Frauen in der Rentenfalle - "Man kann wirklich sagen: Altersarmut ist weiblich"

Sa 19.02.22 | 21:18 Uhr | Von Anne Kohlick
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Symbolbild: Eine alte Frau liest eine Zeitung, fotografiert am 11.07.2012 in Berlin. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
dpa/Jens Kalaene
Video: Ausschnitt aus "Jetzt mal konkret" über niedrige Rente bei Frauen | mit Teresa Bücker | Bild: dpa/Jens Kalaene

Frauen in Deutschland bekommen im Schnitt nur halb so viel Rente wie Männer. Die Ursachen von weiblicher Altersarmut sind lange bekannt - doch auch die neue Grundrente löst das Problem nicht. Von Anne Kohlick

"Es ist zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig", sagt Christa Vieten. Die 74-jährige Neuköllnerin lehnt sich auf dem Kranoldplatz an ihren Rollator und zieht an ihrer Zigarette. "Knapp 700 Euro bekomme ich aus meiner gesetzlichen Rente", erzählt sie. Restaurantbesuch oder Kino? Sowas ist für sie nicht drin. "Ich kann mir auch nicht alles kaufen, was ich gern essen würde." Vor Corona war sie deshalb regelmäßig bei der Tafel, um sich dort Lebensmittelspenden abzuholen.

Christa Vieten will sich nicht beklagen, anderen hätten viel weniger: "Ich habe Glück, dass bei mir noch Witwenrente und eine kleine Betriebsrente dazukommen, weil ich früher beim Senat gearbeitet habe." Die letzten Jahre vor ihrer Rente war sie Pförtnerin bei der Berliner Senatsverwaltung für Bildung - zuvor Köchin in einer Kita. Zusammengerechnet kommt sie durch Betriebsrente, Witwenrente und gesetzliche Rente auf knapp 1.000 Euro monatlich.

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54.000 Rentnerinnen in Berlin unter der Armutsschwelle

Mit diesem Einkommen gehört Christa Vieten zur großen Gruppe der Rentnerinnen in Berlin, die unter der Armutsschwelle leben. 54.000 Frauen über 65 Jahre sind nach Angaben des Senats betroffen. Sie haben weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens - 2018 waren das in Berlin unter 1.004 Euro monatlich. Deutschlandweit lebt laut statistischem Bundesamt jede sechste Frau über 65 Jahre unter der Armutsschwelle - bei den Männern ist es jeder Achte.

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern wird noch deutlicher, wenn man den "Gender Pension Gap" berechnet - also die Lücke zwischen den Renten von Männern und Frauen. Die OECD hat das für ihre europäischen Mitgliedstaaten getan - und dafür gesetzliche Rente, Betriebsrente und private Altersvorsorge zusammen betrachtet. Das Ergebnis: In Deutschland liegt die Rentenlücke zwischen den Geschlechtern bei 46 Prozent - und ist damit die größte von allen untersuchten Staaten [oecd.org].

"Wer wenig verdient, kriegt eine Rente, von der er nicht leben kann"

Deutsche Frauen bekommen im Schnitt also nur halb so viel Rente wie Männer. "Diese Zahlen sind eklatant", sagt die Berliner Journalistin und Autorin Kristina Vaillant. "Da kann man wirklich sagen: Altersarmut ist weiblich." Vaillant hat sich für ihr Sachbuch "Die verratenen Mütter" intensiv mit dem deutschen Rentensystem auseinandergesetzt - und mit der Frage, warum es so viele Frauen mit Altersarmut bestraft.

"Im Moment haben wir ein Rentensystem, das vor allem leistungsbezogen ist", erklärt die Autorin beim Gespräch in ihrem Kreuzberger Büro. "Mit anderen Worten: Wer viel verdient, kriegt eine gute Rente. Wer wenig verdient, kriegt eine Rente, von der er nicht leben kann." Wobei mit "er" oft "sie" gemeint ist - denn Frauen sind im Niedriglohnsektor überproportional vertreten.

Auch mit zwölf Euro Mindestlohn wird die Rente kaum reichen

Jede vierte Frau in Deutschland arbeitet in diesem Bereich - zum Beispiel als Reinigungskraft, Küchenhilfe oder wie Christa Vieten als Pförtnerin, aber nur jeder sechste Mann. In vielen dieser Jobs wird Mindestlohn gezahlt - mehr nicht. Zwar soll der ab Oktober auf zwölf Euro pro Stunde steigen, aber Kristina Vaillant weiß, dass das nicht genug ist, um Altersarmut zu vermeiden: "Selbst dann würden nicht einmal 45 Beitragsjahre in Vollzeit ausreichen, um nachher eine Rente zu haben, von der man leben kann."

