15.02.2019, Hamburg: Ein Schild mit einem Verbot für Lastwagen mit "Diesel bis Euro V (5), Anlieger frei" steht an einer Straße (Quelle: dpa/ Bockwoldt)
Audio: rbb 88.8 | 15.08.2019 | Ricardo Westphal | Bild: dpa/ Bockwoldt

Verkehrsschilder fehlen noch - Diesel-Fahrverbote in Berlin sollen ab Oktober gelten

Die beschlossenen Diesel-Fahrverbote in Berlin gelten voraussichtlich ab Anfang Oktober. Diesen Zeitraum peilen die Bezirksämter Mitte und Neukölln an, wie sie auf Anfrage der Deutschen Presseagentur mitteilten.

In deren Bereichen liegen die acht Straßenabschnitte, die für Diesel-Autos und -Lastwagen bis einschließlich Abgasnorm Euro 5 tabu sein werden, um die  Luftqualität zu verbessern. Überhöhte Stickstoffdioxid-Werte sind Grund für Fahrverbote, die es bereits in Stuttgart, Hamburg und Darmstadt gibt. Andere Städte könnten folgen.

Vor allem Mitte betroffen

Im Juli hatte der rot-rot-grüne Senat die Einführung der Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge beschlossen. Ursprünglich sollten die Einschränkungen ab 1. Juli gelten, wurden dann aber für September angekündigt. 

Ebenso wird es mehr Tempo-30-Zonen in der Hauptstadt geben. Im Bezirk Neukölln etwa sollten noch in dieser Woche entsprechende Schilder vollständig angebracht werden, hieß es. Dort zählen Bereiche der Hermann- und Silbersteinstraße dazu.

Die meisten Diesel-Fahrverbote wird es aber im Bezirk Mitte geben. Dort sind Streckenabschnitte in der Leipziger Straße, Reinhardt-, Friedrich- und Brückenstraße betroffen. Dazu kommen Teile der Stromstraße und Alt-Moabit im Stadtteil Moabit. Für Anwohner, Liefer- sowie Pflegedienste und Handwerker sollen Ausnahmen gelten. 

Schilderproduktion sorgt für Verzögerung

Die Schilder für das Diesel-Fahrverbot sind Sonderanfertigungen, wie es vom Bezirksamt Neukölln hieß. Derzeit werden demnach Angebote eingeholt. Deshalb sei ein realistischer Starttermin Anfang Oktober.

Das Verwaltungsgericht Berlin hatte die Fahrverbote im Oktober 2018 in einem Urteil verlangt. So sollen die zulässigen Grenzwerte im Stadtgebiet eingehalten werden. Die Deutsche Umwelthilfe hatte geklagt - auch in anderen Städten zog sie vor Gericht.

Es geht um die Stickstoffdioxid-Werte, für die die Europäische Union einen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel festgelegt hat. Zu einem großen Anteil stammt die Belastung aus Diesel-Abgasen. Vielerorts werden die Werte überschritten.

Auf diesen Straßenabschnitten gelten künftig Diesel-Fahrverbote

Leipziger Straße (Mitte): Leipziger Platz (Ostseite) bis Charlottenstraße
Brückenstraße (Mitte): Köpenicker Straße bis Holzmarktstraße
Reinhardtstraße (Mitte): Charitéstraße bis Kapelle-Ufer
Alt-Moabit (Moabit): Gotzkowskystraße bis Beusselstraße
Friedrichstraße (Mitte): Unter den Linden bis Dorotheenstraße
Stromstraße (Moabit): Bugenhagenstraße bis Turmstraße
Hermannstraße (Neukölln): Silbersteinstraße bis Emser Straße
Silbersteinstraße (Neukölln): Hermannstraße bis Karl-Marx-Straße

Hier soll in Zukunft nur noch Tempo 30 erlaubt sein

Wenn Sie diese Karte nicht sehen, klicken Sie bitte hier.

