Ärztemangel in Brandenburg - Zustand: "unversorgt"

Do 23.03.23 | 18:56 Uhr | Von Sabine Loeprick
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Symbolbild: Aktuell leiden viele Krankenhäuser unter Personalmangel (Quelle: dpa/Friso Gentsch)
Video: rbb24 Brandenburg aktuell | 23.03.2023 | Ismahan Alboga | Bild: dpa/Friso Gentsch

Der Ärztemangel im ländlichen Raum Brandenburgs wird immer dramatischer - laut der Kassenärztlichen Vereinigung müssen in den kommenden Jahren Hunderte Arztpraxen neu besetzt werden. Doch es fehlen Nachfolger. Von Sabine Loeprick

Morgens um 9 Uhr im 1.000-Einwohner Dorf Nennhausen im Havelland: Vor dem langgezogenen Flachbau im Ortszentrum steht noch das Hinweisschild für eine Apotheke. Die gibt es hier schon seit Jahren nicht mehr, ebenso wenig wie eine Gaststätte, ein Lebensmittelgeschäft oder eine Arztpraxis. "Wir sind momentan auf dem niedrigsten Versorgungsstand, den man sich vorstellen kann," sagt Ralf Albrecht, der Ortsvorsteher von Nennhausens Ortsteil Buckow.

Vor vier Jahren wurde die Hausarztpraxis in Nennhausen aufgegeben, immerhin konnte ein Arzt aus Stendal angeworben werden, der einmal pro Woche im Gemeindezentrum Sprechstunde abhielt und Hausbesuche machte. Doch dem Mediziner war der Aufwand zu hoch und so wurde das Angebot 2020 eingestellt.

Noch heute zeigt sich Nennhausens Bürgermeisterin Brigitte Noël (Linke) darüber enttäuscht, schließlich habe man für die wöchentlichen Sprechstunden extra einen Raum im Gemeindehaus hergerichtet, nun sei der Ort "unversorgt", ein Zustand, der nicht haltbar sei. So könne es nicht weitergehen. Denn viele Nennhausener haben momentan gar keinen Hausarzt oder müssen kilometerlange Fahrten auf sich nehmen, gerade für Ältere und weniger Mobile ein Riesenproblem.

Brigitte Noël, Bürgermeisterin von Nennhausen im Brandenburger Kreis Havelland am 23.03.2023 (Quelle: rbb).
Die Nennhausener Bürgermeisterin Brigitte Noël. | Bild: rbb

Opposition kritisiert: Landärzteprogramm ermöglicht zu wenige Stipendien

Die aufgegebenen Praxen hinterlassen im ländlichen Raum in ganz Brandenburg immer größere Lücken. Diese sollte das 2019 von der Landesregierung aufgelegte Landärzteprogramm zumindest teilweise schließen. Das funktioniert so: Angehende Medizinerinnen und Mediziner werden während ihres Studiums durch Stipendien unterstützt. Diese werden mit der Bedingung verknüpft, im Anschluss an das Studium mindestens fünf Jahre auf dem Land zu praktizieren.

Die damalige Landesregierung mit dem Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) und der Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) habe angekündigt, 50 Stipendien pro Semester auszuschreiben, das unterstreicht der gesundheitspolitische Sprecher der Brandenburger Linken, Ronny Kretschmer. Tatsächlich sei man von diesem Ziel mit der momentanen finanziellen Ausstattung von 2,3 Millionen Euro in diesem und 2,35 Millionen im nächsten Jahr "meilenweit entfernt".

So hätten im letzten Jahr nur 35 Stipendien vergeben werden können, in diesem Jahr würden es maximal 18 sein - viel zu wenig, sagt Kretschmer. Statt neun Stipendien pro Semester seien 50 pro Semester angekündigt gewesen. Kretschmer spricht von einer Kürzung des Landärzteprogramms und fordert mehr Geld, um auf diesem Weg medizinischen Nachwuchs für das Land ausbilden zu können. Bis die neu zu gründende Unimedizin Cottbus Absolventen hervorbringt, was allerdings noch Jahre dauern wird. Der Start des Studiengangs ist für 2026 geplant.

