Humboldthöhe im Volkspark Humboldthain (Quelle: Ulrike Forßbohm)

Trümmerberge in Berlin - Volkspark Humboldthain

Am Berliner Humboldthain ragen heute noch Reste eines ehemaligen Flakturms aus dem Berg. Sie verraten, dass sich dort jede Menge Kriegsschutt unter dem Boden verbirgt - 1,6 Millionen Kubikmeter wurden nach dem Krieg im gesamten Park verkippt. Geplant waren die sichtbaren Bunkerreste jedoch nicht.

Die Weddinger Bürger bekamen zum 100. Geburtstag von Alexander von Humboldt einen Park geschenkt: 1869 wurde mit dem Bau der Grünanlage begonnen, die der vorwiegend armen und einfachen Bevölkerung eine Möglichkeit zur Erholung und körperlichen Ertüchtigung bieten sollte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Humboldthain jedoch fast vollständig verwüstet. Die Wehrmacht errichtete einen riesigen Flakbunker, bestehend aus zwei Teilen: dem 40 Meter hoher Gefechtsturm mit vier Ecktürmen sowie dem zugehörigen Leitturm. Statt idyllischen Grünflächen führten betonierte, gerade An- und Abfahrtsstraßen durch den Park.

"Der Schtaub vajaht, die Sonne scheint, der Bunker fracht: War ick jemeint?"

Der Humboldthain wurde nicht nur durch die Gefechte während des Krieges zerstört, sondern auch danach: Schon nach der Kapitulation waren nur noch etwa 30 Bäume unversehrt, im Winter 1945/46 gruben die Menschen dann fast alle verbleibenden Gehölzreste aus und verwendeten sie zum Heizen.

Gustav-Meyer-Höhe im Volkspark Humboldthain (Quelle: Ulrike Forßbohm)Gustav-Meyer-Höhe

"Der Staub vajaht, die Sonne scheint, der Bunker fracht: War ick jemeint?", lautet ein Reim aus der Nachkriegszeit. Denn das französische Militär hatte mehrmals versucht, die beiden Hochbunker zu sprengen - meist jedoch erfolglos. Weil die Bahnstrecke der Ringbahn direkt neben dem Humboldthain verlief, konnten keine stärkeren Sprengladungen eingesetzt werden. Der kleine Bunker wurde zwar gesprengt, beim großen Bunker blieben die beiden nördlichen Ecktürme stehen.

Mit rund 1,6 Millionen Kubikmeter Trümmern, hauptsächlich aus Prenzlauer Berg, wurden die beiden Bunker schließlich zu zwei Bergen aufgeschüttet und begrünt. Die nicht gesprengten Ecktürme aber sind bis heute sichtbar. Seit den 80er Jahren nutzt der Deutsche Alpenverein Berlin die Nord-West-Seite des Flakbunkers als Kletterwand.

Lage Entstehungsjahre Höhe über NN Trümmermenge
Volkspark Humboldthain, Mitte/Wedding 1948-1951 85 m (Humboldthöhe)
68 m (Gustav-Meyer-Höhe)
1,6 Mio. Kubikmeter