Das Handelsblatt hat berechnet, dass es einen Stundenlohn von 13,06 Euro bräuchte, um im Alter über der Grundsicherung zu liegen - bei 38 Stunden Vollzeit und 45 Beitragsjahren. Geht man von 35 Beitragsjahren aus, wären es sogar 14,68 Euro [handelsblatt.com]. Das wahrscheinlich sinkende Rentenniveau ist da noch nicht eingerechnet - ebenso wenig wie die Tatsache, dass die Hälfte der Frauen in Deutschland in Teilzeit arbeitet.

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Frauen verdienen im gesamten Berufsleben nur halb so viel wie Männer

Auch Christa Vieten hat die Arbeitszeit als Mutter reduziert - und ist dann in der Teilzeit-Falle hängengeblieben: "Ich habe überwiegend halbtags gearbeitet - vor allem wegen der Kinder." Als die aus dem Haus waren, habe sie einen Antrag gestellt, erzählt sie, um ihre Arbeitszeit auf acht Stunden pro Tag zu erhöhen. "Aber es gab damals einen Einstellungsstopp beim Senat. Und deswegen habe ich bis zum Schluss nur vier Stunden gearbeitet."

Weil Frauen oft in Teilzeit sind, um mehr Care-Arbeit leisten zu können, viele im Niedriglohnsektor beschäftigt sind und der Gender Pay Gap ihr Gehalt zusätzlich schmälert, verdienen sie im Laufe eines gesamten Berufslebens im Schnitt nur halb so viel wie Männer [bertelsmann-stifung.de | Studie zu Lebenserwerbseinkommen als PDF]. Das spiegelt sich in der späteren Rente.

Eine Ausnahme bilden Frauen, die keine Kinder bekommen. Bei ihnen fällt der Unterschied im Lebenseinkommen im Vergleich zu Männern viel kleiner aus: Er liegt bei zwölf Prozent in West- und drei Prozent in Ostdeutschland. "Man nennt dieses Phänomen auf Englisch die 'Motherhood Lifetime Penalty', also eine lebenslange Strafe für Mütter", erklärt Finanz-Expertin Margarethe Honisch. Als "Fortunalista" gibt sie Frauen Investment-Tipps auf Social Media. Sie macht ihren Followerinnen bewusst: "Je mehr Kinder eine Frau kommt, desto weniger Geld verdient sie im Laufe ihres Lebens. Bei einer Frau, die zwei bis drei Kinder hat, kann das bis zu einer Million Euro weniger sein."

60 Prozent der Frauen haben Angst vor Altersarmut

Wer diese Zahlen kennt, wundert sich nicht, dass die Mehrheit der Frauen in Deutschland Angst vor Altersarmut hat: Laut der Brigitte-Studie von 2021 machen sich rund sechzig Prozent der Befragten Sorgen, als Rentnerin zu wenig Geld zum Leben zu haben. "Diese Angst ist begründet", sagt Autorin Kristina Vaillant. Von 2008 zu 2018 ist der Anteil von Frauen in Altersarmut deutschlandweit gewachsen: von 13,6 auf 16,4 Prozent. "Wenn sich an unserem Rentensystem nichts grundsätzlich ändert, wird diese Zahl sicherlich noch steigen."

Die 2021 eingeführte Grundrente - ein Zuschlag von maximal 418 Euro monatlich auf besonders niedrige Renten - sieht Kristina Vaillant zwar als richtigen Schritt. "Aber es ist nicht die Lösung des Problems". Die Berechnung sei zu kompliziert, kritisiert sie, und die Hürden für den Anspruch auf die Grundrente zu hoch. So braucht man mindestens 33 Beitragsjahre, um den Zuschlag zu bekommen. "Wenn man sich die Rentnerinnen von heutzutage anguckt, ist es aber so, dass sie auf durchschnittlich 28 Beitragsjahre kommen", sagt Kristina Vaillant. "Das ist ein Grund, aus dem sehr viele nicht profitieren werden von dem neuen Zuschlag."