Pascal Wittkopf, Medizinstudent an der Hochschule in Neuruppin, ist Teilnehmer eines Landärztestipendiums und angehender Landarzt (Quelle: rbb).
Der Neuruppiner Pascal Wittkopf studiert noch Medizin - und kann sich seinen Worten zufolge eine Zukunft als Landarzt in der Region gut vorstellen. | Bild: rbb

Nonnemacher bezeichnet Stipendienprogramm als Erfolg

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) weist die Vorwürfe der Linksfraktion zurück. Bis 2021 seien 131 Vollstipendien über je 1.000 Euro monatlich vergeben worden, im vergangenen Jahr 62. Im laufenden Haushalt 2023/24 würden insgesamt noch 18 Vollzeitstipendien vergeben, so gesehen sei es richtig, dass sich die Zahl der jährlich neu startenden Stipendiaten verringert habe. Allerdings sei die Situation heute auch eine andere als 2019, schließlich hätten seit 2021 rund 80 Absolventen die Medizinische Hochschule in Neuruppin verlassen. Zwei Drittel seien in Brandenburg geblieben und arbeiteten im Land als Mediziner.

Dennoch werde das Landärzteprogramm mit der finanziellen Ausstattung fortgesetzt, mit der es gestartet wurde, so Nonnemacher weiter. Die Nachfrage spreche dafür, dass das Angebot für viele Medizinstudierende attraktiv sei.

In manchen Gegenden werden allerdings deshalb keine Stipendien vergeben, weil sie nicht nachgefragt werden: Im Spree-Neiße-Kreis etwa gab es in den vergangenen beiden Jahren keine Bewerberinnen oder Bewerber.

Förderung vom Staat auch nach dem Medizinstudium?

Pascal Wittkopf aber hat das Programm überzeugt, wie er sagt. Er studiert im vierten Semester an der Medizinischen Hochschule Brandenburg in Neuruppin und finanziert das zumindest teilweise über das Stipendium im Rahmen des Landärzteprogramms.

Am Donnerstag steht für den 27-Jährigen eine Übungseinheit zum Thema Ultraschall im MVZ Neuruppin auf dem Programm. Noch wisse er nicht genau, welche Fachrichtung er später einschlagen wolle, sagt Wittkopf. Er zeigt sich aber von der Wirkung des Landärzteprogramms überzeugt und sagt, er freue sich als gebürtiger Neuruppiner darauf, nach Abschluss des Studiums in einer Praxis auf dem Land zu arbeiten. Das wird aber in frühestens neun Jahren passieren.

Von solch motivierten Nachwuchsmedizinern können die Nennhausener allerdings noch nicht profitieren. Bürgermeisterin Noël fordert von der Landesregierung, dass sie junge Landärzte auch nach dem Abschluss des Studiums unterstützt. Mit geeigneten Räumlichkeiten für Praxen und vor allen Dingen mit moderaten Mieten, damit die jungen Ärztinnen und Ärzte kein allzu großes Risiko mit einer Praxisgründung auf dem Land eingehen müssten.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 23.03.2023, 19:30 Uhr

Beitrag von Sabine Loeprick

38 Kommentare

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  1. 38.

    Die zahlen sicher nicht jeden Monat solch horrenden Beiträge an die Krankenkassen.

  2. 37.

    ich bin schon seit Jahrzehnten in der PKV mit Sonderkonditionen über die Ärztekammer, aber inzwischen sind die Beiträge sehr hoch und ich bin zum bundesweiten Standardtarif versichert , also Steigerungsfaktor max 1,8, muß ich also bei jeder Konsultation angeben und nachfragen. Manche Kollegen lehnen aber auch ab. Bei Rezepten gibt es einen Eigenanteil von 20% , aber die stelle ich mir selber aus.
    landläufig ist oft von der KrankenKASSE die Rede, es ist aber einer Versicherung und keine Kasse

    schönes Wochenende

  3. 36.

    Dann müssen Sie eine andere Karte haben, als ich sie vor Jahren hatte. Ich hatte auch eine Krankenhauskarte (eben nur für stationären Aufenthalt), da hätten die "allgemeinen Krankenhauskosten" abgerechnet werden sollen - also frische Bettwäsche, das obligatorische 2-Bett-Zimmer und die Jagdwurstscheibe zum Abendbrot. Wenn bei Ihnen tatsächlich die direkte Abrechnung der OP-Kosten, Medikamentation und sonstigen Maßnahmen drin wäre, dann herzlichen Glückwunsch. Sie sollten sich aber bei Ihrer PKV rückversichern und einen theoretischen Fall durchspielen.

