Brandenburg an der Havel - Alte Industriestadt wieder CDU-Hochburg

Trotz Korruptionsskandal bei den Stadtwerken: Die Wähler bescheren der CDU in Brandenburg an der Havel einen überraschend klaren Wahlsieg. Viele Federn lassen muss dagegen die LINKE, während Grüne und AfD punkten können.

Ergebnisse Wahl der Stadtverordnetenversammlung

  2014 2008
Anzahl % Anzahl %
Wähler/Wahlbeteiligung 22.471 36,3 28.468 44,9
CDU 24.272 37,3 24.948 30,2
SPD 16.234 25 22.361 27
DIE LINKE 11.358 17,5 20.185 24,4
FDP 1.593 2,5 4.553 5,5
GRÜNE/B 90 4.294 6,6 3.149 3,8
BVB/FREIE W./GARTEN. 1.572 2,4 3.353 4,1
BV pro Kirchmöser 1.939 3 3.039 3,7
AfD 3.739 5,8 x x

Brandenburg an der Havel ist eine alte Industriestadt, die sich inzwischen auch dank des Flusses zum beliebten Wohnort gemausert hat. Mit gut 70.000 Einwohnern ist sie die drittgrößte kreisfreie Stadt in Brandenburg. Sie ist fast vollständig vom Landkreis Potsdam-Mittelmark umgeben; ganz im Norden grenzt sie noch an den Landkreis Havelland. Der Fluss prägt die Stadt von je her in ihrer mehr als tausendjährigen Geschichte. Er verzweigt sich in mehrere Seitenarme und Kanäle, die einige Inseln bilden. Die große Altstadt war in den 90ern noch ziemlich heruntergekommen, hat sich aber seither gut entwickelt und ist inzwischen ein beliebter Wohnstandort.

Alte Industriestadt bleibt sich treu

Verkehrstechnisch liegt die alte Industriestadt recht günstig an der Autobahn 2 in 30 Kilometer Entfernung zur Landeshauptstadt Potsdam und 70 Kilometer zur Bundeshauptstadt Berlin. Die Stadt ist Schnittpunkt von mehreren Bundesstraßen und liegt an der Eisenbahnhauptlinie Berlin - Magdeburg - Hannover. Dies hat Auswirkungen auf das bis heute in der Stadt angesiedelte produzierende Gewerbe. Ein Elektrostahlwerk und ein Getriebewerk, das heute von der Bahn betrieben wird, sind nach der 1990 einsetzenden Deindustrialisierung übrig geblieben. Brandenburg galt in der DDR als Standort der Schwerindustrie und hat auch heute noch Maschinenbau- und Autozulieferbetriebe zu bieten. Dennoch liegt die Arbeitslosenquote (Stand April 2014) mit 12,9 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt von 9,6 Prozent.

Die Stadt ist vom Land Brandenburg zu einem von 15 Regionalen Wachstumskernen auserkoren worden, wodurch ausgewählte zukunftsorientierte Branchen besser gefördert werden können.

Loriot- und Klassikfans kommen gern

Touristisch hat Brandenburg an der Havel einiges zu bieten. Als Geburtsort von Loriot zieht es seine Fans regelmäßig in Stadtgebiet. Darüber hinaus sind die Brandenburger Symphoniker ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens, die nach innen wie außen wirken. Sie spielen regelmäßig vor ausverkauftem Haus und bespielen immer wieder auch andere Bühnen wie etwa im Schloss Rheinsberg, der Philharmonie in Berlin oder den Nikolaisaal in Potsdam.

Durch die Fachhochschule, die 1992 gegründet wurde, ist auch ein Zuzug von jungen Leuten gesichert. Derzeit sind fast 3000 Studierende in Fächern wie Betriebswirtschaftslehre oder Ingenieurs- und Informatikstudiengänge eingeschrieben. Zudem befindet sich eine Medizinische Hochschule in Planung. Sie soll "Theodor Fontane" heißen und auch in Neuruppin angesiedelt sein. Eröffnung ist für das Wintersemester 2014/15 im Fach Psychologie geplant, ein Jahr später soll die Humanmedizin folgen.

46 Vertreter für die Stadtverordnetenversammlung wurden am 25. Mai 2014 in 4 Wahlkreisen bestimmt.

Weitere Landkreise und kreisfreie Städte im Porträt

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  • Barnim 

    Kunstwerke 'Tanzende Frau und sitzender Mann', des Künstlers Paul Wunderlich zu sehen. Der nach dem 1927 in der Stadt geborenen Künstler Paul Wunderlich benannte Komplex wird mit Erdwärme versorgt. Quelle: dpa/ REPORT
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    Die LINKE im Landkreis Barnim bleibt trotz Verlusten weiterhin stärkste Kraft im Kreistag. Die CDU kann 5 Prozentpunkte zulegen und überholt die SPD deutlich – die Sozialdemokraten kommen nur noch auf 18,6 Prozent. Vierstärkste Kraft sind die Freien Wähler, die sich vor den Grünen platzieren. Die AfD kann kaum punkten und landet lediglich bei 1,2 Prozent.

