Studie der Aufarbeitungsbeauftragten - Viele Opfer des DDR-Regimes leiden heute noch unter den Folgen

Mo 13.06.22 | 14:53 Uhr
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Archivbild: Blick in eine doppelt vergitterte Zelle im früheren DDR-Militärgefängnis Schwedt, aufgenommen am 13.08.2010. (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Audio: Fritz | 13.06.2022 | Lukas Kuite | Bild: dpa/Bernd Settnik

Schlechtere Gesundheit und ein geringeres Einkommen als der Durchschnitt: Noch immer leiden Menschen in Brandenburg unter den Folgen des Unrechts, dass sie zu DDR-Zeiten erlitten haben. Das zeigt der Bericht der Aufarbeitungsbeauftragten.

Gut drei Jahrzehnte nach der Wende leiden Menschen in Brandenburg noch immer unter den Folgen des DDR-Unrechts.

Die Lebensbedingungen von Menschen, die Unrecht erlitten haben und politisch verfolgt gewesen sind, seien schlechter als die der vergleichbaren Bevölkerung, heißt es im Tätigkeitsbericht der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD), Maria Nooke. Der Bericht wurde am Montag in Potsdam an Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke übergeben.

Nooke sprach von "großen Gerechtigkeitslücken" bei Einkommen und Gesundheit. Die Befunde seien "alarmierend".

Schlechtere Gesundheit, geringeres Einkommen

Wie eine Sozialstudie der Aufarbeitungsbeauftragten ergeben hat, sind die Einkommen der Betroffenen deutlich geringer. Außerdem sei die Gesundheit der Opfer von DDR-Unrecht auffällig schlechter. Sie müssten deshalb häufiger vorzeitig in Rente gehen. Das gelte auch für ihre Angehörigen, die erstmals in die Untersuchung einbezogen waren.

Nooke zufolge ist auch das Anerkennungsverfahren schwierig: "Im Land Brandenburg erhielten in 2020/21 ca. 4800 Betroffenen die sogenannte Opferrente. Die bekommt man bei einer strafrechtlichen Rehabilitierung ab 90 Tagen Haft. Eine Versorgungsleistung für anerkannte Gesundheitsschäden aufgrund politischer Verfolgung erhielten in 2020/21 aber nur 142 Betroffene."

In der Studie hätten aber zwei Drittel der Betroffenen angegeben, auch heute noch unter gesundheitlichen Folgen ihrer Verfolgung zu leiden. "Die anspruchsberechtigte Gruppe ist deswegen noch viel größer", so die Landesbeauftragte.

Stiftung Anerkennung und Hilfe beendet Arbeit

In Potsdam, Neuruppin und Senftenberg gibt es einmal im Monat Traumaberatungen für Betroffene. Aufgrund der großen Nachfrage soll dieses Angebot ausgebaut werden.

Bei der Anlauf- und Beratungsstelle der Stiftung Anerkennung und Hilfe für Menschen, die als Minderjährige in Psychiatrien und Behinderteneinrichtungen vor 1990 Leid und Unrecht erlitten, meldeten sich bis zum Ende der Anmeldefrist Mitte vergangenen Jahres fast 2.500 Menschen. Viele hätten psychische, aber auch körperliche Gewalt erlitten. Die Stiftung zahlte bis Ende April den Angaben zufolge an knapp 1.800 Menschen Hilfen in Höhe von 18,8 Millionen Euro aus. Ende dieses Jahres stellt die Stiftung die Arbeit ein. Sie war von der Bundesregierung, den Bundesländern und der evangelischen und katholischen Kirche errichtet worden

Außerdem wurde ein Härtefallfonds des Landes Brandenburg, der seit 2015 besteht, in diesem Jahr um 10.000 Euro auf 60.000 Euro aufgestockt.

Sendung: Fritz, 13.06.2022, 14:30 Uhr

35 Kommentare

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  1. 35.