  4. 35.

    " Die Privatversicherung ist eine Versicherung, "

    stimmt, die GKV ist auch eine Versicherung, ebenso wie die Kfz versich oder Rechtsschutz vers.
    " die Versicherung möglichst wenig "Schadenersatz" zu leisten "
    das ist die Maxime bei allen Versicherungen

  5. 34.

    " die hat ein Privatversicherten nämlich nicht "

    also ich habe eine seit vielen Jahren
    " die Ärzteschaft mit der Versicherung direkt abrechnen würde. " Bei stationärer Behandlung rechnet das Krkhs. mit der Versicherung ab, je nach Tarif des Versicherten

  6. 33.

    "Selbstbeteiligung von 2000 Eur pro Jahr und Patient ist nicht schlecht. "

    und was würde damit besser ? außer dass die Krankenversicherungen entlastet werden ?

  7. 32.

    Jeder, der hier so von der Bevorzugung von Privatversicherten schwärmt, sollte mal einen Privatversicherten fragen, speziell, wenn er über 55 Jahre alt ist. Die Privatversicherung lohnt nur für Beamte, die von der Beihilfe 1/2 der Beiträge bezahlt bekommen, als Pensionsbezieher dann 2/3. Die Privatversicherung ist eine Versicherung, der Patient ist der "Schaden". Der Arzt versucht den "Schaden" groß zu machen und die Versicherung möglichst wenig "Schadenersatz" zu leisten. Als Patient steht man ohne Chipkarte dazwischen, die hat ein Privatversicherten nämlich nicht. Wenn denn wenigstens die Ärzteschaft mit der Versicherung direkt abrechnen würde.
    Ich bin als Selbständiger 4 Jahre privat versichert gewesen und jetzt wieder Kassenpatient - Gott sei Dank. Ich zahle jetzt deutlich mehr, das mache ich aber gerne, wenn ich in Rente bin, sind das eben 15 - 17 % von der Rente und ich habe die Chipkarte zum Durchziehen – welch ein Luxus.

  8. 31.

    In England bekommen auch ältere Menschen alle Behandlungen, sie müssen nur einen großen Teil selbst zahlen.

  9. 30.

    Diese Regel gibt's seit Jahren in England. Die Menschen dort leben auch .

    Leider wird's mit dieser bequemen Einstellung der Patienten nie vernünftige Reformen der GKV geben.

    Die 17 Mrd Euro Defizit der Kassen sind kein Pappenstiel und werden wohl noch steigen.

    Der Vorschlag mit der Eigenbeteiligung von 2000 Eur pro Jahr und Versicherten ist ne gute Ideen.

    Vielleicht würden dann viele nicht mehr wegen jedem Pups zum Arzt rennen.



  10. 29.

    So ganz Unrecht hat Moritz nicht.

    Es gibt mehr als genug Ärzte und auch genug freie Termine. Nur halt nicht immer um die Ecke und auch nicht immer zu Wunschzeit

    Es wird Zeit, dass eine Reform der GKV kommt. Der Vorschlag von Prof Raffelhüschen mit der Selbstbeteiligung von 2000 Eur pro Jahr und Patient ist nicht schlecht.

  11. 28.

    Das heißt, würde es nach ihnen gehen, würden alte Menschen keine neuen Knie, etc, bekommen. Die müssten dann eben mit ihren Schmerzen leben. Sie als Arzt würde ich wahrscheinlich meiden! Da gibt's bessere.

  12. 27.

    Ich lasse mir von niemandem vorschreiben,
    Es ist Patienten durchaus zuzumuten, längere Wege in Kauf zu nehmen."
    Das beschreibst doch-man lässt sich nichts vorschreiben und die Patienten haben sich gefälligst danach zu richten.
    Also für klingt das so ein wenig nach der guten alten Zeit, in der noch jeder wusste wo sein Platz ist.

  13. 26.

    Oder es gibt in der Praxis Tage nur für Privatpatienten.

    Und mit Wartezeiten muss man immer rechnen.

    Wenn die Vergütung für Kassenpatienten auf ein wirtschaftliches Niveau angehoben werden würde, sähe die Lage deutlich anders aus

    Dazu kommt, dass viele Patienten wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt rennen. Die gute alte Hausapotheke kann für Erwachsene und Kinder wieder angewandt werden

  14. 25.

