Umfrage - Mehrheit der Deutschen für Aufnahme der Ukraine in die EU

Do 24.03.22 | 21:48 Uhr
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Symbolbild: Die Fahnen der EU (l-r), Ukraine und Deutschlands wehen vor dem Reichstag. (Quelle: dpa/B. Jutrczenka)
Bild: dpa/B. Jutrczenka

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland ist dafür, dass die Ukraine Mitglied der Europäischen Union wird. Das geht aus einer Umfrage von Allensbach hervor, die die Bertelsmann-Stiftung für den neuen "Polittalk in der Hauptstadt" in Auftrag gegeben hat. Bei der Umfrage sprachen sich 51 Prozent der Befragten für eine Mitgliedschaft in der EU aus, 20 Prozent dagegen.

Zugleich gibt es in Deutschland eine hohe Bereitschaft, Menschen, die auf der Flucht sind, zu helfen: 68 Prozent sind demnach dafür, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen.

SPD-Chef Klingbeil für schnelle Aufnahme, CDU-Vorsitzender Merz dagegen

Im Talk vom rbb-Inforadio und der Süddeutschen Zeitung machte sich auch der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil für eine Aufnahme der Ukraine in die EU stark. "Das sind Europäer", sagte Klingbeil am Donnerstag. Es sei richtig, der Ukraine "sehr deutlich" zu sagen, dass man sie in der EU wolle. Klingbeil erklärte außerdem, dass der Aufnahmeprozess beschleunigt werden könnte.

Der Vorsitzende der CDU, Friedrich Merz dagegen sieht einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine kritisch. Er wies darauf hin, dass die Ukraine auch rechtstaatliche Standards einhalten müsse. Beim Thema Korruption belege das Land im internationalen Vergleich einen hinteren Platz.

Allensbach-Umfrage auch zur Zukunft der Wirtschaft

Neben der Frage, ob die Ukraine zur EU gehören sollte, ging es in der Allensbach-Umfrage auch darum, wem die Menschen am ehesten zutrauen, dafür zu sorgen, dass die deutsche Wirtschaft in Zukunft stark ist. Ergebnis: Die Befragten sehen hier am ehesten Union und SPD in der Lage, dafür zu sorgen. Jeweils 20 Prozent der Befragten sagten, Union und SPD könnten dies am besten; 14 Prozent nannten die FDP und fünf die Grünen.

Die SPD hat den stärksten Wert beim Thema "Zusammenhalt in der Gesellschaft", die Grünen beim Klimaschutz.

Sendung: Inforadio, 24.03.2022, 19:00 Uhr

34 Kommentare

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  1. 34.

    In der Ukraine leben auch Polen und Ungarn. Das ist aber doch alle klar, wenn man in Geschicht aufgepaßt hat und die Geschichte des Gebietes und die spätere Gründung der Ukraine noch im Gedächnis hat. Es sollte bei solchen Mehrvölkerstaaten eher darum gehen, ob sich die verschiedenen Nationalität als Ukrainer fühlen oder nicht. Ich sehe es in dem Zusammenhang auch skeptisch auschließlich auf ukrainische Bezeichnungen und die Information auf ukrainisch zu setzen für die Flüchlinge - das ist nicht unbedingt die Muttersprache aller Flüchlinge.

  2. 33.

    "es gbit auch dort ein Netz aus Oligarchen, die, ohne die Volkswirtschaft maßgeblich voran zu bringen, ordentlich Kohle scheffeln und aufgrund ihres Reichtums polititsch Einfluss nehmen (Selenski vedankt diesem System seinen Aufstieg, btw)" Sie sagen damit, daß es die guten Oligarchen (Ukraine) gibt, für welche Europa auch einen großen Krieg riskieren würde, um ihr System zu schützen und die schlechten Oligarchen (Rußland bzw. GUS), welche notfalls bei immenser Selbstschädigung bis aufs Messer bekämpft werden müssen. Ich habe ich das so richtig interpretiert? Dann wären aber die Systeme von Rußland und Ukraine gar nicht so grundlegend unterschiedlich und es wäre eher ein Bruderkrieg, in welchen sich bei etwas Unvorsicht Europa und die NATO hineinziehen läßt.

  3. 32.

    Die Aufnahmebedingungen kann und wird die Ukraine in 10 Jahren nicht erfüllen. Insbesondere die anhaktend hohe Korruption wird eine Aufnahme nicht zulassen.

    Und mal so zum Nachdenken: Meines Feindes Feind ist nicht lange nicht mein Freund!

  4. 31.

    Ich bin ja schon froh,dass aus den 51% keine "große Mehrheit" gemacht wurde. Aber ich würde das Ergebnis anders formulieren. Welche Meinung hatten denn die anderen 29%?