    Viele "Opfer" waren selber schuld. Würde man vieles in der B-Republik abziehen würde man hier auch abwandern. Dieser Staat ist kein Deut besser, wie sagte Honni "... um uns vor Räuber und Banditen zu schützen", in diesen tagen aktueller den je und die Regierung fördert die Inflation auch noch und belügt die arbeitende Bevölkerung mit Scheinargumenten.

  2. 34.

    Vielleicht einfach mal das, was uns die Zonenopfer hier mitzuteilen haben so original stehen lassen, anstatt schönzuphantasieren.

  3. 33.

    "mussten die sich alle in Marienfelde melden"
    Die Erstaufnahme dort war genau das. Eine Erstaufnahme für Leute ohne was.
    Schauen Sie sich mal die Dritte Folge von "Go West Go East" an. (Sendetermin war 16.5. ARD - 23:35 -> Mediathek)
    Interessant, was so möglich war.

  4. 32.

    Wobei Torgau anders als Bautzen I (gelbes Elend) - Polizei, Bautzen II - Stasi, eine Einrichtung der Jugendhilfe (Jugendwerkhof), mithin der berüchtigtste in der gesamten DDR war.

    Das Thema Entlassungsschein ist bekannt und zeigt eine der Hürden. Im Normalfall gibt es in den Stasiunterlagen - so sie schon zusammen gefummelt sind - entsprechende Einträge, aber die muss man erst mal lesen.
    Und da kommt der nächste Flashback...

  5. 31.

    Es gibt immer Menschen die alles anders sehen!Ich war mit 15 Jahren in der Keibelstr./Rummelsburg/Und dann in Torgau Zuchthaus!Dort waren 200jugendliche eingesperrt!Mein Antrag auf Rehabilitierung wurde unglaublich zur Kenntnis genommen !Erst der Original Entlassungschein überzeugt die Behörde von Meinen Problemen !

  6. 30.

    Versuchen Sie mir hier mitzuteilen ich hätte mir diese traurige Geschichte aus den Fingern gesogen nur um Aufmerksamkeit zu erregen? Wie billig ist das denn? Ich kannte damals einen Sozialarbeiter der sich um Wohnungslose Jugendliche gekümmert hatte. Dieser half mir den Jungen Mann vernünftig unterzubringen. Alleine hätte ich ihn gar nicht so schnell helfen können. Und richtig ist, dieser Jugendliche kam in einer kleinen Wohnung unter wo er ein eigenes Zimmer hatte.

  7. 29.

    Es gab solche Fälle aber nicht Mitte der 80ziger Jahre.
    Ausserdem mussten die sich alle in Marienfelde melden und von dort aus wurde alles in die Wege geleitet.


  8. 28.

    >"Sie verleugnen das unterschwellig. Bitte hören Sie damit auf. "
    Das stimmt doch gar nicht! Nur weil jemand andere Erfahrungen hatte oder anders gelebt hat als Sie, hat er noch lange kein lockerflockiges Leben gehabt. Nein, ich wollte nie aus der DDR raus. Es war und ist meine Heimat hier! Heimat hat nicht immer was mit dem politischen System zu tun. Und da haben viele überlegt, wie sich sich ihr Leben gestalten ohne anzuecken.
    Und jetzt mal zu meinem Leiden: Ich habe die 10 Klasse POS mit 1,3 abgeschlossen, wurde dennoch nicht zum Abitur zugelassen. Und nu? Ich habe mich davon nicht kleinkriegen lassen und meinen ganz eigenen Weg gemacht und beklage mich nicht. Weil eben das Kinkerlitzchen sind gegen das, was andere mitgemacht haben. Das habe ich damals so gesehen und sehe das auch heute so mit Empathie.

  9. 27.

