bei einer Pressekonferenz (Bild: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Fridays for Future kritisiert den verkündeten Klimakurs der neuen Bundesregierung - vor allem über soziale Medien, statt auf der Straße. Ändert sich gerade die Bewegung? Hannah Pirot, Sprecherin des Berliner Ablegers, über die Zukunft des Klimaprotests.

rbb: Großdemos, also Bilder von tausenden, entschiedenen, lebendigen, immer friedlichen jungen Leuten hier aus Deutschland und auch sonst in Europa und der Welt gibt es im Moment nicht. Corona macht dies unmöglich. Ist damit Fridays for Future der Wind aus den Segeln genommen?

Hannah Pirot: Ich persönlich fand es sehr beeindruckend, dass wir immer noch auf der Straße standen in Corona-Zeiten. Sehr häufig oder so häufig, wie es eben ging - uns ist total wichtig, die Hygiene-Maßnahmen einzuhalten. Und außerdem haben wir online Streiks veranstaltet. Unsere Aktionen wurden viel kreativer als vorher. Wir hatten teilweise Streiks mit Plakaten, 11.000 Plakaten vor dem Bundestag - anstatt von Menschen.

Aber natürlich war es auch härter und auch traurig, niemanden mehr richtig auf der Straße zu sehen. Aber ich war trotzdem total ergriffen, wie viel Durchhaltevermögen wir hatten.

Ist denn das Ruder nun rumgerissen?

Absolut nicht. Wir sind auf dem falschen Kurs weiterhin, und das ist ganz klar und katastrophal.

Die Bundesregierung will aus der Kohle aussteigen - viel früher, als in einem großen Konsens, der viel Aufwand bedeutete, vereinbart war. Das sind doch Fakten, das sind doch Ziele?

Also wir sehen einige Fortschritte. In Berlin zum Beispiel kann man sagen: Berliner Klimapolitik ist noch relativ progressiv im Gegensatz zu anderen Regionen. Aber das schießt immer noch am 1,5-Grad-Ziel vorbei. Und eigentlich müsste man sagen: an der 1,5-Grad-Grenze. Es ist nämlich kein Ziel. Es ist eine Grenze. Es gibt nichts, was wir sonst irgendwie anstreben können. 1,5 Grad - das ist das einzige, was unsere Lebensgrundlagen bewahrt. Fridays for Future fordert das Mindestmaß an Klimaschutz. Und das wird aktuell nicht erreicht. Das sagt die Wissenschaft ganz klar. Deshalb dürfen wir keine Politik mehr fahren nach dem Prinzip: Wir tun, was wir gerade können. Sondern wir müssen eine Politik machen nach dem Prinzip: Wir tun, was getan werden muss. Das ist aktuell leider nicht der Fall.

Bei welcher Wissenschaft holt sich Fridays for Future die Informationen?

Wir haben Scientists for Future. Das ist ein Verbund von mehreren Tausend Wissenschaftlern, die sich zusammengeschlossen haben, um uns zu unterstützen und zu sagen: Wir stehen hinter diesen Forderungen. Diese Forderungen sind wirklich umsetzbar. Das sagen auch Studien. Wir werden hier laut, um zu sagen: Hört doch mal auf die Wissenschaft, macht nicht Politik, weil ihr mehr Profit machen wollt, weil ihr mehr Wählerstimmen haben wollt. Macht Politik, um unsere Lebensgrundlage zu retten.

Was macht denn Berlin besser?

In Berlin haben wir gerade sehr gute Voraussetzungen, um zum Beispiel eine autofreie Innenstadt zu schaffen, um sozialgerechte Sanierungen von Wohnungen zu schaffen, eine energetische Sanierung, die nicht auf den Schultern der Mieter:innen ausgetragen wird. Wir haben super Voraussetzungen in Berlin. Wir müssen anfangen zu handeln und nicht immer drumrumreden.

Ich rede sehr, sehr häufig mit Politiker:innen, die mir sagen: Ich finde es super, was du machst. Toll, dass du auf der Straße stehst! Doch: All das wollen wir nicht mehr hören. Wir wollen wirklich Handlungen sehen.