Albrechtstraße Mariendorfer Damm
Badstraße Martin-Luther-Straße
Breite Straße/Schönholzer Straße Mehringdamm
Danziger Straße Müllerstraße
Dominicusstraße Oranienburger Straße
Dorotheenstraße Oranienstraße
Elsenstraße
Potsdamer Straße
Erkstraße Residenzstraße
Hermannstraße   Saarstraße
Invalidenstraße Scharnweberstraße
Joachimstaler Straße
Schönholzer Straße
Kaiser-Friedrich-Straße Sonnenallee
Klosterstraße
Spandauer Damm
Leonorenstraße
Tempelhofer Damm
Luxemburger Straße
Torstraße
Wildenbruchstraße Turmstraße
Wilhelmstraße  

Sendung: rbb 88.8, 15.08.2019, 6 Uhr

Kommentar

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18 Kommentare

  1. 18.

    Hallo Zusammen,
    Ich würde Stadtweit Tempo 40 wie in Schweden begrüßen, nicht zu schnell und nicht zu lahm, dafür flüssig. Warum können wir uns nicht mehr von den Skandinaviern abschauen? Das Dosenpfand gab es dort auch schon in den 80ern! passt Ach ja und woher kam Greta? ;-)

    Sollte das hier ein Politiker oder Aktivist lesen >>> TEMPO 40 passt perfekt!

    LG
    Lars

  2. 17.

    Schlimm genug, dass unsere Politiker das längst überfällige Dieselfahrverbot jahrelang verschleppt haben und erst geklagt werden musste und tausende Menschen gesundheitlich beeinträchtigt werden und es sogar Todesfälle durch die Mehrbelastung gab. Nein, selbst nach dem Urteil vom Verwaltungsgericht wird einfach weitergeschlafen! Nun werden aktuell Angebote für die Schilder eingeholt? Ein Jahr nach dem Urteil? Wer kann mir das bitte erklären? Anscheinend lachen sich die ganzen Autofanatiker ins Fäustchen, wie sie geschickt die eigentlich gerichtlich festgelegten Verbote weiterhin umgehen. Und alle anderen sind machtlos. Man stelle sich diesen Vorgang auf andere Bereiche übertragen vor. Da werden ganze Seen umzäunt und mit hunderten von Schildern versehen, damit da gar kein Hund langläuft! Dafür ist Geld und Zeit da! Zum Heulen. ist es nicht schrecklich, dass man nicht mal in einer Demokratie lebenswichtige Verbote durchsetzen kann! Werdet endlich wach!

  3. 16.

    "Für Anwohner, Liefer- sowie Pflegedienste und Handwerker sollen Ausnahmen gelten. "

    Warum Ausnahmen? Entweder alle oder niemand.
    Lieferdienste, die den ganzen Tag in der Stadt rumfahren und die Luft verpesten, dürfen fahren, der Bürger nicht. Das Individuum ist weniger wichtig als der Konzern.

  4. 15.

    Am Kotti gibt es ein Lager von Velogista (?) , wo LKWs entladen werden und von dort geht es dann mit Lastenrädern zu den Empfänger*innen in der Gegend, funktioniert super! Diese LKWs Kurven also nicht durch die Nebenstraßen.
    Teil von DHL Go Green und anderen Anbietern, die sich bemühen CO2 Neutral zuzustellen.
    Ähnlich liefern landwirtschaftliche Genossenschaften ihre Biokisten an zentrale Orte in der Nachbarschaft aus, von wo sie (vergleichbar zum Supermarkt) abgeholt werden. Die Supermärkte liegen in der Regel sowieso verkehrsgünstig für LKW in der Nähe von Hauptverkehrsstraßen mit entsprechenden Ladezonen, da Logistik ein wesentlicher Teil ihres Geschäfts ist.
    Die Staus etc PP entstehen vor allem durch individuelle Alleinfahrten mit dem Anlass "NUR" sich selbst (und eine Tonne Stahl) von A noch B zu bewegen.

  5. 13.

    all diese leute die so um dieselfahrverbote in der innenstadt schreien die sind die ersten, wenn die supermärkte leer sind ,ein aufstand machen weil man ja einige straßen weiter laufen muß wo lkw wieder fahren dürfen . welche firma kann sich umrüstung oder neue fahrzeuge leisten?

  6. 11.

