Lärm soll verringert werden - Berlin prüft Ausweitung von Tempo-30-Abschnitten auf Hauptstraßen

Fr 06.05.22 | 10:21 Uhr
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Ein neues Tempo-30-Schild hängt an der Sonnenallee in Neukölln, während Fahrzeuge vorbeifahren. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Audio: Inforadio | 06.05.2022 | Thorsten Gabriel | Bild: dpa/Paul Zinken

Wird es in Berlin künftig mehr Tempo-30-Zonen geben? Der Senat prüft das derzeit. Damit soll vor allem der Verkehrslärm verringert werden. In einem ersten Schritt soll ein Nachtkonzept erarbeitet werden.

Der Senat prüft derzeit die Ausweitung von Tempo-30-Abschnitten auf Hauptstraßen in Berlin. Damit solle vor allem der Verkehrslärm verringert werden, heißt es in einer Antwort der Verkehrsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage, über die die DPA am Freitag berichtete.

In einem ersten Schritt will der Senat demnach ein Tempo-30-Nachtkonzept erarbeiten. Es soll zeigen, auf welchen Hauptstraßen-Abschnitten zunächst in den Nachstunden Tempo 30 statt 50 gelten soll.

Auswirkungen auf Verkehr und ÖPNV?

Anschließend soll es ein Konzept für ganztätige Tempo-30-Zonen geben. Dabei werde geprüft, was dies für den Verkehr und auch für den Fahrplan der BVG-Busse bedeuten würde.

Die Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer verringere den Straßenlärm so stark, als seien rund 40 bis 50 Prozent weniger Fahrzeuge unterwegs, sagte der Sprecher der Verkehrsverwaltung, Jan Thomsen, dem "Tagesspiegel" [tagesspiegel.de].

Verkehrssicherheit bisher im Fokus

Bislang gibt es in Berlin bereits rund 70 Abschnitte auf Hauptverkehrsstraßen, auf denen Tempo 30 gilt. Überwiegend wurde dort die zulässige Geschwindigkeit reduziert, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen - etwa vor Schulen und Kitas.

Das Ziel einer Ausweitung von Tempo-30-Zonen ist im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und Linken verankert. Auch die Berliner Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) setzt sich dafür ein. Die Lärmreduzierung für Anwohner von Hauptstraßen wurde zudem in einem Lärmaktionsplan beschlossen. Flächendeckend Tempo 30 einzuführen, ist in Deutschland jedoch rechtlich nicht möglich.

Sendung: Inforadio, 06.05.2022, 9 Uhr

102 Kommentare

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  1. 102.

    Zitat: "Die Erfahrungen zeigen, dass bei 30 keiner mehr aufpasst und auch die Fußgänger leichtsinniger und die Radfahrer gleichgültiger werden."

    Auf welche "Erfahrungen" beziehen Sie sich? Antwort dann gerne mit Quellenangabe, aber da wird wohl nichts mehr kommen.

    Wie Analysen zeigen, ist das Gegenteil der Fall. Hier am Beispiel der Stadt Mainz:
    https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/erfahrungen_tempo_30_innenstadt_100.html

  2. 101.

    @Hoppla
    >>>Aber leider gibt es immer welche die sich über Verkehrsregulierungen hinwegsetzen und des nachts auch mehr als die bislang geltenden 50 fahren.<<<
    Ja, genau und deshalb ist es unsinnig solche Regelungen zu schaffen, solange keine Kontrollmöglichkeiten vorhanden sind.
    In Berlin sollte vielmehr in grundsätzlich bessere Verkehrssysteme investiert werden.
    Weniger Ampeln, mehr Kreisverkehre; schnellere Schließung ewiger Baustellen (eine Firma kann auch nachts arbeiten und Stadt / Land können das auch zahlen - nicht immer nur billig); weniger Schilderwald; leisere Busse etc.

    So würde der Verkehr flüssiger(und dadurch auch leiser), weniger Schadstoff ausgestoßen und die Verkehrssituation insgesamt für alle sicherer und angenehmer.
    Es sei denn, man will das alles nicht wirklich, sondern einfach nur grüne Dogmen durchsetzen,,,

  3. 100.

    Nicht soviel reden, einfach machen!

  4. 99.

    Das wäre gut, wenn das auf manchen stark befahrenen Straßen umgesetzt würde.
    Aber leider gibt es immer welche die sich über Verkehrsregulierungen hinwegsetzen und des nachts auch mehr als die bislang geltenden 50 fahren.
    Dazu kommt noch, dass der Berliner Senat nicht der schnellste ist und von der Planung bis zur Umsetzung Jahre vergehen können.

  5. 98.

    Steile These. Aus der Luft gegriffen, vermute ich. Belege für diese Meinung liefern Sie jedenfalls nicht mit. Wahrscheinlich auf "eigenen Beobachtungen" oder "weiß doch jeder" fußend....

  6. 97.

    Tut mir Leid aber Sie widersprechen sich hier. Das Abbauen der Verkehrsschilder könnte man auch mit dem Abbau der Tempo 30 Schilder erreichen(ist nicht meine Intention). Und dann schrieben Sie weiter, dass man Kontrolldruck einsparen könnte, um dann im nächsten Satz zu sagen, dass man viel besser kostensparender kontrollieren kann. Dies impliziert doch, das die 30 km/h genauso wie die 50 km/h kontrolliert werden müssen. Andernfalls braucht es nämlich gar kein Tempolimit. Wenn wir es schaffen, dass die 50 eingehalten wird und nicht 60, 70 oder 80 gefahren wird, dann haben wir den Ersten großen Schritt schon gemacht.
    Was das "schneller durch die Stadt" anbelangt so ist es doch gerade so, dass man Nachts mit Tempo 50 schneller ist, da das Verkehrsaufkommen geringer ist. Es steht aber gerade Nachts im Widerspruch zum Lärm. Tagsüber ist man häufiger ohnehin mit Tempo 30 unterwegs und es gibt kaum Handlungsbedarf.

