BrandenburgTrend | Erneuerbare Energien - Fast 60 Prozent der Brandenburger für Ausbau der Windenergie

Do 28.04.22 | 18:00 Uhr | Von Thomas Bittner
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Grafik: Brandenburg Trend - Ausbau der Windenergie. (Quelle: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 28.04.2022 | Amelie Ernst | Bild: rbb

Ein Großteil der Brandenburger befürwortet den Ausbau der Windenergie. Allerdings hängt die Zustimmung vor allem davon ab, ob die Menschen auf dem Land oder in der Stadt wohnen. Das zeigen Zahlen aus dem jüngsten BrandenburgTrend. Von Thomas Bittner

 

Eine Mehrheit der Brandenburger unterstützt den Ausbau der Windenergie. Das geht aus dem BrandenburgTrend von infratest dimap im Auftrag von rbb24 Brandenburg aktuell und Antenne Brandenburg hervor. 58 Prozent der Befragten stehen zum Ausbau, auch wenn dafür Anlagen in der Nähe gebaut werden sollen. 36 Prozent sind dagegen.

Mehr Zustimmung in größeren Städten

Die Zustimmung unterscheidet sich jedoch. Offensichtlich hängt die Zustimmung auch von der eigenen Betroffenheit ab. In kleineren ländlichen Gemeinden ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Windrad in der Nähe gebaut wird, größer als in Großstädten ohne Flächen für Windräder. Je kleiner der Ort, desto größer die Bedenken.

In Ortschaften mit weniger als 5.000 Einwohnern bekennen sich nur 49 Prozent zum Ausbau, in Orten mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern sind es 64 Prozent. Die größte Zustimmung gibt es in Brandenburgs großen Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern. Zwei Drittel (67 Prozent) haben dort keine Einwände gegen neue Windanlagen.

Grafik: Brandenburg Trend - Ausbau der Windenergie. (Quelle: rbb)

Grünen-Anhänger für Ausbau

Besonders große Zustimmung findet der Ausbau der Windenergie bei den Anhängern der Grünen. Neun von zehn (89 Prozent) würden Anlagen in ihrer Nähe akzeptieren. Auch Anhänger der Linken (74 Prozent), der SPD (67 Prozent) und der CDU (64 Prozent) stimmen mehrheitlich dem Ausbau zu. Dagegen sind vor allem Anhänger der AfD skeptisch. Nur 35 Prozent von ihnen würden neue Windkraftanlagen in ihrer Nähe akzeptieren, 60 Prozent sind dagegen.

Für die repräsentative Umfrage hat infratest dimap vom 21. bis 25. April 2022 insgesamt 1.182 Brandenburger Wahlberechtigte in Telefon- und Online-Interviews befragt.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 28.04.2022, 19:30 Uhr

Beitrag von Thomas Bittner

31 Kommentare

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  1. 31.

    10H wurde meines Wissens akzeptiert. Sollte 8,5H auch reichen, wenn auf Grund der techn. Entwicklung dann die Dauerschallpegel nicht mehr wahrgenommen werden, müssen die Betroffenen unter sich ausmachen. Aber Spaß beiseite, wenn das Verwaltungsrecht Behörden bei der „Trickserei“ hilft, dass ein „illegales“ Windrad auch nach 20 Jahren in Luckenwalde noch nicht abgebaut wird oder jetzt in Werder man von der Anhörung/Klage ausgeschlossen ist, weil zwar der Abstand zu gering geplant wurde, aber die Gemarkung zu Ferch gehört (und da stimmt der Abstand), ja dann ist auch mit optischen Zugeständnissen nicht mehr zu rechnen: Wer einmal lügt dem glaubt man nicht... sagen auch die Schönefelder Umliegenden.

  2. 30.

    Wenn ich in der Innenstadt von Cottbus wohne, ist es wohlfeil, für Windenergie zu sein, denn das nächste Windrad wird nie näher als 8km an mich herankommen. Und früh geht's am Besten mit dem Lastenrad zum Arbeitsplatz im ÖD. Vorher noch die Kinder in der veganen Kita vorbeibringen und Batikstoff für den Bastelnachmittag spenden.

  3. 28.

    Mein AFD Kollege ist total sauer auf die braunen "Naturschützer" bei ihm im Brandenburger Dorf, die "seine WKA" verhinderten. Ein Investor hatte ihm für 3 WKA 3 mal 30000 Euro Jahrespacht angeboten. Ist das dreifache seines Jahresgehalt (er ist Industriemeister).

    In seiner Partei gibt er natürlich schön weiter vor gegen bösen Zappelstrom aus noch böseren WKA zu sein.

    Doppelmoral at its best ;)

  4. 27.

    Deswegen sollte man die Städte besser für nicht Städter sperren. Bzw nur mit ÖPNV einfahren lassen....

    PS: Ich wohne nicht in der Stadt direkt. Hätte kein Problem mit 400m weiter ein paar WKA. Hatte ich früher, hat mich nicht gestört. Der Straßenlärm der Landstraße ist 1000 mal schlimmer.

  5. 26.

    Ich bin für den Ausbau, gerne in meiner Nähe, mich stören die nicht ich finde die sogar schick und modern.

  6. 25.

    Zitat: "Und ich kenne ausschließlich Leute, die ich kenne."