    Nach dem was Sie schreiben, darf ich auf eigene DDR-Vergangenheit Bezug nehmen.
    Es war doch auch vom Umfeld abhängig, wer wann und wie unter dem DDR-System seinen persönlichen Repressalien ausgesetzt war.
    Und glauben Sie mir, Ihre FDJ- und EOS-Vergangenheit haben andere noch ganz anders erlebt.
    Sie haben einen 10 Klassen-Abschluss bekommen? Dann haben Sie nicht erlebt das rote Halstuch nicht zu bekommen und von der Schule verwiesen zu werden, nachdem Sie am Staatsbürgerkundeunterricht 6 Monate nicht teilnehmen durften.

    Das damit der Ausbildungsplatz weg war dürfte auch Ihnen klar sein.
    Darauf zwingend folgend §249 STGB DDR.

    Sie verleugnen das unterschwellig. Bitte hören Sie damit auf.

  10. 26.

    >"Die unzähligen dokumentierten Fälle, in denen 16+ Jährige sind Ihnen nicht bekannt?"
    Unzählige Fälle nicht persönlich, allenfalls aus Dokus. Aber 2 hier aus meinem Wohnumfeld zu DDR Zeiten schon. Und da war mehr als nur auf der Straße der Spruch "Ich will hier raus..." Da war bei dem einen Jungen dann noch ein misslungener Fluchtversuch mit nem Transitzug. Beim anderen mit einem Plakat mit irgendwas "staatsfeindliches" drauf. Die beiden waren dann wirklich "weg". Kommentiert wurden solche Ereignisse im Umfeld selbst im ganz privaten Bekanntenkreis nicht. Das waren halt so die Grenzen für ein normales Leben in der DDR, was die allermeisten lieber wollten. Aber gut... das ist Geschichte und Lehre für die Zukunft.

  11. 25.

    Für den Fall, das es Ihnen entgangen sein sollte: Sie haben hier Unwahrheiten versucht zu verbreiten.
    Und was Verfassungswidrig war, wurde bereits höchstrichterlich entschieden. Bitte halten Sie sich also zurück.
    Sie konnten das Land verlassen, andere nicht.
    Nehmen Sie das zur Kenntnis und Abstand von Tatsachenbehauptungen die geeignet sind, in Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse, die Aufarbeitung zu diskreditieren.

  12. 24.

    Das finde ich sehr schön von Ihnen, Lothar. Viele hätten einem wohl etwas abgerissen wirkenden Jugendlichen einfach die Türe vor der Nase zugeschlagen. Und dass Sie deswegen hier von irgendwelchen selbsternannten Auskennern als Naivling angegangen werden, ist nicht überraschend - aber darauf können Sie pfeifen.

  13. 23.

    Zitat: "Hört doch endlich damit auf. Jeder macht sich selbst zum Opfer. Das ist heute so wie damals."

    Ihre DDR Verklärung ist hier ja bekannt. Aber bitte bleiben Sie dabei doch bei sich und diffamieren nicht andere Menschen, die tatsächlich unter diesem Regime gelitten haben.

    Und überhaupt, wie kommen Sie darauf, dass man sich nur selbst zum Opfer machen kann? Sie müssen ja wirklich irgendwo sehr weit drüben leben, wenn Sie bsw. noch nie einem Kriminalitätsopfer begegnet sind.

  14. 22.

    Ihre Belehrungen brauche ich nicht! Ich habe mehr als 31 Lebensjahre als katholischer Christ unter dem verfassungswidrig System DDR leben müssen. Kein Abi, weil keine FDJ und Jugendweihe. Dann die sogenannten Einvernahmen wegen eines Sachverhalts bei der "Volkspolizei", Stasieinvernahme. Ich durfte das Land der Arbeiter und Bauern nur deshalb verlassen, weil ich mich psychiatrische behandeln ließ und die DDR Angst vor AIDS hatte. Also pflegen Sie Ihr Ego.

  15. 21.

