Route quer durch die Innenstadt - 500 Radfahrer demonstrieren gegen Weiterbau der A100

Fr 08.04.22 | 20:09 Uhr
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Teilnehmer an der Fahrraddemonstration gegen den Weiterbau der Berliner Stadtautobahn fahren durch Berlin. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 08.04.2022 | Philipp Höppner | Bild: dpa/Paul Zinken

Bis zur Storkower Straße soll die A100 einmal führen. Das plant das FDP-geführte Bundesverkehrsministerium. In Berlin regt sich dagegen Protest, am Freitag in Form einer Fahrrad-Demo quer durch die südliche Innenstadt.

Etwa 500 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer haben am Freitag in Berlin gegen den Weiterbau der Stadtautobahn A100 demonstriert. Zunächst trafen sich die Protestierenden vor dem Bundesverkehrsministerium am Invalidenpark in Mitte, danach fuhren sie durch Kreuzberg, Tempelhof und Neukölln bis nach Friedrichshain.

Entgegen der ersten Ankündigung führte die Demonstration nicht über die A100, wie die Verkehrsinformationszentrale Berlin [viz.berlin.de] noch am Freitag mitteilte. Die Route wurde demnach geändert. Gleichwohl kam es infolge der Protestaktion zu Behinderungen rund um die A100, weil Zu- und Abfahrten von den Demonstrierenden blockiert wurden.

Die Veranstalter, der ADFC und Changing Cities, hatten rund 2.000 Teilnehmer erwartet. Die Organisatoren fordern einen Rückbau statt des geplanten Weiterbaus der A100 und verweisen auf den Klimaschutz.

Route quer durch die (südliche) Innenstadt

Der Fahrradkorso führte quer durch die Innenstadt, unter anderem über die Luisen- und Wilhelmstraße sowie den Mehringdamm zum Platz der Luftbrücke, dann weiter unter anderem über den Tempelhofer Damm, die Oberlandstraße, Grenz- und Sonnenallee und schließlich über die Elsenbrücke bis zum Markgrafendamm Ecke Laskerstraße in Friedrichshain. Am Freitagabend gab es dann eine Abschlusskundgebung am Ostkreuz.

Den ursprünglichen Angaben der Berliner Verkehrszentrale zufolge sollte die A100 ab 17 Uhr in beiden Richtungen zwischen Tempelhofer Damm und Oberlandstraße sowie "situativ" auch zwischen Kreuz Schöneberg und Dreieck Neukölln gesperrt werden.

Bund ist für Weiterbau zuständig

Das Bundesverkehrsministerium hatte Ende März angekündigt, den umstrittenen Weiterbau der A100 in Richtung Lichtenberg umsetzen. Die bundeseigene Autobahngesellschaft hat bereits die Ausschreibung für den 17. Bauabschnitt der A100 veröffentlicht. Bis 2025 soll die A100 in dem Abschnitt von der Elsenbrücke bis zur Storkower Straße verlängert werden. Derzeit wird der 16. Bauabschnitt gebaut, der im Jahr 2024 in Betrieb genommen werden soll.

Kritik am Weiterbau gibt es vor allem von den Berliner Grünen und Linken, teilweise regt sich auch in der SPD Widerstand gegen die Pläne. Für den Weiterbau sind CDU, FDP und AfD. Die rot-grün-rote Koalition hatte im Koalitionsvertrag verabredet, bis zum Ende der Legislaturperiode 2026 das Thema auf Eis zu legen.

Seit 2021 ist die Bundesregierung allein für Planung, Bau und Instandhaltung der Autobahnen zuständig, damit solche Großprojekte schneller ablaufen können.

Sendung: rbb24 Abendschau, 8. April 2022, 19:30 Uhr

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43 Kommentare

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  1. 43.

    Ich werde mitfahren. Eine Autobahn im Jahr 2022 mitten durch eine Millionenstadt darf es einfach nicht geben.

  2. 42.

    "Wann werden endlich mal Autofahrer auf den Pop-Up-Radwegen für deren Abschaffung demonstieren? "

    Das machen Autofahrer 365 Tage im Jahr, 24 h lang. Durch Falschparken, Zuparken und anderes rücksichtloses Verhalten.

  3. 41.

    Und die Blockierer müssten die Folgen ihrer Nötigung bezahlen...

    P.S. die Blockierer wollen vor ihrer Wohnungstür doch auch keine Blockade...(wenn sie mal schnell zur Toilette müssen ;-)

  4. 40.

    "Wann werden endlich mal Autofahrer auf den Pop-Up-Radwegen für deren Abschaffung demonstieren? "

    Das machen Autofahrer 365 Tage im Jahr, 24 h lang. Durch Falschparken, Zuparken und anderes rücksichtloses Verhalten.

