Vergünstigung im ÖPNV - Bundesrat beschließt Neun-Euro-Ticket

Fr 20.05.22 | 11:49 Uhr
  10
Der U-Bahnhof Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg (Quelle: Bildagentur-online/Joko)
Audio: rbb24 Inforadio | 20.05.2022 | Bettina Jarasch im Interview | Bild: Bildagentur-online/Joko

Drei Monate lang ÖPNV für je neun Euro: Am Freitag hat der Bundesrat diesen Rabatt beschlossen. Noch aber ist offen, wer die zusätzlichen Busse und Bahnen bezahlt - die Berliner Verkehrssenatorin hat da einen Wunsch.

Die geplanten Neun-Euro-Monatstickets für Busse und Bahnen im Sommer können kommen. Der Bundesrat stimmte am Freitag dem vom Bundestag beschlossenen Finanzierungsgesetz für die Sonderaktion zu, die ab 1. Juni für drei Monate starten soll.

Der Bund will 2,5 Milliarden Euro bereitsstellen, damit ab Juni bundesweit ÖPNV-Unternehmen ein Monatsticket für neun Euro anbieten können. Der Rabatt soll auch im Juli und August gewährt werden.

Die Berliner Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) hatte die geplabte Entlastung zuvor begrüßt. Dem rbb sagte sie am Freitagmorgen: "Ich finde es gut, dass es nicht nur Entlastungen gibt sozusagen für die, die Autofahren. Sondern, dass auch an die gedacht worden ist, die vielleicht den ÖPNV lieber nutzen wollen."

Kann das Angebot die höhere Belastung stemmen?

Jarasch rechnet damit, dass für die öffentlichen Verkehrsunternehmen Zusatzkosten entstehen könnten. Diese müssten vom Bund übernommen werden. Die ermäigten Tickepreise seien abgesdeckt, sagte sie rbb24 Inforadio. "Was aber bisher nicht abgedeckt ist über die Ticketgeschichten hinaus, sind die Mehrverkehre, die wir bestellen werden."

Am Donnerstag hatten BVG und S-Bahn bekannt gegeben, dass sie von Juni bis August eine engere Taktung und mehr Fahrzeuge auf vielen Strecken einplanen. So sollen Berlin und das Umland besser den erwarteten Zustrom bewältigen können. Ungünstig sei, dass dieser Rabatt in die Zeit der Sommerferien falle, so die Senatorin. "Das bedeutet, dass natürlich gerade der Ausflugs- und Freizeitverkehr zunehmen wird."

Noch sei die Auslastung des Berliner ÖPNV allerdings deutlich niedriger als vor der Pandemie, sagte Jarasch.

Sendung: rbb24 Inforadio, 20.05.2022, 7.05 Uhr

10 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 10.

    Weil es jeder weiß. Steuern sind nun mal die Hauptquelle der Finanzierung des Staates. Der Staat sind wir alle. Ergo finanzieren wir unser Gemeinwesen, einige mehr, andere weniger. Und wir wählen Volksvertreter, die dann diese Gelder für uns verwalten. Ein völlig normaler Vorgang, Wie die Gelder verteilt werden ist natürlich Gegenstand von politischen Auseinandersetzungen. Viele Wege führen nach Rom…….Daher ist in der Politik vieles ein Kompromiss. Ich kann damit sehr gut leben.

  2. 9.

    "Der Bund will 2,5 Milliarden Euro bereitsstellen". Wird es eine Evaluation des SPD-Geschenks geben? Soweit ich das verfolgt habe, soll die Maßnahme die Bevölkerung veranlassen, auf ÖPNV umzusteigen. Welchen Zusammenhang es da gibt, ist mir persönlich nicht klar, ich bin daher gespannt, wie viele auf ÖPNV durch das 9-Euro-Ticket umschwenken werden

  3. 8.

    "Wäre ja nun auch noch schöner, wenn erst mal alle Meinungen von Leuten wie beispielsweise Ihnen, die nahezu gegen alles sind, was von den Regierenden (das ist nicht mal gegendert; das hieß schon immer so) entschieden wird, dazu eingeholt würden."

    Einem wahrhaften Demokraten, für den Sie sich ja offensichtlich halten, würde so ein Satz nicht über die Lippen kommen.
    Sehen Sie es wirklich so, dass eine Leserin wie Ulrike sich hier nicht zu äußern hat, weil ihr "etwas nicht passt"?
    Beantworten Sie auch in Ihrem Bekanntenkreis jegliche Kritik an Regierungsentscheidungen mit dem Verweis auf die nächsten Wahlen?

    Klopfen Sie Ihren Kommentar bitte mal darauf hin ab, ob er irgendetwas Hilfreiches für die Diskussion enthält.

  4. 7.

    Sie scheinen von der Sorte zu sein der unbedingt jeden Kommentar zerflückt ohne selber eine eigene Meinung zum Thema zu haben.
    Manchmal wäre es besser wenn das Volk mitbestimmen könnte wofür Steuergelder verwendet werden.
    Ihr letzter Absat in Ihrem Kommentar, dazu kann ich nur sagen wen soll man denn da wählen?
    Und von Demokratie haben Sie ja nun auch keine Ahnung, was haben Entlasstungen finanzieller Art mit Demogratie zu tun.?
    Schönes WE

  5. 6.

    Ich bin nur froh, dass ich einen Rabatt bekomme, denn ich habe genug von süchtigen Bettlern, verrückten Menschen, Dreck und Luftmangel in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es ist furchtbar.

  6. 5.

    „Es zahlen die Steuerzahler.“

    Die Steuerzahler zahlen Steuern an den Staat, soweit ist Ihre Aussage richtig. Was unsere Regierung dann damit macht, entscheidet sie jedoch zum Glück vollkommen eigenverantwortlich. Wäre ja nun auch noch schöner, wenn erst mal alle Meinungen von Leuten wie beispielsweise Ihnen, die nahezu gegen alles sind, was von den Regierenden (das ist nicht mal gegendert; das hieß schon immer so) entschieden wird, dazu eingeholt würden. Wenn Ihnen diese Entscheidungen nicht passen, haben Sie bei der nächsten Wahl die Gelegenheit, dementsprechend abzustimmen. Das nennt sich Demokratie. Schon mal gehört?

  7. 4.

    Es zahlen die Steuerzahler.
    Und (wenn es über Schulden finanziert wird) die Menschen mit geringem Einkommen.
    Warum sprechen unsere Politiker*innen solche Wahrheiten nicht mal aus?

  8. 3.

    Hallo, das neun Euro Ticket ändert aber nichts an den ständigen Ausfällen, Verspätungen und Ausreden der S-Bahn. In der Mitte von Berlin hat man ja Gott sei Dank noch die BVG, welche besser funktioniert als die S-Bahn. Sobald man aber am Rande von Berlin wohnt, kennt man die Ausfälle nur all zu gut und fast täglich. Daher „ muss“ man quasi Auto fahren da die S-Bahn einfach zu Unzuverlässig ist und da hilft das 9€ Ticket auch nicht. Wäre wirklich schön 1 Woche mal keine Ausfälle oder ähnliches.

  9. 1.

    Ach so Frau Jarasch, aber das Null-EURO-Ticket wäre wohl allein mit Berlinmitteln zu stemmen gewesen, oder?
    Jaja, Verkehrspolitik ist ein schwieriges Pflaster (Asphalt).

Nächster Artikel