    "ab 90 Tagen Haft."
    Was man dazu wissen muss: Die Grenze ist erst seit 2019 auf diese Größe herab gesetzt worden.
    Alle Anträge die davor gestellt und abgelehnt wurden, weil die Haftzeit nicht ausreichte, wurden nicht automatisch erneut aufgenommen.
    Jeder Einzelne, der das Verfahren einmal durch hatte, muss sich also erneut mit allem Brimborium von vorn dem Anerkennungsverfahren stellen.
    Mal davon abgesehen, das viele schon im ersten Anerkennungsverfahren aufgegeben haben...

    Und um den Lesern hier mal einen Einblick zu geben:
    Wer nach 40 Jahren aus dem Nichts einen Flashback erlebt hat und das nicht mehr los wird, dem ist jedes Geld egal.
    Versuche mal einer einen Psychotherapie-platz zu bekommen.
    Da sind 500 oder 1000 Euro zum Schluss nicht mal die Fahrtkosten.

    Ich finde es schwierig, wie hier einige kommentieren....

  16. 20.

    "Dank"
    Das hat nichts mit Dank zu tun. Und den möchte ich auch nicht.
    Es ist leider so, das offensichtlich noch viel zu viele auch nach den 3 Jahrzehnten Aufarbeitung weder den Grund dafür kennen noch sich aktiv daran beteiligt haben.
    Das ist schade.
    Aber es sollte sich jeder darüber bewusst werden nicht Unwahrheiten zu verbreiten und diese als Tatsachen zu deklarieren.
    DAS gehört aufgearbeitet. Und dafür ist genau diese Stelle notwendig.
    Ich hoffe und wünsche, das Sie und Ihr "Findel" Ihren Frieden gefunden haben.

  17. 19.

    "mit 16 war man in der DDR noch nicht volljährig! Also fällt Bautzen aus,"
    Die erste Aussage mag nicht falsch sein, Ihre Schlussfolgerung ist es schon.
    Literaturhinweis: https://www.landesvertretung.sachsen.de/erwachsenwerden-hinter-gittern-als-teenager-im-ddr-knast-lesung-mit-falk-mrazek-10427.html
    Und bitte nicht erschrecken.

  18. 18.

    Vielen Dank. Meine Geschichte über den 16 jährigen hat sich genau so zugetragen wie ich hier berichte. Selbst das Amt war der gleichen Auffassung, da der Jugendliche alle zu benötigten Informationen über seine Herkunft und den Grund für seine Inhaftierung in Bautzen mit aller Deutlichkeit geschildert hatte. Auch mein Hausbesitzer glaubte diese Story, als er mich anrief, weil ein böswilliger SEW Nachbar mich angeschwärzt hatte, ich hätte einen neuen Untermieter. Der Jugendliche wohnte 6 Wochen bei mir bis seine Papiere in Ordnung waren und er in die neue Wohnung einziehen konnte.

  19. 17.

    "ab 90 Tagen Haft."
    Was man dazu wissen muss: Die Grenze ist erst seit 2019 auf diese Größe herab gesetzt worden.
    Alle Anträge die davor gestellt und abgelehnt wurden, weil die Haftzeit nicht ausreichte, wurden nicht automatisch erneut aufgenommen.
    Jeder Einzelne, der das Verfahren einmal durch hatte, muss sich also erneut mit allem Brimborium von vorn dem Anerkennungsverfahren stellen.
    Mal davon abgesehen, das viele schon im ersten Anerkennungsverfahren aufgegeben haben...

    Und um den Lesern hier mal
    Wer nach 40 Jahren aus dem Nichts einen Flashback erlebt hat und das nicht mehr los wird, dem ist jedes Geld egal.
    Versuche mal einer einen Psychotherapie-platz zu bekommen.
    Da sind 500 oder 1000 Euro zum Schluss nicht mal die Fahrtkosten.

    Ich finde es schwierig, wie hier einige kommentieren....

  20. 16.