    Die Kassen sind an der Misere nicht schuld.

    Das es in D Reformen bedarf ist klar und geht nur in Verbindung mit Leistungskürzungen und mehr Zuzahlung

    Die Abschaffung der Familienversicherung ist ebenso nötig. Es ist jedem Familienmitglied zumutbar, 3% Beitrag über den Hauptversicherten zu zahlen.

    Dann muss ambulantes operieren vor dem stationären stehen. Ohne jede Ausnahme

    Abbau der 25% überzähligen Krankenhausbetten

    Begrenzung von Leistungen nach Alter, wie etwa in GB

  15. 24.

    Fortsetzung

    Wenn es die Notaufnahme sein muss, dann würd der Termin und die Klinik genannt.

    Für Krankentransport zahlt Pat 50%

    Ergotherapie ect ist mit hohen Zuzahlungen verbunden.

  16. 23.

    Wie man das in Norwegen macht:

    Jeder bezahlt die Behandlung beim Zahnarzt komplett selbst

    Termine beim Facharzt gibt's nur über den Hausarzt.

    Man macht einen Termin beim Hausarzt. Der prüft, ob die Überweisung nötig ist. Dann meldet der Hausarzt den Terminwunsch an. Pat bekommt ein Schreiben und darin wird fester Termin und der Arzt genannt.

    Wer in die Notaufnahme möchte, muss vorher den legevagt anrufen. Das ist ein Arzt der entscheidet, ob Hausarzt oder Notaufnahme.

  17. 22.

    Ich lasse mir von niemandem vorschreiben, wann und wie ich Patienten behandele.

    Jeder Arzt kann die Behandlung ablehnen, denn den Behandlungsvertrag kann niemand erzwingen.

    Letztlich sind wir Ärzte auch Unternehmer und müssen nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen handeln.

    Es ist Patienten durchaus zuzumuten, längere Wege in Kauf zu nehmen.



  18. 21.

    Sie vergessen, dass wir Ärzte Unternehmer sind.

    Letztlich müssen Kassenpatienten eventuell etwas weiter fahren oder an unliebsame Tageszeiten akzeptieren.

    Aber versorgt wird jeder.

  19. 20.

    Wenn der Hausarzt feststellt, dass ein Facharzttermin in kürze erforderlich ist, dann versieht er die Überweisung mit einer speziellen Nummer. Dann ruft der Pat bei der KV an, nennt die Nummer und bekommt einen Termin genannt. Diese Regelung gibt's seit 2 Jahren und funktioniert ganz gut.

  20. 19.

    Ah ja, der Kassenpatient muß flexibler sein."
    Der Kassenpatient muß halt so flexibel sein, das er sich jederzeit frei disponierbar zwischen die Privatpatienten-Termine einfügen lässt. Und dann halt, wenn so ein zusätzlicher Privatpatient dazwischenkommt, auch mal flexibel zusätzlich längere Wartezeiten akzeptiert.

  21. 18.

    Jeder Arzt entscheidet allein, welchen Patienten er wann und wie behandelt. Für einen Privatpatienten bekomme ich bis zu 3mal mehr als für einen Kassenpatienten."
    Vielleicht stimmts ja dann mit den Entscheidungskriterien nicht?

  22. 17.

    Ah ja, der Kassenpatient muß flexibler sein. Das erklären Sie auch mal den Arbeitgebern. Wie flexibel soll man denn sein, wenn man selbst x-Monate im Vorraus an einem freien Tag keinen Termin bekommt trotz „zeitnaher Abklärung notwendig“? Vorschlag? Idee? Wie definieren Sie zeitnah? Wie macht man das in Norwegen? Wie erklären Sie einer Mutter mit Kleinkind in einem Akutfall, daß sie nicht rankommt? Wie flexibel muß diese Mutter sein dann sein, um beim nächsten Arzt auch nicht angenommen zu werden? Ausgedacht? Meine Tochter inkl.Enkelin sehen das anders. Aber pflegen Sie ihre „Worklifebalance“ & ihr Bankkonto ruhig weiter……..

  23. 16.