Wir müssen anfangen zu handeln und nicht immer drumrumreden.

Hannah Pirot, Sprecherin Fridays for Future Berlin

Wird Fridays for Future langsam zu einer Lobbygruppe, so eine Art NGO mit vielen jungen Gesichtern?

Wir sehen uns nicht als Organisation, wir sehen uns als Bewegung. Wir sind überzeugt, dass Wandel von der Straße kommt; dass wir einfach Druck machen müssen; dass die Politik mitkriegen muss; dass sich extrem viele erheben. Wir haben es ja gesehen am 20. September zum Beispiel gingen 1,4 Millionen Menschen in Deutschland auf die Straßen. Es war der größte Klimastreik überhaupt.

Die Politik muss handeln. Dazu sind wir da, diesen Druck aufzubauen und zu sagen: "Wir machen da einfach nicht mehr mit!" Deshalb sehen wir uns ganz klar als Bewegung von der Straße. Wir sind auch unabhängig, lassen uns nicht finanzieren von Organisationen oder von Parteien. Wenn dann lassen wir uns von Privatspenden finanzieren. Oder wir investieren eben selbst in unsere Bewegung.

Nach zwei Jahren Schule schwänzen - gut, vielleicht nicht jeden Freitag - wird man da so ein bisschen mürbe? Sie bereiten sich gerade auf das Abitur vor, und sie machen das trotzdem...

Also für mich ist es einfach eine Gewissenssache geworden. Als ich bei meinem ersten Streik war, das war im Januar 2019, da habe ich schon gemerkt, ich kann jetzt nicht mehr weggehen. Ich habe gemerkt, ich habe hier eine Verantwortung. Und ich habe jetzt gesehen, worum es geht. Ich habe die jungen Menschen gesehen, die verzweifelt sind. Und zwar zu Recht. Ich kann jetzt nicht gehen. So privilegiert, wie ich bin in Berlin als Gymnasiastin bin, kann ich nicht gehen und sagen: "Mein Abitur ist mir jetzt das allerhöchste Gut und alles andere ist mir egal."

Wir müssen alle schauen, dass wir eben diesen Druck aufbauen. Also ich persönlich kann das sogar relativ gut nebenbei stemmen gerade. Ich achte auch darauf, dass ich nachhaltigen Aktivismus betreibe. Da achten wir auch in der Bewegung gegenseitig aufeinander, dass wir langfristig handlungsfähig bleiben und uns nicht total verbrennen. Nachhaltig heißt hier, dass man es auch verteilt untereinander. Wir haben Menschen, die das organisieren. Aber wir haben eine noch viel, viel größere Gruppe an Menschen, die jede Woche auf dem Streik sind.

Außerdem muss man natürlich alle Kanäle nutzen: Sie selber haben zum Beispiel einen Instagram-Kanal - hier tut es doch ganz gut, so an die 500 Abonnenten zu haben, oder?

Also vergleichsweise noch wenig. Aber ja, wir haben ganz gute Zugänge. Gerade Instagram ist zu unserer Hauptplattform geworden. Eigentlich war es Facebook - das haben jetzt die meisten in unserem Alter nicht mehr. Für uns ist es wichtig, uns zu vernetzen. Da kann Protest auch in fast jede soziale Schicht dringen. Wir müssen nämlich alle Schüler:innen erreichen in Berlin. Wir können nicht nur Gymnasiast:innen oder weiße privilegierte Berliner:innen auf unsere Streiks bringen. Wir müssen eigentlich alle erreichen. Das ist unser Anliegen.

Eine zunehmend professionelle Ansprache - ist das auch ihre eigene Profession in Zukunft? Wollen Sie da vielleicht den Satz ergänzen: Hanna Pirot ist 2030...

...jemand, der weiterhin die Politik aktiv mitgestaltet, wenn auch beruflich, aber weiterhin widerständisch.

Und ist dann 2030 Entscheidendes getan für den Klimaschutz?