    "Wegen nur mal sagen, dass man dort nicht leben wolle, gings nicht in den Knast, schon gar nicht als 16-jähriger. Da musste schon viel mehr passiert sein oder eben Ihnen wurde da eine simple Story aus nem billigen Kalten-Krieg-Film aufgetischt. "
    Wissen? Oder glauben?
    Die unzähligen dokumentierten Fälle, in denen 16+ Jährige sind Ihnen nicht bekannt?
    Dann gehört das dringend aufgearbeitet.
    Und genau darum ist auch die Stelle der Landesbeauftragten noch immer erforderlich.

  21. 15.

    Menschen und der ewige Neid. Opfer sollte man nie beneiden, nie werten und nie herablassend behandeln. Opfer sind Menschen mit extremen Erfahrungen, die physische und psychische Folgen ein Leben lang mit sich herumschleppen. Opfer benötigen Respekt und Rehabilitierung und etwas Verständnis für ihre subjektive Situation. Aber nur, weil man Opfer nicht verstehen will oder kann, hat man nicht das Recht, sie abzuwerten.
    Der von Drüben ist der Meinung, jeder mache sich selbst zum Opfer. Sie verwechseln das Schimpfwort „Opfer“ mit realen Opfern. Aber das ist Ihr Defizit, Ihr bedauerliches Nichtverstehen.

  22. 14.

    Ich bin auch ein Opfer. Ich wurde "gezwungen" eine 10-jährige Schulausbildung, eine 2-jährige Berufsausbildung zu absolvieren und danach auch noch zu arbeiten. Furchtbar für heutige Verhältnisse. Ich habs trotzdem auf 47 Jahre Berufstätigkeit geschafft, geniesse jetzt die Rente. Ich war auch niemals in einer Partei oder Stasi. Habe nur dafür gesorgt eine Familie mit auf zu bauen und dafür zu sorgen, dass es meinen Kindern gut geht. War möglich in der DDR, ohne gleich als regimetreuer Bürger zu gelten.

  23. 13.

    Nur mal kurz als Info, mit 16 war man in der DDR noch nicht volljährig! Also fällt Bautzen aus, bestenfalls (schlimm genug) Jugendwerkhof. Jugendliche wurden nicht ausgebürgert.

  24. 12.

    Schon sind hier die Besserwisser am Werk. Wieso sollte der Junge lügen? Er kam nur mit seiner Kleidung am Körper von DRÜBEN. Seine Familie wollte nichts mehr von ihm wissen. Er sagte, er saß mehrere Wochen in Bautzen. Und natürlich habe ich das nicht weiter verfolgt. Und die vom Amt in Westberlin haben ihm anstandslos eine kleine Wohnung besorgt.

  25. 11.

    >"Sein einziges Vergehen war, er sagte öffentlich er will nicht mehr in der DDR bleiben."
    Na Mensch... das ist aber ne zu einfache Schauergeschichte. Wegen nur mal sagen, dass man dort nicht leben wolle, gings nicht in den Knast, schon gar nicht als 16-jähriger. Da musste schon viel mehr passiert sein oder eben Ihnen wurde da eine simple Story aus nem billigen Kalten-Krieg-Film aufgetischt.

  26. 10.

    Ist doch alles nichts Neues, dass Opfer leiden und sehr schlecht versorgt werden in der Bundesrepublik Deutschland. Immer wieder neue Aufarbeitungsbeauftragte. Wie viele Opferbeauftragte, gab es alleine für den sexuellen Missbrauch an Kindern ? Immer wieder neue Studien, immer wieder erschreckende Zahlen, immer wieder menschliche Schicksale.
    Was macht die Bundesregierung für die Opfer ? Die Opfer müssen von Pontius bis Pilatus laufen, immer wieder neue Unterlagen beibringen. Dann heißt es warten und warten. Wieder Unterlagen beibringen, wieder warten und das Hinhalten geduldig zu ertragen. Wenn man dann Glück hat, gib es einen Bescheid, nach vielen Jahren. Viele Opfer erhalten auch einen negativen Bescheid. Verheerend für die Opfer. Alles selber erlebt. Als Opfer, habe ich in den jeweiligen Bundesregierung, schon längst das Vertrauen verloren. Später nicht fragen, wie konnte es geschehen ?