Die Niederlande haben eine bedingungslose Grundrente

Kristina Vaillant plädiert deshalb dafür, das deutsche Rentensystem grundsätzlich zu reformieren und solidarischer zu gestalten - zum Beispiel nach dem Vorbild der Niederlande. Dort bekommen alleinstehende Rentner:innen 1250 Euro monatlich vom Staat - unabhängig davon, wie viel sie gearbeitet haben und wie hoch ihr Verdienst war. Einzige Voraussetzung: Die Person muss nach dem 15. Lebensjahr 50 Jahre in den Niederlanden gelebt haben. Hier erklären unsere ARD-Kolleg:innen von "Plusminus" dieses Rentenmodell genauer [daserste.de].

Ob Christa Vieten durch die neue Grundrente mehr Geld bekommt, weiß sie noch nicht. Sie hat noch keinen Bescheid bekommen: "Bei meinem Glück falle ich da mal wieder hinten runter", befürchtet sie. Statt auf Hilfe vom Staat zu warten, setzt sie auf Selbsthilfe. Dafür hat sie in Neukölln den Verein "Die Superarmen" gegründet, in dem sich arme Menschen gegenseitig helfen: "Wir gehen einkaufen, wenn Leute gerade nicht aus dem Haus können - zum Beispiel weil sie krank sind", erklärt Christa Vieten. "Wenn jemand einen Hund hat und ins Krankenhaus muss, dann kümmern wir uns um den. Wir helfen dabei Anträge auszufüllen, für den Schwerbeschädigtenausweis und Ähnliches."

Manche Aufgaben, die sich der Verein gesetzt hat, sind kleine Gesten, Nachbarschaftshilfe. Aber sie bedeuten viel - nicht nur für die Menschen, denen geholfen wird, sondern auch für die Vereinsmitglieder selbst. "Ich bin nicht allein, ich sitze nicht zu Hause vor dem Fernseher", sagt Christa Vieten. "Es ist ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden."

Sendung: "Niedrige Rente bei Frauen", Episode der rbb|24-YouTube-Reihe "Jetzt mal konkret", online seit 16.02.2022

Beitrag von Anne Kohlick

49 Kommentare

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  1. 49.

    Sie sollten von Glück reden, dass Sie offenbar nie ohne Arbeit dastehen mussten. Was ich dazu weiß, ist eher etwas anderes: Frauen wollen Vollzeit arbeiten gehen und können es nicht, weil nur Halbstagsstellen angeboten werden. Eine Vollzeitstelle "ist zu teuer".Vielleicht ist es heute besser. Was sich Ihr Beispiel zeigt, ist, dass Sie da eher noch den typischen pico bello Haushalt preisen. Ob die Frauen von heute zur pico bello Haushaltsfee streben, bleibt dahingestellt. Klar, Ordnung muss überall sein: im Leben wie zu Hause, aber pico bello hat so sein Geschmäckle. Auf jeden Fall müssen mehr arbeitsfähige und arbeitstätige Personen aus allen Bereichen einzahlen. Unterschiede zw. den Gehältern von Frau & Mann darf es nicht mehr länger geben. Berufs-/Uniabschlüsse müssen sich im Gehalt wiederfinden -- ohne wenn und aber. Was wollen wir denn unseren Kindern raten? Wenn es dann in der Berufswelt nicht eingehalten wird?Unverständlich auch die vielen Abbrüche von Ausbildungen

  2. 48.

    Nein, die Abgeltungssteuer auf Aktienerträge ist lediglich eine Vorabsteuer. Die Erträge bleiben Teil des Einkommens und sind in der Steuererklärung mit anzugeben. Abzüglich der Freibeträge wird dann auf den persönlichen Steuersatz nachversteuert. Die 25% greifen effektiv nur bei Steuerausländern.
    Die Mehrwertsteuer ist keine Zweitversteuerung sondern ein neues Steuerereignis, da man in diesem Fall Geld ausgibt und einen Mehrwert erfährt. Bei der Erbschaftssteuer ist dem nicht so. Diese ist daher eine andere Besteuerungsgrundlage mit engeren Grenzen. Steuerlich am fairsten wäre tatsächlich eine ausschließliche Mehrwertsteuer, diese würde aber kleine Einkommen übermäßig belasten. Daher gibt es die zweifache Besteuerung.

  3. 47.

