Zensus 2022 - Berlin und Brandenburg suchen Tausende Helfer für die Volkszählung

Mi 02.02.22 | 13:18 Uhr
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Symbolbild: Volkszählung (Quelle: dpa/Edith Geuppert)
Audio: rbb 88.8 | 02.02.2022 | Juliane Kowollik | Bild: dpa

Rund 700.000 Menschen in Berlin und Brandenburg müssen in diesem Jahr unzählige Daten über sich und ihre Lebensumstände preisgeben. Für diese verpflichtende bundesweite Haushaltsbefragung werden noch freiwillige Helferinnen und Helfer gesucht.

Berlin und Brandenburg suchen noch 5.000 sogenannte ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte für den Zensus 2022 - etwa 2.000 in Berlin und 3.000 in Brandenburg. Das teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Mittwoch bei einem Online-Pressegespräch mit. Die Personen bekommen demnach Aufwandsentschädigungen [statistik-berlin-brandenburg.de].

700.000 zufällig ausgewählte Berliner und Brandenburger werden ab 15. Mai bei einer deutschlandweiten Volkszählung befragt. Eigentlich war das schon für 2021 geplant, wurde aber wegen Corona verschoben. Mit dem "Zensus 2022" soll ermittelt werden, wie viele Menschen in der Region leben, wie sie wohnen und arbeiten.

Letzter Zensus ist elf Jahre her

Stichtag ist am 15. Mai. Ab diesem Datum erhalten rund 10,2 Millionen Menschen per Post die Information, dass sie zufällig für die Befragung zu Alter, Familienstand, Staatsangehörigkeit sowie Wohn- und Arbeitssituation ausgewählt wurden. Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Wohnheimen werden befragt, bei Gemeinschaftsunterkünften wie Altenheimen muss die Leitung Auskunft geben.

Die Befragung endet im November. Rund 400.000 Personen in Brandenburg und 300.000 Personen in Berlin werden bis dahin befragt. Sie sollen einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung abbilden. Elf Jahre nach dem letzten Zensus sollen zahlreiche Daten aktualisiert werden. Der Zensus sei wichtig, um eine verlässliche neue Datenbasis für Politik, Verwaltung oder Wissenschaft zu bekommen, hieß es.

Verwaltungen sollen online Auskunft geben

Für den Zensus arbeiten die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zusammen. Wegen Corona soll nur ein Teil der Fragen in kurzem persönlichem Kontakt geklärt werden, etwa an der Haustür mit Abstand und Maske. Darüber hinaus soll die Erhebung der Informationen telefonisch, online oder mit Hilfe schriftlicher Fragebögen erfolgen. Eigentümer oder Verwaltungen sollen online Auskunft zu ihren Wohnungen und Wohngebäuden geben.

Wer für den Zensus ausgewählt wurde, ist zur Teilnahme verpflichtet. Wer die Auskunft verweigert, muss mit Geldbußen zwischen 200 bis 300 Euro rechnen. Die genaue Höhe wird noch ermittelt.

Vorbefragung zu Gebäude- und Wohnungszählung bereits gestartet

Bereits am 6. September des vergangenen Jahres startete für einen Teil der Auskunftspflichtigen in Berlin und Brandenburg die Vorbefragung zur Gebäude- und Wohnungszählung für den Zensus 2022.

Der Fragenkatalog der Gebäude- und Wohnungszählung erfasst beispielsweise, wie viele Wohnungen es gibt, wie groß sie sind, wie hoch die Nettokaltmiete ist, wem sie gehören, das Baujahr und Heizungsart. Zudem müssen Eigentümer Auskunft geben, ob ihre Wohnungen vermietet sind, weshalb und wie lange stehen sie möglicherweise leer und wieviele Zimmer gibt es. Zusätzlich müssen die Namen und die Zahl der Bewohner angegeben werden. Die Angaben sollen unter anderem dabei helfen, den Wohnungsbau zukünftig verlässlicher zu planen.

Sendung: Inforadio, 02.02.2022, 12 Uhr

39 Kommentare

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  1. 38.

    Ich habe gewiss verständnis,das gewisse Daten für planungen benötigt werden.
    Aber wozu benötigt der Staat die Namen von Mietern?

  2. 37.

    Ein Musterfragebogen steht hier als PDF zur Verfügung:
    https://www.zensus2022.de/DE/Wer-wird-befragt/musterfragebogen-pilotstudie-PDF.html

  3. 36.

