Ein Tempo-30-Schild steht auf der Leipziger Straße (Bild: imaog/Stefan Zeitz)
Video: rbb|24 | 12.06.2018 | Bild: imago/Stefan Zeitz

Exklusive Daten | #abgasalarm Leipziger Straße - Luftbelastung durch Tempo 30 nur minimal gesunken

Mit Tempo 30 in der Leipziger Straße will der Berliner Senat Fahrverbote verhindern. Messungen von rbb|24 und TU zeigen aber: Im ersten Monat des Tempolimits sind die Stickstoffdioxid-Werte kaum gefallen. Auch die Verkehrsverwaltung hält es für "unwahrscheinlich", dass der Grenzwert bald eingehalten wird.

Nach der Einführung von Tempo 30 auf der Leipziger Straße ist dort die Luftbelastung mit Stickstoffdioxid nur minimal gesunken. Das zeigen Messdaten von rbb|24 und Technischer Universität Berlin aus dem ersten Monat des Tempolimits. Der Grenzwert, der bereits seit acht Jahren eingehalten werden müsste, wird weiterhin überschritten.

Seit Langem zeigen Messungen der Senatsverwaltung Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, dass nirgendwo in Berlin die Belastung mit Stickstoffdioxid höher ist wie in der Leipziger Straße. Mit 63 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m3) lag die mittlere Belastung dort im Jahr 2017 weit über dem Grenzwert. Zulässig sind europaweit 40 µg/m3 im Jahresmittel.

Seit dem 9. April experimentiert die Senatsverwaltung in der Leipziger Straße mit Geschwindigkeitsbegrenzungen: Auf einem 1,2 Kilometer langen Abschnitt zwischen Markgrafenstraße und Potsdamer Platz müssen Autos Tempo 30 fahren. Zum Start der Aktion erklärte Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne), Ziel sei die Gesundheit der Bürger zu schützen - "und gleichzeitig Fahrverbote zu vermeiden". Ein Jahr lang soll untersucht werden, wie sich das Tempolimit auf die Luftqualität auswirkt.

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Doch die Zeit drängt: Spätestens im Herbst soll das Berliner Verwaltungsgericht darüber entscheiden, ob das Land ausreichende Maßnahmen gesetzt hat, um den Grenzwert einzuhalten.

rbb|24 und Technische Universität Berlin haben - wie bereits im Herbst 2017 für eine stadtweite #abgasalarm-Messung - die Stickstoffdioxid-Werte (NO2) in der Leipziger Straße gemessen und analysiert. Das Ergebnis: Im ersten Monat nach der Einführung von Tempo 30 in der Leipziger ist die Belastung in der 30er-Zone zurückgegangen - allerdings nur geringfügig.

Bei der neuen #abgasalarm-Messung mit acht Passivsammlern wurden im Schnitt 65,9 Mikrogramm in der 30er-Zone gemessen - mit Ausreißern nach unten (43,8 µg/m3 nahe des Leipziger Platzes) und nach oben (90,7 µg/m3 in der engen Straßenschlucht im Bereich der Leipziger Straße 127). [Karte in eigenem Fenster]

Standort und Ergebnis von insgesamt zehn Messpunkten (acht rbb|24 & TU / zwei Land Berlin):

Die Messungen zeigen allerdings nur eine Momentaufnahme. Die Belastung kann beispielsweise durch Wettereinflüsse oder Staus schwanken, was den Mittelwert bei einem kürzeren Messzeitraum stärker beeinflusst. Auch halten Autofahrer in neuen Tempo-30-Zonen die Geschwindigkeit erfahrungsgemäß erst nach einigen Monaten halbwegs korrekt ein. Fahrzeuge weichen zudem laut Senatsverwaltung schon jetzt auf andere Straße aus - in Richtung Potsdamer Platz im geringen Maß über die Französische Straße und die Straße Unter den Linden.