    Der Austausch eines defekte "Wasserhahnes" ist ja nun eine ziemlich leichte Angelegenheit. Oft ist der alte auch zu reparieren, 1,Absperrventil (e ) zu und entweder mit Hanf und ein wenig Sanitärfett eindichten nach Entfernung des alten eindrehen. Es sollte auch Nachbarn geben, die sich etwas auskennen und kostenlos helfen. Die Mietergemeinschaften machen viel zu wenig Gebrauch von der gegenseitigen Hilfe. Polytechnischer Unterricht war in der DDR nichts schlechtes.

  4. 46.

    Auf Aktiengewinne und Dividenden fällt die Abgeltungssteuer von 25% an.
    Gehalt ist auch schon voll versteuert und trotzdem muss Mehrwertsteuer abgeführt werden.

  5. 45.

    Ach und dann kommen Sie bei mir vorbei ? Soll alleine renovieren oder wie letztens meinen Wasserhahn erneuern? Nichtsnutzen das der 80 € gekostet hat nein der Handwerker wollte auch Geld …..wer repariert bei Ihnen zuhause??
    Nach 45 Jahre Arbeit , zwei Kinder groß gezogen bekomme ich 846,98 € Rente meine Witwenrente geht nur alleine für die Zweizimmerwohnung auf. Da ist kaum noch Spielraum . Hausrat, privatehaftpflich und Telefon und nicht zu vergessen Geld für die Beerdigung zurück legen. Grossschnautzen! Kann jeder.

  6. 44.

    Man stellt sich zwei Nachbarinnen vor. Die eine geht 45 Jahre lang, jeden Tag einer vergleichsweisen Teilzeit nach: nur 35 h/Woche, verdient gut und zahlt bis zur Bemessungsgrenze ein. Den Haushalt macht sie gemeinsam mit ihren Mann, wenn die Nachbarin bereits fertig ist. Um den Standard im Alter zu halten, sorgt sie privat vor. Die Andere ist mind. 12 Jahre lang zu Hause für die Kinder da und geht dann 20h/Woche zuverdienen, der Haushalt ist immer noch picobello. Am ersten Rententag, nach 30 Arbeitsjahren verlangt Sie von der Anderen, die noch arbeitet ,um 45 Jahre „voll“ zu kriegen, sie solle ihr gefälligst was abgeben, denn sie hat ja mehr...
    Wenn man so weitermacht passiert folgendes...die Gedanken sind frei, und die fehlenden Randbedingungen in der Geschichte haben einen Grund...

  7. 43.

    Wenn Sie Texte endlich mal vollständig erfassen würden, hätten Sie selbst erkennen können, dass ich genau das als zweite Ursache selbst angesprochen hatte. Dass Frauen solche Tätigkeiten verstärkt ausführen müssen, hat nämlich genau die genannten Ursachen.

  8. 42.

    Das Problem bei der Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze wäre aber, dass es für die Rentenversicherung teurer wäre, als es nützen würde. Gutverdiener hätten Anspruch auf noch höhere Renten und das auch noch überdurchschnittlich lange, weil genau diese Gruppe im Durchschnitt länger lebt, als zum Beispiel Arbeitnehmer mit körperlich belastenden Berufen. Der Beitragszahler unterhalb der Grenze hätte dagegen gar nichts von einer Änderung, weil die Ansprüche individuell erworben werden und eine Umverteilung innerhalb des Systems nicht zulässig ist. Dafür müssen Steuergelder eingebracht werden. Eine breitere Basis wäre zwar eine Lösung, aber auch nur kurzzeitig. Wir werden als Gesellschaft auch künftig mehr Steuergelder beisteuern müssen, die zum Beispiel aus der Besteuerung von Maschinenarbeit stammt. Das muss aber weltweit passieren, weil sonst Firmen einfach abwandern. Eine einfache Lösung gibt es nicht.

  9. 41.

    Unfug, Aktiengewinne werden im Rahmen der Einkommensteuer jetzt schon mit dem normalen, persönlichen Steuersatz besteuert, der bis zu 45%betragen kann. Die steuerfreien Haltefristen sind defacto schon lange abgeschafft. Im Gegenteil wird mit der Börsensteuer vom Staat sogar nochmal zugelangt. Und Erbe ist bereits voll versteuertes Vermögen. Eine noch höhere erneute Besteuerung dürfte sogar verfassungsfeindlich sein. Der Staat gewährt nicht aus lauter Großmut so hohe Freibeträge. Außerdem gäbe es genug Modelle, das zu umgehen. Ihr typisch kommunistische "Noch-Mehr-Wegnehmen" ist eine reine Neiddebatte. Ob ich mein Vermögen selbst verpasse oder es meinen Nachkommen überlasse, geht den Staat im Grunde nichts an.

