Lebensmittelverschwendung in Berlin - "Mir tut es weh, dass die perfekten Orangen im Müll liegen"

Do 10.02.22 | 07:55 Uhr | Von Naomi Donath
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Weggeschmissene Lebensmittel liegen in einer Mülltonne. (Quelle: dpa/Christiane Raatz)
dpa/Christiane Raatz
Video: rbb|24 explainer | 09.02.2022 | Bild: dpa/Christiane Raatz

Täglich landen Lebensmittel der Supermärkte im Müllcontainer. Der Protest vom "Aufstand der letzten Generation" gegen Lebensmittelverschwendung ist umstritten. Doch von ihrem geforderten Gesetz könnte die Berliner Tafel profitieren. Von Naomi Donath

Als Carla Hinrichs an einem Mittag im Januar Orangen und Baguettes aus der Abfalltonne eines Supermarkts in Berlin-Gesundbrunnen herausholt, kommt nach wenigen Minuten die Polizei. Es gibt einen Clip von der Begegnung auf Twitter, mehr als 180.000 Menschen haben ihn gesehen. Ein Polizist wirft die geretteten Lebensmittel zurück in den Müllcontainer.

Ein Polizist wirft ein Baguette zurück in einen Müllcontainer. (Bild: Aufstand der letzten Generation)
Ein Polizist wirft ein Baguette zurück in einen Müllcontainer. | Bild: Aufstand der letzten Generation

"Das ist absurd", sagt Carla Hinrichs. "Mir tut es weh, zu sehen, dass da die perfekten Orangen im Müll liegen. Mir reißt das was raus, wenn ich gleichzeitig sehe, dass Menschen Hunger leiden." Sie habe die Lebensmittel an bedürftige Menschen verteilen wollen. Carla Hinrichs erzählt, die Polizei habe ihre Personalien aufgenommen und sie in Gewahrsam genommen. Drei Stunden habe sie in einer Zelle gesessen, bevor sie wieder freigelassen wurde. Nun sei gegen sie ein Strafverfahren wegen Diebstahls eingeleitet worden.

Carla Hinrichs vom Aufstand der letzten Generation im Interview mit rbb|24. (Bild: rbb)
Carla Hinrichs vom "Aufstand der letzten Generation" im Interview mit rbb|24 | Bild: rbb

Diebstahl und Hausfriedensbruch

Containern ist strafbar, wenn der Müllcontainer abgeschlossen ist oder auf einem abgeschlossenen Areal, etwa hinter einem Zaun, steht. Wer über eine Absperrung klettert oder ein Schloss aufbricht, riskiert eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs - und eine strafrechtliche Verfolgung wegen Diebstahls. Carla Hinrichs sagt, das sei absurd: Die Schadenshöhe, die bei ihr aufgeschrieben wurde, betrage null Euro. Der Berliner Rechtsanwalt Patrick Jacobshagen erklärt: "Die Eigentumsgarantie, die man laut Artikel 14 Grundgesetz hat, erstreckt sich auch auf wertlose Sachen. Es ist meine Entscheidung, was ich behalten möchte - nur, weil es wertlos ist, darf man es mir nicht wegnehmen."

Containern soll legalisiert werden

Bundesernährungsminister Cem Özdemir (Grüne) hat angekündigt, Containern legalisieren zu wollen. Doch Carla Hinrichs reicht das nicht. "Containern zu legalisieren, packt das Problem nicht bei der Wurzel. Dann schmeißen wir immer noch Lebensmittel weg und Menschen holen sich das Essen aus dem Müll. Nein - das ist kein respektvoller Umgang mit Essen."

Hinrichs engagiert sich bei der Protestbewegung "Aufstand der letzten Generation". Die Klima-Aktivist:innen blockieren Autobahnen, auch in Berlin. Ihre Protestform ist umstritten. Sie fordern ein "Lebensmittel-retten-Gesetz" und verweisen dabei auf den Gesetzesentwurf der Klimaschutzorganisation "German Zero"[germanzero.de, PDF, Seite 439). Vorbild der Aktivist:innen ist Frankreich. Dort müssen Supermärkte, deren Verkaufsfläche größer ist als 400 Quadratmeter, unverkäufliche Lebensmittel an wohltätige Organisationen spenden. Sie dürfen sie nicht mehr in den Müll werfen.