  27. 9.

    >"...weil Sie entweder Glück hatten oder mit dem System gemeinsame Sache machten."
    So einfach ja nun auch nicht. Nicht jeder, der einfach so sein eigenes Leben lebte in der DDR ohne irgendwelche staatlichen Repressalien, machte "gemeinsame Sache" mit dem System - sprich Stasispitzel oder Pateibuch.
    Sicher gab es in der DDR auch Grenzen zum Selbstleben, wie in jedem Staat. Wer sich damit arrangierte, war nicht unmittelbar ein einfriger Verfechter des Systems.
    Die wenigen Menschen, die nach heutigem Rechtsverständnis ungerechtfertigt in der DDR Repressalien erlitten, sollten schon entschädigt werden. Unsummen nach heutigem Maßstab sinds ja nicht.

  28. 8.

    Klar, wenn die Aussicht auf Geld vom Staat da ist hätte ich auch nach mehr als 30 Jahren gesundheitliche Probleme. Vielleicht klappt es ja, ist nur unfair gegenüber wirklichen Opfern.

  29. 7.

    Da haben sie sich damals aber einen Bären aufbinden lassen, oder waren sie wirklich so naiv? Niemand ist so aus Stasihaft und Knast entlassen worden und wegen so einer Lapalie war man gar nicht erst in Haft. Dazu bedurfte es schon einiges mehr.

  30. 6.

    So ein Unsinn.
    Ausserdem nannte man das nicht arbeiten sondern Planerfüllung.

  31. 5.

    Siehe Evelyn Zupke RBB Beitrag 09.11.2021,fordert damals bundesweiten Härtefallfonds für Betroffene ehem. DDR Bürger. Wir haben 33 Jahre nach Mauerfall. Langsam müssen sich doch mal alle Verfolgten mit Schäden an Geist+Geldbeutel gemeldet haben. Dieses Klagen kann man nicht mehr hören

  32. 4.

    Ein wie ich finde sehr wichtiger Beitrag zum Thema. Vielen Menschen in der ehem. DDR wurde Unrecht getan. Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich Mitte der 80er Jahre von einer mir unbekannten Person einen Anruf erhielt, wo diese mir kurz erklärte, dass sie meine Adresse und TEL. Nr. von einem gemeinsamen Freund habe. Der junge Mann erklärte mir, das er nun in Westberlin sei und nur meine Adresse kenne u.sonst niemanden. Bei mir angekommen entpuppte sich der junge Mann als gerade mal 16 jährig und er sagte mir, er sei aus dem Gefängnis in Bautzen entlassen worden und von der Stasi einfach in die S-Bahn gesetzt und bis zur Grenze begleitet. Sein einziges Vergehen war, er sagte öffentlich er will nicht mehr in der DDR bleiben. Ich half ihn weiter und besorgte ihm ein neues Zuhause.

  33. 3.

    Das liest sich äußerst rücksichtslos, weil Sie entweder Glück hatten oder mit dem System gemeinsame Sache machten.
    Ich hoffe, „damals“ bezieht sich nicht auf 1944/1945, denn dann sollte der Kommentar entfernt werden.

  34. 2.

    "leiden" richtig so zu gebrauchen, dass der Zusammenhang deutlich wird, nicht "vermischt" wird mit anderen psychischen Dingen, ist die Aufgabe der Beauftragten. Das ist zwar schwierig, aber genau dafür ist sie da. Dies ist kein "Statistikjob".

  35. 1.

    Hört doch endlich damit auf. Jeder macht sich selbst zum Opfer. Das ist heute so wie damals.

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