Brandenburger Bildung - Wegfall von Förderstunden: Ministerium spricht von Software-Fehler

Do. 05.06.25 | 16:35 Uhr
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Schülerinnen und Schüler einer Grundschule sitzen in ihrem Klassenraum. (Quelle: dpa/Marcel Kusch)
dpa/Marcel Kusch
Audio: Antenne Brandenburg | 05.06.2025 | O-Ton Hendrik Fischer | Bild: dpa/Marcel Kusch

Dass an Brandenburger Schulen Förderstunden entfallen sollen, entspringt laut dem Bildungsministerium einer IT-Panne. Damit ist die Reduzierung aber nicht vom Tisch.

Der angekündigte massive Wegfall von Förderstunden an einigen Schulen in Brandenburg geht laut Bildungsministerium auf einen Software-Fehler zurück. Der zuständige Staatssekretär Hendrik Fischer (SPD) sagte am Donnerstag im Bildungsausschuss des Brandenburger Landtages, mehrere Schulen hätten falsche Zahlen erhalten. Der Fehler betreffe fast ausschließlich Schulen, die ihre Zahlen vom Schulamt Cottbus erhielten.

Beim Einspielen der neuen Richtwerte für die Förderstunden habe es einen "systemischen Fehler" gegeben, so der Staatssekretär. Das Ministerium habe das Schulamt und die betroffenen Schulen bereits kontaktiert. Bis Ende der Woche solle das Problem gelöst sein.

Förderstunden könnten trotzdem sinken

Fischer dämpfte jedoch zugleich die Erwartungen. Die Richtwerte zur Berechnung der Förderstunden könnten nach wie vor gesenkt werden. Auch nachdem der Fehler behoben ist, sei es daher möglich, dass die Zahl der Förderstunden an den betroffenen Schulen sinke.

Der Staatssekretär betonte in diesem Zusammenhang, dass die Zahl der Förderstunden sich weiter an der Zahl förderbedürftiger Kinder orientiere und nicht pauschal pro Schule berechnet werde. An der entsprechenden Verordnung habe sich, anders als von den Gewerkschaften beklagt, nichts geändert.

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Streit über Förderstunden

Mehrere Brandenburger Schulen hatten kritisiert, dass die Landesregierung im geplanten Doppelhaushalt bei der Betreuung förderbedürftiger Schülerinnen und Schüler massiv sparen wolle. Sie hatten Zahlen erhalten, wonach an einigen Schulen bis zu 60 Förderstunden pro Woche wegfallen würden. Dazu gehören Schulen in Golßen (Dahme-Spreewald), Bestensee (Dahme-Spreewald) und Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark).

Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Katja Poschmann, hatte am Mittwoch auf rbb-Anfrage betont, die Landesregierung habe im geplanten Doppelhaushalt genau so viel Geld für die Förderlehrer veranschlagt wie bisher, also mehr als 20 Millionen Euro.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.06.2025, 14:45 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Bei uns, Grundschule in LDS, sollen auch über 50 Stunden je Woche gekürzt werden! Die Schule und die Bildung der Kinder wird geschreddert. Vielen Dank, BSW & SPD!

  2. 5.

    Ihr seit solche Amateure. „Softwarefehler“ - sehr witzig.

  3. 4.

    „Neu“ bedeutet keine Verbesserung sondern eine Verschlechterung. Sonst würde das BM dies hier im rbb, mit vielen Artikeln, „abfeiern“ lassen...
    Erst die Förderschulen und Lehrer darin reduzieren, das dann Inklusion nennen, und dann Richtwerte, Stück für Stück, zum Nachteil der Lehrer ändern. Das ist auch eine Aufgabe für die Interessenvertreter.
    Bildung nach Kassenlage ist am Ende das Sichern der letzten Plätze...

  4. 3.

    "Beim Einspielen der neuen Richtwerte für die Förderstunden habe es einen "systemischen Fehler" gegeben, so der Staatssekretär." Das klingt eher nicht wie ein Softwarefehler, sondern wie ein Fehler dessen, der vor der Software saß und die falschen Werte einspielte.

  5. 2.

    Es ist traurig, wo überall gespart werden „muss“.Bildung, Kultur, Polizei, Feuerwehr etc.
    Geht garnicht. Gleichzeitig gönnen sich unsere Parlamentarier, immerhin weit über 300, ab Juli eine Diätenerhöhung von gut 600 Euro monatlich bei einer schon bestehenden Diät von ca. 12000 monatlich plus zusätzlicher Vergünstigungen.
    Schämt Euch!!

  6. 1.

    Liebe Verantwortliche.

    Umso mehr ihr jetzt "einspart", desto brutaler fällt euch das in ein paar Jahren auf die Füße!
    Gilt auch für Berlin.

    Schöne Grüße,
    eine der wenigen, die noch Bock auf den Beruf hat. Der Kinder wegen!

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