Nach Wahl mit vielen Pannen - Berliner CDU will Wahlhelfer-Bonus von 100 Euro

Mo 23.05.22 | 08:29 Uhr
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Wahlhelfer und Wahlhelferinnen zählen am 26.09.2021 in einem Berliner Wahllokal Stimmzettel für die Bundestagswahl. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)
Bild: dpa/Sebastian Gollnow

Wahlhelferinnen oder -helfer sollen nach Vorschlag der Berliner CDU einen "Wahlhelden-Bonus" von 100 Euro erhalten. Das schreibt die Partei in einem Forderungspapier, das dem rbb vorliegt.

Der Bonus soll die bisherige Erfrischungspauschale ersetzen. Bisher bekommen Wahlhelfende zwischen 60 Euro, wenn sie Mitglied in einem Wahllokalvorstand sind, und 12,50 Euro, wenn sie Wahlunterlagen transportieren. Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, so fordert die CDU, soll für Wahlhelferinnen oder -helfer am Wahltag zudem kostenlos sein. Zudem sollen sie Ermäßigungen für Kulturangebote erhalten.

Forderung: Transport von Wahlunterlagen zentral organisieren

Mit ihrem Papier reagiert die CDU auf die chaotischen Umstände der vergangenen Bundestags- und Abgeordnetenhauswahl in Berlin. Die Partei fordert, der Transport von Wahlunterlagen solle künftig zentral organisiert werden – und damit nicht mehr von den jeweiligen Wahlvorständen. "Statt mit einer niedrigen Wahlbeteiligung zu planen, muss in jedem Wahllokal die Zahl der Stimmzettel so hoch sein wie die Zahl der Wahlberechtigten", heißt es im Papier.

Um lange Schlangen vor Wahllokalen zu vermeiden und da bei der nächsten Wahl mit vielen Briefwählerinnen und Briefwählern zu rechnen sei, schlägt die CDU "Pop-up-Briefwahllokale beispielsweise in Einkaufszentren" vor. Als Richtlinie am Wahltag solle gelten, dass innerhalb von 15 Minuten jede und jeder seine Stimme in einem Wahllokal abgeben können müsse.

Bericht von Expertenkommissin bis Sommer

Aktuell untersucht in Berlin eine Expertenkommission die vergangenen Wahlen in Berlin. Sie soll bis zum Sommer dieses Jahres einen Bericht vorlegen und Verbesserungsvorschläge machen. Nach Ansicht der CDU sollte dieses Gremium anschließend in eine "dauerhafte Kommission zur Evaluation von Wahlen überführt werden".

Sendung: rbb24 Inforadio, 23.05.2022, 08:00 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Wann kann man ONLINE Wählen???

  2. 14.

    Aufgrund der Corona-Beschränkungen waren die Schulungen diesmal sehr eingeschränkt. Hauptsächlich online. Und ja, es war eine Herausforderung, die nicht jeder meistern kann und als Neuling hätte jeder seine Probleme gehabt. Ich war zum wiederholten Mal Vorsitzende im Wahlvorstand und wir haben es bravourös gemeistert. Aber es braucht eben Erfahrung um bereits um 8:30 Uhr zu erkennen, dass eine 3. Wahlkabine unumgänglich ist. Und letztendlich war das Hauptproblem der überforderte Wähler, der teilweise 20 Minuten eine Wahlkabine blockierte, weil er sich vorher nicht ordentlich informiert hatte.

  3. 13.

    Alle Wahlvorstände werden geschult. Ohne ausreichenden finanziellen Anreiz melden sich immer weniger bzw springen immer mehr ab.

    Berlin muss nicht im bundesweiten Vergleich immer das Schlusslicht sein.

    Kein Wunder, dass die Zahl der ehrenamtler immer mehr zurückgeht. Für einen Appel und ein Ei macht niemand mehr etwas.

    Andere Kommunen haben es kapiert

  4. 12.

    Claudia, Anreiz und Motivation funktioniert nur über Geld. Die Zeiten, in denen Ehrenämter nicht oder nur schlecht bezahlt werden, ist vorbei. Bestes Beispiel der Zensus 2022

  5. 11.