Wolfgang Frenzel von der TU Berlin betont aber: "Die Messungen sind aussagekräftig." Er sagte rbb|24: "Wir messen mit mehreren Sammlern an einer Messstelle und haben ein relativ dichtes Messstellenetz, so dass wir nicht einen einzelnen Wert herauspicken."

Dass die Stickstoffdioxidwerte in der Tempo-30-Zone der Leipziger Straße bisher kaum gefallen sind, zeigen zudem offizielle Werte: Seit Jahresanfang werden dort Daten mit einem Messbus erhoben; geparkt ist er vor der bulgarischen Botschaft, Leipziger Straße 21. Das Land misst zudem seit mehreren Jahren im Bereich Leipziger Straße 32 mit einem Passivsammler (das ist die Messmethode, die auch TU Berlin und rbb einsetzen).

rbb|24 hat die Messergebnisse des Landes, bisher weitgehend unveröffentlicht, ausgewertet. Auch diese Daten legen nahe: Tempo 30 hat bisher keinen nennenswerten Effekt.

Die exakten stündlichen Messungen durch den Messbus ergeben von Jahresanfang 2018 bis zum 8. April eine Stickstoffdioxid-Belastung von 53,4 Mikrogramm. Im Monat nach der Einführung von Tempo 30 am 9. April 2018 lag die Belastung bei 52,9 Mikrogramm - und damit nur circa ein Prozent niedriger. Nach der Messung des landeseigenen Passivsammlers hat sich die Luftqualität sogar verschlechtert.

Die Senatsverwaltung will die Daten erst nach einem Jahr bewerten. Matthias Tang, Sprecher der Senatsverwaltung Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, kritisiert die #abgasalarm-Messung, sie sei "aus methodischen und messtechnischen Gründen nicht geeignet, den grenzwertrelevanten NO2-Jahresmittelwert oder die Wirksamkeit der Einführung von Tempo-30 an der Leipziger Straße zu beurteilen."

Die vorliegenden Daten werfen allerdings schon jetzt die Frage auf: Ist Tempo 30 wirklich das Mittel der Wahl, um den Grenzwert von 40 µg/man der Leipziger "schnellstmöglich" einzuhalten? Und eine schnelle Einhaltung hat das Bundesverwaltungsgericht im Februar in einer Grundsatzentscheidung verlangt - hier ging es um die schlechte Luft in Düsseldorf und Stuttgart.

Nach den Messungen von rbb|24 und TU bilanzierte Umweltexperte Frenzel bereits: Sollte das Verkehrsaufkommen gleich bleiben und sich die Autofahrer keine Schleichwege suchen - "dann glaube ich nicht, dass man von den über 60 Mikrogramm auf unter 40 kommen wird. Das ist nicht realistisch."

Und sogar die Verkehrsverwaltung hat bereits eingeräumt, dass es an der Leipziger Straße allein mit Tempo 30 wohl nicht getan ist: "Dass an der Leipziger Straße die Verstetigung des Verkehrs dazu führt, den Grenzwert einzuhalten, ist unwahrscheinlich", teilte Pressesprecher Tang mit. Effektiv muss der Wert an dem NO2-Hotspot aber um 23 µg/m³ runtergehen. Die Senatsverkehrsverwaltung erwartet aber nach eigenen Angaben eine Reduzierung von NO2 um rund sechs Mikrogramm - ein Wert, der sich schon in einer Studie der Behörde von 2013 findet.

Stickstoffpoxid-Messwagen (Bild: rbb24/Robin Avram)
In diesem Fahrzeug misst die Senatsverwaltung Luftschadstoffe. | Bild: rbb24/Robin Avram

Große Pläne - aber keine schnelle Lösung

Natürlich könnten auch andere Maßnahmen die Schadstoffwerte drücken - Berlin hat sich dazu bereits einen 10-Punkte-Plan gesetzt: spezielle Filter für Diesel-Busse, Anschaffung von E-Bussen, Umrüstung von Taxen auf Hybrid-Elektro. Dazu kommen Software-Updates bei Diesel-Autos. Langfristig sollen Radwege und der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden.

