Schuljahr 2022/23 - Bildungsverwaltung findet 170 zusätzliche Plätze für Siebtklässler

Fr 10.06.22 | 20:27 Uhr
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Ein Schüler der siebten Klasse meldet sich im Unterricht. (Quelle: dpa/Wolfram Kastl)
Audio: rbb24 Abendschau | 10.06.2022 | A. Herr/T. Handel | Bild: dpa/Wolfram Kastl

Die Bildungsverwaltung hat eine Lösung für die 170 angehenden Siebtklässler gefunden, denen bisher im neuen Schuljahr kein Schulplatz angeboten werden konnte. Das geht aus einem Brief von Bildungsstaatssekretär Alexander Slotty (SPD) an die Bezirksstadträte hervor, der dem rbb vorliegt.

Demnach stehen je zwei zusätzliche Klassenräume in zwei Oberstufenzentren und ein zusätzlicher Klassenraum in einem Sport-Gymnasium zu Verfügung. "Laut unserer Informationen wäre damit der Bedarf an Schulplätzen für das Schuljahr 2022/23 gedeckt", heißt es in dem Brief, über den zuerst der "Tagesspiegel" berichtete.

Je zwei Klassenräume werden am OSZ Kommunikations-, Informations- und Medientechnik in Mitte, sowie am OSZ Gastgewerbe in Pankow bereitgestellt, ein zusätzlicher Klassenraum steht in der Flatow-Oberschule in Treptow-Köpenick bereit. Siebtklässler sollen allerdings nicht auf diese Schulen gehen: Die Bezirke werden von der Bildungsverwaltung gebeten, "nach Möglichkeit vor allem Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs und höher an die beruflichen Schulen bzw. OSZ" zu verlegen, "da diese mit dem Altersgefüge einer beruflichen Schule am ehesten kompatibel sind".

Unklar wieviel Lehrpersonal benötigt wird

Die Bildungsverwaltung gehe nunmehr davon aus, dass "rund 91 Prozent der gut 26.000 Schülerinnen und Schüler in den künftigen 7. Klassen einen Platz an der Wunschschule erhalten haben", heißt es in dem Schreiben. Die entsprechenden Briefe sollten Ende letzter Woche versandt worden sein.

Slotty weist allerdings darauf hin, dass es sich bei den zusätzlichen Klassenzimmern "ausschließlich um Raumkapazitäten" handele. Unklar ist, welches Lehrpersonal für die Beschulung benötigt wird. Der Staatssekretär erinnert die Bezirke zudem daran, dass auch Containerbauten kurzfristig zusätzlichen Raumbedarf abdecken können. Vor allem für das übernächste Schuljahr könne das eine Entlastung bieten. Damit zeigt sich allerdings auch, dass die Bildungsverwaltung bis mindestens 2024 fest mit provisorischen Klassenräumen an Berliner Schulen plant.

Sendung: rbb24 Abendschau, 10.06.2022, 19:30 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Und was genau soll der Druck bewirken? Erscheinen dann magisch neue Lehrkräfte wie der Geist aus der Flasche? Es fehlt ja weder an Geld noch an gutem Willen, es fehlt schlicht an Bewerbern!

  2. 9.

    Die Kinder sind nicht Schüler im OSZ - steht im Artikel. Sie werden lediglich dort beschult.

  3. 8.

    Im Text steht, dass NICHT die Siebtklässler da hin gehen sollen.
    Sondern die übervollen Schulen sollen ihre 10. da hin schicken.
    (Um Platz zu machen für die 7.!)

    Allerdings ist somit auch die Überschrift des Artikels völlig unrichtig:
    Für Siebtklässler wurde doch überhaupt kein Platz gefunden!!

  4. 7.

    Als Mutter blutet mir das Herz, wenn ich das lese. Schule ist auch eine Gemeinschaft, Schulleben, AGs, Chor, Band, usw. All das kann ein OSZ in der Regel nicht bieten. Die Klientel in OSZ ist zu dem häufig auch sehr schwierig. Niemals würde ich ein 12-jähriges Kind an ein OSZ in Berlin schicken wollen. Das ist schon vom reinen Lesen kaum zu ertragen. Hier muss es doch öffentlichen Protest im Sinne dieser 170 Kinder geben. Wo ist der Landeselternausschuss?

  5. 6.

    Ich stimme zu!
    Berlin ist sehr kreativ bei der Mangelverwaltung. Und sie lassen sich dafür neue Ideen einfallen (Stichwort Stundenkürzung)
    Der einzige Weg ist meiner Ansicht nach:
    Die Eltern bzw Elternvertreter müssen jede Woche beim Schulleiter nachfragen, wie die personelle Ausstattung ist, wie viele Stunden ausgefallen sind etc.
    Diese E-Mail immer mit Kopie an die Bezirkselternausschüsse und die Schulaufsicht in cc. Die Antwort erfolgt an die gleichen Adressen. Jede Woche! Irgendwann fragt der rbb nach und dann kann niemand sagen, er hat nichts gewusst.
    Den Schulleitern kann man keinen Vorwurf machen, er hat nur ehrlich geantwortet.
    Nur über so einen Weg kommt extrem Druck auf die Politik....

  6. 5.

    Ich finde es nicht peinlich, sondern extrem ärgerlich. Als meine ältere Tochter in die Kita kam, wurde "plötzlich" ein Mangel an Kitaplätzen festgestellt, als sie in die Schule kam, an Grundschulplätzen. Nun sind für ihren Jahrgang zu wenig Plätze an Oberschulen vorhanden - sorry, seit sie in die Kita kam sind elf Jahre vergangen, Senat und Bezirke hätten also durchaus Zeit gehabt, sich auf die Zunahme an SchülerInnen einzustellen! Nach wie vor sind nicht genügend Studienplätze für das Lehramt vorhanden, und die Ausbildung könnte gerade für die Grundschule deutlich modifiziert werden. In anderen Bundesländern gibt es pädagogische Hochschulen - hier muss eine angehende GrundschullehrerIn eine Masterarbeit schreiben, obwohl sie nicht vorhat, wissenschaftlich zu arbeiten, sondern Kinder unterrichten will.

  7. 4.

    ... und wenn erstmal alle ukrainischen Kinder beschult werden müssen hilft nur noch beten.

  8. 3.

    Das finde ich nicht wirklich peinlich. Bildung ist zu teuer und wir müssen sparen, koste es was es wolle
    Viel peinlicher ist die Situation in Lichtenberg bei den Grundschülern. Keine Lehrer und keine Erzieher.
    Laut einer Schulleiterin sollen sie Mal ein wenig flexibel sein und im eFöB die Gruppenstärke auf 50 bis 60 Kinder pro Erzieher festlegen. Betreuungsschlüssel interessiert hier niemanden....

  9. 2.

    Einfach nur peinlich....

  10. 1.

    Es ist nur noch peinlich - Keine Räume / Keine Lehrer

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