Auszeichnung für Demokratie-Engagement - DDR-Bürgerrechtler Werner Schulz erhält Deutschen Nationalpreis

Di 14.06.22 | 13:00 Uhr
Der frühere DDR-Bürgerrechtler Werner Schulz erhält den diesjährigen, mit 30 000 Euro dotierten Deutschen Nationalpreis, 28.4.2022. (Quelle: dpa/Deutsche Nationalstiftung)
Audio: Antenne Brandenburg | 14.06.2022 | Claudia Baradoy | Bild: dpa/Deutsche Nationalstiftung

Der DDR-Bürgerrechtler und Grünen-Politiker Werner Schulz ist am Dienstag in Berlin mit dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) gratulierte Schulz zu der Auszeichnung. Damit erführen dessen "leidenschaftlicher Einsatz für die Demokratie" und "aufrechte Haltung" große Anerkennung.

Steinmeier würdigte zudem das Engagement von Schulz für Freiheit unter schwierigen Bedingungen. "Unbestechlich, couragiert und ohne Angst vor persönlichen Konsequenzen setzen Sie sich seit Jahrzehnten ein für die Demokratie in Deutschland und in Europa", schrieb der Bundespräsident in seiner Glückwunschbotschaft.

Würdigung auch von Joachim Gauck

Als Abgeordneter im Bundestag und im Europäischen Parlament habe Schulz vor allem die osteuropäischen Demokratiebewegungen unterstützt: "Sie haben Ihre Stimme erhoben, um auf die Bedrohung der russischen Opposition und die bedrängte russische Zivilgesellschaft hinzuweisen. Und schon früh haben Sie auch vor Putins gefährlichem Nationalismus gewarnt", fügte Steinmeier hinzu. Die Analysen und der kritische Geist des Preisträgers schärften den Blick für die Gefahren, denen die Demokratie immer wieder ausgesetzt sei.

Schulz erhielt die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Demokratie, wie Altbundespräsident Joachim Gauck in seiner Laudatio erklärte. Gauck bezeichnete Schulz als "unermüdlichen Streiter für eine Politik der demokratischen Werte". Er sei in einer von zum Teil hasserfüllten und Fakten leugnenden Debatten geprägten Zeit Vorbild für Sach- und Realitätsbezug.

Förderpreis für Berliner OstWest TV

Ein mit 20.000 Euro dotierter Förderpreis der Deutschen Nationalstiftung ging an den unabhängigen Sender OstWest TV, der von Berlin aus in russischer Sprache sendet. OstWest TV sendet den Angaben zufolge 24 Stunden am Tag über Kabel in Deutschland, der Ukraine, Lettland, Estland, Moldawien, Schweiz und Österreich sowie über YouTube.

Das Programm umfasst laut Stiftung deutsche, europäische und russische Themen. Die ehemalige Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Dagmar Reim, würdigte in ihrer Laudatio die Bemühungen des Senders um unabhängige Berichterstattung.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.06.2022, 11 Uhr

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