Berliner Innenverwaltung - Polizei registriert 261 antisemitische Straftaten binnen drei Monaten

So. 08.06.25 | 13:52 Uhr
Symbolbild: Eine Überwachungskamera hängt an einer Fassade neben dem Gebäude, in dem sich die Synagoge und das Gemeindezentrum einer israelitischen Religionsgemeinschaft befindet. (Quelle: dpa/Murat)
dpa/Murat
Audio: Radioeins | 08.06.2025 | Thomas Klatt | Bild: dpa/Murat

Die Zahl antisemitischer Straftaten in Berlin bewegt sich im Jahr 2025 weiterhin auf einem hohen Niveau.

Wie die Berliner Innenverwaltung auf eine noch unveröffentlichte parlamentarische Anfrage des SPD-Politikers Sebastian Schlüsselburg mitteilte, registrierte die Polizei zwischen Anfang Januar und Ende März insgesamt 261 Delikte mit antisemitischer Motivation.

Besonders betroffen sind demnach die Innenstadtbezirke Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Neukölln.

Anhaltend hohe Zahlen seit Hamas-Angriff

Im ersten Quartal 2024 hatte die Polizei in Berlin laut einer Auswertung der Bundesregierung 269 Fälle erfasst, insgesamt wurden 2024 1.027 Fälle mit antisemitischer Motivation registriert.

Nach dem Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und den militärischen und humanitären Folgen sei die Anzahl antisemitischer Straftaten in Berlin "drastisch gestiegen" und befinde sich seither auf hohem Niveau, teilte die Innenverwaltung in ihrer Antwort mit.

Die Angaben zu den antisemitischen Straftaten beruhen auf Meldungen im sogenannten "Kriminalpolizeilichen Meldedienst in Fällen Politisch motivierter Kriminalität": Anders als bei der "Polizeilichen Kriminalstatistik" (PKS) werden darin Delikte erfasst, sobald diese bekannt geworden sind - und nicht erst nach Abschluss der Ermittlungen.

"Antisemitismus ist bittere Realität"

Der SPD-Politiker Sebastian Schlüsselburg nannte die Zahlen "alarmierend". Sie zeigten, dass "Antisemitismus in unser Stadt bittere Realität" sei - "auf der Straße, im Netz, in Bildungseinrichtungen", teilte er dem rbb mit. Politik und Polizei dürften mit der Aufgabe, dagegen aufzustehen, nicht alleine gelassen werden. Auch die Stadtgesellschaft müsse sich entschlossen dagegen wehren, so Schlüsselburg.

Sendung: Radioeins, 08.06.2025, 14:00 Uhr

Nächster Artikel