Sozialministerin Nonnemacher - Brandenburg verspricht Geflüchteten unbürokratische Krankenversorgung

Sa 12.03.22 | 12:50 Uhr
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Geflüchtete Menschen aus der Ukraine registrieren sich, nach ihrer Ankunft aus Berlin, vor einer ehemaligen Quarantäne-Einrichtung (Quelle: DPA/Karl-Josef Hildenbrand)
Audio: Antenne Brandenburg | 12.03.2022 | Daniel Gäsche | Bild: DPA/Karl-Josef Hildenbrand

Eine umfassende medizinische Versorgung ist Asylsuchenden erst möglich, wenn ihr Aufenthaltsstatus geklärt ist. Brandenburgs Sozialministerin Nonnemacher sichert Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine dennoch unbürokratische Hilfe zu.

Für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ist nach Angaben des Brandenburger Sozialministeriums die schnelle und unbürokratische Krankenversorgung gesichert. Mit einem Rundschreiben seien die Sozialämter der Landkreise und kreisfreien Städte über die Kostenerstattung nach dem Landesaufnahmegesetz informiert worden, teilte das Ministerium am Samstag mit.

Alle, die medizinisch oder psychologisch behandelt werden müssten, erhielten unkompliziert Hilfe, die sie benötigen, sagte Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Dazu gehöre auch die Trauma-Behandlung sowie der Zugang zu Test- und Impfangeboten.

Akute Beschwerden können direkt behandelt werden

Mit einem Aufenthaltstitel nach Paragraph 24 des Aufenthaltsgesetzes hätten Betroffene Anspruch auf staatliche Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Das gilt nach den Angaben auch, wenn ein Schutzbegehren geäußert wird, wie Bitte um Unterkunft, Verpflegung oder medizinische Versorgung. Die Gesundheitsversorgung entspricht den Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Geflüchtete müssten sich demnach vor Ort beim Sozialamt melden, wie es hieß. Eine Registrierung durch die Zentrale Ausländerbehörde (ZABH) sei nicht zwingend notwendig. Stellen sich Betroffene bei akuten Beschwerden direkt in einer Praxis oder in einem Krankenhaus vor, würden sie behandelt.

In Berlin hatte die zuständige Kassenärztliche Vereinigung vergangenen Montag mitgeteilt, dass mehr als 500 Arztpraxen und psychotherapeutische Angebote freiwillig zugesichert hätten, Geflüchtete aus der Ukraine kostenlos zu behandeln

Sendung: Brandenburg aktuell, 12.03.2022, 19.30 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Guter Hinweis für die Rundschreibenschreiber.... die sind dankbar für solche Hinweise?
    „unbürokratische medizinische Hilfe“ können nur die Ärzte leisten. Was meinen Sie, welche Hilfe die bekommen, um ihren Job gut zu machen, außer Rundschreiben?

  2. 14.

    Zu einer sinnvollen medizinischen Behandlung gehören auch die notwendigen Medikamente. Sonst macht ja alles keinen Sinn! Solange die Betroffenen nicht erwerbstätig sein können, müssen auch die Kosten für die Medikamente übernommen werden.

  3. 13.

    Ich finde es ein gutes Signal, dass auch Kriegsflüchtlinge unbürokratische medizinische Hilfe bekommen. Aber wieso werden all diese Notwendigkeiten wie Unterbringung (in ganz Europa!!!) etc. nicht schnell und zentral gelöst? Hier ist Brüssel gefragt zügig zu handeln!

  4. 12.

    Genau, und es gibt „Rundschreiben“...

    Und es gibt Journalisten die zwei ähnliche Absätzel kopieren, um was darzustelllen? Viele sind drauf „reingefallen“?

  5. 11.

    Das gebietet schon der hippokratische Eid.

  6. 10.

    " Wir haben bekanntlich im Land einen Ärztemangel. "

    nach Angaben der KV gibt es den nicht, die Ärzte bzw Praxen sind nur ungleich verteit, also Stadt : Land , aber das ist ein anderes, ungelöstes Problem

  7. 9.

    Wie jämmerlich wäre es, diesen Menschen bei uns Schutz zu gewähren, Ihnen dann aber lebensnotwendige medizische Behandlung zu verweigern und sie deshalb hier krepieren zu lassen? Sie müssen die Hilfe bekommen, die sie benötigen, fertig!

  8. 8.

    " Stellen sich Betroffene bei akuten Beschwerden direkt in einer Praxis oder in einem Krankenhaus vor, würden sie behandelt "

    sehr gut , aber wie steht es mit Medikamenten ? die sind nicht immer preiswert und oft ist eine Dauermedikation erforderlich , zB Diabetes. Bluthochdruck etc ; beinhaltet das auch die schnelle und unbürokratische Krankenversorgung ?

  9. 7.

    Wie sollen denn die entsprechenden Kapazitäten bereit gestellt werden. Wir haben bekanntlich im Land einen Ärztemangel. Hier hätte ich von Frau Nonnenmacher einen Plan erwartet

  10. 5.

    Nur für den arbeitenden Michel bleibt der Passierschein A38."
    Und die Internet-Foren.
    Nicht zu vergessen.

  11. 3.

    Wer Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz hat, ist auch krankenversichert. Jedoch abgespeckt zur GKV. Aber eine Behandlung bei unmittelbarer Lebensgefährtin oder bei Schmerzen ist gesichert

    Wer sich nicht registrieren lässt, hat keinen Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und somit auch keine Krankenversicherung.

    Ich frage mich nur, wie das Land Brandenburg jegliche medizinische Behandlung gegenfinanzieren will

  12. 2.

    Mensch, wie schnell auf einmal alles unbürokratisch geht. Nur für den arbeitenden Michel bleibt der Passierschein A38.

  13. 1.

    Und die kostenlose Impfung bitte!!!!

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