ARD-Hauptstadtstudio - AfD-Politiker Fest verunglimpft verstorbenen EU-Parlamentspräsidenten Sassoli

Mi 12.01.22 | 10:23 Uhr
Nicolaus Fest spricht beim Landesparteitag der Berliner AfD (Bild: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Der AfD-Europaabgeordnete Nicolaus Fest hat Freude über den Tod von EU-Parlamentspräsident David Sassoli geäußert. "Endlich ist dieses Dreckschwein weg", schrieb Fest in einer WhatsApp-Gruppe von AfD-Europaabgeordneten, wie tagesschau.de berichtet. Ein Screenshot liegt dem ARD-Hauptstadtstudio vor. Fest nannte den Verstorbenen außerdem einen "Antidemokraten" und "eine Schande für jede parlamentarische Idee".

AfD-Parteichef Jörg Meuthen, der wie Fest im Europaparlament sitzt, zeigte sich von den Aussagen schockiert. "Eine solche Äußerung über einen nach schwerer Krankheit soeben verstorbenen Kollegen ist verstörend, tief abstoßend und unentschuldbar", teilte er dem ARD-Hauptstadtstudio mit.

Fest distanziert sich nicht von Äußerungen

Der Italiener Sassoli war am Dienstag im Alter von 65 Jahren verstorben. Der ehemalige Journalist aus Florenz war seit 2019 EU-Parlamentspräsident. Während es in der offiziellen AfD-Pressemitteilung aus Brüssel hieß, Sassoli sei "viel zu früh gestorben", erklärte Fest, der Parlamentspräsident sei "oftmals skandalös parteiisch" gewesen.

Auf Anfrage distanzierte sich Fest von seinen Aussagen nicht. Er wolle sich in dieser Woche zu einem späteren Zeitpunkt nochmal ausführlich äußern, kündigte er an. Den Eintrag in der AfD-Chatgruppe soll Fest nach Aussagen einiger AfD-Abgeordneter mittlerweile wieder gelöscht haben.

Fest war von Januar 2020 bis März 2021 kommissarischer Vorsitzender der Berliner AfD. Für den Berliner Landesvorstand kandidierte er im vergangenen Jahr nicht mehr.

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