  5. 39.

    Machen Sie sich die gleichen Sorgen über den Platz- u. Energiebedarf eines E-Lastenrades, wenn es mit nur 1 Person leer bewegt wird, im Hausflur oder sonstwo fahrlässig u. rücksichtslos abgestellt wird und unangeschnallte Kinder ohne Helm und Protektoren?

    P.S. Niemand fliegt 1. Klasse um eher anzukommen.

  6. 38.

    Sie haben aber auch ganz schön viel Zeit um hier zu kommentieren. Vllt nehmen sich manche sogar frei für eine Sache, die ihnen wichtig ist. Ich könnte jetzt sachlich gegen Nummernschilder und Steuern argumentieren. Macht aber wahrscheinlich wenig Sinn. Sie wollen nur dagegen sein, aus Prinzip.

  7. 37.

    "Wann werden endlich mal Autofahrer auf den Pop-Up-Radwegen für deren Abschaffung demonstieren? "

    Das machen Autofahrer 365 Tage im Jahr, 24 h lang. Durch Falschparken, Zuparken und anderes rücksichtloses Verhalten.

  8. 36.

    Sehe ich aus so. Keine Erpressung durch Autolobby. Deshalb: Ausbau A100 stoppen ;)

    War doch sicherlich was sie meinten, oder? :D

  9. 35.

    Also zahlen Radfahrer jetzt Steuern oder zahlen sie keine Steuern? Ich hör immer nur, dass Radfahrer endlich auch mal Steuern zahlen sollten bevor man Fahrradwege baut, darum wundere ich mich.

  10. 34.

    ZU Kom.20
    Man sollte eher über den Rückbau der Stadtautobahn oder Freigabe für den Fahrradverkehr diskutieren.
    Und denn gehts zurück ins Mittelalter oder wie, geht ja schließlich auch alles mit Lastenrad?

  11. 33.

    Ganz schlau.
    Es hat aber nicht jeder die zeit morgens und abends 30Km mit Fahrrad zu fahren.
    Auf was für Ideen manche Leute kommen unbegreiflich, jeder ist irgendwann mal alt und ist auf Fahrzeuge angewiesen.
    Oder soll in Zukunft alles mit ein Lastenrad erledigt werden?
    Wir sind nun mal eine Autobauer Nation und können frei endscheiden welches Fortbewegungsmittel wir nutzen möchten.

  12. 32.

    Ich würde mir wünschen, dass endlich mal ein festes Kontingent für jede/n Bürger/in vom Säugling bis zum Greis festgelegt wird und alles was darüber hinaus geht, muss exorbitant teuer sein.
    Das wäre gerecht, jeder hätte die gleichen Voraussetzungen, man käme mal endlich vom Schwafeln ins Handeln und die leidigen Diskussionen hätten ein Ende.
    Ob man dann sein Kontingent mit dem Auto, Flugzeug, Schiff oder im Weltall ver(b)raucht, bleibt einem ja selbst überlassen. Was nicht geht, ist auf (CO²-Emissions-)Kosten anderer sich eine schöne Zeit zu machen und den jungen und zukünftigen Menschen einen toten Planeten zu hinterlassen.
    Bitte nicht nur an heute und morgen, sondern auch an übermorgen denken, klappt doch beim Zaster auch.

  13. 31.

    Und dann schieben sich noch mehr Fahrzeuge durch die Wohngebiete? Selbst wenn es keinen privaten Autoverkehr mehr gäbe, sind trotzdem täglich unzählige Lieferfahrzeuge und andere beruflich genutzte KFZ unterwegs. Mir ist lieber, die bewegen sich weitestgehend auf Autobahnen als durch Wohnstraßen. Erwarten Sie ernsthaft, dass zum Beispiel Handwerker Material und Werkzeuge mit dem Fahrrad transportieren? Man sollte über realistische Lösungen nachdenken und nicht neue Probleme schaffen.

  14. 30.

    Dann bitte auch keine Radwege mehr ausbauen !

  15. 29.

    "alle Steuern wieder zurück zu bekommen" - Was für eine LÜGE

    P.S. Steuern zahlen die Gebenden, Teilrückerstattungen sind keine Subventionen, man zahlt trotzdem nur weniger, aber man zahlt, bekommt nichts von der Allgemeinheit geschenkt...und wenn der Arbeitsweg gemeint ist, wohlgemerkt der HALBE(!), dann ist jeder nichtgefahrene Km wirtschaftlicher.

  16. 28.