Doch ein Teil der Maßnahmen, wie die Umstellung auf E-Mobilität, läuft nur schleppend an. Und auf Hilfe vom Bund kann Berlin auch nicht bauen: Flächendeckende Hardware-Nachrüstungen, wie vom Senat gefordert, gibt es bisher nicht. Eine "Blaue Plakette" lehnt die Bundesregierung ab.

Rechnerisch ist es extrem unwahrscheinlich, dass der Grenzwert auf der Leipziger Straße 2018 eingehalten wird: Dafür müssten von jetzt an alle Monatsmittel unter 31 µg/m³ liegen. Allein Fahrverbote würden vermutlich zum Ziel führen. "Mit einer selektiven Straßensperrung für ältere Diesel-Fahrzeuge kann man an einer betroffenen Straße den Grenzwert sehr schnell einhalten", sagte Gernot Liedtke, Verkehrsforscher beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, im Interview mit rbb|24.

Und Berlin dürfte auch: Bundesverwaltungsgericht erlaubte Fahrverbote bereits im Februar, um die 40-Mikrogramm-Schwelle so schnell wie möglich zu erreichen. 

Dass weitere Maßnahmen nötig sind, ist damit schon jetzt klar. Für die Senatsverwaltung trägt die Autoindustrie die Verantwortung für die Gesundheitsgefahr - es wäre an der Bundesregierung die Autokäufer vor Fahrverboten zu schützen und für Hardware-Nachrüstungen zu sorgen.
Dass weitere Maßnahmen nötig sind, ist damit schon jetzt klar. Für die Senatsverwaltung trägt die Autoindustrie die Verantwortung für die Gesundheitsgefahr - es wäre an der Bundesregierung die Autokäufer vor Fahrverboten zu schützen und für Hardware-Nachrüstungen zu sorgen.
Passivsammler zur Messung von Stickstoffoxid-Werten (Bild: rbb24/Robin Avram)
Stickstoffdioxid-Messung mit Passivsammlern. | Bild: rbb24/Robin Avram

Die Senatsverkehrsverwaltung nimmt sich jedoch Zeit. "Der Umbau der Verkehrsinfrastruktur wird (...) einige Zeit in Anspruch nehmen", hieß es. Sollten die geplanten Maßnahmen "bis dahin" nicht dazu führen, dass die Grenzwerte an der Leipziger Straße eingehalten werden, "dann wird es auch in Berlin Fahrverbote geben", so Sprecher Tang. "Wie und wo gilt es in den kommenden Monaten zu prüfen."

Im September wird der Berliner Senat dem hiesigen Verwaltungsgericht plausibel erklären müssen, wie er die EU-Grenzwerte einhalten will. Dann wird die Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen das Land Berlin verhandelt. Die Richter werden sich voraussichtlich genau anschauen, ob die Berliner Maßnahmen wirksam sind - oder ob es sich um Placebos handelt. So war es in Düsseldorf, so war es in München - und in Hamburg ebenso. Der dortige Senat hat inzwischen Fakten geschaffen: Seit Ende Mai gilt dort bereits ein Diesel-Fahrverbot in zwei Straßen.

Sendung: Abendschau, 12.06.2018, 19.30 Uhr

Infografik Stickstoffdioxid-Messung in der Leipziger Straße
| Bild: Martina Springmann, Zorika Gaeta

Wichtiges zu Messmethode und Daten

  • Wie wurde gemessen?

  • Wie wurden die Messorte ausgewählt?

  • Wie genau/valide sind die Ergebnisse?

  • Warum sind die Messwerte so unterschiedlich?

  • NO, NO2, Stickoxid: Was ist was?

  • Welche Grenzwerte gibt es?

