Ein Tempo 30 Schild steht am 09.04.2018 in der Leipziger Straße in Berlin (Quelle: rbb/Keuter)
Video: Abendschau | 09.04.2018 | Christian Titze | Bild: rbb/Keuter

Kampf gegen zu hohe Stickoxid-Werte - Auf der Leipziger Straße gilt jetzt Tempo 30

Wegen dicker Luft in Berlin-Mitte dürfen Autofahrer auf einem Abschnitt der Leipziger Straße seit Montag nur Tempo 30 fahren. Vier weitere Hauptverkehrsadern der Hauptstadt sollen folgen. Umweltsenatorin Günther sieht nun die Bundesregierung am Zug.

Tempolimit für bessere Luft: Am Montag beginnt in Berlin ein Modellversuch mit Tempo 30 auf großen Straßen. Um die hohe Stickoxidbelastung zu reduzieren, gilt das Tempolimit zunächst auf einem knapp 1,2 Kilometer langen Abschnitt der Leipziger Straße zwischen Markgrafenstraße und Potsdamer Platz im Bezirk Mitte.

Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos) erklärte, es gehe jetzt darum, "die Gesundheit der Berlinerinnen und Berliner zu schützen und gleichzeitig Fahrverbote zu vermeiden". Sie forderte die Bundesregierung auf, die Autohersteller zu verpflichten, Hardware-Nachrüstungen vorzunehmen. "Fahrverbote kann wirklich effektiv nur die Bundesregierung verhindern."  

Vier weitere Straßen folgen bis Ende Juli

Der Berliner Modellversuch umfasst noch vier weitere Streckenabschnitte: auf der Potsdamer Straße (bis zum Kleistpark), der Hauptstraße (Kleistpark bis Innsbrucker Platz), auf dem Tempelhofer Damm (Ordensmeister Straße bis Alt Tempelhof) und auf der Kantstraße (Amtsgerichtsplatz bis Savignyplatz). Bis Ende Juli soll auch auf diesen Straßen auf einer Gesamtlänge von insgesamt sechs Kilometern Tempo 30 eingeführt werden.

Bei dem Versuch geht es auch um intelligente Ampelschaltungen, damit Autos nicht so oft anfahren und abbremsen müssen. Der Versuch läuft zunächst ein Jahr. Die Polizei will die Einhaltung des Tempolimits überwachen. Messgeräte sollen die Entwicklung der Stickoxid-Belastung kontinuierlich dokumentieren, Ende des Jahres soll es eine Zwischenauswertung geben.

Scharfe Kritik von der Opposition

Oliver Friederici, der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, warf dem Senat vor, "die Berliner zur Schnecke" zu machen. Günther trete "ideologisch auf die Bremse", ohne dass sich damit das Luftverschmutzungsproblem lösen lasse. Besser wären echte grüne Wellen auf allen Hauptverkehrsstraßen, intelligente Verkehrslenkungen, das Vermeiden von unnötigen Staus vor Baustellen und Zweitereiheparkern.

Für die AfD erklärte deren verkehrspolitische Sprecher Frank Scholtysek, es handele sich um puren Aktionismus ohne jede inhaltliche Substanz. "Dieses Tempo-30-Experiment ohne wissenschaftliche Grundlage und Rechtsgrundlage kann somit nur dazu dienen, ein Fahrverbot als 'unvermeidlich' vorzubereiten, wenn man nachgewiesen hat, dass es nichts bringt."

 

Kommentar

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103 Kommentare

  1. 103.

