Anhaltende Trockenheit - Potsdam verbietet Wasserentnahme aus Gewässern

Di 28.06.22 | 20:29 Uhr
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Symbolbild: Blick vom Flatowturm über den Park Babelsberg auf das Zentrum. (Quelle: dpa/B. Settnik)
Audio: radioeins | 28.06.2022 | Christian Find | Bild: dpa/B. Settnik

In Potsdam gilt wegen anhaltender Trockenheit ab sofort ein Wasserentnahmeverbot für Oberflächengewässer. Das gab die Stadt am Dienstag bekannt. Das Verbot bedeutet, dass kein Wasser zur Bewässerung mehr aus Seen, Flüssen und Gräben gepumpt werden darf. Es gilt ab sofort und bis zum 10. Oktober für das Gebiet der Landeshauptstadt.

Begründet wird das Verbot in einer Mitteilung der Stadt Potsdam mit wiederkehrendem Niedrigwasser in den Frühjahrs- und Sommerhalbjahren seit 2018.

Niedrigwasserampeln zeigen fast überall Rot

Wegen des menschengemachten Klimawandels sei insgesamt mit wärmeren Jahresdurchschnittstemperaturen und geringeren Niederschlägen in den Sommermonaten zu rechnen, heißt es weiter. Die Jahre 2019, 2020 und 2018 seien in dieser Reihenfolge die wärmsten Jahre in Brandenburg überhaupt gewesen.

Das Niedrigwasser könne in den Wintermonaten schon jetzt nicht mehr vollständig ausgeglichen werden. Die im März eingeführten Niedrigwasserampeln des Landes Brandenburg haben am Mittwoch für die Messpunkte der Nuthe bei Babelsberg Rot (Warnstufe) und der Havel bei Ketzin Gelb (Vorwarnstufe) angezeigt. Fast alle Messpunkte in Brandenburg zeigen die Farbe Rot an und weisen damit die Warnstufe aus.

Geldstrafen in Höhe von bis zu 50.000 Euro

Die aktuelle Maßnahme begründet die Potsdamer Verwaltung in ihrer Mitteilung auch damit, dass in den Sommermonaten Menschen ihre Grundstücke mit Oberflächenwasser bewässern würden. Auch wenn einzelne Wasserentnahmen nicht groß seien, würde sich deren gesamte Menge summieren.

Verstöße gegen die erlassene Verfügung können mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Die Stadt gibt in ihrer Mitteilung an, Mittel zu haben, um Entnahmen aus den Gewässern identifizieren zu können, unter anderem vom Wasser aus mit einem Boot.

 

Sendung: radioeins, 28.06.2022, 21 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Preußische Schlösser und Gärten haben doch sicher eine Ausnahmegenehmigung? Oder lässt man die königlichen Parks und Springbrunnen auch vertrocknen?

  2. 8.

    Da fällt mir nur ein: "Ist doch alles grün hier" - ein Elon-Musk-Zitat. und ein Beispiel für Realitätsverweigerer, deren Kenntnis der sie umgebenden Natur am Rasensprenger endet.

  3. 7.

    Und Berlin? Alles um grünen Bereich (ja, das darf so und so gedeutet werden)?
    Hier existiert das Problem offiziell nicht, weil Bundeshauptstadt?

  4. 6.

    Achso und mit fossilen Brennstoffen russischer Herkunft ist das alles deutlich nachhaltiger oder was? Genau diese sind nun mal die Ursache für Klimawandel und die Wasserknappheit in Brandenburg. Die kurzfristigen Maßnahmen zur Sicherung unserer Energieversorgung sind sicherlich nicht toll, aber eben den aktuellen politischen Entwicklungen geschuldet. Dafür mal wieder den Grünen die Schuld zuschieben zu wollen, nach 16 Jahren CDU Regierungen unter Merkel, zeugt nur von ideologischer Verblendung, nicht aber von sonderlich viel Weitblick.

  5. 5.

    Rot-Grüne Logik."
    Tja, da hätte man das Problem, mit ein paar argumentativen Verrenkungen, mal wieder bei den Rot-Grünen abgeladen.
    Ach wie schön ist Panama.

  6. 3.

    Ja aber hier gehts nicht um die Lombardei. Oder die Sahel Zone. Wir sind hier im Norden Europas. Leider mit einer nicht intelligenten Regierung gesegnet die grade den intensiv wasserverbrauchenden Kohleabbau verstärken will um damit die Energiegewinnung durch den Ausfall vom Gas kompensieren will. Wasserverbrauch, CO2 Emissionen pah ! Hauptsache die Russen sanktionieren... Rot-Grüne Logik.

  7. 2.

    die Dürre kommt , in der Lombardei gibt es bereits Wasserprobleme für die dortige Landwirtschaft

  8. 1.

    Das sind gute Nachrichten. Hoffentlich schrecken die 50k ab.

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