    Typisch CDU kann man da nur sagen. Als ob Geld alles regelt. Im Übrigen war das Chaos nur in wenigen Wahllokalen, aber die Presse bauscht ja gern alles auf. Für eine ordnungsgemäße Wahl braucht es vor allem geschulte Wahlvorstände bzw. welche mit Erfahrung. Wegen des Geldes kommen die eher weniger.

  6. 10.

    Mit DEN Vorschlägen der CDU ist das nächste Chaos vorprogrammiert, die Leute haben wirklich KEINE Ahnung! "Pop-up-Briefwahllokale"?? Die sollen sich mal über die Vorbereitung und Einrichtung eines Wahllokalen informieren.....

  7. 9.

    "Die Wahlvorstände holen schon fertig gepackte Unterlagen ab" und DAS ist schon für sich eine Zumutung: ich hatte zwei große Hartschalenkoffer und mehrere dicke Mappen - das konnte ich gar nicht allein ins Auto heben. Und nach der Wahl bringen die Wahlvorstände das ganze Gelumpe zurück ins Wahlamt, stundenlanges Anstehen, bis man alles los wird.
    Für die Niederschriften könnte man einen Laptop mit dem Programm des Wahlamtes zur Verfügung stellen, Wahnsinns-Rechnerei und ein falscher Übertrag und du machst Nachtschicht.

  8. 8.

    Dann kommen NOCH mehr Leute nur des Geldes wegen.... in einem Briefwahllokal war ein über 80-Jähriger, der sich über die "Abwechslung" vom grauen Alltag gefreut und sonst nicht zustande gebracht hat.

  9. 7.

    Ich kenne niemanden, außer vielleicht Wahlhelfer, die von Hartz IV betroffen sind, die dieses Ehrenamt des Geldes wegen auskleiden. Die eigentliche Belastung bei der letzten Wahl war allerdings der zeitliche Aufwand. Wir trafen uns um 07:00 Uhr morgens und waren mit allem drum und dran um 24:00 Uhr fertig. Dies war nicht meine erste Wahl, aber mit weitem Abstand die desorganisierteste und längste.

  10. 6.

    Außerdem ist die Zeitverschwendung durch ineffiziente Prozesse nach der Wahl unglaublich: Anstatt einfach genügend leere Umschläge mitzugeben um die Stimmzettelstapel nach der Auszählung einzeln zu verpacken sollte jeder Stapel einzeln mit Packpapier und (viel zu knapp bemessenem) Klebeband. Und das für ca. 75 Stapel (5 Stimmen, jeweils ca. 15 Stapel) nach einem langen Wahltag, hat bei uns sicherlich 1-2 Stunden extra gedauert so dass wir erst nach 22 Uhr fertig waren.

  11. 5.

    Fordern kann man viel nur hapert es meistens an der Umsetzung.

  12. 4.

    100,00 Eur sind viel zu wenig. Ich halte 350 Eur für Wahlvorstände durchaus angemessen. Schließlich muss ja auch die Zeit für die Schulung. die Objektbesichtigung, die Organisation und für Abholung und Rückgabe der Unterlagen entlohnt werden.

    Die Zeiten, wo Ehrenämter nicht großzügig entlohnt werden, sind lange vorbei.

    Außerdem muss die Organisation am Wahltag dringend verbessert werden.

  13. 3.

    Keine Ahnung von Organisation der Wahlen. Die Wahlvorstände holen schon fertig gepackte Unterlagen ab. Und es hängt von jedem Bezirk ab, wieviele Stimmzettel eingepackt werden. Pop-up Abstimmen. Illusorisch. Wir haben Wahlkreise, Stimmbezirke etc. Kein einheitlicher Stimmzettel für alle. Und wie soll die Sicherheit gewährleistet werden. 100,00 Erfrischungsgeld? Aus Erfahrung werden das nicht mehr Menschen, die das machen. Und es muss mehr geschult werden, damit die Protokolle der Wahlvorstände korrekt sind.

  14. 2.

    100 € für Wahlhelfer sind ja sehr nett aber wenn ich das richtig verstanden habe waren fehlende oder falsche Wahlzettel, zu wenig Wahlkabinen und der Marathon das Problem.

  15. 1.

    Hallo CDU-POLITIKER, denken Sie wirklich, dass durch die Zahlung eines Bonus die Gefahr einer Wahlpanne nicht mehr besteht?
    Dann denken Sie aber ziemlich kurz, denn KORREKTHEIT ist durch einen Bonus nicht gewährleistet.

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