Aktivist:innen vom Aufstand der letzten Generation blockieren die A100 in Berlin. (Bild: Aufstand der letzten Generation)
Aktivist:innen vom "Aufstand der letzten Generation" blockieren die A100 in Berlin | Bild: Aufstand der letzten Generation

Haftungsrisiko der Supermärkte

Supermärkte schließen ihre Container ab, um nicht für mögliche Lebensmittelvergiftungen haftbar gemacht zu werden. Das bestätigt Aldi Nord rbb|24: "Wir können […] auch aus haftungsrechtlichen Gründen das so genannte 'Containern' nicht tolerieren." Lebensmittel, die im Abfallbehälter sind, seien dort aus gutem Grund, sagt Phillip Haverkamp vom Handelsverband Berlin-Brandenburg: "Es kann sich beispielsweise um Warenrückläufer handeln, in denen Glas- oder Metallsplitter enthalten sein können."

1,5 Prozent landen im Müll

Nachfrage beim organisierten Lebensmitteleinzelhandel in Berlin, wie viele Lebensmittel sie wegwerfen und warum: Die Discounter Lidl, Aldi Nord, Penny, Netto Marken-Discount, Netto, die Supermärkte Rewe und Edeka, die Verbrauchermärkte Kaufland und Real sowie die Bio-Supermärkte Bio Company, Denns Biomarkt und Alnatura antworten - die meisten ohne genaue Zahlen. Zusammen betreiben sie fast 1.000 Läden in Berlin. Rewe und Penny antworten, im Jahresdurchschnitt würden sie 98 Prozent ihrer Lebensmittel verkaufen. Denns teilt mit, ihre Quote an Lebensmittelabfällen liege "im unteren einstelligen Prozentbereich". Eine Studie des Thünen-Instituts aus dem Jahr 2019 kommt zu der Einschätzung, dass im Lebensmitteleinzelhandel 1,5 Prozent des Lebensmittelumsatzes weggeworfen wird.

Was alles im Müllcontainer landet

Rewe schreibt, es würden Lebensmittel weggeworfen, die verdorben oder verschimmelt sind. Dazu kommen laut Rewe Lebensmittel, deren Kühlkette unterbrochen wurde, etwa weil sich jemand beim Einkaufen umentschieden hat und ein kühlpflichtiges Produkt nicht zurück in die Kühlung gelegt hat. Auch Waren mit abgelaufenem Verbrauchsdatum landen in der Tonne - das gilt für Fleisch und Fisch.

Für die meisten Produkte gilt allerdings das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Das ist kein Verfallsdatum, sondern eine Herstellergarantie, dass sich bis zum aufgedrucktem Datum nichts an Form, Farbe und Geschmack des Produkts ändert. Die meisten Lebensmittel sind länger genießbar - trotzdem landen sie teilweise im Müll. Denns teilt uns mit: "Ist das Datum erreicht, darf die Ware nicht mehr verkauft oder an gemeinnützige Organisationen abgegeben werden, obwohl sie teils noch Wochen nach Erreichen des MHD bedenkenlos verzehrt werden könnte."

Märkte spenden an Berliner Tafel

Alle angefragten Supermarkt- und Discounterketten geben an, Lebensmittel an die Berliner Tafel zu spenden. Das sind Lebensmittel, die sich nicht mehr verkaufen lassen, aber noch genießbar sind, etwa ein Apfel mit einer Druckstelle. Nur vereinzelt gibt es Filialen, die nichts an die Tafel spenden. Die Berliner Tafel bestätigt, dass sie von rund 1.000 Märkten in Berlin Lebensmittel bekommt.

Eine Frau an einer Ausgabestelle der Berliner Tafel. (Bild: rbb)
Eine Frau an einer Ausgabestelle der Berliner Tafel. | Bild: rbb

Tafel erreicht nicht alle Bedürftigen

130.000 bedürftige Menschen in Berlin bekommen jeden Monat Lebensmittel von der Tafel. Doch der Bedarf ist größer: Mehr als 750.000 Menschen in Berlin gelten als arm oder von Armut bedroht, laut Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands 2021.

"Wir erreichen den minimalsten Teil derer, die arm sind", erzählt Sabine Werth. Sie hat vor 29 Jahren die Berliner Tafel gegründet. "Mich irritiert, dass aus den Containern noch so unheimlich viel rauszuholen ist", sagt Werth. "Theoretisch sind wir bei all diesen Märkten. Warum schmeißen die heute was in den Container, obwohl wir heute dort waren und morgen auch wiederkommen? Das begreife ich nicht."