    Man hätte die Befragten auch gleich mal nach dem Grund der Aufnahme fragen können,ich wette,da wären nicht viele Antworten gekommen. Mir würden vor allem Interessen der Wirtschaft einfallen.

  5. 30.

    30% der Ukrainer sprechen Russisch, und nein, es sind nicht alle Putinisten. Aber dieser Umstand macht wohl deutlich, warum ein Beitritt der Ukraine zur NATO keine realistische Option ist, die eine zukünftige Befriedung der Region auch langfristig gewährleisten würde. Russland wird das, auch unter anderer "Regentschaft" als Affront auffassen. Selenskij ist von dieser Forderung bereits vor ein oder zwei Wochen abgerückt.

  6. 29.

    Ist mir alles bekannt. Ich habe auch nicht davon geschrieben, dass ich es begrüßen würde wenn die Ukraine so schnell wie nur möglich zu den EU Mitgliedstaaten zählt. Da hege auch ich so manche Bedenken. Da liegt zuviel noch im argen.

  7. 28.

    Dann können Sie sich ja freuen, die Mehrheit Deutschlands vertritt ihre Meinung.
    Das bei solchen Umfragen zwischen 1.000 - 2.000 Personen befragt werden stellt dann für Sie wieviel Prozent dar? 0,0001 % oder 80 % der deutschen Bevölkerung?

  8. 27.

    Es ist ja nicht umsonst eine Aufnahmeprozedur. Da muss man mehr gegen das Oligarchentum und Korruption, als voraussetzende Hausaufgabe, machen. Dies hatte man die letzten Jahre versäumt bzw. hat die EU das oft genug angemahnt. Die EU fordert dies mit recht, da sonst unser aller Geld "versickern" würde. Als Vorbild für die Ukraine könnte man dessen Nachbarn Polen wählen. Was die aus dem Zloty gemacht haben... alle Achtung.

  9. 25.

    Bitte erstmal informieren, dann nochmal über einen EU-Beitritt nachdenken. Ich bin sehr froh, dass Umfrageergebnisse darauf keinen Einfluss haben.
    https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-korruption-rechnungshof-1.5419576
    https://uacrisis.org/de/54804-nasilstvo-stosovno-zhinok
    https://www.sueddeutsche.de/politik/ungarn-ukraine-minderheit-1.5228517
    https://taz.de/Pressefreiheit-in-der-Ukraine/!5824760/
    https://enorm-magazin.de/gesellschaft/medien-und-journalismus/pressefreiheit-in-der-ukraine-wir-wollen-die-wahrheit-aufschreiben

  10. 24.

    "sinnvolles diplomatisches Vorgehen"

    Ja und Nein. Mir geht es wie viell. vielen in diesem Land... Mein Herz sagt, sch..., dann gehen wir Putin eben mal richtig auf die Nerven, aber wir müssen langsam mal VOR die Situation kommen, anstatt uns am Nasenring durch die Manege führen zu lassen; der Wuteffekt eben. Der Kopf interveniert, ein Atomkrieg ist, egal wie man's denkt, völlig inakzeptabel.
    Aber was sind dann die Optionen?! Putin machen lassen, auf dass er nach dieser genauso perfiden wie vorbildhaften(!) Rezeptur letztlich agieren kann wie er will, auch in Hinsicht auf andere Nicht-NATO-Länder? Und wir finden uns wieder in einer permanenten Erpressbarkeit, weil schon eine Sanktion als "Zerstörung Russlands" inkl. nuklearer Konsequenzen interpretiert werden kann? Oder machen wir mal klaren Tisch? Auch ein Putin weiß, dass seine wirren Russisches-Reich-Ambitionen in einem atomaren Trümmerhaufen enden würden? Herz gg. Kopf, Kopf gg. Herz, es könnte einen zerreißen...

    D.M.

  11. 23.

    Ich sehe die Ukraine ohne Zweifel als ein für die EU wichtiges Land an, und so endl. auch in Moskau anerkannt wird, dass die Ukraine ein demokratisches Land mit all seinen selbstbestimmten Formalien(Flagge, Nationalhymne udgl. ist, dazu das endliche Begreifen in Moskau, dass ukrainische Erde eben ukrainische Erde ist. Dazu die völkerechtliche Anerkennung von mindestens 140/141 Staaten - dann kann es nur eine eigene u.folgerichtige Entscheidung dieses leidgeprüften Landes geben: Wie das Baltikum, wird sich auch die Ukraine selbstredend für die EU entscheiden! Sehr gut! Die EU-Staaten haben die gr. Aufgabe, der Ukraine zu helfen, dass möglichst zügig die Statuten/Regelungen zur Aufnahme erfüllt werden. Wenn Herr Merz (CDU) gerade jetzt seine ärgsten Bedenken vorträgt, dann hätte er die gegen Hr. Putin richten müssen. Die EU hat dem Land ohne Wenn und Aber, zu helfen u. ebenso die Voraussetzungen zu unterstützen, um der Ukraine die baldige Aufnahme zu ermögl.

