Tödlicher Unfall 2016 - Urteil gegen Ku’damm-Raser wegen versuchten Mordes ist rechtskräftig

Di 25.01.22 | 18:29 Uhr
Archivbild: Nach einem tödlichen Unfall bei einem illegalen Autorennen auf dem Berliner Kudamm. (Quelle: dpa/B. Pedersen)
Audio: Inforadio | 25.01.2022 | Jan Wiese | Bild: dpa/B. Pedersen

Vor sechs Jahren starb ein Unbeteiligter, weil sich zwei Autofahrer ein Rennen in der westlichen Berliner City lieferten. Mehrfach wurde der Fall vor Gericht behandelt, einer der Raser verurteilt. Nun ist auch das Urteil gegen den zweiten Fahrer rechtskräftig, wie rbb24 Recherche erfuhr.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil gegen den Berliner Ku’damm-Raser Marvin N. bestätigt, die Entscheidung des Landgerichts Berlin ist damit rechtskräftig. Wie rbb24 Recherche am Dienstag erfuhr, entschied der 4. Strafsenat des BGH schon am 19. Januar dieses Jahres einstimmig, dass die Revision des Angeklagten gegen seine Verurteilung wegen versuchten Mordes als unbegründet verworfen wird.

Das Landgericht Berlin hatte den Fahrer am 2. März 2021 zu 13 Jahren Haft wegen versuchten Mordes verurteilt. Dagegen hatte Marvin N. Revision eingelegt. Es ist bereits die dritte Entscheidung des BGH in diesem Fall. In zwei vorangegangen Verfahren wurde N. zunächst wegen Mordes verurteilt, beide Urteile wurden vom BGH kassiert. Die Verurteilung des zweiten Beschuldigten Hamdi H. wegen Mordes hatte der Bundesgerichtshof dagegen aufrechterhalten.

Unbeteiligter Autofahrer kommt ums Leben

Hamdi H. und Marvin N. waren sich am 1. Februar 2016 zufällig auf dem Kurfürstendamm begegnet und hatten spontan ein illegales Autorennen begonnen. Mit bis zu 160 km/h überquerten sie zahlreiche rote Ampeln, bis Hamdi H. mit seinem Audi S6 in einen unbeteiligten Jeep raste, der bei Grün die Kreuzung überquerte. Der Fahrer des Jeeps, ein 69-jähriger pensionierter Arzt, starb sofort. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen.

Die beiden Fahrer waren die ersten, die in Deutschland im Zusammenhang mit einem illegalen Autorennen wegen Mordes verurteilt wurden. Als politische Reaktion wurden im Oktober 2017 illegale Autorennen, zu denen auch Einzelrennen und Polizeifluchten zählen, als Straftat ins Strafgesetzbuch aufgenommen.

Sendung: Abendschau, 25.01.2021, 19:30 Uhr

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