Musikproduzent Tim Renner (Bild: imago)

Kulturstaatssekretär Tim Renner zur ZLB - "Wir haben noch alle Optionen"

Für ihn ist das ganze kein Ding: Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner beurteilt den Wegfall des Tempelhofer Felds als Fläche für die neue Zentral- und Landesbibliothek als unproblematisch. Renner sagte dem rbb, man habe durch den Volksentscheid Zeit gewonnen, das Konzept noch einmal zu optimieren.

Tim Renner, Berlins Kulturstaatssekretär, findet es nicht problematisch, dass das Tempelhofer Feld nach dem Volksentscheid nicht mehr als Standort für die neue Zentral- und Landesbibliothek in Frage kommt.

Dem rbb sagte Renner: "Ich bin eigentlich ganz froh, denn das gibt mir die Chance, mich auch nochmals mit dem Konzept ganz genau zu beschäftigen, das ich ja im neuen Amt geerbt habe."

Viele Vorarbeiten wurden gemacht

Dass nun in nicht Tempelhof gebaut würde, bedeute nicht, dass man wieder von vorne anfangen müsse, so Renner. "Zum Glück sind sehr viele Vorarbeiten gemacht worden. Das zeitintensivste sind solche Geschichten wie Bedarfsanalysen, die sind erledigt, genauso wie Ausschreibungstexte, die sind geschrieben."

Der grundsätzliche Bedarf an einer neugestalteten Bibliothek sei nach wie vor ungebrochen. Ziel müsse es sein, eine Antwort darauf zu geben, wie eine solche Bibliothek im 21. Jahrhundert aussehen müsse: "Eine Bibliothek ist auch heute ein Kulturraum. Und so einen Raum brauchen wir."

Alle Möglichkeiten offen halten

Mehrere Optionen für einen Neubau oder eine Umnutzung von Bestandsgebäuden würden nun geprüft, unter anderem die Amerika-Gedenk-Bibliothek am Blücherplatz. Man wolle sich alle Möglichkeiten offen halten, "die Option Erweiterung, die Option ein Bestandsgebäude neu zu bespielen und umzubauen - und wir haben theoretisch auch die Option, irgendwo neu zu bauen".

Einen Zeitverzug für die Fertigstellung der Zentral- und Landesbibliothek befürchtet Renner dadurch nicht. Die bisher veranschlagte Summe von 270 Millionen Euro sei nötig, unabhängig davon, ob man einen Neubau plane oder ein Bestandsgebäude umnutze.

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