  • Cottbus 

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  • Dahme-Spreewald 

    Gurkenernte im Spreewald, Quelle: picture alliance / dpa
    dpa-Zentralbild

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    Deutlicher Dämpfer für die Linke: In Dahme-Spreewald muss die Partei auf fünf Prozent verzichten. Die Sozialdemokraten behaupten ihre führende Stellung, die CDU legt leicht zu, ebenso wie die Grünen. Und auch hier findet die AfD aus dem Stand viele Wähler.

  • Elbe-Elster 

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    Vor sechs Jahren schon waren SPD und Linke gleichauf und sind es auch diesmal wieder - beide verlieren rund vier Prozent. Auch die Bauernvereinigung LUN bleibt zweistellig und legt noch einmal zu. Doch zum eigentlichen Paukenschlag hat die CDU ausgeholt.

  • Frankfurt (Oder) 

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    In der einstigen Solar-Hochburg ist die LINKE mit 30,5 Prozent zwar immer noch deutlich stärkste Kraft, büßt aber fast 7 Prozent ein. Die CDU löst die SPD als Nummer zwei ab. Sorgen muss allen etablierten Parteien das Abschneiden der AfD machen: Sie holt aus dem Stand 11,6 Prozent.

  • Havelland 

    - Rot und Schwarz Kopf an Kopf

    Im Havelland liegt die SPD zwar vorn, doch die CDU folgt ihr nun dicht auf den Fersen. Zugewinne verzeichnen auch die Grünen, die mit 8,4 Prozent deutlich stärker als im Landesdurchschnitt sind. Die AfD kommt aus dem Stand auf 6,5 Prozent.

  • Märkisch-Oderland 

    - MOL bleibt Links

    Knapp 12.000 Stimmen für die AfD: Auch in Märkisch-Oderland kann die Partei massiv punkten. An der Spitze steht weiter die Linke, die aber auf fünf Prozent verzichten muss. Gefolgt wird sie von der SPD und der erstarkten CDU.

  • Oberhavel 

    Schloss Oranienburg mit Oldtimerclub Oberhavel (Quelle: rbb)

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    Mehr als sechs Punkte kann die CDU in Oberhavel dazugewinnen. Nicht viel und die Christdemokraten hätten die SPD vom ersten Platz verdrängt. Die Grünen bleiben hier vergleichsweise stark. Auch die Freien Wähler können zulegen.

  • Oberspreewald-Lausitz 

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    Die rechtsextreme NPD kommt in Oberspreewald-Lausitz aus dem Stand auf 4,3 Prozent - und erringt damit über 400 Wählerstimmen mehr als die Grünen. Stärkste Kraft bleibt die SPD, doch die Christdemokraten holen deutlich auf.

  • Oder-Spree 

    - SPD-Hochburg im Osten

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  • Ostprignitz-Ruppin 

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    Die CDU kann sich in Ostprignitz-Ruppin an der Linken vorbeischieben und wird so zur zweitstärksten Kraft nach der weiter führenden SPD. Kreisbauernband und Grüne legen weiter zu, während die FDP fast auf die Hälfte ihres Ergebnisses von 2008 schrumpft.

  • Potsdam 

    - Landeshauptstadt bleibt Links

    Obwohl die Linke deutliche Verluste hinnehmen muss, bleibt die Partei stärkste Kraft in Potsdam - gefolgt von der SPD. Die CDU kann hier zwar leicht zulegen, doch die eigtentlichen Gewinner sind vor allem kleinere Parteien.

  • Potsdam-Mittelmark 

    - CDU löst SPD als stärkste Kraft ab

    In Brandenburgs florierendstem Landkreis war die CDU schon länger stark. Nun legt sie noch eins drauf und schwingt sich an die Spitze. Große Verlierer in Potsdam-Mittelmark sind Linke und FDP -  während die Grünen weiter zulegen und die AfD auf mehr als vier Prozent kommt.

  • Prignitz 

    - Alles beim Alten

    Wechselwähler? Nicht hier: Der Wahlzettel in der Prignitz war mit nur acht Parteien nicht besonders lang. Und auch deren Rangfolge in der Wählergunst ist so gut wie unverändert: CDU vor SPD und Linken und einem starken Bauernverband.

  • Spree-Neiße 

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    Die CDU baut ihren Vorsprung in Spree-Neiße noch einmal deutlich aus und ist jetzt klar stärkste Partei. SPD und Linke dagegen verlieren tausende Wählerstimmen - bei vergleichsweise hoher Wahlbeteiligung. Die vielen kleinen Parteien haben kaum eine Chance.

  • Teltow-Fläming 

    - Deutlicher Dämpfer für SPD und Linke

    Linke und SPD können sich im Wirtschaftswunderkreis Teltow-Fläming zwar behaupten, müssen aber beide schmerzhafte Verluste hinnehmen. Profitieren können die CDU, aber auch Freie Wähler und AfD, während die FDP fast die Hälte der Wählerstimmen verliert.

  • Uckermark 

    - SPD und CDU fast gleichauf

    Um satte sieben Prozent legt die CDU in der Uckermark zu und zieht damit fast gleichauf mit den Sozialdemokraten. Wie in vielen anderen Landkreisen muss die Linke Verluste hinnehmen, wenn auch nicht so große. Die kleinen Parteien spielen hier kaum eine Rolle.