    Was geht sie das an? Unterstellen sie mir da etwas?
    Mein Problem ist, das ich keinen Grund dafür sehe Menschen ins das Gefängnis zu schicken wenn sie solche Informationen nicht herausgeben. Da fehlt klar die Verhältnismäßigkeit.Das ist weit von irgendwelchen Pflichten entfernt.
    Hier geht es nicht um Gefahrenabwehr oder sonstige Gründe bei denen man Menschen zu Recht von anderen separiert, hier geht es um eine Datenerhebung.
    Was ist wenn trotz Beugehaft die Informationen nicht preisgegeben werden? Dauerhaft? Werden in 10 Jahren Menschen im Gefängnis sitzen, weil sie an einer Umfrage nicht teilgenommen haben? Wo bleiben da die Menschenrechte? Wo bleibt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung? Wie rechtfertigt man da Gewaltmonopol (wer der Hafteinladung nicht nachkommt wird unter Zwang in Haft genommen)?
    Das ist doch keine Pflicht, sondern Zwang. Aus einer Pflicht kann ich mich rauskaufen und muss Einschränkungen hinnehmen, aber komme dafür nicht ins Gefängnis.

  4. 35.

    Hallo René, googelt man "Zensus 2022" wird man schnell fündig:

    https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/zensus22

    Beste Grüße und alles Gute,

    Ihre Redaktion

  5. 34.

    Da werden Leute gesucht, aber wie und wo man sich bewerben kann wird nicht gesagt. Telefonisch ist das AFS nicht errreichbar. Hat mal wieder zu 100% eine Berhörde versagt. Also typisch Berlin.

  6. 33.

    Mir ist nicht klar, was der Staat von mir nicht weiß. Stellen Sie sich vor, Sie leben im ach so freien Schweden. Da kann jeder nachlesen, was Sie verdienen. Wenn Sie meine Amtsbezeichnung und meinen Familienstand kennen, können Sie mein Gehalt googeln und das jedes Beamten, na und?
    Wir Deutsche sind doch sonst nicht so zimperlich:
    Mein Haus, mein Boot, mein Auto. Aber bei jeder Volkszählung wird ein Affentheater veranstaltet.
    Wer es sich zutraut,sollte ruhig als Zähler gehen, es ist hart.

  7. 32.

    Man hat als Bürger eben auch Pflichten und nicht nur Rechte....Gibt es in Ihrem Haushalt etwa Geheimnisse die sie vertuschen versuchen? ;-)

  8. 31.

    Mal eine Frage am Rande. Laut eines anderen Presseproduktes kann man mit der Strafzahlung die Auskunft nicht umgehen und wird zur Not mit Beugehaft belegt. Ist das wahr? Wenn ja, dann kann man von Auskunftszwang sprechen. Das ist doch ein riesiger Unterschied zu einer Auskunftspflicht, weil mir die Freiheit entzogen wird und ich höchstens durch Auswanderung dem entgehen kann. Was zur weiteren Fragen führt ...
    Deswegen erstmal hauptsächlich: Ist es wahr, dass man zur Auskunft gezwungen werden kann?

  9. 30.

    Hallo, ich verstehe Ihren Beitrag so, dass auch ein (künftiger) Eigenheimbesitzer allerhand gegenüber den Behörden offenzulegen hat. Und auch das (gewählte) Bankinstitut dürfte ja einiges abfragen, so meine Vorstellung. Und sich im Wohnort anzumelden, betrifft ja auch Sie. Dennoch scheint mir es eben ohne Zusatzinformationen fraglich, einem unbekannten Interviewer (wer das sein kann, ist ja auch ein Ding) allerhand Details, sogar im Hausflur/" an der Wohnungstür" zu übermitteln. Es gibt wirklich viele Fragen, die einer Verwaltung bekannt sein dürften, nochmals über eine Person abfragen zu wollen. Dann sollte man "als von der Zählung Betroffener", was ich hier gern wörtlich verstehen möchte, die Unterlagen schriftlich ausfüllen dürfen.

  10. 29.

    Befragungen aber nur unter der Prämisse 2G+.

  11. 28.

    Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass ich wildfremden Menschen, die an meiner Tür klingeln oder anrufen, sagen muss, wie hoch mein Einkommen bzw. Haushaltseinkommen ist und andere persönliche Dinge. Selbst wenn die "Interviewer" verpflichtet werden sollen, alle Daten vertraulich zu behandeln, gibt es dafür keine Garantie, siehe den von Heidekind (Kommentar 16) benannten Artikel aus der Berliner Zeitung. Ich mache Fremden sowieso nie die Tür auf und derartige Auskünfte am Telefon gebe ich grundsätzlich nicht. Wie wird denn sichergestellt werden, dass am Telefon tatsächlich jemand vom Statischen Bundesamt anruft?

  12. 27.

    Den Helfer zu sich nach Hause bitten, Maske abnehmen und sagen man ist ungeimpft...

  13. 26.

    Ich hoffe dei Volkszählung bringt neue Erkenntnisse, wie viele Menschen nun genau in Berlin leben, wie die Bevölkerungsentwicklung ist und wie viele Wohnungen neu gebaut werden müssen. Und es wäre sicher hilfreich, genauer zu planen wie viele Schul- und Studienplätze in den nächsten Jahren geschaffen werden müssen ;-)

  14. 25.

    Tatsächlich ist der wohlverstandene Datenschutz der Grund, weshalb nicht alle Angaben in irgendwelche Richtung hin personenbezogen zusammengeführt werden dürfen. Das war auch die Grund für die seinerzeitigen Volkszählungs-Boykott-Initiativen 1983 und 1987 und das Gerichtsurteil von 1983, dass Infobögen und Mantelbogen nicht zusammengewirkt daherkommen dürfen. Das entspricht der Praxis bei der Briefwahl, dass nicht die gleiche Person, die den äußeren Brief geöffnet hat auch den inneren Brief mit dem Stimmzettel direkt und nacheinander öffnen darf.

    Die Erhebung soll ja keine Aufschlüsse über die Lebenspraxis einer einzelnen Person ergeben, sondern anonymisiert Aufschlüsse über eine Gesamtpraxis liefern, was Stichprobenerhebungen so nicht leisten können. So jedenfalls das Grundanliegen. Über das Ziehen von Rückschlüssen und ob jemand an einem ggf. sogar systematischen Verstoß Interesse haben könnte, liegt in den Sternen.

  15. 24.

    Denn Sie befürchten, mit diesen Daten könnte irgendwer... was machen?

  16. 22.

    Falls ich dabei sein sollte, dann zahle ich freiwillig 200 bis 300€. Wo leben wir eigentlich, wer will mich dazu nötigen persönliche Daten raus zugeben? Da kann mich der Staat wirklich mal kreuzweise.

  17. 21.

    Vermutlich steht einem Datenabgleich die Paranoia im Wege:
    Die eine Behörde darf nicht wissen, was die andere weiß.
    Aber fein, dass man das Fragenbeantworten (dessen konkreter Nutzen sich mir nicht aus dem Stehgreif erschließt) auch online erledigen kann.
    Jetzt wünschte ich nur noch, dass man auch jenen, die zu entscheiden haben, wie in Deutschland gewählt werden darf, mal verraten würde, dass es mittlerweile etwas gibt, das man "Internet" nennt.

  18. 20.

    Hallo Holger,

    der Datenschutz ist hier fürchte ich kein Schild hinter dem man sich verstecken kann, immerhin sind die Vermieter vom Gesetzgeber verpflichtet worden, Auskunft zu geben. So steht es im Zensusgesetz und wenn ich mich nicht Irre gab es in der Dsgvo Grundlagen für die Daten Weitergabe durch Gesetze.

  19. 19.

    Ich gebe meine Verhältnisse nicht preis. Für solch eine Überwachungsaktion Ehrenamtliche zu suchen ist dreist!

  20. 18.

    @ realistisch, Sie vergessen dabei u.a. Eigenheimbesitzer.
    Auch die bilden einen Teil der Bevölkerung ab.

  21. 17.

    @ Karsten, die Einwohnermeldeämter haben Ihre Anschrift und mit wem Sie seit wann wohnen. Die letzten "Volkszählungen" waren zumindest deutlich unfangreicher.

  22. 16.

    Die Berliner Zeitung hat hierzu einen Bericht mit etwas mehr Einzelheiten online.
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/zensus-2022-die-region-macht-inventur-li.209520

  23. 15.

