Parole gegen Kotti-Wache - Wahlkreisbüro von Innensenatorin Spranger beschädigt und beschmiert

Di 17.05.22 | 20:05 Uhr
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Iris Spranger (SPD), Senatorin für Inneres, Digitalisierung und Sport spricht in der Plenarsitzung im Berliner Abgeordnetenhaus. (Quelle: Annette Riedl/dpa)
Bild: Annette Riedl/dpa

Eingeschlagene Fenster oder Schmierereien an Büros von Berliner Abgeordneten sind keine Seltenheit. Auch die Räume der Innensenatoren Frank Henkel oder Andreas Geisel traf es bereits. Nun ist ihre aktuelle Nachfolgerin ins Visier geraten.

Das Wahlkreisbüro von Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) ist beschädigt und beschmiert worden. Auf die Fassade des Gebäudes im Stadtteil Biesdorf in Berlin-Marzahn wurde in der Nacht zu Dienstag in meterhohen Buchstaben die Parole "Keine Kotti-Wache" geschrieben, wie die Polizei mitteilte.

Mit Gewalt sei das Sicherheitsglas einer Scheibe eingeschlagen und stinkende Buttersäure in die Büroräume geleitet worden, teilten die Regierungsfraktionen SPD, Grüne und Linke mit. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt ermittelt.

Polizeiwache am Kotti im Mittelpunkt

Berlins Innensenatorin Spranger unterstützt die Einrichtung einer geplante Polizeiwache am Kottbusser Tor in Kreuzberg - gegen den Widerstand aus der linken und linksradikalen Szene. Die Wache soll Anfang 2023 fertig sein.

Berlins Regierende Bürgermeisterin und SPD-Landesvorsitzende Franziska Giffey teilte mit: "Es ist unerträglich, in welcher Weise versucht wird, Menschen, die sich für unsere Stadt einsetzen, mundtot zu machen und politische Agenden durch Gewalt durchzusetzen." Die Tat sei ein "Angriff auf das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt, auf die demokratischen Institutionen", so Giffey am Dienstag nach der Senatssitzung. Sie hoffe sehr, dass die Täter gefasst werden.

SPD, Grüne und Linke sprachen von einem "feigen Farb- und Säureanschlag". Die Täter stellten sich mit ihrer kriminellen Handlung außerhalb des demokratischen Konsenses. "Wer die Bürgerbüros von gewählten Abgeordneten mutwillig zerstört, bringt seine tiefe Verachtung gegenüber unserer parlamentarischen Demokratie zum Ausdruck." Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprach von einem "abscheulichen Angriff". Spranger sei als gewählte Politikerin ebenso wie die Polizei "eine der Säulen unserer Demokratie".

Sendung: Inforadio, 17.05.2022, 12:00 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Für den "Tellerrand"-Tipp ist Ihnen Iris Spranger sicher sehr dankbar. Ich könnte mir allerdings durchaus vorstellen, dass die SPD schon vor der Regierungsbildung wusste, wie die Koalitionspartner einzuordnen sind. Meinen Sie nicht auch, Dennis?

    Und bzgl. der Kotti-Wache gibt's ja durchaus Gesprächsbedarf zwischen Spranger und den Grünen und Linken. So haben sich die geplanten Kosten gegenüber den im Haushaltsentwurf veranschlagten 250k € mittlerweile verzehnfacht. Worüber Spranger aber wohl nicht so gerne reden will, sondern das Projekt weiter energisch vorantreibt.

  2. 2.

    Dem Staatsschutz viel Erfolg beim ermitteln der Täter. Doch der Schaden wird sicherlich schnell behoben. Dagegen liegen vom 1. Mai immer noch zerbrochene Glasflaschen und Scherben überall in der Grünanlage auf dem Oranienplatz, wo Kinder spielen. Auf dem nächsten Spielplatz um die Ecke (Naunynstraße neben Kuchenkaiser) mischen sich seit Jahren die giftigen Brandreste eines Styropor-Fassadenbrandes mit dem Sand in dem die Kinder spielen. Vielleicht sollte "Sicherheit" mehr zum Nutzen der Bewohner umgesetzt werden. Bitte die Glasscherben und den Giftmüll von den öffentlichen Flächen entfernen, wo im Kiez Kinder spielen.
    PS: Wäre direkt am Kotti auch nicht schlecht. Dazu fällt mir als erstes die dicke Schicht Taubenkot auf den Gehwegen und den Zugängen zur Hochbahn (U1/U3) ein. Bemerkenswerterweise sind über der Straße Taubenvergrämungsgitter angebracht, um die Autos vor Kot zu schützen. Sicherheit für zu Fuß Gehende?!

  3. 1.

    Ob das Rechte waren??? Die gute Frau sollte sich mal fragen, mit welchen Kräften ihre Partei koaliert. Muss man jetzt ein bisschen über den Tellerrand denken.

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