1. Mai in Berlin - "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" soll in Neukölln starten

Mo 11.04.22 | 13:29 Uhr
Archivbild: In Berlin Neukölln wurde im Bereich von Hermannplatz und Karl-Marx-Straße für oder gegen alle möglichen Themen demonstriert. (Quelle: Vladimir Menck/Sulupress.de)
Audio: rbb 88.8 | 11.04.2022 | Peter Klinke | Bild: Vladimir Menck/Sulupress.de

Für den 1. Mai ist wieder eine "revolutionäre 1. Mai-Demonstration" angekündigt. Startpunkt ist Neukölln. Zuvor sind zwei weitere Demos zu Fuß und per Fahrrad geplant. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor.

Die Abläufe der linken und linksradikalen Demonstrationen rund um den 1. Mai in Berlin nehmen wenige Wochen vor dem Termin Gestalt an. Die traditionelle "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" soll um 18 Uhr auf dem Hertzbergplatz an der Sonnenallee in Neukölln beginnen, wie im Internet angekündigt wurde. Am Nachmittag des Feiertags will ein weiterer Demonstrationszug von Kreuzberg nach Neukölln laufen. Zudem fährt eine große Fahrrad-Demonstration wie in den vergangenen Jahren aus der Innenstadt ins Villenviertel Grunewald. Am Vortag, dem 30. April, ziehen Demonstranten durch den Stadtteil Wedding.

Demonstrations-Aufruf auf linksradikaler Internetseite Indymedia

Die Strecke der Demonstration am Abend des 1. Mai war zunächst noch nicht bekannt. Bei der Versammlungsbehörde der Polizei war die Demonstration am Montag noch nicht angemeldet worden. In den Jahren vor der Corona-Pandemie zog die Demonstration ohne Anmeldung durch Kreuzberg. Im vergangenen Jahr gab es eine offizielle Anmeldung. Etwa 5.000 Menschen demonstrierten in Neukölln. An mehreren Stellen kam es zu Gewaltausbrüchen, die Polizei löste die Demonstration auf.

In einem Demonstrations-Aufruf für dieses Jahr heißt es auf der Internetseite Indymedia: "Gegen die Kriege des Kapitals! Die Zeiten sind hart. Klimakrise, Coronakrise, Wirtschaftskrise und die Welt treibt erneut auf einen Krieg in globalem Ausmaß zu. (...) Die Antwort ist Klassenkampf." Der Krieg Russlands in der Ukraine und die Aktivitäten der Nato-Staaten werden von dem Verfasser gleichgesetzt: "Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine und die Kriegshetze der Nato-Staaten schaffen bedrohliche Weltkriegsszenarien."

Polizei mit "hohem Personaleinsatz" dabei

Das Veranstalter-Bündnis hat zudem ein Video angekündigt, in dem eine "massive Polizeigewalt auf der letztjährigen Demonstration" thematisiert werde. In dem Trailer zu dem Film sind Polizisten zu sehen, die die Demonstration auflösen und zum Teil Gewalt anwenden. Nicht gezeigt werden Demonstranten, die etwa Flaschen und Steine werfen.

Die Polizei hat bereits angekündigt, sie bereite sich "mit einem hohen Personaleinsatz" auf Demonstrationen am 1. Mai vor. So könne man auf "spontane Lageentwicklungen" reagieren, um einen störungsfreien Verlauf des Tages zu erreichen.

Zum ersten Mal kam es 1987 nach einem Straßenfest in Kreuzberg zu Straßenschlachten zwischen der Polizei und linken Demonstranten, Bewohnern und feiernden Menschen. Die nächsten Jahrzehnte waren die Gewaltausbrüche mit Steinwürfen und brennenden Barrikaden mal heftiger, zuletzt aber zunehmend geringer.

Sendung: rbb 88.8, 11.04.2022, 13 Uhr

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