    Besonders unterhaltsam bei Wahl- bzw. Stimmungsumfragen: "Was, die Grünen stärkste Partei in Berlin??? Das kann ja gar nicht sein, denn ich kenne niemanden, der die wählt!!!! Wen hat man da gefragt???" ;)

    Viele scheinen immer noch nicht gecheckt zu haben, dass es einen starken Ausbau von sowohl Trassen als auch von regional erzeugter Energie geben muss, um den stetig steigenden Verbrauch zu gewährleisten. Und natürlich gehören zur Erzeugung dieser Energie auch u. a. sog. Windparks dazu, welche nun mal irgendwo errichtet werden müssen.
    Diese Einstellung von "Freie Sicht für freie Bürger!", die nicht selten meint, dass Energie doch bitte irgendwo erzeugt werden soll, wo man davon nicht im direkten Blickfeld belästigt wird, ist auch gerade angesichts der aktuellen Situation einfach mal "von gestern".

  7. 24.

    An den Kommentaren kann man gut erkennen wie schwierig ein Konsens ist. Diesen gab es mal (Abstandsregel), bis eine nichtbetroffene Seite meint, auf Kosten der anderen, "aufkündigen" zu müssen. Wisse Sie was dann passiert? Endlose...

    P.S. Eine Abstandseinigung beschleunigt die Prozesse deshalb, weil sonst jedes mal vor Ort Immissionen, von allen Beteiligten gemessen und widersprüchlich, in nicht zu verhindernden Prozessen, immer wieder neu eingebracht werden. Von jedem Einzelnen...

  8. 23.

    Ich gehe davon aus, dass der Runfunkbeitragszahler die Umfragekosten für die infratest dimap mit seinen Pflichtgebühren auch finanziert. Oder irre ich mich da? Da sollten die Umfragen und Aussagen schon etwas konkreter ausfallen. Abgesehen davon, haben viele Stadtbewohner den Straßenverkehr vor ihrer Haustür.

  9. 22.

    "Bereits am gestrigen Tag gab es eine Umfrage des rbb wo ich Zweifel hatte. Jetzt kommt die nächste Umfrage und ich habe wiederum das Gefühl, das diese Werte nicht stimmen können. "

    Das passiert halt wenn die Ergebnisse der Umfragen nicht mit der eigenen Blase übereinstimmen.

  10. 21.

    Ein Windpark braucht gar nicht so viel freie Fläche, und nochmal deutlich weniger versiegelte Fläche. Viel muss da nicht abgeholzt werden und ein großer Teil steht der Natur in Form von Lichtungswiesen weiter zur Verfügung. Das ist gut für die Artenvielfalt in der Kiefermonokultur. Machen wir uns doch lieber Sorgen um die Landwirtschaft wo wir Millionen Hektar direkt für die Mülltonne bewirtschaften. Oder um die EFH Bau und die fortschreitende Zersiedelung der Landschaft.

  11. 20.

    Ich kenne welche, die für noch mehr Windräder sind. Die wohnen aber alle in Berlin.

  12. 19.

    Vertraue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, gell? Blödsinnige Umfragen. Klar, am besten wir holzen die Wälder ab, um diese furchtbaren Windräder aufzustellen. So wie wir dann Bücher drucken könnten, über Umweltschutz. Ist die, vor allem deutsche, Bevölkerung tatsächlich dermaßen mit dem Klammerbeutel gepudert? Fremdschämen ist angesagt.

  13. 18.

    Bereits am gestrigen Tag gab es eine Umfrage des rbb wo ich Zweifel hatte. Jetzt kommt die nächste Umfrage und ich habe wiederum das Gefühl, das diese Werte nicht stimmen können. Neben der Anzahl der Befragten ist es doch enorm wichtig wo die Befragten wohnen und vielleicht auch mal einen Satz zum Bildungsniveau zu sagen. Die Art der Fragestellung und die Möglichkeiten zu antworten, sind häufig auch sehr zwiespältig und führen zu solchen Ergebnissen. Ich glaube diese Zahlen jedenfalls nicht.

  14. 17.

    Solange MP Woitke und WM Steinbach gegen die Windkraft sind wird nichts passiere. Es sei denn sie sind nächstes Jahr in der Politikerrente.

  15. 16.

    Das ist eben stinkender Kapitalismus. Auch der Wind ist gemeinschaftliches Eigentum wie Luft und Wasser. Daraus ist abzuleiten....

  16. 15.

    Ich hatte mal geschrieben, Windräder vorm Reichstagsgebäude, oder in den Parks und Größe Freiflächen in Berlin. Wäre doch mal toll, da haben die Grünen auch was davon und wissen, warum andere die nicht vor ihrer Haustür haben wollen.

  17. 14.

    "Was Stadtmenschen ja egal ist."

    Stadtmenschen können sich halt schwer vorstellen, dass etwas, was mind. 800 Meter vor der Haustür / dem Fenster ist, ein Problem darstellt. Die haben in 80 Meter Entfernung den nächsten Wohnblock mit reichlich Nachbarn.

  18. 13.

    Bis zu 20.000€ pro Windrad und Jahr Pacht für Eigentümer die ihre Fläche verpachten. Höhrt sich eigentlich nicht schlecht an. Das Problem ist nur, es sind Einzelpersonen, die Gemeinschaft bekommt nur Brotkrumen. Die Kommunen haben kein Mitspracherecht. Dorfgemeinschaten werden zerrissen, aggressive Planungsbüros schwärmen aus wie Heuschrecken. Nein danke.




  19. 12.

    Ist schon recht schwierig mit dem freien Blick wenn man ein Brett vorm Kopf hat.....
    Die Preise für Kohle/Gasstrom steigen und werden nicht mehr sinken, zumindest nicht mehr auf Vorkriegsniveau. Wir kommen nicht umhin die EE massiv auszubauen. Wartezeiten für Haussolaranlagen schon bei 8-12 Monaten, ich war schlau genug....meine 10 kw Anlage produziert 3x mehr als ich verbrauche. Nachts tut es der Akku....

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