Projektbeteiligte bei rbb|24:

Daten & Recherche: Dominik Wurnig, Robin Avram

Text/Video: Dominik Wurnig, Friederike Steinberg, Robin Avram

Grafik: Martina Springmann, Manuel Reich

Redaktion: Friederike Steinberg

Kommentar

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52 Kommentare

  1. 52.

    Nein, es gibt einen Bereich in der Leipziger Str. ohne Radstreifen, wo nebeneinander fahren nicht passt.
    Da im Berufsverkehr die Pkw 30 fahren und ich als Radfahrer auch, geht das derzeit wunderbar ohne gegenseitiges Überholen und ich kann im Fluss mitfahren ohne einen Stau zu provozieren.
    Das war bei Tempo 50 nicht so, da ich da nicht mithalten kann und es in diesem Abschnitt sehr angespannt war.

    Ich möchte klarstellen, dass ich keine Pkw-Fahrer angegriffen habe. Gegensätzlich zu den ständigen Streitereien nehme ich häufig rücksichtsvolle Fahrer wahr. Idioten gibts unter allen Verkehrsteilnehmern.

  2. 51.

    Von mir aus können Sie auch Pfeiler in die Innenstadt hauen und ne Trasse verlegen, jedenfalls ist das weltweit Praxis.
    Sie argumentieren hier überhaupt nicht, wollen nur Ihres. Sie sind der Trollende gegen Lösungen, Ursachen und sind mit Ihrer eingeimpftem Meinung, aber das Thema ist bald Geschichte, glauben Sie mir.

  3. 50.

    Steht doch überhaupt nicht im Widerspruch, zwei völlig zusammenhangslose Phrasen oder Thematiken.

    1. Straßenbau bei Erfordernis für die Volks-Wirtschaft.
    2. Radfahrer haben von Tempo 30 was davon, und obendrauf: Kraftfahrer sind kooperative liebe Menschen.

    Ich denke Sie sollten das Kommentieren nicht soooo ernst nehmen, weil die nehmen sich selber nicht so ernst, sehe ich ständig, sehr viele auch vom RBB mit dem Auto zur Arbeit fahren (Masurenallee/Parkplatz), die Gesichter sind ja öffentlich bekannt. Also tun Sie mal nicht soooo überzeugend, weil wenn die Autos wegkommen gibt es wegen des "Deutschen Liebstes Kind" einen Volksaufstand... dann können wir von Problemen reden.
    Wissen Sie wie viele Autos in Berlin angemeldet sind? Die alle haben sie gegen sich. Got it?

    So und jetzt nehm' ich ernst mal ein Stückoxid (Gummibärchen).

  4. 49.

    @47: Nochmal: Sie fordern allen Ernstes Abrisse in der Innenstadt, im konkreten Beispiel einen kompletten Kilometer entlang der Leipziger, damit weiterhin theoretisch jeder sein eigenes KFZ fahren kann? Wenn das so ist, kann ich Sie leider nicht mehr ernst nehmen. Und vermute, wie ja auch der Schluss Ihrer #47 nahelegt, schlichtes, aber zugegeben wirkungsvolles Trolling hinter Ihren Beiträgen.

  5. 47.

    ...und Straßen wurden immer gebaut, und würde allen Verkehrsteilnehmern zu Gute kommen, R2G blickt nicht mehr durch, wird Zeit für neue Wahlen.

  6. 46.

    "Durch das Tempo-30-Limit ist aber das Radfahren sehr viel entspannter geworden"

    Eigentlich war klar geschrieben:
    So weit ich mitbekomme fahren die Radfahrer recht neben den Autos mit her (also entspannter Koexistenz, wie Vorposter meint)
    Also sage ich, es schön dass Autos rechts für die Radfahrer Platz lassen...
    Ich könnte aber auch am rechten Rand fahren, dann wär es nicht mehr entspannt...
    Mache ich aber nicht, weil ich ein guter Autofahrer bin.
    Got it?

