Bildungsministerin Ernst - Brandenburg setzt bei Lehrkräften weiter auf Quereinsteiger

Di 05.07.22 | 14:59 Uhr
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Schüler einer fünften Klasse eines Gymnasiums melden sich im Unterricht. (Quelle:dpa/D.Reinhardt)
Audio: Antenne Brandenburg | 05.07.2022 | Britta Ernst | Bild: dpa/D.Reinhardt

Brandenburg setzt bei der Neueinstellung von Lehrerinnen und Lehrer weiter auf Quereinsteiger. Man rechne jetzt mit einem Anteil von mehr als 30 Prozent, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Dienstag dem rbb. Um die Lücke mit voll ausgebildeten Kräften perspektivisch zu schließen, habe man schon vor vier Jahren die Kapazität an der Universität Potsdam deutlich erhöht.

Der Fachkräftemangel vor allem im naturwissenschaftlich-technischen Bereich zeige sich aber auch an den Schulen. Deshalb werde man noch einige Jahre auf Seiteneinsteiger angewiesen sein. Brandenburg habe aber ein sehr gutes Qualifizierungsprogramm, betonte Ernst.

Überblick erst im August

Wie viele neue Lehrkräfte nach den Sommerferien gebraucht werden, könne man erst im August sagen, sagte Ernst. Jetzt könne man noch nicht abschätzen, wie viele Kinder und Jugendliche aus der Ukraine hier zur Schule gehen werden. "Wir rechnen damit, dass wir gut 1.200 Stellen besetzen müssen und 1.000 haben wir. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren ein guter Wert."

Am Mittwoch ist in Brandenburg der letzte Schultag. Das neue Schuljahr beginnt am 22. August.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.07.2022, 14 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Die sicher positiv gerechnet Zahl von 200 fehlenden Vollzeitlehrern bezieht sich auf 100% Auslastung! Jede Schule benötigt aber 108%, um Krankheit, Teilzeit, Elternzeit, etc. auszugleichen. Das erste, was dann daran glauben muss, sind die Teilungs - und Differenzierungsstunden (kleine, individuellere Lerngruppen). 200 fehlende Vollzeitlehrkräfte bedeuten rund 5100! fehlende Lehrerwochenstunden - extrem ungleich verteilt vom Zentrum (Potsdam) zur Peripherie und vom Gymnasium zur Grundschule.

  2. 7.

    "eher zu vernachlässigen"
    Sie täuschen sich.
    Durch Taschenspielertricks ist die Personalstärke nicht deckend und dreist wenn man das vernachlässigt sind die Lehrerstellen bereits jetzt schon so auf Kante, da darf nicht mal irgendwer krank werden.

    Ich erinnere daran, das Frau Ernst im Bildungsausschuss nachdrücklich erklärt hat, das die Gesamtzahl der Bildungsplätze an den staatlichen Schulen den Schülerzahlen im Einzugsbereich entsprechen muss.
    Gehen Sie mal und fragen Ihr Schulamt, was passiert wenn alle freien Schulen - die laut Bildungsministerium nur ein Zusatzangebot sind und nicht in die Leitplanung einfließen - die Schotten dicht machen.
    Mal sehen, ob es genügend Lehrer gibt, abgesehen von Schulplätzen.
    UPS!

  3. 6.

    Die Lehrkräfte können Fernunterricht. Sie werden sich bei der Arbeit sicherlich nicht filmen lassen. Dazu passiert mit dem Filmmaterial zu viel von den „Hochbegabten“... Die können noch wenig, Filme manipulieren geht dann noch gerade so...

  4. 5.

    Frau Ernst hat „BEREITS“ (?) vor Jahren den Zensus NICHT berücksichtigt...
    Jetzt von bereits zu sprechen ist schon sehr dreist. Aber wir „sprechen“ uns diesbezüglich wieder: im Herbst... mal sehen was da alles „BEREITS“ passiert ist. Kann sich jemand vorstellen das nur Maske und Fenster auf die einzigen Anweisungen ohne Anstrengungen sein werden? Kann sich das wirklich jemand vorstellen?

  5. 4.

    Wenn man Jobs in falschen Branchen fördert, passiert sowas.
    Erziehungs- und Gesundheitswesen gehen zu Grunde.
    Dafür immer mehr Stellen in den Branchen:
    Ideologie/Gesinnung
    Studien/Gutachten
    Marketing

  6. 3.

    Ihnen ist schon klar, dass die Bildung von Kindern und Jugendlichen auch einer präsenten! emotional-sozialen Beziehung bedarf.
    Der böse Frontalunterricht ist übrigens gar nicht so böse, wie die Verfechter von permanenten Freiunterricht, Gruppenarbeit und "Lernbegleiter" meinen. Die sollten einmal nach ihren Methoden das Tennisspieken erlernen! Viel Erfolg!

  7. 2.

    Ein Fehl von 200 Lehrern bei 864 Schulen ist als quantitatives Problem dann eher zu vernachlässigen, kaum zu glauben trotzdem ein großes Lob an unsere Bildungsministerin. Neue Aufgabe: Qualität und Struktur

  8. 1.

    Wann fängt wohl Berlin endlich an, die Art der Bildungsvermittlung zu reformieren. Eine Idee: Frontalunterricht einmal aufgezeichnet für alle digital am PC oder Handy und üben dann jede 2. Woche im Wechsel in Präsenz in der Schule. Das Ganze würde massiv Lehrkräfte einsparen können und auch Fehltritt würden besser kompensiert, weil nur die Übungszeit vertreten werden müsste, der Rest war ja vorher bereits zentral aufgezeichnet.

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