    Unterstütze die Demo voll und ganz. Die Stadtautobahn ist perfekt für Autofahrer und damit für den Individualverkehr, wo in der Regel eine Person im Fahrzeug sitzt und eine im Vergleich zur BVG oder zum Fahrrad erheblich schlechtere CO2 Bilanz hat (wenn man die Herstellung berücksichtigt selbst gegenüber einem E- Fahrzeug). Man sollte eher über den Rückbau der Stadtautobahn oder Freigabe für den Fahrradverkehr diskutieren.

  17. 27.

    Berlin schafft sich langsam immer mehr ab, man darf sich nicht von einem Klientel erpressen lassen.

  18. 26.

    Diese Minderheiten sollten endlich mal ihr Gehirn einschalten, dann merken sie vielleicht das sie die restliche Berliner Bevölkerung in Geiselhaft nehmen. Einfach nur noch peinlich was die sich erlauben und RGR schaut zu.
    Die Verkehrssenatorin sollte mal ihren Job machen , dann wäre das private Busunternehmen nach 30Jahren nicht insolvent und würde weiter für die BVG fahren.
    Autobahnen , dafür ist nun mal der Bund zuständig und der entscheidet und nicht RGR.

  19. 25.

    Das geht ganz bequem online https://www.berlin.de/polizei/service/versammlungsbehoerde/

  20. 24.

    Naja es ist ja nur eine frage der zeit bis genug E- Autos fahren, denn wird auch da die Steuer kommen.
    Was aber grundlegend schon längst bei Fahrräder hätte passieren müssen. Kennzeichen + Steuer.

  21. 23.

    Was hat offensichtlich ein Teil der Politik und Gesellschaft dagegen dass sich Menschen individuell bewegen und ihr Verkehrsmittel selbst bestimmen?
    Das sind die Leute die noch nie einen Führerschein hatten oder haben werden.

  22. 22.

    Kein Problem, ist nicht schlimm, dass Sie den Aufwand der Demo verstehen. Das geht mir bei Demonstrationen zu anderen Themen auch so. Sie müssen den Aufwand gar nicht verstehen.
    Sie sind einem Fehlschluss erlegen, nur weil Geld für etwas ausgegeben wurde muss es nicht beendet werden. Der Mensch irrt sich, erkennt seinen Irrtum und handelt adäquat. Sie nicht?
    Ihre Aussage zum Thema "Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur" ist sachlich falsch.
    Fahrstreifen werden nicht "blockiert", sondern freigegeben für die ausschließliche Fahrradnutzung.
    Auch Ihr letzter Satz entbehrt jedweder sachlichen Richtigkeit, da in der Aussage ein Fehlschluss impliziert ist.

  23. 21.

    Sie bewegen sich nicht individuell, Sie werden bewegt. Die Arbeit verrichtet das KFZ, und Sie verunreinigen mindestens durch eben diesen Betrieb die Luft und das Wasser, welches Sie, Ihre Familie, die Lebewesen die Sie verspeisen benötigen um zu überleben. Sie schauen nur und sehen nicht, wie ich finde.

  24. 20.

    Urlaub, Überstunden, Schichtdienst, unentschuldigtes Fehlen...einige von vielen Möglichkeiten wie berufstätige Menschen ihre Teilnahme an dieser Veranstaltung sicherstellen können.
    "Gleiches Recht für alle..."
    Ich bitte Sie sich inhaltlich, nicht nur emotional, mit dem von Ihnen angeschnitten Thema zu befassen und vlt. ist Ihnen anschließend die Aussage Ihres Kommentars sehr unangenehm.

  25. 19.

    Dieser Kommentar ist nur fair, vor allem sollten auch Radfahrer eine Prüfung machen, bevor sie auf den Verkehr losgelassen werden. Die Demo ist nicht akzeptabel, denn diese Autobahn hat schon eine Menge Geld gekostet und soll endlich fertig werden.

  26. 18.

    Sie besitzen, verleihen und/oder fahren ein KFZ... Sie sind nicht unbeteiligt und Sie sind, wie ich finde, nicht Teil der Lösung.

  27. 17.

    Wo auf der Steurerklärung muss man das Häkchen für "Fahrradfahrer" setzen um alle Steuern wieder zurück zu bekommen? Mein Steuerberater weigert sich schon seit mehreren Jahren mir das zu verraten. Vielleicht wissen Sie das ja?

  28. 16.

    Och wenn die nicht mit Fahrrädern sondern mit LKW ankämen sähe das schon nach mehr aus. Fahrräder nehmen halt nicht viel Platz weg und so laut sind die auch nicht.

  29. 15.

    Wir bitte mal um eine Aufklärung, was müssen wir genau beantragen ?
    Wollen eine Demo mit FZ ( groß und klein ) auf Radfahrwegen und Radampel-Kreuzungen durchführen.
    Danke für Informationen.

