Extreme Trockenheit - Fast 500 Waldbrände in Brandenburg in diesem Sommer

Mi 31.08.22 | 14:15 Uhr
Waldbrand in Brandenburg bei Treuenbriezen. (Quelle: imago images/Olaf Wagner)
Audio: Antenne Brandenburg | 31.08.2022 | O-Ton Innenminister Michael Stübgen | Bild: imago images/Olaf Wagner

Der Brandenburger Innenminister Stübgen hat eine vorläufige Waldbrand-Bilanz gezogen, und die ist alarmierend: Auslöser der fast 500 Feuer im Land waren mitunter Wetter-Extreme, die nun häufiger kommen könnten, warnt Stübgen.

Bei extremer Trockenheit ist es in Brandenburg in diesem Jahr bislang zu knapp 500 Waldbränden gekommen. Darunter seien fünf Großschadenslagen gewesen, bilanzierte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags. "Ich hoffe, das war ein Ausnahmejahr", sagte der Minister. "Wenn das die Regel wird, müssen wir uns im Feuerwehrbereich noch viel intensiver darauf einstellen", sagte Stübgen.

Neben der extremen Trockenheit hätten außergewöhnliche Windereignisse für Großbrände gesorgt, erklärte der Minister. So habe in Frohnsdorf und Beelitz (Potsdam-Mittelmark) ein Heißluftsturm über Stunden die Flammen angefacht, wie er sonst nur aus Afrika bekannt sei. Und bei Falkenberg (Elbe-Elster) habe eine Gewitterzelle einen Tornado ausgelöst, der den zuvor bereits unter Kontrolle gebrachten Waldbrand auf die zwanzigfache Fläche ausgeweitet habe.

Stübgen: "Wir müssen noch mehr tun"

Glücklicherweise seien in diesem Jahr 35 neue Tanklöschfahrzeuge und fünf neu angeschaffte Hochleistungspumpen eingesetzt worden, berichtete Stübgen. "Wir sind gut aufgestellt, aber noch nicht ausreichend", räumte der Minister ein. "Wir müssen noch mehr tun."

Wegen der Munitionsbelastung großer Brandflächen sei der Einsatz von Löschhubschraubern der Bundeswehr und der Bundespolizei unbedingt notwendig gewesen. Nach Angaben von Stübgen sind in Brandenburg 292.000 Hektar Waldflächen mit Munition belastet. "Und trotz der kontinuierlichen Beräumung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst wird es immer mehr, weil noch längst nicht alle munitionsbelasteten Flächen entdeckt sind", mahnte der Minister.

Dass die meisten Brände schnell gelöscht werden konnten, liege an der flächendeckenden Überwachung der Wälder mit Kameras rund um die Uhr, sagte Stübgen."Waldbrände werden bei uns sehr schnell erkannt und entsprechend wird auch der erste Löschangriff schnell ausgeführt."

Extrem heißer und trockener Sommer in Brandenburg

Am Dienstag hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) Daten zum diesjährigen Sommer veröffentlich, die Stübgens Warnungen untermauern: Die Durchschnittstemperatur in Brandenburg lag in den drei Sommermonaten bei 19,8 Grad - und damit nur unwesentlich unter dem bundesweiten Spitzenwert von 20,6 Grad, den Berlin aufgestellt hat (Bundesschnitt: 19,2 Grad).

Damit gehörte dieser Sommer zu den vier wärmsten in Deutschland seit Beginn der Aufzeichnungen. Die regionalen Hitzerekorde des Sommers wurde an den Messstationen in Berlin-Buch (38,3 Grad) und in Cottbus (39,2 Grad) gemessen.

Besorgniserregend ist vor allem der Blick auf die Trockenheit in der Region: Nur 130 Liter Regen pro Quadratmeter kamen in Brandenburg in diesem Sommer zusammen, das ist deutlich weniger als in früheren Vergleichsperioden und auch weniger als der aktuelle Bundesdurchschnitt, der liegt bei 145 Litern pro Quadratmeter.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 31. August 2022, 19:30 Uhr

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