Beatrix von Storch, Bundesvorstandsmitglied, und Georg Pazderski, Landesvorsitzender der AfD Berlin, unterhalten sich am 12.02.2019 . vor Beginn der Europawahlversammlung der Alternative für Deutschland. (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Audio: Inforadio | 04.03.2021 | Olaf Sundermeyer | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Rückzug von Nicolaus Fest - Von Storch und Pazderski kandidieren für Berlins AfD-Vorsitz

Seit gut einem Jahr wird die Berliner AfD von einem Notvorstand um den Vorsitzenden Nicolaus Fest geführt. Fest aber will das nicht weiter machen. Nun bewerben sich zwei der Ex-Parteispitzen erneut: Beatrix von Storch und Georg Pazderski. Und zwar gemeinsam.

Beatrix von Storch und Georg Pazderski wollen gemeinsam für den AfD-Landesvorsitz in Berlin kandidieren. Das teilte ein Sprecher der Partei am Donnerstag mit. Zunächst war nur bekannt geworden, dass Beatrix von Storch kandidieren werde.

In der Mitteilung der Landes-AfD hieß es, beide seien "aus der Partei darum gebeten worden, die Lücke nach dem Rückzug von Nicolaus Fest zu schließen".

Der rbb hatte unter Berufung auf interne Quellen in der Partei am Donnerstagmorgen gemeldet, dass Beatrix von Storch auf dem AfD-Landesparteitag für den Landesvorsitz kandidieren werde. Die 49-Jährige ist stellvertretende Vorsitzendende der AfD-Bundestagsfraktion. Geplant ist die Wahl zum Landesvorsitz auf dem AfD-Delegiertenparteitag, der am 13. und 14. März im brandenburgischen Paaren im Glien (Havelland) stattfindet.

Partei erinnert an Wahlerfolge der beiden

In der Mitteilung über die Doppelkandidatur erklärte die Partei ihr Bedauern über den Rückzug von Nicolaus Fest und zitiert von Storch und Pazderski: "Wir haben uns nach intensiven Gesprächen dafür entschieden, gemeinsam auf dem kommenden Parteitag anzutreten."

Die beiden Politiker waren bereits 2016 und 2017 die Spitzenkandidaten der Partei fürs Berliner Abgeordnetenhaus und für den Bundestag. Von 2016 bis 2017 hatten sie zudem den Berliner Landesverband der Partei als Doppelspitze geleitet.

Fest sieht sich beruflich ausgelastet

Seit Januar 2020 wird die Partei von einem Notvorstand um den Vorsitzenden und Europa-Abgeordneten Nikolaus Fest geführt. Eigentlich sollte bereits im vergangenen Jahr ein regulärer Vorstand gewählt werden, doch die Partei musste den entsprechenden Parteitag mehrere Male verschieben.

Mitte Februar hatte Fest allerdings angekündigt, nicht mehr für das Amt des Landesvorsitzenden kandidieren zu wollen. Als Grund für den Verzicht nannte Fest unter anderem seine berufliche Auslastung. Er sehe sich "nicht in der Lage einen Doppelwahlkampf für Bundestags- und Abgeordnetenhauswahl für die AfD zu führen", sagte Fest. Dabei "müsse man präsenter sein, als ich es kann. Nach 15 Monaten Landesvorstand können das nun andere machen".

Storch gilt als designierte Spitzenkandidatin

Seit der überraschenden Ankündigung des Rückzugs von Fest vor zwei Wochen war der zerstrittene Landesverband auf der Suche nach geeigneten Kandidaten.

Beatrix von Storch gilt auch als designierte Spitzenkandidatin der Berliner AfD für die Bundestagswahl im September. Die Listenaufstellung dafür kann erst erfolgen, nachdem die Partei einen neuen Landesvorstand gewählt hat.

Sendung: Inforadio, 04.03.2021, 14 Uhr

65 Kommentare

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  1. 65.

    Es ist das erklärte Ziel der rechtsextremen AfD das "offene(s) und freie(s) Land" abzuschaffen. Beweise dafür gibt es genug, wenn man sich allein die Reden führender Mitglieder dieses rechten Haufens anhört.

    Das ist eben nicht "nationalkonservativ", sondern offen verfassungsfeindlich und rechtsextrem.

  2. 64.

    Ein offenes und freies Land braucht nicht nur eine (ihre )Meinung sondern Demokratie verträgt mehr. Wie ihre Demokratie funktioniert sieht man in KW und hat man in Görlitz , Bremen und Thüringen gesehen.

  3. 63.

    Ein offenes und freies Land braucht keinen Nationalkonservatismus. Von dort ist es nur ein winziger Schritt zum Nationalismus. Die alten Zeiten dürfen sich nicht wiederholen.

  4. 62.

    Wenn Pazderski denn gewählt wird ist das eine gute Nachricht. Er vertritt die Positionen, die es in der Opposition kaum noch gibt ( schon gar nicht in er CDU ), nämlich Nationalkonservative.