    P. Bert, 10.04.2018 17:32:
    "1. Da können Sie direkt beim Senat nachfragen, wo dieser Irrsinn beschlossen wurde.
    2. Weiß das jeder, der Auto fährt. Da Sie das offenbar nicht tun, können sie sich aber auch nach 18.00 Uhr an Ampeln u. a. auf der Danziger Straße, Skalitzer Straße oder woanders stellen und selbst beobachten, wie die Autos immer an einer Ampel an-fah-ren und an der nächsten, übernachten und überübernächsten sofort wieder an-hal-ten.
    So weit können Sie da genau schauen. ;)"

    zu 1.: Es fehlt immernoch die Quellenangabe für Ihre wirre Behauptung.
    zu 2.: Ich wohne im Prenzlauer Berg und Ihre Behauptung ist Unsinn! Wenn Sie mal mit einem Verkehrsplaner sprechen würden, dann könnten Sie etwas darüber erfahren, dass es unmöglich ist, auf Kreuzungen con vielbefahrenen Straßen allen Autos fließenden Verkehr zu ermöglichen. Und an der großen Kreuzung Danziger/Eberswalder kommt noch der Vorrang der Straßenbahn hinzu. Kein Verkehrsplaner kann die Ampeln optimal schalten!

  2. 102.

    Ohne die bis jetzt 100 (hundert) Kommentare gelesen zu haben - was sagen die "Dicke-Luft-Kritiker" eigentlich, wenn die Grillsaison so richtig auf Hochtouren läuft und die Parks (verbotenerweise) in blauen Rauchschwaden versinken?
    Bin gespannt, welche Interessengruppe sich dann wieder aufregt ...

  3. 101.

    Sie haben in gewisser Weise recht. Man müsste alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verbieten! Dann bräuchte es keine Tempo 30 Zonen. Denn der Dreck wird durch Diesel & Co verursacht. Wegen dieser dreckigen Technik haben wir den ganzen Ärger. Das ist die Wahrheit!

  4. 100.

    Ich bin sehr für Tempo 30 aber einen gut ausgebauten Öpnv haben wir leider nicht. Der Öpnv ist vielfach überlastet und eine ganzheitliche Ausbaustategie, mit der man die Verkehrsprobleme absehbar in den Griff bekommt, gibt es nicht.

    Drei kleine neuen Staßenbahnprojekte und drei Radschnellwege werden es allein nicht bringen.

  5. 98.


    Liebe User,

    bitte bleiben Sie bei Ihren Diskussionen sachlich und beziehen Sie sich auf das Thema. Beleidigungen helfen hier nicht weiter.

    Vielen Dank.
    Unsere Netiquette:
    https://www.rbb-online.de/hilfe/hilfe___kommentarfunktion.html

  6. 97.

    Und was soll uns dieser weitere sinnbefreite Beitrag sagen?

    Dass die Grundlage ihrer Beiträge ein wahnhafter Hass auf RRG ist statt Argumente, Quellen und Belege?

    Passt scho...

  7. 95.

    Jaaaa...... ;) Ich bin ja Radfahrer, Fahrgast und im Auto Mitfahrer, aber Irrsinn bleibt eben einfach Irrsinn.

  8. 94.

    1. Da können Sie direkt beim Senat nachfragen, wo dieser Irrsinn beschlossen wurde.
    2. Weiß das jeder, der Auto fährt. Da Sie das offenbar nicht tun, können sie sich aber auch nach 18.00 Uhr an Ampeln u. a. auf der Danziger Straße, Skalitzer Straße oder woanders stellen und selbst beobachten, wie die Autos immer an einer Ampel an-fah-ren und an der nächsten, übernachten und überübernächsten sofort wieder an-hal-ten.
    So weit können Sie da genau schauen. ;)

  9. 93.

    Für den unbeliebten Foristen mangelt es eindeutig einer korrekten Moderation wg. immer wieder
    nicht eingehaltener NETTIKETTE!!!!!!!!!!!! Das sagen hier täglich andere, ich muss das gar nicht betonen.

  10. 91.

    Und ihr Beitrag wie "ideologisch fehlgeleitet" ihre von wahnhaften Hass auf RRG motivierten Beiträge sind.

    Oder was soll uns ihr sinnbefreiter Beitrag sagen?

  11. 90.

    Haben sie auch Quellen, Belege für ihr wirres Gefasel? Das bleibt nämlich von ihrem Beitrag nach Abzug aller alternativen Fakten übrig. Wirres Gefasel.

  12. 89.