Da hoffe ich: Ja. Wenn dem nicht so ist, haben wir verloren. Es geht einfach um Kipppunkte. Das sind Punkte, an denen es kein Zurück mehr gibt. Also wir müssen jetzt handeln. Wenn 2030 nicht genug geschehen ist, dann haben wir praktisch schon verloren. Dann können wir nur noch den Schaden irgendwie versuchen zu mindern. Aber auch das wird schwierig. Und wir wollen uns alle gar nicht vorstellen, was passiert, wenn wir eigentlich keine Lebensgrundlage mehr haben.

Protest - da gibt es ja Menschen, die sich auch zunehmend radikalisieren. Können Sie das verstehen? Also einen Baum besetzen - das tut dem Baum nicht so weh. Einen Bagger zu besetzen und den Bagger zu zerstören - das ist etwas anderes - wo ist bei ihnen die Grenze?

Wir sind eine breite Klimabewegung, die auf gewaltfreie Aktionen setzt und auf vielfältige kreative Aktionen - normalerweise - setzt. Wir sind solidarisch mit allen, die für die 1,5 Grad kämpfen. Das ist klar. Wir wollen natürlich gewaltfrei bleiben. Gewalt bringt uns nicht weiter. Wir müssen die Menschen überzeugen. Wir müssen zeigen, dass Klimaschutz die einzige Lösung ist - der einzige Ausweg aus unserer Situation aktuell. Das schaffen wir auch anders. Deshalb bin ich für alle gewaltfreien Aktionen.

Ich finde es einfach nur erschreckend, teilweise zu sehen, dass sich zum Beispiel junge Menschen gezwungen fühlen zu hungern, nur weil die Politik seit Langem nicht handelt, obwohl sie so viel tun könnte.

Ignoriert? - Das stimmt ja nicht. Es kam Robert Habeck von den Grünen. Viel später gab es aber auch eine Diskussion mit dem gewählten Kanzler Olaf Scholz. Über Kommunikation kann man streiten, die war sicher schwierig. Doch: Die Politik darf sich natürlich auch nicht erpressen lassen zu einer Haltung oder zu einer Kommunikationssituation.

Erstmal muss man sich fragen: Was bedeutet denn "ignorieren"? "Ignorieren" bedeutet nicht: Wir reden gar nicht mit den Leuten, wir setzen uns überhaupt nicht damit auseinander. "Ignorieren" bedeutet für mich: Die Maßnahmen wurden wieder nicht in dem Umfang eingehalten, wie es hätte sein müssen. Hier nun wieder das Prinzip: Was muss denn geschehen? Nicht nur: Was wurde jetzt getan, was ist denn schon mal positiv? "Ignorieren" bedeutet für mich, dass wir eben diese Kipppunkte erreichen werden. Das muss man leider genauso radikal sehen.

Klima macht keine Kompromisse. Klima ist kein politischer Akteur, der irgendwie mit sich verhandeln lässt. Klima hat ganz klare Grenzen. Genau deshalb bin ich auch ganz klar der Meinung: Da wurde nicht genug getan. Es war auch sehr, sehr, sehr schwierig, überhaupt die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Natürlich finde ich trotzdem gut, dass die Politik sich dahin setzt und nicht noch mehr konfrontiert. Bei dem Thema würde ich auch das Wort "Erpressung" nicht unbedingt so verwenden, denn der Hungerstreik war in dem Sinne eine sehr radikale Form, darauf hinzuweisen, das große Zahlen der jungen Bevölkerung und auch mittlerweile der älteren Bevölkerung hinter den Klimaschutzmaßnahmen stehen und dass sie sagen: "Wir brauchen diese Maßnahmen jetzt sofort, sonst haben wir keine Chance mehr."

Es war eigentlich eine höchst demokratische Aktion. Große Teile der Bevölkerung werden ignoriert. Maßnahmen werden nicht eingehalten. Unsere gesamte Bevölkerung wird höchstem Risiko ausgesetzt. Das ist für mich eher undemokratisch. Und das war eine Aktion, darauf hinzuweisen. Das heißt: "Hallo, erkennt mal bitte die Dramatik der Lage an!"

Und vielleicht mal der neuen Regierung oder speziell Olaf Scholz einen Satz ins Ohr geflüstert?

