Berlin-Mitte - Hunderte Kurden demonstrieren gegen Politik der Türkei

So 15.05.22 | 13:10 Uhr
"Justice for Kurds" (Gerechtigkeit für die Kurden) steht auf einem Plakat, das ein Mann während einer Demonstration in Berlin-Mitte hält (Quelle: Presscov/Zuma Press Wire/Michael Kuenne)
Presscov/Zuma Press Wire/Michael Kuenne
Video: rbb24 Abendschau | 14.05.2022 | Bild: Presscov/Zuma Press Wire/Michael Kuenne

Mehrere Hundert Kurden und Unterstützer haben am Samstag in Berlin gegen die türkische Politik demonstriert. Nach Angaben der Polizei liefen die etwa 700 Demonstranten vom Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor. Sie protestierten gegen "Angriffe des türkischen Staats in Kurdistan". Die Polizei meldete 13 vorläufige Festnahmen.

Der Demonstrationszug sei mehrfach gestoppt worden, weil Teilnehmer verbotene Parolen mit Bezug zur kurdischen Arbeiterpartei PKK gerufen hätten, sagte eine Polizeisprecherin. Mit Fahnenstangen und Pappschildern sei in Richtung von Einsatzkräften gezielt worden. Die Polizei habe mit Freiheitsentziehungen reagiert. Die Vorwürfe lauteten Landfriedensbruch und tätliche Angriffe. Insgesamt seien 18 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Polizei verbietet Palästinenser-Demonstrationen

Auf der Demonstration waren gelb-rot-grüne Fahnen zu sehen sowie Transparente mit Kritik am türkischen Vorgehen. Die Türkei hatte vor einigen Wochen neue Angriffe gegen die PKK im Nordirak begonnen. Anders als die Kurdendemonstration, die mit Auflagen erlaubt war, hatte die Polizei mehrere palästinensische Demonstrationen gegen die Politik Israels an diesem Wochenende verboten.

Palästinenser erinnern jedes Jahr am 15. Mai an Flucht und Vertreibung Hunderttausender im ersten Nahostkrieg 1948. Aus einem Teil des britischen Mandatsgebiets Palästina wurde am 14. Mai 1948 Israel. Die arabischen Nachbarn griffen den neuen Staat daraufhin an. Im Zuge der Kämpfe flohen rund 700.000 Palästinenser oder wurden vertrieben.

Die Polizei hatte das Verbot der Palästina-Demonstrationen damit begründet, dass es zu volksverhetzenden, antisemitischen Rufen, Gewaltverherrlichung und Gewalttätigkeiten kommen könne. Das Verwaltungsgericht und das Oberverwaltungsgericht teilten diese Gefahrenprognose mit Blick auf frühere ähnliche Veranstaltungen.

Sendung: rbb24 Abendschau, 14.05.2022, 19.30 Uhr

Nächster Artikel