  12. 22.

    Die Ukraine hatte vor dem Krieg massive Probleme mit Korruption, es gbit auch dort ein Netz aus Oligarchen, die, ohne die Volkswirtschaft maßgeblich voran zu bringen, ordentlich Kohle scheffeln und aufgrund ihres Reichtums polititsch Einfluss nehmen (Selenski vedankt diesem System seinen Aufstieg, btw), die Pressefreiheit ist nicht vergleichbar mit der unseren, häusliche Gewalt gegen Frauen kommt fast nie zur Anklage, weil die Polizei nicht tätig wird, Minderheiten genießen praktisch so gut wie keinen Schutz - an dem Ergebnsi einer solchen unseriösen Umfrage erkennen wir wie wenig über die Ukraine bekannt ist.
    https://www.eca.europa.eu/de/Pages/NewsItem.aspx?nid=15834

  13. 21.

    Gedanklich bin ich voll bei Ihnen. Aber beides zeitgleich umzusetzen, sprich den Beitritt zur EU und sogleich der NATO wäre tatsächlich überaus fatal für uns alle. Machen wir uns nichts vor. Ein Eu Beitritt der Ukraine scheint mir momentan sowieso ausgeschlossen, dazu sitzt dieser Irre in Moskau an zu langen Hebeln. Leider. Aber das ist die Realität. Hier hilft zur Zeit nur ein durchaus sinnvolles diplomatisches Vorgehen.

  14. 20.

    Ja, zum Glück auch. Was ich schon hier an Kommentaren zu lesen bekommen habe, läßt tief blicken und darüber bin ich nicht gerade sehr erfreut. Ebenso erfreulich, offen und ehrlich sind auch noch einige andere Kommentatoren hier im Forum.

  15. 19.

    Vor Aufnahme neuer Mitglieder in die EU müssen scharfe Ausschlusskriterien (hauptsächlich bei
    Demokratieabbau, Rechtsstaatlichkeitsdefiziten und massiven Verstößen gegen Menschenrechte)
    mit wesentlich vereinfachter Durchsetzbarkeit festgelegt werden - auch anwendbar auf aktuelle
    EU-Mitglieder!

  16. 18.

    Lesen Sie doch einfach mal Andrei Kolesnikovs Bericht darüber, wie er als Zivilist nur durch sehr viel Glück ganz knapp NICHT von russischen Soldaten erschossen worden ist und wie es anderen Zivilisten ergangen ist, die nicht so viel Glück gehabt haben wie er … Und dann sagen Sie mir bitte noch mal, WAS es gerade Wichtigeres gibt, als unschuldigen Ukrainern, und Präsident Selenskjy, der für diese Menschen steht, zu helfen, so gut es eben geht, ohne uns direkt in die dortigen Kampfhandlungen einzumischen. Lediglich steigende Preise bei uns sind dagegen wirklich ein Witz. Sollten Sie diese allen Ernstes als „wichtiger“ anführen wollen, kann ich nur ebenso ernsthaft an Ihrer Vernunft und Zurechnungsfähigkeit zweifeln.

    https://www.rbb24.de/politik/thema/Ukraine/beitraege/tagebuch-ukraine-berlin-irpin-krieg-hotel.html

  17. 17.

    @ Sander, ja ist schon doof wenn die Zahlen aus Umfragen mit der eigenen Meinung kollidieren.

  18. 15.

    Immanuel schön das sie wieder auf jeden Kommentar eine Antwort. Wenn sie hier fordern die Ukraine muss in die NATO, dann müssen sie wissen das Putin das auf jeden Fall verhindern wird. Denn dann wird er wirklich zum großen Schlag ausholen ,mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, das könnte dann bedeuten das wir wirklich den 3 Weltkrieg bekommen. Also es bleibt uns nur die Beendigung des Krieges zu erreichen und dann auf diplomatischen Wege eine Lösung zu finden. Jetzt den Beitritt der Ukraine in die NATO zu fordern ,ist zur Zeit das dümmste was wir machen können. Und noch ein Wort zu Polen und Ungarn diese beiden Länder haben in der aktuellen Flüchtlingskrise bis jetzt mehr Flüchtlinge aufgenommen als DE. Wir sollten auch aufhören anderen Ländern immer gleich zu bevormunden wenn sie mal nicht nach unser Pfeife tanzen. Auch die EU wollte sie als Mitgliedsstaaten haben und dann muss man wissen das das eine oder andere Land etwas unbequemer ist und manchmal aus der Spur läuft.

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