  7. 96.

    Und warum bleiben sie uns den Beweis für ihre bestenfalls gewagte Aussage schuldig? Weli sie die gerade frei erfunden haben?

  8. 95.

    Nee eben nicht. Die Erfahrungen zeigen, dass bei 30 keiner mehr aufpasst und auch die Fußgänger leichtsinniger und die Radfahrer gleichgültiger werden.

  9. 94.

    Toll, wie hier Einzelne so ausdauernd, statt den Artikel, die Meinungen von Andersdenkenden kommentieren müssen.

  10. 93.

    Doch, "flächendeckend ", aus einem ganz einfachen Grund. Genau genommen sind es mehrer Gründe. Alleine was "wir" durch überflüssige Verkehrsschilder und Kontrolldruck einsparen würden, das wäre enorm.

    Kurzum. Es wäre eine Win- Win Situation. 30 km/h ließe sich viel besser und somit kostensparender kontrollieren. Mit 30 km/h käme man schneller durch die Stadt. Auch als Autofahrer.

  11. 92.

    "Na dann macht Tempo 30 für Sie ja keinen Unterschied, und hält vielleich den einen oder anderen vom sinnlosen Beschleunigen ab."

    Und genau das ist der Punkt. Der Verkehr wird gleichmäßiger. Die hinter der Windschutzscheibe haben mehr Zeit zum reagieren und die anderen empfinden den Geschwindigkeitunterschied als nicht mehr so berohlich.

  12. 91.

    Ich halte Tempo 30 grundsätzlich für gut. Jedoch nicht flächendeckend und schon gar nicht auf Hauptstraßen. Als ich noch an einer größeren Ampelkreuzung gewohnt habe waren die größten Lärmverursacher nicht die "normal" vorbei fahrenden Fahrzeuge sondern:
    1. BVG Busse, sowohl Motor bei anfahren als auch die Klimaanlage von den Gelenkbussen.
    2. Feuerwehr/ Polizei
    3. LKWs
    4. Motorroller und zwar deren Blinker piepen
    5. PKW welche stark beschleunigen
    6. PKW im Allgemeinen.

    Ich habe da gewohnt und wusste worauf ich mich einlasse. Ich finde daher, dass man mit dem Tempo 30 nicht so Inflationär umgehen sollte. Des Weiteren sollte es auch gut gemacht sein. Wie häufig sehe ich
    Tempo 30 -> Tempo 50 -> Tempo 30 (7-17Uhr) -> Tempo 50 -> Tempo 30 (22-6Uhr Lärmschutz) -> Tempo 50 -> Tempo 30 (8-18Uhr) auf kurzer Strecke. Dann doch bitte durchgängig 30 als dieser Flickenteppich bei dem ich erst nach mehrmaligen befahren weiß, was ich wann wo fahren darf.
    Tempo 30 Ja! aber verhältnismäßig.

  13. 90.

    Wär's nicht das Einfachste, wenn all diejenigen, die noch immer nicht begriffen haben, wie Rücksicht geht, wie Mobilität in einer Großstadt geht (ohne Auto), wenn die alle wieder in ihr Posemuckel gehen?
    Da können Sie nach Herzenslust den ganzen Tag Brumm Brumm machen, ohne allzuviel anderen auf Nerven zu gehen.
    Eine Stadt ist nämlich für Menschen zum Leben da und nicht um Lärm zu machen, die Luft zu vergessen und den öffentlichen Raum mit Blechhaufen zu verschandeln.

  14. 89.

    Der Senat soll erst mal zeigen, dass er Tempo 50 durchsetzen kann. Das Slalomgefahre der Raser ist so schon gefährlich genug.

  15. 87.

    @ Lieschen (Müller?), überall? Nun sagen sie mal einem Rollstuhlfahrer oder älteren Menschen, das sie im Wohngebiet 3 Straßen weiter zur nächsten Ampel soll. Aber da muss er ja auch über ampellose Kreuzungen. Also nochmal nachdenken.

  16. 86.

    Und helfen Ampeln auch gegen Abbiegeunfalle?
    Und könnten Sie sich vielleicht vorstellen, dass es a) nicht überall Ampeln gibt und b) es Rollstuhlfahrern schwer fällt, den Weg bis zur nächsten Ampel zu schaffen?
    Und haben Sie schon Mal versucht, eine mehrspurigel Straße mit Mittelstreifen mit dem Rolli in einem Zug zu über queren?
    Und kennen Sie das Gefühl, auf einem nichtmal 2m breiten Mittelstreifen, den Verkehr mit 50 km/h und mehr auf beiden Seiten an sich Vorbeirasen zu lassen?

  17. 85.

    Also was die Engländer in Sachen Kreisverkehr hinbekommen, sollte doch hier auch möglich sein.
    https://www.dieweltenbummler.de/blog/kreisverkehre-in-grosbritannien/
    Da ist 30 schnell.

  18. 84.

    Ja, bitte. B1 in Zehlendorf und dort gerne auch mit (mehreren) Blitzern.

  19. 83.

    Na dann macht Tempo 30 für Sie ja keinen Unterschied, und hält vielleich den einen oder anderen vom sinnlosen Beschleunigen ab.

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