Krieg gegen die Ukraine - Hunderte Berliner Beamte melden sich freiwillig zur Flüchtlingsversorgung

So 17.04.22 | 10:31 Uhr
Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sitzen in der "Welcome Hall Land Berlin"
Bild: dpa

Mehrere Hundert Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Berlin haben sich gemeldet, um bei der Registrierung und Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine auszuhelfen.

Das berichtet die "Berliner Morgenpost" [morgenpost.de] am Sonntag unter Berufung auf die Senatsfinanzverwaltung. Demnach sind 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einem entsprechenden Aufruf von Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) gefolgt. Hinzu kämen 600 Beschäftigte, die sich bereit erklärt hätten, ihren eigentlichen Arbeitsplatz für einen kurzen Zeitraum von zwei bis drei Wochen zu verlassen, um im Ankunftszentrum in Berlin zu helfen.

Bezirke und Personalräte warnen vor Überlastung der Ämter

Giffey hatte Mitte März in einem Schreiben alle Beschäftigten des Landes um Unterstützung bei der Registrierung gebeten – und sich dabei den Unmut vieler Berliner Bezirke auf sich gezogen.

Die Sozialstadträte von Neukölln, Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg warnten davor, die ohnehin angespannte Personallage in den Ämtern durch die Entsendung zu Sonderaufgaben weiter zu verschärfen. "Ich finde es sehr unsensibel, insbesondere an die Beschäftigten der Bezirk heranzutreten", erklärte etwa der Sozialstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Arne Herz, noch im März.

Auch die Personalräte in den Berliner Behörden und die Gewerkschaft Verdi warnten vor einer Überlastung. Die Berliner Behörden seien nicht in der Lage, Reserven zu aktivieren, denn durch den jahrelangen Sparkurs der Stadt seien die Einrichtungen noch immer geschwächt. Es fehle an Personal und Sachmitteln.

Sendung: rbb88,8, 17.04.2022, 09:00 Uhr

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