    In keiner deutschen Großstadt gibt es so wenige private PKW wie in Berlin, auch Dank eines sehr guten ÖPNV. In kaum einer anderen deutschen Großstadt gibt es aber auch so viele Menschen, die täglich Zehntausende von unnötigen Lieferfahrzeugfahrten auslösen, weil sie unsinnige Online-Bestellungen auslösen, die anschließend kostenfrei wieder zurückgegeben werden. Diese Lieferfahrzeuge stoßen nicht nur besonders viel Dreck aus, diese verstopfen auch die Straßen durch Zweite-Reihe-Parken und sorgen so für zusätzlichen Verbrauch bei allen anderen. In keiner anderen deutschen Großstadt kann ich so gut offline einkaufen. Hier könnte sich jeder mal an die eigene Nase fassen, ob er/sie nicht selbst was verändern kann.
    Warum geht niemand das Problem der Lieferfahrzeuge an? An den Jobs kanns wohl nicht liegen. Diese sind bei fast allen Lieferfirmen prekär, oft unter Mindestlohn. Braucht es wirklich Dutzende Lieferfirmen in einer Stadt?
    Tempo 30 wird daran nichts ändern.

  13. 88.

    Alles so schön berechnet - ich möchte nicht von Gehwegnutzern in Form von Radlern oder Skatern umgefahren werden. Aber was Sie so schön berechnet haben bringt wieder mehr Versiegelung. Anstatt die sogenannte Umweltzone immer weiter zuzupflastern und immer mehr Neubauprojekte zu genehmigen, damit der Betonierung einen Siegel draufzusetzen, wäre Aufforstung von Bäumen und Strauchwerk wichtiger. In der Rückschau sei zu bedenken, wie die Flächensituation vor ein paar Jahren war, dazu kamen immer weniger Arbeitslose, die mehr Verkehr in die Stadt reinpendeln lassen, ständige weitere Bebauung und zunehmender Verkehr in der Folge - und der Autonutzer ist jetzt also der alleinig Schuldige?

  14. 87.

    Wieviele Autos passieren bei Tempo 30 und einer Fahrspur einen Meßpunkt? Im Vergleich wieviele bei Tempo 50 und zwei Fahrspuren? Potsdamer Planer haben die Lösung ;) Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs bringt bessere Luftqualität und sauberere Luft zum Atmen für uns alle. Wieviele Menschen können sich maximal auf einem Kilometer in der Stadt fortbewegen? Bitte bei einer Straßenbreite von 30 Metern für folgende Verkehrsteilnehmer/Vrkehrsmittel vergleichen: in der Bahn, im Bus, zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto? Für alle, die rechnen können sind die Lösungen: mehr Trams, mehr Busspuren, breitere begehbare (!!), barrierefreie Gehwege (FUSS e.V. mind. 2,5 m) breitere Radwege (ADFC e.V. mind. 2 m), weniger PKW-Parkplätze im Verkehrsraum, ... Zusatzpunkte gibt es für folgende Berechnungen: Skateboard, Rollstuhl, Läufer (10-20 kmh) und eigene Ideen !

  15. 86.

    Es ist schon erstaunlich, dass es bei solch einem eher lebensunwichtigen Thema, soviele Kommentare gibt. Viele wären froh, wenn sie in der Leipziger sogar 30 km/h fahren könnten. Dies ist doch tagsüber meist gar nicht möglich.

    Naja, es gibt viel zu viele egozentrische Autofahrer in Deutschland, den offenbar alle Anderen egal sind!

  16. 85.

    P. Bert, B, Montag, 09.04.2018 | 20:30 Uhr:
    "Die Ampelschaltungen sind außerdem extra noch auf viele Autostopps getrimmt, und zwar direkt außerhalb der für die Steuerbeschaffung wichtigen Stoßzeiten."

    Belegen Sie bitte Ihre verschwörungswahnhafte Behauptung!

  17. 84.

    Das geht sowas von" in die Hose"
    Die Werte werden je nach Verkerhsaufkommen drastisch ansteigen!
    Anstatt zügigen Verkehr zu ermöglichen, wird Stau provoziert.

    Kopfschüttel

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