Hört auf euer Gewissen!

Danke für das Gespräch.

Das Interview mit Hannah Pirot führte Christian Wildt für Inforadio. Dieser Text ist eine gekürzte und redigierte Version des Interviews, das Sie oben im Beitrag komplett als Audio hören können.

Sendung: Inforadio, 04.01.2021, 10.45 Uhr

133 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 133.

    Also ist es mehr ein philosophisches denn ein materielles Problem? Es geht also um die Rolle und Bedeutung der Technik, als ein abstraktes und seelenloses Produkt, und ihre Beziehung zum Menschen?
    Nun, ich denke man muss dabei eins beachten und darf es wirklich nicht aus dem Focus verlieren: Technik, egal welche, ist immer ein Produkt des Menschen. Sie reproduziert sich, zumindest bis jetzt, noch nicht selber. Demzufolge besteht m.E. eigentlich auch kein Grund eine von Misstrauen und Sorge (um die eigene Existenz?) geprägte Beziehung aufzubauen.
    Ich habe 1990ff erste Nutzerausbildungen (PC) durchführen müssen. Es ging um die Einarbeitung von Menschen in die Nutzung eines Gegenstandes, den sie zum damaligen Zeitpunkt weder kannten, noch in ihr aktuelles Weltbild einordnen konnten und der ihnen "Probleme" in der Nutzung bereitete. Ich hatte damals einen Spruch geprägt: "Computer sind Maschinen - von Menschen geschaffen - mit dem Ziel dem Menschen zu dienen - und nicht umgekehrt".

  2. 132.

    @113: Ich und viele andere sehen das Problem in beiden: Endlagerung und Reaktorunfälle. @127: Ich habe in der iter keine Funktion. Wie kommen Sie darauf? Was ich schrieb, ist Allgemeinwissen.

  3. 131.

    Noch ein Beispiel, wie heute von den Kapitalisten den Menschen vorgeschrieben wird, wie sie zu leben haben: Wer sich eine besonders billige Wohnung gesucht hat, um genug Geld für Hobby oder Spenden an den Klimaschutz oa. gemeinnützige Dinge zu haben, muß befürchten, daß sein Vermieter mit sinnlosen "Modernisierungsmaßnahmen" ihn schikaniert und die Miete erhöht, obwohl der Mieter das gar nicht braucht und gar nicht will. Das kann der Vermieter gerichtlich durchsetzen und ihn gegen seinen Willen zwingen, mit Innen-WC, Balkon oder anderer Heizung zu leben, und so seinen Profit auf Kosten der Mieter mehren. Der Mieter kann sich nur wegen unbilliger Härten dagegen wehren, wenn er zu geringes EInkommen hat, wegen Krankheit oder Schwerbehinderung mit dem Umbau überfordert ist. Wo der Mieter nach dem Umbau seine Möbel und sein Eigentum hinstellt, ist dem Gesetz und dem Vermieter egal. Einschränkungen zugute von Klima+Umweltschutz wären mir viel lieber als für den Profit meines Vermieters.

  4. 130.

    Die Angelegenheit ist eigentlich recht treffend und auch anschaulich beschrieben. Was ggf. fehlt, ist die Empathie, das verstehen zu wollen. Damit meine ich kein persönliches Unvermögen oder einen Unwillen, sondern das Grundverständnis, was Technik sein kann und auch, was sie nicht sein kann. Zweitgenanntes wird von Einschägigen offenbar oft genug als Verteufelung missverstanden.

    Mit anderen Worten: Diese genannte offene Frage kann nicht i. S. einer Gleichung oder eines Algorithmus aufgelöst werden.

  5. 129.

    Sehr seltsame Logik. Freiheit endet nun mal in einer demokratischen Gesellschaft da, wo die Rechte Dritter nicht mehr eingehalten werden. Das hat nichts mit Vorschriften zur Lebensführung zu tun sondern ist Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Das ist deswegen noch lange nicht vergleichbar mit undemokratischen Verboten und Lebensvorgaben gegen den eigenen Willen, wie sie Extremisten vorschwebt. In einem Punkt gebe ich Ihnen Recht - links müssen die nicht sein. Es betrifft jeden Extremismus, der die Gesellschaft/Gemeinschaft rücksichtslos über das Individuum stellt.