  10. 40.

    "Man kann einen Verteilungskampf führen, muss aber mit der Gegenwehr der Gebenden rechnen. Und die sind nicht bereit für etwas geradezustehen, was Nehmende so alles wollen...?"

    Die "Gebenden" sind die Arbeitnehmer, die einer "normalen" Tätigkeit nachgehen und trotzdem keinen gerechten Lohn und somit keine gerechte Rente bekommen.

    Die "Nehmenden" sind die Nehmer, die Aktiengewinne und andere leistungslose Gewinne nicht versteuern müssen. Ergo, werden die "Gebenden " kaum Gegenwehr leisten, wenn ihre Situation verbessert wird.

  11. 39.

    Es sollten endlich einmal die Gehaltsunterschiede zwischen Frau und Mann ausgeräumt werden.
    Wäre doch mal ein Anfang.

  12. 38.

    "Die heutigen Rentner sind nämlich ursächlich nicht Opfer von "neoliberalen" Niedriglöhnen sondern von struktureller Abhängigkeit der Frauen vom arbeitenden Ehemann, weil der Staat eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht zu garantieren vermag."

    Leider hat ihre Theorie einen Haken, darüber kann auch ihre Selbstgefälligkeit nicht hinwegtäuschen. "... denn Frauen sind im Niedriglohnsektor überproportional vertreten."

    Also sind asoziale Niedriglöhne der Auslöser und nicht die als Ausrede vorgeschobene Abhängigkeit vom Mann. Sie sollten sich endlich mal angewöhen die Artikel auch zu lesen, die sie zu kommentieren versuchen.

  13. 37.

    Weil die Rente kein Almosen ist, heißt sie ja auch VERSICHERUNG, wo man einzahlt. Für Löhne sind nicht die Rentenkassen oder Politiker zuständig - zum Glück.
    Bemessungsgrenze aufheben: führt zu höheren Renten durch mehr Rentenpunkte, was gut ist, gerecht sowieso.
    Alle zahlen ein: auch die AG der Beamten, die die Gehälter um genau diese Zahlungen zu Gunsten der Steuerzahler klein halten und in die Zukunft verlagern, wenn man die Pension überhaupt erreicht.
    Alle (Aktien)Gewinne UND Verluste berücksichtigen mit 25% Steuer oder nicht? Hm, Verwerfungen sind nicht ausgeschlossen..
    Selbstständige zahlen ein und bekommen viel raus? Siehe Ärzte usw. Wie es jetzt ist, hat seinen Grund.
    Aber man kann den Arbeitsminister Heil sehr gerne daran erinnern, dass er seinen Job macht: Subunternehmertum bekämpfen.
    Man kann einen Verteilungskampf führen, muss aber mit der Gegenwehr der Gebenden rechnen. Und die sind nicht bereit für etwas geradezustehen, was Nehmende so alles wollen...?

  14. 36.

    Es ist wirklich schön, dass Sie jeden einzelnen meiner Kommentare zuverlässig beantworten, selbst wenn es mal wieder vollkommen an den Realitäten weit vorbei geht. Die heutigen Rentner sind nämlich ursächlich nicht Opfer von "neoliberalen" Niedriglöhnen sondern von struktureller Abhängigkeit der Frauen vom arbeitenden Ehemann, weil der Staat eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht zu garantieren vermag. Das ist im Übrigen in der Verantwortlichkeit der Bundesländer und egal, welche Parteikonstellationen dort an der Regierung sind, das Problem besteht weiterhin, mal mehr, mal etwas weniger. Die zweite Ursache liegt bei den Frauen selbst, die mehrheitlich in schlechter bezahlte Berufe drängen. Die schlechtere Rente ist damit vorprogrammiert. Ihre ideologischen Behauptungen gehen zumindest bei der heutigen Rentnergeneration an den Ursachen weit vorbei.

  15. 35.

    Das Problem ist,dass das Rentensystem starr ist.
    Was man einzahlt,bekommt man auch raus,daher bringt es keine Verbesserungen,nur weil alle auf einmal einzahlen.
    Das andere Problem ist,dass die Rentenerhöhungen exakt an die Lohnentwicklung gekoppelt sind. Das kann einfach nicht funktionieren,wenn es immer mehr Rentner pro Einzahler gibt.