    Wie definiert sich eigentlich „ländlicher Raum „? Ab wann ist es „Stadt“?
    Selbst in unmittelbarer Nähe zum dicken B z.b.gibt es schon deutliche Defizite, was z.b.den Verkehr betrifft. Das mal etwas OT zum Thema.
    Wie sehen eigentlich zukünftige Ärzte das Problem? Sind zukünftige Ärzte schon so „abgehoben“ , um nur noch den lukrativen Privatpatienten zu behandeln z.b.?
    Solange Fallzahlen & Budgets inkl.überbordender Bürokratie von Seiten der Entscheider in Krankenkassen & Ministerien als das Allheilmittel gesehen werden, sehe ich keine grundlegende Änderung des aktuellen Zustands. Der Mensch ist bei den Entscheidern o.g.Einrichtungen nur dann gern gesehen, wenn er sein Anteil in Form von Geld bringt. Getreu dem Motto“ Dein Geld nehm ich gerne,aber erwarte nix dafür“. Weiterhin sind jetzt Generationen am Start,wo bei Vielen der Egoismus(„Worklifebalance“)deutlich ausgeprägter ist , als einen Teil zum Gemeinwohl beizutragen. Läuft nicht in D……

  24. 15.

    Das wird sich auch nie ändern. Es gibt viel zu viele Krankenhausbetten in Deutschland.

    Letztlich müssen Reformen her. Gutes Beispiel sind Norwegen und England.

    Keine Kosten für Zahnmedizin mehr, bestimmte Eingriffe sind an das Lebensalter gebunden...

    Aber die Wahrheit interessiert versicherte ja nicht

  25. 14.

    Jeder Arzt entscheidet allein, welchen Patienten er wann und wie behandelt. Für einen Privatpatienten bekomme ich bis zu 3mal mehr als für einen Kassenpatienten.

    Das hat nichts mit dem Eid zutun.

    Ohne einen hohen Anteil an Privatpatienten kann keine Praxis und kein Krankenhaus existieren

    Dass Kassenpatienten keine Termine bekommen, stimmt nicht. Sie müssen halt nur flexibler sein.

  26. 13.

    Telemedizin muss es richten. Der Fachkräftemangel ist überall und 80% der Menschen leben in den Großstädten und Speckgürteln. Da bleiben dann halt wenig Fachkräfte für die Pampa. Das sollte man bedenken, wenn man von einem idyllischen Landleben träumt. Die Urbanisierung nimmt laut Experten immer weiter zu.

  27. 12.

    Irgendwann muss man sich überlegen, ob die endlose Subventionierung des sog. "ländlichen Raums" sinnvoll ist. Wenn da einfach niemand leben möchte, warum trauen wir uns nicht Ortschaften auch mal sterben zu lassen? Keine Schulen, keine Ärzte, keine Supermärkte, alles nur mit dem Auto erreichbar, wer braucht solche Orte?

  28. 11.

    Auch in Berlin in der Charité!!!!

    Nach Notfalleinweisung wegen Schlaganfall in die Charité wird erst nach 6 Stunden überhaupt agiert - Einfach furchtbar- Es hätte der Tod eingetreten sein können wenn der einweisende Arzt sich nicht geirrt hätte! Notfall nach 6 Stunden behandelt. dann ließ sich der Arzt aus der HNO wieder so viel Zeit, dass vollkommen entkräftet der Aufenthalt in dieser Klinik abgebrochen wurde. Unfassbar

  29. 10.

    Arbeiten auf dem Land sehr gerne. Wenn auch mein Mann ein Job bekommt als Nicht - Mediziner und meine Kinder eine Schule und in ihrer Freizeit mehr als eine Bushaltestelle.
    Ärzt:innen sind nicht alleinstehende Menschen ohne Freizeit, Privatleben und mit maximaler Flexibilität. Auch wenn es sich oft so anfühlt und offensichtlich immer noch ein Teil der Menschen davon ausgeht - nö! Wir sind Menschen mit Bedürfnissen und Steuerzahler mit den gleichen Rechten und Verpflichtungen wie alle anderen.

  30. 9.