  30. 14.

    @Hansen, niemand genehmigt Demos, sie werden angemeldet.
    Im schlimmsten Fall kann eine Demo verboten werden, ist aber nicht passiert :-)
    Tut mir Leid für Dich.

  31. 13.

    E-Auto = steuerbefreit aber Fahrrad = steuerpflichtig.

    Merken Sie selber, wa?

  32. 12.

    @Piefke:
    Genau. Steuern für Fahrradfahrer. Und Fußgänger sollten Tagestickets für das Betreten des öffentlichen Raumes kaufen müssen.

  33. 11.

    Es ist ein Recht, Steuern zu zahlen und kennzeichenPFLICHTIGes Fahrzeug zu haben?! Und gleiches Recht für alle - also auch in der Mitte der Fahrbahn fahren, Parkplätze zu nutzen, gar die Autobahne?!

  34. 10.

    Weil es normalerweise gar nicht genehmigungsfähig wäre. Sage nicht ich, sondern das Bundesverfassungsgericht, welches Demonstrationen auf Autobahnen als unverhältnismäßig und zu gefährlich ansieht. Interessiert in der Berliner Verwaltung aber seit geraumer Zeit schon nicht mehr, da wird alles genehmigt, was Autofahrer gängelt. Man macht sich die Demonstranten zu Handlangern der eigenen politischen Träume, von denen man weiß, dass man sie demokratisch nicht verwirklichen kann, weil selbst die Grünen-Wähler mehrheitlich Autofahrer sind.

  35. 9.

    Wann werden endlich mal Autofahrer auf den Pop-Up-Radwegen für deren Abschaffung demonstieren?

    Wann beachtet die Politik die "Abstimmung mit den Rädern"?
    Autofahrer sind in unserem Land leider viel zu unorganisiert und demonstrierren zu wenig für ihre Interessen!

  36. 7.

    "Demos auf der Autobahn."

    Warum dnen nicht. Ist doch nur 'ne Straße. Und auf Straßen wird in der Regel demonstriert.

  37. 6.

    Anmeldung für 200 Teilnehmer? Selbst wenn 2000 teilnehmen... . Hier scheint selbst den Organisatoren zu schwanen, dass sie vermutlich nur eine Minderheitenmeinung vertreten.

  38. 5.

    Ich verstehe den Aufwand der Demo nicht. Es sind schon viele Millionen in den Bau der A100 geflossen, da ist es folgerichtig diesen auch zu beenden. Hier demonstriert eine Minderheits-Lobby, von der kein einziger Cent in die Verkehrsinfrastruktur fließt und dennoch vom Ausbau von Radwegen profitiert. Auch ganze Fahrstreifen für KFZ's werden für Radfahrer blockiert. Wie weit soll dass noch gehen? Die A100 entlastet die Innenstadt und gibt Radlern letzten Endes mehr Sicherheit im Stadtverkehr.

  39. 4.

    Die Abgasnormen für Verbrennungsmotoren werden immer strenger. Elektroautos stossen vor Ort keine Schadstoffe aus; deren Anteil nimmt stetig zu. Es gibt rolloptimierte Reifen und geräuschmindernden Staßenbelag. Stellflächen für Autos werden reduziert und immer teurer. Große Teile der Autobahn sind gedeckelt. Der Bau dieser Stadtautobahn ist schon fortgeschritten. Und trotzdem wird protestiert. Was hat offensichtlich ein Teil der Politik und Gesellschaft dagegen dass sich Menschen individuell bewegen und ihr Verkehrsmittel selbst bestimmen?

  40. 3.

    Wehr genehmigt überhaupt so was?
    Demos auf der Autobahn. Sollen sie sich doch vor die Ministerin stellen, statt ständig unbeteiligte hineinzuziehen.

  41. 2.

    schön was Fahrradfahrer für Zeit haben.....ich muss arbeiten.....gerecht wäre wenn auch Fahrradfahrer Steuern zahlen müssen und ein Kennzeichen hätten . Gleiches Recht für alle.

  42. 1.

    Es werden die üblichen Verdächtigen sein die wieder mit ihren linksgrünen Vorstellungen den Verkehr blockieren um ihre Meinung kundtun. Zum Glück ist das nur ein kleines Häuflein, die Mehrzahl der Einwohner hat begriffen, Autos, egal wie angetriebene, wird es immer geben und diese Verkehrsströme müssen gelenkt werden. Fahrräder und ÖPNV sind zwar gut und schön, können und werden den PKW aber niemals ersetzen. Tobt also ruhig weiter.

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