  7. 45.

    @39, Ingolf: 1) JA, ich weiss, dass jeder einzelne Kubikzentimeter Abgas, der nicht ausgestoßen wird, für weniger schlechte Luft sorgt - lokal, regional und sogar global. Das ist nämlich keine Glaubensfrage, sondern wieder ganz einfache Naturwissenschaft, die u.a. auch in Berlin und Brandenburg gilt.
    2) NEIN, es ist nicht den meisten Berlinern und Deutschen egal, was hinten rauskommt. Viele verzichten schon ganz bewusst auf's eigene Auto, weil sie WISSEN, dass es für sie selbst UND für andere weniger Stress UND weniger Gift bringt.

  8. 44.

    @ 41: Ich versuche mal zu verstehen, was Sie hier sagen wollen; bitte korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege:
    1) Wir brauchen Abriss in der Innenstadt für neue Straßen. 2) Wer sich nicht permanent mit dem KFZ fortbewegt, ist nicht relevant. 3) Einfachste physikalische Gesetze gelten weder für Sie noch für die Masse, sondern sind Einimpfungen.
    - Das nenn ich eine fundierte Meinung! Vielen Dank!

  9. 43.

    Ja weil die Autofahrer doch nicht so böse sind und rechts ein wenig Platz lassen, obwohl sie es nicht müssten.

  10. 42.

    @36: Meyer, das Strickmuster mit trocken bleibendem Pelz verwenden Sie auch für Ihren zweiten Kommentar: Sie behaupten, für Umweltschutz und gegen Verkehrsstress zu sein. Wenn aber konkrete Maßnahmen gefordert oder gar umgesetzt werden, nennen Sie das eine "alberne Radikallösung" und schreiben was von Elektroautos, obwohl niemand die als Lösung genannt hat. Annas Kommentar und das RRG-Mobilitätsgesetz fordern z.B. mehr und günstigeren ÖPNV, um mehr Leuten auch schon am Stadtrand das Umsteigen zu ermöglichen - damit die Situation für all jene besser wird, die zeitweise oder dauerhaft auf das KFZ angewiesen sind.
    Schauen Sie in die täglich stauenden Autos rein: Wie oft sitzt da nur EIN vermutlich NICHT gehbehinderter Mensch drin, der nur sich selbst und 0,8 bis 2 t Auto steuert? Und der so Gehbehinderten, Wirtschaftsverkehr sowie platzsparenden Fußgängern und Radlern Platz, Zeit und Luft wegnimmt. - Was ist IHR konkreter Vorschlag, damit solche Leute umsteigen?

  11. 41.

    Und?
    Früher wurden ja auch mal neue Straßen gebaut, wenn es erforderlich wurde. Heute wird nur noch der relevanten Bevölkerung in den Rücken gefallen. Und all Ihre Einimpfungen sind nicht die Masse.

  12. 40.

    PS. Und ich sage euch noch was. Wenn hier jemand vor Gericht klagen müsste, dann z.B. Leute wie ich, denn ich fahre einen 15 Jahre alten Diesel und habe all die Jahre die volle Steuer bezahlt, weil ja angeblich bei meinem der meiste Dreck raus kommt. Die neuen Diesel wurden aber steuerlich besser behandelt, obwohl - wie sich jetzt rausstellt - die Bemessungsgrundlage auf betrügerisch manipulierten Daten basierten. Ergo, Leute wie ich wurden betrogen und abgezockt, weil bei mir keine betrügerische Software für vermeintlich blumigen Duft am Auspuff sorgte. Aber Klagen gegen die Autoindustrie, oder gar Klagen gegen die Politik und damit die Autolobbyisten sind in Deutschland aussichtslos. In den USA wurde ohne lange Diskussion entschädigt - der "Michel" lässt sich wieder für dumm verkaufen.
    Die Deutschen sind schon ein seltsames Volk...
    Das klingt, als wenn ich sauer bin? Bin ich...

