Gehen oder bleiben? Zukunft in Brandenburg - Die Kunst des Schrumpfens

Gehen oder bleiben? Diese Frage stellen sich besonders in den abgelegenen Gegenden Brandenburgs viele - Jugendliche, Fachkräfte, Unternehmer, ganze Familien. Das uckermärkische Schwedt ist seit Jahren auf Schrumpfkurs: Zu DDR-Zeiten ließ die riesige Öl-Raffinerie die Stadt auf 52.000 Einwohner anwachsen, heute leben hier nur noch knapp 32.000 Menschen. Welche Chancen bringt der Wandel - und kann eine Stadt sich gesundschrumpfen?

Das Öl und die Uckermark - Schwarzes Land

Seit fünfzig Jahren hält Schwedts Ölraffinerie die Stadt am Leben. Kaum eine Familie ist nicht mit dem ehemaligen "Petrolchemischen Kombinat" verbunden, bis heute ist es der wichtigste Arbeitgeber der Stadt. Doch steigende Energiekosten und ein immer härterer Wettbewerb gefährden den Standort. Welche Zukunft aber hat Schwedt ohne das Öl? Von Sebastian Schneider

Stadtumbau - Schwedt schrumpft sich schön

In Schwedt wurde nach der Wende schon plattenweise abgerissen, als im Rest Brandenburgs noch niemand daran dachte, die Probleme von Abwanderung und Leerstand auf diese Weise zu lösen. Nach dem gröbsten Kahlschlag schrumpft die Stadt heute deutlich langsamer – und sie verändert sich vor allem in ihrer Struktur. Aber auch das ist eine Herausforderung. Von Bettina Rehmann

Schwedt bei Nacht - Im Notfall steigt die Party zu Hause

Clubs schließen, Barbesitzer kämpfen um's Überleben. Keine Gäste, kein Nachwuchs. Schwedts demographischer Wandel schlägt sich auf das Nachtleben nieder. Wie verbringen Jugendliche den Samstag-Abend in einer Stadt, in der fast jeder dritte ein Rentner ist? Antonia Schanze war eine Nacht in Schwedt unterwegs und traf Rocker, Skater und Melancholiker.

Schwedter Abiturienten planen ihre Zukunft - "Was soll mir diese Stadt schon bieten?"

Sie könnten die Zukunft Schwedts sein - aber sie wollen nicht. Die Abiturienten des Schwedter Gauß-Gymnasiums stehen vor ihren Abschlussprüfungen, nach der Schule möchten die meisten von ihnen ihre Heimatstadt verlassen. Vier Schülerinnen und Schüler erzählen, was sie vorhaben - und warum Schwedt sie nicht halten kann. Protokolle von Sebastian Schneider.

  • Sind 2030 alle weg?

  • Wird es irgendwann nur noch Über-80-Jährige geben?

  • Wie verändert der demographische Wandel unser Leben?

  • Wird ganz Brandenburg leerer werden?

  • Lockt Brandenburg auch Menschen an?

  • Und wie wird sich Schwedt entwickeln?

  • Womit hat Schwedt besonders zu kämpfen?

  • Wohin zieht es die Schwedter vor allem?

  • Gewinnt Schwedt auch Bewohner dazu?

  • Wo kommen diese ganzen Zahlen her?

Der demographische Wandel in Graphiken - Der Trend zur Tannenbaum-Form

Die Zahlen kennen nur eine Richtung: nach unten - sowohl bei den Einwohnern Brandenburgs als auch Schwedts. Die Stadt an der Oder hat seit 1990 fast die Hälfte ihrer Bevölkerung verloren - und bis 2030 werden es nochmal weniger. Graphisch gesehen ähnelt die Alterssstruktur des Landes damit immer mehr einem Tannenbaum.

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Der Kombibus bringt eigentlich – wie jeder Linienbus – Menschen von A nach B. Da die aber immer weniger werden in der Uckermark, dürfen jetzt auch Lebensmittel, Post und Gegenstände mitfahren. Das ist einmalig in Deutschland und eine umweltschonende Antwort auf die verkehrspolitischen Probleme der Region. Antonia Schanze hat sechs Flaschen Apfelwein über holprige Landstraßen begleitet.

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Mitgliederschwund, Überalterung und Finanzierungsprobleme. Kulturmachen in einer schrumpfenen Stadt ist nicht die dankbarste Aufgabe. Können sich die Uckermärkischen Bühnen eine Musicalschule leisten? Wie rechtfertigt ein Sportverein seine Zuschüsse, wenn ganze Mannschaften nicht mehr besetzt werden können? Schwedts Kulturschaffende üben den Spagat. Von Antonia Schanze

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Der Anker einer Region sind deren wirtschaftliche Zentren, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Joachim Ragnitz vom ifo-Institut in Dresden. Wie aber kann man die erhalten? Im Interview mit Sebastian Schneider spricht Ragnitz über Umzugsprämien, warum die Bedeutung von Fördergeldern oft überschätzt wird und eine mögliche Zukunftsstrategie für die Uckermark.

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