    "...in Deutschland herrscht Berufsfreiheit..." - In Deutschland herrscht aber auch Vertragsfreiheit. Und wer so einen Vertrag eingeht muss dann halt liefern, sonst kommt der Anwalt oder ein vereinbarter Paragraf um die Ecke. Im Grunde hat Krause recht.
    und
    @Gruel Donnerstag, 23.03.2023 | 21:04 Uhr
    Dieses Gequatsche von dem 3 Jahres-Zwang kann ich nicht mehr hören. Ich habe mein Studium für 1 1/2 Jahre bekommen. Man musste halt wissen wie das auch ohne Beziehungen geht. Wer es nicht wusste oder konnte ging eben 3 Jahre. Ich habe mir auch kein Bonbon ans Revers heften lassen. Aber ich durfte mir nach dem Studium auch eine Adresse aus einer Liste aussuchen. Ich bin immer noch hier. Warum soll das nicht auch ein junger Arzt so machen.
    Wenn ein Anderer das Studium bezahlt, darf der doch wohl erwarten das er was zurück bekommt. Was sind schon fünf Jahre. Wenn einem das nicht gefällt braucht man die Kohle ja nicht zu nehmen und ist völlig frei, erstmal arm wahrscheinlich - aber frei...

  31. 8.

    Der Irrtumm liegt bei Ihnen! Ausschlaggebent scheint eher die Anzahl der Privatpatienten zu sein. Versuchen Sie doch mal als Kassenpatient einen Termin als Neupatient bei Hausärzten, Augenärzten, Hautärzten, e.t.c. zu bekommen. Die Antwort lautet: Wir nehmen keine neuen Patienten mehr auf, als Privatpatient, kein Problem. Der Hipprokratische Eid scheint hier keine Rolle mehr zu spielen, ich sehe nur Dollarzeichen in den Augen der Ärzte, deren Studium von den Steuerzahlern finanziert wurde!

  32. 7.

    Irrtum, in Deutschland herrscht Berufsfreiheit. Man muss garnicht. Auch Ärzte zahlen Steuern, damit jeder studieren kann. Jeder kann arbeiten , wo er möchte, Eher nicht in unversorgten Gebieten mit eklatanten Infrastrukturnachteilen, Verkehr, Schulen, Einkaufen.

  33. 6.

    Da spricht das ewig gestrige... Mit diesem Argument hat die DDR mir 3 Jahre NVA für mein Studium abgepresst. "Wir ermöglichen Ihnen hier als Arbeiterklasse ein teures Studium und dafür müssen Sie dem Arbeiter- und Bauernstaat was zurück geben..." Wie ich diese Einstellung hasse... Wer heute Medizin studiert, schuldet niemanden etwas und wenn man einen Job zum Gelddrucken sucht, studiert man Jura oder BWL und geht in die Wirtschaft. Mit Sozialneid lässt sich das nicht lösen, ob mit Stipendien?

  34. 5.

    " Die Gesellschaft kann also auch etwas verlangen. "

    stimmt, aber von der Regierung , nicht von Studenten

  35. 4.

    " Zustand: "unversorgt"

    Fazit : wer weit entfernt von Unikliniken lebt hat Probleme , wenn es über eine Basismedizin hinausgeht ; ob gefühlt oder nicht ist egal, lange Anfahrten, keine Termine oder Aufnahmestopp

  36. 3.

    Stipendien sind der falsche Weg .Wer Medizin oder Zahnmedizin studiert, studiert auf Steuerzahlers Kosten, und beide Studiengänge gehören zu den teuersten. Die Gesellschaft kann also auch etwas verlangen. Studienplätze in diesen Fächern sollten daher nicht nach numerus clauses vergeben werden, sondern an Bewerber, die sich vertraglich verpflichten, nach ihrer Zulassung dahin zu gehen, wo sie gebraucht werden. Wer wirklich Arzt werden will ( und nicht Geld-Drucker) wird damit kein Problem haben.

  37. 2.

    In die neue Medizin-Uni in Cottbus sollen bis 2038 2,1 Mrd. investiert werden und hier wird das Landärzteprogramm zusammengestrichen, um ein paar hunderttausend Euro zu sparen? Muß man nicht verstehen.

  38. 1.

    der 27-Jährige ist erst im 4.Semester ?? bis der an eine Niederlassung denken kann vergehen noch viele Jahre

    ," dass sie junge Landärzte auch nach dem Abschluss des Studiums unterstützt. " ( und dann folgen erstmal einige Jahre klinik )

    das ist auch bitter nötig, da selbst die Ausstattung einer Praxis auf Mindestniveau sehr teuer ist, ebenso Mieten und....woher sollen die MFA ( med Fachangest ) im ländlichen Raum kommen ? Der im Bericht genannte Pascal Wittkopf wird wohl seine Vorstellungen imeinigen Jahren überdenken

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