    Wenn man das Geld was uns die schwachsinnigen Politiker der Grünen und Linken, bzw. deren schwachsinnigen Ideen und Umsetzung kosten lieber dafür investiert hätten das jeder Autofahrer in Deutschland ein Elektroauto umsonst bekommen hätte, würde kein Diesel und kein Benziner mehr fahren.
    Was Verbote, Schilder und Überwachung kosten, steht in keinem Verhältnis zu dem was es bringen soll.
    Ich bleibe zudem dabei Dieselfahrverbote für Fahrzeuge bringen nichts.

  7. 10.

    Was wird mit den Inhabern von Behindertenparkausweisen für schwerbehinderte Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung, beidseitiger Amelie oder Phokomelie oder mit vergleichbaren Funktionseinschränkungen sowie für blinde Menschen in Form des EU-Parkausweises („blauer Parkausweis“)?

  8. 9.

    Nur dass sie (die motorfreie Variante) nicht stinkt, keine Menschen verletzt und tötet, keinen nennenswerten Lärm macht und die Natur nicht schädigt. Zumal ja auch nicht so flexibel, datt Ding, wa? Aber ist ja fast dasselbe... Guter Vergleich. Top^^

  9. 8.

    Nimmt man die Draisine (1817) als erstes Fahrrad, so ist dieses deutlich älter als das erste Auto (1885), die Ewiggestrigen sind also eher die Fahrradfahrer.

  10. 6.

    Es geht hier vorrangig um sauberere Atemluft auch für die Menschen, die in der Innenstadt leben. Die Maßnahmen kommen schon reichlich spät, nachdem sie immer wieder verschleppt wurden (wir holen Angebote ein... etc pp). Leider werden sie vorraussichtlich auch nicht reichen, um die Grenzwerte der Luftreinhalte-Richtlinie einzuhalten.
    Ich hoffe die Umwelthilfe klagt weiter anders kommen wir offenbar nicht zu unserem Recht. Auch das Mobilitätsgesetz kommt in der Umsetzung so gut wie gar nicht voran. In meinem Kiez sehe ich keine einzige wirksame Verbesserung für den Umweltverbund. Zustimmung beim dringenden Bedarf, den ÖPNV bedarfsgerecht auszubauen. Auch die mindestens tägliche gründliche Reinigung aller Bahnhöfe und Fahrzeuge (von Innen) würde ich sehr begrüßen. Der Dreck im ÖPNV ist eine extreme Zumutung. Auf vielen Bahnhöfen brucht mensch Mantel und Hut oder einen Regenschirm, um nicht mit Taubenkot geschmückt bei Kunden aufzutauchen.

  11. 5.

    Wenn die RE6 endlich bis Gesundbrunnen durchfahren würde, würden hier viele sofort auf das Auto verzichten.

    Aber so geht es von Hennigsdorf mit der S25 nur im Schritttempo weiter.

    Leider keine Alternative zum Auto.

    Schließt endlich das Umland vernünftig an und die Stadt ist auf einen Schlag fast Autofrei!!

  12. 4.

    Ich bezweifle, dass das alles was bringt, zumal die Einhaltung der Fahrverbote wohl kaum kontrollierbar ist.

  13. 3.

    Wieder ein kleiner Schritt in Richtung autofreie Innenstadt, sehr gut, weiter so!
    Anderes als Schilder verstehen Ewiggestrige in ihren Blechkisten ja nicht.

  14. 2.

    Wenn dann U- und S-Bahn normal fahren würden, wäre es ja okay. Aber das ist leider nicht der Fall, denn die S-Bahn fährt auf einigen Abschnitten für drei Monate gar nicht mehr, Ihr planenden Stadtväter! Aber Euch ist ja das Chaos egal, wie der Bürger zu seinem Arbeitsplatz kommt! Aber die Quittung bekommt Ihr auch noch.

  15. 1.

    Hoffentlich gelten die neuen Tempo 30-Zonen schon eher und werden bald durch noch mehr ergänzt. Am besten überall innerhalb S-Bahnrings - dies spart Schilder, Abgase und schwere Verletzungen. Das Autofahren in der Stadt muss Stück für Stück unattraktiver werden.

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