    @Ungeimpfter, vielleicht sollten Sie erstmal wissen, welche Angaben abgefragt werden sollen, ehe Sie hier vermuten, welche Daten bei Ihrer Steuererklärung schon gemacht sind.
    Vielleicht sind Sie noch zu jung, um das zu wissen, aber in der Steuererklärung geben Sie zum Beispiel nicht Wohnung- oder Hausgröße an. Auch steht Ihr Bildungsabschluss nicht in der Steuererklärung. Das wurde zum Beispiel bei den letzten "Volkszählungen" abgefragt.
    Viele der abzufragenden Daten werden für politische Entscheidungen benötigt. Eine Verweigerung, genauso wie eine Impfverweigerung ist eventuell selbstschädigend.

  24. 13.

    Wozu gebe ich meine Steuererklärung ab, wo ich mich anmelden und das alles angeben musste? Denen sind doch alle Daten bekannt. Unfähigkeit bewiesen. Sogar für Totalüberwachung dessen sinnvolle Verarbeitung der vorliegenden Daten sind die zu blöd, die Behörden? Unglaublich.

  25. 12.

    ' Die Eigentümer müssen Auskunft geben"... "Zusätzlich müssen die Namen und die Zahl der Bewohner angegeben werden" ...... "Die Anga-ben sollen unter anderem dabei helfen, den Wohnungsbau zukünftig verlässlicher zu planen." Da kann man nur hoffen, nicht die berühmte "Karte" zugewiesen zu bekommen. Ich meine, dass wir hier eine Pressemitteilung lesen, ist auch klar. Mehr wollte der "Veranstalter" nicht sagen. Dennoch wäre für den Aha-Effekt nötig zu wissen, warum derart in private Details eingegangen werden soll, die dann letzten Endes nur Zahlen sind. Eine Mietwohnung wird zugesprochen. Dem Vermieter sind dann doch schon allerhand Fakten offenzulegen, was ich in diesem Prozedere sogar verstehen kann. Warum man dann noch mal die Bürger befragen möchte, erschließt sich ohne Erklärungen nicht. Statistik ist das eine, aber jeder, der in dieser Stadt eine bezahlbare Wohnung gesucht hat, weiß, wie zermürbend und demotivierend die Suche nach einem Zuhause sein kann. Oder sind das nur fakes?

  26. 11.

    Ich werde ganz sicher keine Daten meiner Mieter herausgeben. Das verstößt ja nun grundsätzlich gegen den Datenschutz.

  27. 10.

    "Darüber hinaus soll die Erhebung der Informationen telefonisch, online oder mit Hilfe schriftlicher Fragebögen erfolgen."
    Damit dürfte ihre Frage beantwortet sein.

  28. 9.

    Tja, dann eben 300€ Bußgeld. Persönliche Daten von mir, gleich welcher Art, Nein!

  29. 8.

    …genau den gleichen Gedanken hatte ich sofort beim lesen…

    Warum wird das nicht schriftlich gemacht?

  30. 7.

    Dann belesen Sie sich mal ein bissel, dann wissen Sie auch, wie sinnlos das alles wirklich ist...

  31. 6.

    ein Glück meine Klingel ist Putz

  32. 5.

    Telefonisch? Und wenn ich den Anruf verpasse? An der Haustür? Und wenn ich nicht da bin? Muss ich dann deshalb Strafe zahlen? Außerdem haben die Einwohnermeldeämter doch alle relevanten Infos. Ist doch wieder völliger Quatsch die ganze Aktion.

  33. 4.

    Genauso ist es … schon sehr merkwürdig und das Geld was hier sinnlos verschwendet wird könnte alle Male gerade in der heutigen Zeit sinnvoller ausgegeben werden .

  34. 3.

    Wozu werden denn Namen abgefragt, wenn es "nur" eine repräsentative Erhebung ist?
    Wie steht es denn da mit dem, bei jeder Gelegenheit erwähnten, Datenschutz.
    Befragung an der Tür, damit alle Nachbarn lange Ohren bekommen?
    Schon etwas merkwürdig.

  35. 2.

    Wieso werden denn in Brandenburg (2,5 Mio. Einwohner) mehr Bürger befragt, als in Berlin (3,4 Mio. Einwohner)? Weil Flächenland??

  36. 1.

    Wir können doch laut durchzählen, haben wir in der Schule immer so gemacht.
    Vorne links angefangen, hinten rechts aufgehört.


    Hoffe, ich konnte helfen.
    :)))

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