  6. 128.

    Auch die Nicht-Linken und nicht-FFF schreiben den Menschen vor, wie sie zu leben haben und zwingen sie dazu, wenn sie sich nicht überzeugen lassen: Geld mit der EC-karte holen und nicht mit der Pistole, keine Gewalt, wenn sie nicht durch Notwehr begründet ist, Verbot sexueller Belästigung, Verbot des Drogenhandels, Die Einschränkung der Freiheiten ist manchmal nötig, um das Funktionieren der Gesellschaft sicherzustellen und Klima+Umwelt zu retten. Wenn die Einschränkungen nur der Bereicherung weniger und deren Egoismus nutzt, bin ich dagegen. Von linksextremer/linklsradikaler Unterwanderung von FFF hab ich keine Ahnung. Wenn Kommunismus und Planwirtschaft besser gemacht werden als im bisherigen Sozialismus, bin ich dafür. Viele Autofahrten können schon jetzt durch Bahn und Bus ersetzt werden, wenn die Leute sich umstellen würden. Wenn Bahn+Bus ausgebaut werden. wären noch mehr Autofahrten ersetzbar. Die Leute werden doch zum Autokauf gezwungen indem Bahn+Bus ungenügend ausgebaut werden

  7. 127.

    "@49: Miniatur-Kernfusionsreaktoren werden nicht wirtschaftlich sein, weil eine sehr hohe Temperatur nötig ist und isoliert werden muß, um das Plasma zu erzeugen"
    Darf ich fragen, welche Funktion sie in der "iter" (hatte ich vorgestellt) ausüben?

  8. 126.

    Trotz akademischer Ausbildung und jahrzehntelanger Praxis in der Systemanalyse konnte ich auch nach dreimaligem Überlesen keinen Extrakt erkennen, der sich auf das zuletzt nochmal präzisierte Thema bezieht, zumal sie auch weder Hinderungsgründe noch Alternativen benennen - schade.
    Erinnert mich irgendwie an die Position der Frau Pirot, die ich beschrieb mit "Das Grundanliegen ist richtig, wird aber mit dem Tenor "Deutschland hat.., muss.., darf nicht.." doktrinär und unlogisch vermittelt."
    Mit dieser Grundeinstellung würden wir jetzt noch das geozentrische Weltbild bzw. die Ansicht, dass die Welt eine Scheibe sei, verehren. Bloß gut, dass es auch Menschen gibt, für die am Rand der Scheibe nicht Schluss mit ihrem Vorstellungsvermögen ist und die sich Gedanken machen, dass das Licht nicht ausgeht.

  9. 125.

    Natürlich habe ich mit der FDP einen Konflikt. Der besteht im Grunde darin, dass die Wirtschaft auch aus nicht wenigen Teilnehmern besteht die den Klimaschutz bekämpfen. Klimaschutz und Wirtschaftskraft erhalten ist ein Oxymoron. 70% der erzeugten Energie in den Ausguss zu werfen ebenso(Wasserstoff).
    Die FDP ist die Wasch-mir-den-Pelz-aber-mach-mich-nicht-nass-Partei.
    Jegliche Klimaaktion dieser Partei wird entweder sehr teuer (Atomkraft 42ct/kwh) oder wird dem Klimaschutz nicht helfen oder beides.
    Oder gibt es ernstzunehmende Klimavorschläge von dieser Partei? Ich habe noch nichts gehört.
    Wasserstoff aus Nordafrika wird übrigens nur unter Einhaltung der Menschenrechte produziert wenn man nur fest genug daran glaubt.
    Ihre Eskalationsstufe zeigt allerdings schon sehr schön, dass sie die zukünftig teuren Energiepreise den Grünen anhängen werden.
    Die FDP hat mit Klima Wahlkampf gemacht. Die kann sich aus der Nummer nicht mehr rausziehen.

  10. 124.