  5. 61.

    Sobieski,
    zur Richtigstellung, Demokraten aller anderen Parteien sind sich einig, dass der Verfassungsschutz gemäß seines gesetzlichen und gesellschaftlichen Auftrages seine Arbeit zu machen hat.
    Dass die afd nun in den derzeitigen Stand "befördert" wurde, daran hat sie höchstselbst hart "gearbeitet" und geliefert. Daran ist nur die afd selbst schuld

  6. 60.

    Nun, achne,
    Ihre Gelüste auf Frauen sind hier wohl eher nicht gefragt.
    Dass Sie ausgerechnet die "Störchin" und Weidel "charmant" finden.. ztztzt. Weidel, mit ihrem hetzerischen Auftreten, die *Störchin", die ja selbst Fluchtlingsfrauen-und Kinder an der Grenze erschießen lassen wollte (klar, selbst nicht, wegen Finger schmutzig machen), Dabei hat sie ihre Unkenntnis auch noch bewiesen, in Sachen Genfer Flüchtlingskonvention und UN-Menschenrechtdkonvention, den Gesetzen in DE sowie den Polizeigesetzen des Bundes und der Länder. Sie war da ja der Meinung, dass ihr rassistische Ansinnen rechtlich legal wäre. Und, Charmant geht anders.

  7. 59.

    Ich mag ja besonders die Frauen in der Partei. Die Störchin, die Bessin und die Weidel. Alles meine Vorbilder an Weiblichkeit, Eleganz und Charme :-) da könnte ich glatt schwach werden im Herbst...

  8. 58.

    Nein, das meint nicht nur Gerd Gaudino, das meinen alle Demokraten, zu denen Rechtsextreme nicht gehören.

  9. 56.

    Einfach mal auf das Bild mausrutschen, dann enthüllt es, von wann es ist - und schon ist die Verwunderung nicht mehr ganz so groß.

  10. 55.

    Mit Genossen reden sich doch eher die Sympathisanten der AfD an, nämlich Volksgenossen. Ihr Kommentar ist lächerlich aber auch das ist nichts Neues wenn Rechtsextremen die Argumente fehlen. Selten so eine schwache Replik gelesen.

  11. 54.

    Zitat: "Und das ganz zufällig kurz vor der Bundestagswahl.
    Nachtigall ick hör dir trapsen"

    Das, was Sie trapsen hören ist der Sound einer wehrhaften Demokratie, die nicht gewillt ist sich weiterhin von dreisten Demokratiefeinden ver*rschen zu lassen, Rainer.

  12. 53.

    Mit großer Verwunderung habe ich in diesem Bericht zur Kenntnis genommen , dass die AFD munter gegen die Maskenpflicht verstößt und keiner tut etwas. Das wird nicht einmal kommentiert! Gibt es für diese Ordnungswidrigkeit Konsequenzen? Ist Corona so schlau, das das Virus erkennt, wen Sie sich da als Wirt aussucht?

  13. 52.

    Bei Frau von Storch steht doch immer der Verdacht des Mausrutschers im Raum.

  14. 51.

    Das hätte man sich nicht gedacht, dass die Linken und der VS noch mal ziemlich beste Freunde würden und man nun jede Einschätzung des VS für der Weisheit letzter Schluss hält. Wollten Sie und Ihre Genoss*innen den VS nicht quasi vorgestern noch auflösen?

  15. 50.

    Wenn die AfD für Sie uninteressant ist, warum kommentieren Sie dann zu diesem Beitrag?

  16. 49.

    Ganz genau! Rechtsextreme haben nichts in der politischen Landschaft verloren.

  17. 48.

    Zum einen ist der "Flügel" nicht aufgelöst, wie auch der VS festgestellt hat und zum anderen ist es fast unerheblich ob man Rechtsextreme wählt, die in der AfD schon als "gemäßigt", bzw. als "links" gelten oder Rechtsextremisten, die den Kurs der Neofaschisten des völkisch-nationalen "Flügels" befürworten.

    Die AfD hat der Demokratie genug geschadet, die Verfassungsfeinde gehören so schnell wie möglich verboten.

  18. 47.

    Meines Erachtens eine vollkommen uninteressante Frage, ob sich irgend ein rechter Arm zur Gegenkandidatur hebt.

  19. 46.

    Eine Partei, die bestimmten Gruppen pauschal die Menschenwürde abspricht und die Religionsfreiheit in Deutschland nicht anerkennt, hat nichts in der politischen Landschaft zu suchen. Der Verfassungsschutz blickt völlig zu Recht auf die AfD. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Egal, ob jemand dunkel aussieht, Flüchtling ist oder sich als sogenannter "Biodeutscher" bezeichnet. Alle Menschen haben die gleiche Würde. Rechtsextremisten passt das nicht, das ist klar. Das hatten wir alles schon mal.

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