Sabine Werth, Gründerin und Vorsitzende der Berliner Tafel, im Interview mit rbb|24. (Bild: rbb)
Sabine Werth, Gründerin und Vorsitzende der Berliner Tafel, im Interview mit rbb|24. | Bild: rbb

Berliner Tafel befürwortet Gesetz

Sabine Werth wünscht sich ein Gesetz, dass Läden verpflichtet, unverkäufliche Lebensmittel zu spenden. "Es ist an der Zeit, dass sich endlich was tut. Es wäre ein klares Signal von Seiten der Politik an diejenigen, die sich gegen Lebensmittelverschwendung engagieren." Allerdings sollten auch kleine Läden verpflichtet werden, nicht nur Läden mit einer Verkaufsfläche größer als 400 Quadratmeter, sagt Werth.

Wichtig sei aber vor allem mehr Aufklärung über Lebensmittel, sagt Werth: "Ich kenne so unendlich viele Menschen, die glauben, mindestens haltbar heißt: Absolut wegwerfen, weil morgen bin ich tot, wenn ich das heute esse." Das sei falsch. “Viele Menschen werfen ein intaktes Produkt weg, um es dann per Neukauf durch exakt dieses Produkt wieder zu ersetzen. Das ist traurig."

Sendung: rbb24, 08.02.2022

Beitrag von Naomi Donath

86 Kommentare

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  1. 86.

    ZB im Beitrag in der Berliner Zeitung vom 08.02.22. 06:16 Uhr zu lesen: "Die Berliner Feuerwehr teilte allerdings offiziell mit, dass sie keine Beeinträchtigungen bestätigen könne."
    Ziviler Ungehorsam übertritt immer Gesetze und ist zuweilen strafbar, das ist ja auch der Sinn von dieser Protestform.
    Und er wirkt! In kürzester Zeit haben sie es geschafft, dass das Thema täglich in aller Munde ist.
    Das haben wir in all den Jahren mit netten Demos und Diskussionen und Petitionen nicht einmal ansatzweise geschafft.
    Ihr Ziel haben sie bereits jetzt erreicht.
    Es geht ja nicht darum, diejenigen, die im Stau stehen, von der Klimakatastrophe und deren Auswirkungen zu überzeugen.
    Es geht um politische Aufmerksamkeit.
    Und kontraproduktiv ist der Protest auch nicht.
    Diejenigen, die die Klimakatastrophe begriffen haben, werden sich jetzt nicht wegen den Blockaden vom Klimaschutz abwenden.
    Diejenigen, die es trotzdem tun, haben die Klimakatastrophe einfach nicht begriffen.



  2. 85.

    Ich schrieb bewusst von einer "Systemfrage". Denn es geht den Lebensmittelrettern doch nicht darum, das System der Überproduktion durch das Aufkaufen von verbilligter Ware weiter am Laufen zu halten und schon gar nicht darum, sich für lau selbst zu versorgen und das dann scheinheilig als "Heldentat" heraus zu posaunen, wie Sie es unterstellen.

    Und es ist schon reichlich naiv, anzunehmen, dass das Aufkaufen von Prozentware sowie das Aussortieren von welkem Gemüse oder angelaufenem Obst in den Märkten signifikant zur Vermeidung der jährlich anfallenden Entsorgung mehrerer Millionen Tonnen Lebensmittel beitragen würde, Thilo.

  3. 84.

    Setzt euch vorm Supermarkt oder Regierungsviertel die Autofahrer können nichts dafür.

  4. 83.

    Ihren Einsatz für den Umweltschutz respektiere ich. Zumal Sie sich an die richtigen, nämlich zuständigen Stellen gewendet haben. Die konstruktive Reaktion der Politik ist dürftig, das wissen wir alle. Aber wieso sollte dann eine Autobahnbockade mehr bringen, als der Dialog mit den Verantwortlichen? Dieser Zusammenhang würde mich sehr interessieren.

  5. 82.

    Laut Gesetz dürfen in Frankreich Supermärkte unverkaufte Lebensmittel nicht mehr wegwerfen. Das Gesetz sieht vor, dass Lebensmittel entweder gespendet oder recycelt werden müssen. Immer wieder - es geht ALLES - wenn man nur WILL.
    Jeder weiß inzwischen, dass Menschen auf diesem Planeten verhungern. Ein langer und schmerzhafter Tod. Ja, Hunger tut weh. Jedesmal wenn Lebensmittel im Mülleimer landen, sollte kurz an diese Menschen gedacht werden.

  6. 81.