    "Geben Sie doch zu, dass Sie eine Privatfehde gegen die freie Wahl der Mobilität haben. "

    Ihr Versuch hier eine Privatfehde zu starten ist mir zu dumm. Nochmal, die Verkehrswende ist nur ein Baustein für den Klimaschutz. Ich habe hier schon öfter Argumente für Tempo 30 verlinkt. Das verhilft ebenso zu mehr Lebensqualität.

    "ie denken sie haben viele Unterstützer? Haben Sie nicht, schauen Sie sich den Absturz der Grünen bei der BTW, aber auch der Abgeordnetenhauswahl an: So groß der Vorsprung, so ernüchternd das Ergebnis."

    Jetzt wird es noch lächerlicher weil sie keine Argumente haben, die nennen zumindest keine, nur dumme Sprüche.

  11. 123.

    @49: Miniatur-Kernfusionsreaktoren werden nicht wirtschaftlich sein, weil eine sehr hohe Temperatur nötig ist und isoliert werden muß, um das Plasma zu erzeugen. @55: Ob AKW sicher genug gemacht werden können, bezweifel ich. Beim Autos ist es auch noch nicht gelungen. Sie sind wesentlich unsicherer als Bus+Bahn. @89: Einfacher als sich an den Klimawandel mit Stürmen, steigenden Meeresspiegel, Hochwasser, Dürren usw. anzupassen ist, ihn zu vermeiden. @107: FFF drangsalieren keine Menschen. Sie versuchen sie zu retten. @14+15+19+22+32+33+34+39+44+51+59+65+66+69+75+76+77+78+82+92 stimme ich zu.

  12. 122.

    Ob Sie da die modernen technologieoffenen liberalen Positionen richtig verstanden haben? Mit denen ist es Dtl. immer gut gegangen und sie arbeiten nicht am teureren Gas oder anderer Verschlimmerungen...
    Sie erwähnen die FDP so, als hätten Sie mit denen „noch ein Hühnchen zu rupfen“; oder, um eine neue vegane Eskalationsstufe aus Ironie zu zünden: „ noch ein Weinblatt zu rollen“... Absurd? Warten wir es ab...

  13. 121.

    "Das "Auto" der Zukunft hat einen Minireaktor, genauso wie die Häuser, auch das ist sozial und nicht technikhörig."

    Das ist genauso realistisch wie der Sprengstoffmotor. Wäre ein sehr billig herzustellendes Antriebsmittel und hätte auch weniger Umweltfolgen. Die Sicherheit lässt sich lösen, da wir es mit Benzin und Wasserstoff ja auch geschafft haben.
    Theoretisch würde ein solcher Antrieb sogar mit 0 CO2 Ausstoß laufen können.
    Warum, ja warum ist dieses Wunderwerk der Technik nicht auf unseren Straßen zu finden? Ach ja, weil es eine technische Utopie ist, die bis heut nicht sauber umgesetzt werden konnte, genauso wie das "Atomauto".
    Technik ist für manche Menschen eine Religion geworden. Bin gespannt ob die FDP einen Altar für ihren beschworenen Heilsbringer aufstellen wird wenn er denn noch kommt, da sie ja schon seit Jahren danach rufen und jetzt dogmatisch auf Wasserstoff setzen.

  14. 120.

    Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, glaube ich, dass sich unsere Standpunkte, was technische Lösungen angeht und was soziale Lösungen angeht, doch erheblich unterscheiden. Auch wenn ich ansonsten ein Freund gesuchter Übereinstimmung und Annäherung bin.

    Selbstverständlich findet sich beides Genannte nie in Reinform, sondern immer nur in Überlappung und ausgebildeten Schwerpunkten. Dabei ist die Dimension einer Anlage nur ein Aspekt. Insofern ist das Maß der Technikgläubigkeit nicht allein auf die Dimension einer Anlage konzentriert, sondern sozusagen auf eine "Anwendungstiefe" fernab des Einsatzes unserer natürlichen Fähigkeiten. Die Anlagen können fingernagelgroß sein, wenn sie dazu dienen, unseres "Sinnesapparat" überflüssig zu machen und ins Leere laufen zu lassen, sind sie asozial.