    Das System ist schon lange kollabiert und wird nur durch Zuzahlungen aus der Steuerkasse am Leben gehalten. Notwendige kosmetische Maßnahmen wie die Besteuerung der Renten helfen auch nicht wirklich.

    Generell ist die umlagefinanzierte Rente ein gutes System,es muss aber dringend flexibler werden.

  16. 34.

    Unterm Strich sollten wir wieder zu einer Gesellschaft der Leistungswilligen zurückfinden, in dem sich "Leistung wieder lohnt"!

    Genau diese asoziale und falsche neoliberale Denkweise haben den jetzigen Zustand beschert. Wir brauche faire Löhne und das BGE.

    Und endlich eine faire Besteuerung für leistungslose Einkommen. Erbschaftssteuer, Aktiengewinne usw.

  17. 33.

    Übrigens, der Betrug durch die Regierenden an den Rentnerinnen begann schon damit, dass sie, wenn sie mit 60 Jähren in Rente gehen wollten, zusätzlich zu den weniger erarbeiteten Rentenpunkten nochmals 18% der Rente abgezogen wurden, setzt sich mit der ,,Rentenreform" fort und die absolute Krönung ist die unselige Rentenbesteuerung.

  18. 32.

    Es scheint bei Ihnen alles so logisch und einfach zu sein. Und trotzdem widerspreche ich. Ich habe Kenntnis aus meinem Umfeld, dass eben die "richtigen"Weiterbildungen, die freiwillig und aus eig. Ersparnissen der Betreffenden trotz anschließenden Mehrwertes in der Firma nicht honoriert wurden! Frau landete zwar nicht in Hartz IV, aber das war es dann auch. In der Partnerschaft hätte man sie lieber zu Hause gesehen. Aber als Außenstehender kann man nicht helfen. Außerdem muss ich den Foristen Recht geben, die eine nochmalige Besteuerung des Einkommens mit der Bezeichnung `Rente` ggf./bzw. generell ein zweites Mal kritisieren. Mit allerlei Tricks wird dafür gesorgt, dass Arbeit unter das "Sinn"rad' lohnt sich - lohnt sich nicht? -- gerät. Meine Rede geht um ziemlich normale Berufe, die einen UNI-Abschluss in der Regelzeit (4J.) erfordern. Für die jungen Menschen heute schon eine gr. Hürde! Bin gern arbeiten gegangen, auch wenns derzeit immer enger wird.

  19. 31.

    Gratulation; Sie sind eben eine selbstbewusste Frau mit Intelligenz. meine Frau war wegen der 3 Kinder 7 Jahre nicht arbeiten aber dann voll durchgestartet ; zeitweise mehr verdient als ich. Habe kaum eine Hausarbeit gescheut und obendrein war es hier üblich seine Wohnung selbst zu modernisieren; viel Freizeit geopfert. Nach 1990 war Eigentumerwerb angesagt und keine Fernreisen. Kleine Laster hat jeder aber beide Nichtraucher. Die arme Frau sollte die Zigis auch sein lassen.

  20. 30.

    Die Österreicher bekommen sogar zusätzlich noch eine Urlaubsrente!
    Das Rentensystem in AT ist wie in DE umlagefinanziert, aber es zahlen auch Politiker und Slbstständige ein. Außerdem müssen alle Arbeitgeber eine Betriebsrente mitfinanzieren und das Renteneintrittsalter liegt niedriger: Bei Frauen 60 und bei Männern 65 Jahre.
    "... Knapp 47 Prozent der Beschäftigten mit weniger als 1 500 Euro Erwerbseinkommen im Monat haben weder eine Betriebs- noch eine Riester-Rente. ..."!
    Eine Entlastung von Rentenkasse und Staatshaushalt in DE kann nur erreicht werden, wenn alle einzahlen und wenn die Bemessungsgrenze aufgehoben wird.
    https://fuer-niedersachsen-in-berlin.de/2017/07/bundesrat-beschliesst-gesetze-zu-betriebsrenten-ost-west-angleich-und-verbesserten-erwerbsminderungsrenten/
    https://rentenbescheid24.de/renten-abc/auslandsrenten/rentensystem-von-oesterreich/
    https://www.gdv.de/de/themen/positionen-magazin/oesterreichs-staatshaushalt-aechzt-unter-rentenlasten-64702

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