  13. 39.

    Ich platze gleich vor Aufregung und kann es kaum erwarten... ;-)
    Aber jetzt mal im Ernst. Glaubt denn tatsächlich jemand daran, dass man die Luft allgemein durch Einschränkungen oder gar Fahrverbote in räumlich begrenzten Gebieten verbessern kann? Das ist doch lächerlich. Und überhaupt, ist es nicht so, dass den meisten deutschen und auch Berlinern es - unabhängig ob Diesel oder Benzin - vollkommen Wurst ist, was da hinten raus kommt? Wer hat denn bisher sein neues und stets regelmäßig geputztes "Blechle" zurück gegeben, weil die vom Hersteller gemachten Verbrauchsangaben nicht stimmen und logischerweise damit auch hinten viel mehr raus kommt? Jetzt zeigen alle "Benzinfahrer" mit dem Finger auf die bösen "Dieselfahrer", machen aber genau soviel Dreck und Lärm und die eigentlich Schuldigen werden von den "Mitwissern" aus der Politik mit steuerfinazierten Wechselprämien belohnt. Das ist doch alles eine riesengroße Heuchelei.

  14. 38.

    Sie haben ja sehr interessante Vorstellungen von den rbb-MitarbeiterI*nnen. Wir schicken dann mal Fotos vom nächsten Subotnik.

  15. 37.

    Da gehe ich jede Wette ein, und bestimmt leben mindestens 50% Bio-vegan und alle sind - in welcher Form auch immer - irgendwie Queer. Den Coffee to go lassen sie sich in einen mitgebrachten rbb-Becher füllen und mindestens einmal pro Monat geht es zum "Subotnik" im Park zum gemeinschaftlichen Müll sammeln. Ja ja...

  16. 36.

    Ja die Leute vom Lande werden das verstehen. Deshalb sind sie vermutlich aufs Land gezogen.
    Großstadt bedeutet nun mal Lärm und Abgase.
    Nicht falsch verstehen. Ich lebe bewusst am Stadtrand und benutze wann immer es geht die Öffis. Wegen der Umwelt und um mir den Stress im Verkehr zu ersparen. Es gibt aber halt auch Situationen wo ich nicht auf mein Auto verzichten kann oder auch will.
    Diese Radikallösungen sind albern.
    Mal ehrlich. Wenn nur Elektro Autos rum fahren würden dann würde genauso gemeckert werden.
    Getreu dem Motto wasch mich aber mach mir den Pelz nicht nass. Mir ist Klar das mein erster Kommentar sehr einfach gestrickt war. Dennoch vllt mal versuchen durch diese brille zu schauen.

  17. 35.

    Also auch innerstädtischer Flugverkehr (Tegel, wie oft fliegen Sie? Billig?), innerstädtischer Schiffsverkehr auf der Spree und Kanälen. Deren Abgase sind verehrend, aber wohl nicht so schlimm bei Rot/Rot/Grün. Und innerstädtischer Verkehr raus aus der Innenstadt, heißt auch Radfahren raus aus der Innenstadt ;-) Apropos Flugverkehr. Bei Freunden in Reinickendorf/Tegel und in Ratingen bei Düsseldorf ist jeden Tag reinigen der Gartenmöbel angesagt, ein Schmierfilm, eine Hinterlassenschaft der dort startenden Flugzeuge. Rot/Rot/Grün?

  18. 34.

    Durch das Tempo-30-Limit ist aber das Radfahren sehr viel entspannter geworden auf der Leipziger Straße. Nun kann man auch in dem Bereich ohne Radstreifen ganz normal im Verkehrsfluss fahren ohne bedrängt zu werden. Für die Radverkehrstrategie war das eine gute Maßnahme. Die Ampelphasen sind allerdings noch nicht ganz für Tempo 30 optimiert.

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