    Der zuletzt angeführte Begriff mag nun meine Zuspitzung in dieser Angelegenheit sein.

  15. 119.

    " ... betrifft heute die Generation derer, die Mitte 70+ sind und in dieser Zeit bis aktuell hat sich an der Situation bereits einiges geändert."

    Einiges gewiss schon. Menschen, die das in der Vergangenheit Begonnene und heute immer noch Wirksame faktisch kleinreden, so, als wäre es keinesfalls mehr da, tragen allerdings zur heutigen Unverständlichkeit bei. Es ist ja nicht der Ausdruck persönlicher Schäbigkeit gewesen, weshalb die Generation 70 + diese Verhaltensweisen ausbildete, es ist Ausdruck genau jenes Verständnisses, das heute nur auf andere Art sich Luft verschaffen will: Da, wo ein Problem, eine Herausforderung entstanden ist, wird diese vor allem auf technische Art und Weise gelöst.

    Wenn zu viel Verkehr im Straßenraum ist, müssen die Schwächsten, die scheinbar Unwichtigsten, eben weichen. Ab unter die Erde. Die soziale Lösung teilt den Straßenraum anders auf und gesteht Menschen Verhaltensänderungen zu, von einer Bandbreite Gebrauch zu machen. Darum geht´s.

  16. 118.

    Merken sie etwas? Langsam nähern sich unsere Standpunkte. Ich möchte deshalb meinen noch näher bringen.

    Im ersten Absatz gehen sie vmtl. auf #84 ein. Lösen sie sich von der Vorstellung, dass das ein Echtzeitszenario sein sollte. Es war eine, mit gestalterischen Mitteln der Übertreibung, herbeigeführte Extremdarstellung, die nur einen Zweck hat, so wie jede Form der Übertreibung, die Tragweite möglicher Konsequenzen näher an den Empfänger der Botschaft zu rücken.
    In #49 habe ich eigentlich genau ihren letzten Absatz bedient. Der internationale Trend geht weg von Superenergieerzeugungsanlagen zu Miniaturgrößen, durchaus auf kommunaler Ebene und noch kleiner ("...Minireaktoren...").
    Man muss sich mit dem Thema ernsthaft befassen (s.a. #80) um zu erkennen, dass die Abfälle der Kernfusion nur einen Bruchteil der Nachbehandlung der uns bekannten bedürfen. Das "Auto" der Zukunft hat einen Minireaktor, genauso wie die Häuser, auch das ist sozial und nicht technikhörig.
    12:11/13:05

  17. 117.

    Leider stimmt es das nicht ganz, denn die von Ihnen ins Spiel gebrachte Haltung dieser Jahrzehnte betrifft heute die Generation derer, die Mitte 70+ sind und in dieser Zeit bis aktuell hat sich an der Situation bereits einiges geändert. Wenn, kann es nur die Nachfolgegenerafionen betreffen, die damit groß wurden und vom Anspruch der damaligen Generation in die aktuelle Situation hineingeboren wurden. Deshalb finde ich diese weiter Rückschau unzeitgemäß

  18. 116.

    Aus erdgeschichtlicher und französischer Sicht spricht man von n u r „Jahrtausende dauernden Entlagerung “. Und Lösungen zur Wiederverwendung werden noch dazwischenkommen, vermutlich.
    Das mit den Zinsen sehe ich auch so... ist eine Enteignung der Sparer durch den Staat. Die überlegen schon den nächsten Schritt, um an die fleißig sparenden Schaffenden heranzukommen. Auf diese Seite stellt sich FFF nicht, was aber auch nachhaltig wäre, gerade für die Jungen: eine gigantische Erbmasse rollt da an...wenn sie nicht vorher entwertet wird.

  19. 115.

    Nachtrag , wo lassen denn Ihre schlauen Nachbarländer den Atommüll eigentlich??

  20. 114.

    Ist ja spannend fast ganz Europa , weiss also was hier nicht funktionieren kann. Was für eine Aussage. Deutschland ist ja in Europa bekannt dafür, das nichts funktioniert, nicht wahr?

Nächster Artikel