    Ich weiß auch nicht, ob diese spezielle Form des Protestes die richtige ist.
    ABER: Protest in der Sache an sich ist richtig.
    UND: was mir hier im Forum auffällt ist, das die verbalen Ausfälle aus den Reihen der Protestgegner kommen. Also aus den Reihen der ach so anständigen. Nur weil sie ausgebremst wurden in ihrer freien Fahrt und in ihrer Rage das wichtigste überlesen: es gab eine Rettungsgasse für Rettungswagen.

  7. 80.

    "Rettungswagen im Einsatz werden übrigens nicht blockiert, das wurde auch von offizieller Seite bestätigt" die Bestätigung würde ich gerne sehen, über solche Fälle wurde ja schon mehrfach berichtet! Im Übrigen ist es doch völlig wurscht, WER blockiert wird, diese Aktion ist strafbar, gefährlich und kontraproduktiv, trifft die falschen und bewirkt, ausser teuren Polizeieinsätzen, nichts. Ich möchte Sie erleben, wenn Sie Ihr krankes Kind nicht zum Arzt bringen können, weil die Strasse blockiert ist.

  8. 79.

    Genauso ist es. Und wenn man die Leute um Solidarität bittet, wird man empört angemacht, dass man seine persönliche Freiheit sicher nicht einschränken wird. Aber bei Corona soll man auf einmal solidarisch sein. Dabei denken doch die meisten in ihrer Angst auch nur an sich, und das Wort Solidarität wird nur vorgeschoben.

  9. 78.

    Thema verfehlt! Es geht nicht darum, nichts fürs Essen zu bezahlen, sondern dass weniger produziert wird, damit am Ende nicht soviel wegeworfen werden muß, oder das Essen dann zumindest gespendet wird.

  10. 77.

    Ein echter Konkurrenzkampf in einem freien Markt würde natürlich derlei Überproduktion unterbinden, weil das ja den Profit schmälert. Lebensmittel werden aber (aus gutem Grund!) staatlich stark subventioniert, so dass sie billig genug sind, dass man sie einfach direkt für die Tonne produzieren kann.

  11. 76.

    Seit Jahren setzte ich mich für den Klimaschutz in Berlin ein.
    Organisiere Demos, veranstalte Infokampagnen, geh in die Schulen, rede mit Stadträten, Abgeordneten aus AGH und Bundestag.
    Alle finden toll, was ich mache, dich niemanden interessiert es. Es passiert genau garnix, bzw. begreift niemand, wie dramatisch die Lage jetzt schon im globalen Süden ist und in einigen Jahren ein Drittel der Weltbevölkerung treffen wird. Das Prinzip der Kipppunkte scheint niemand begriffen zu haben.
    Ich habe keine Idee mehr, wie man die Regierung zum Handeln bringt. Das was ich seit Jahren tue, bringt nix. Es ist mehr als frustrierend, besonders wenn man wie ich 3 Kinder hat und weiß, was sie erwarten wird.
    Ich habe nicht den Mut, mich auf die Straße zu setzen, und bin dankbar für jeden, der es tut.
    Rettungswagen im Einsatz werden übrigens nicht blockiert, das wurde auch von offizieller Seite bestätigt.

  12. 75.

    Ich finde genau darum geht es. Die müssen auch nicht 10x am Tag durch den Laden. Abends vorm Schließen reicht das. Sie gehen ja auch Nachts Containern. Denn Tags über kaufen ja die regulären Kunden solche Produkte. Es geht ja hier um Sachen die ÜBRIG bleiben und die bleiben halt nun mal am ENDE übrig und nicht Morgens um 8. Und dann können sie ja wie auf dem Bild oben zu verwelktem Porree greifen oder die guten Tomaten vom Strauch mit den schlechten abpflücken oder die perfekten Orangen von den Verschimmelten aussortieren, damit das nicht weggeworfen wird. Machen sie aber nicht, weil es nicht um das Wegwerfen geht, sondern darum nichts zu bezahlen. Wegwerfen ist ein vorgeschobener Grund, damit es sich heldenhaft anhört.

  13. 74.

    Ich würde auch den Verkehr umleiten und die dann da so lange kleben lassen wie der Kleber hält. Überall gilt der Grundsatz, dass man Erpressern nicht nachgibt. Sollte man hier auch machen. Jetzt haben sie und andere erst Mut gefasst, da sie sehen, dass ihre Masche aufgeht.

  14. 73.

    Der Artikel greift zu kurz, fragen Sie mal, wie viel Portionen Schulessen, welches ja in Berlin kostenlos ist, täglich wegen der staatlichen Hygienebestimmunge n weggeschmissen werden. Da jeder Schüler Anspruch auf dieses Essen hat, werden auch 100% geliefert unabhängig wie viel Schüler anwesend sind. Ein Abgleich im Voraus erfolgt nicht, ist ja auch nicht notwendig, der Steuerzahler zahlt es ja. Der Lieferant verdient, der Logistiker verdient und der Verwerter verdient.

  15. 72.

    Die ach so gestressten Doppel-Verdiener haben keine Zeit für gesunde Ernährung?
    Ich war Alleinerziehend mit drei Kindern und habe wirklich stressige Jobs, gern mit Mehrarbeit gehabt.
    Trotzdem gab es bei uns zwei ausgewogene warme Mahlzeiten am Tag, auch wenn die Kinder sich eine Mahlzeit aufwärmen mussten (so es kein Salat gab). Man kann mit den Kindern zusammen kochen, Mahlzeiten einfrieren, etc. Und da bleibt noch massenhaft
    Zeit um sich um die Kinder zu kümmern.
    Wer hier behauptet dass kein Geschäftsmann/-frau unbeschädigte Ware wegwirft vergisst dass knallhart die Personalkosten für das Sortieren gegengerechnet werden. Zumindest im Biobereich gibt es immer mehr Produkte die aus"unschönen" Lebensmitteln hergestellt werden und niemand hindert mich einzelne Bananen zu kaufen.
    Außerdem wäre es schön nicht Äpfel mit Kohlrabi zu vergleichen: im Artikel geht es um containern. Autofrust bitte am korrekten Ort ablassen.

  16. 71.

    "Bin gespannt wann der erste Autofahrer austickt und losfährt." >Vorsicht mit solchen "Ideen". Der Gesetzgeber verbietet Selbstjustiz und droht Konsequenzen dazu an.
    Abgesehen von der Sauerei, Lebensmittel warum auch immer auf Sraßen zu legen, zu werfen oder was auch immer stellen sich die Protestierer so selbst ein Bein, machen sich dadurch voll unglaubwürdig, dass sie genau das machen, gegen was sie parallel protestieren. Bei GEFAHR IM VERZUG erscheint es richtig (wie im Beispiel der blockierten Ärztin auf der Anfahrt zu einem Notfall) selbst auf die Gefahr einer Strafandrohung zu handeln und blockierende Protestler aus der Rettungsgasse zu räumen und am besten vorsorglich Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in Tateinheit mit Menschengefährdung gegen diese Blockierer zu erheben.

  17. 70.

    Sie schlagen also vor, dass Lebensmittelretter mehrmals täglich durch die Märkte ziehen und in den Verkaufsräumen ausgestellte "Prozentware" aufkaufen? Das mag für preisbewusste Konsumenten, die sich dafür wohl sehr "bedanken" würden, ein nettes Angebot sein, hilft doch aber nicht gegen das tonnenweise Wegkippen von noch verzehrbaren Lebensmitteln. Es geht doch nicht darum, ein paar reduzierte Lebensmittel noch schnell weg zu kaufen bevor der Handel diese massenhaft als wertlos entsorgt, sondern um eine "Systemfrage", Gerald.

  18. 69.

    Bin gespannt wann der erste Autofahrer austickt und losfährt.
    Derzeit passiert ja nichts mit den ganzen Spinnern.
    Da werden Straßen blockiert, Polizisten woanders mit Steinen beworfen und wie wird reagiert? Genau, mit Wattebällchen.
    Kein Wunder das keiner mehr seine Grenzen kennt.

  19. 68.

    So ist das leider der viel beschworene Konkurenzkampf führt in allen Bereichen zur Überproduktion. Eine mögliche Regulierung ist nicht in Sicht. Verwertbare Lebensmittel dürften nicht in der Tonne landen, durch geforderte Organisierungspflicht humanitäre Einrichtungen bereit halten. Ein finanziellen Anreiz für solche Leistung wäre evtl ein Ansatz. Übrigens in der DDR gab es Futtertonnen für ausrangierte Lebensmittel, natürlich ohne Verpackung, die dann wirklich für Tierfütterung zugeleitet wurde

  20. 67.

    Der Grund für die „Demo“ finde ich ok… aber wie dies geschieht ist ein No-Go! Für einen Wandel brauch man die Rückendeckung der Bevölkerung. Durch die Aktionen geschieht das Gegenteil. Man sollte zum Beispiel eher schauen, dass die Politik das MHD in ein besseres System umwandelt. Aber Ärzte an der Fahrt in Krankenhaus aufhalten geht halt nicht. Dann lieber die Einfahrt des Großmarkts bestreiken oder die ALDI Hauptverwaltungen.

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