Eine Erzieherin geht in Berlin in Kreuzberg mit Kindern aus einer Kita auf einem Bürgersteig. (Quelle: dpa/Steinberg)
Bild: dpa/Steinberg

Stickstoffdioxidmessung im Oktober - Giftige Luft an Berliner Kitas und Schulen

An vielen Berliner Schulen, Kitas und weiteren sensiblen Orten sind bedenkliche Stickoxid-Werte gemessen worden. Gleich an einer Reihe von Straßen wurde im Oktober der Grenzwert für das Abgasgift überschritten - dabei waren zum Messzeitpunkt Ferien.

An vielen Berliner Schulen, Kitas, Arztpraxen und Heimen wird der Stickstoffdioxid-Grenzwert überschritten. An 26 ausgewählten Straßen übersteigt die Menge den vorgegebenen Wert von 40 Mikrogramm. Das zeigen die Messergebnisse der Deutschen Umwelthilfe für Oktober.

Die Straßen, an denen gemessen wurde, liegen in sieben Berliner Bezirken: Steglitz-Zehlendorf, Marzahn-Hellersdorf, Neukölln, Spandau und Treptow-Köpenick wurden bei der Messung nicht untersucht.

Für die Umwelthilfe ist das alarmierend. Denn besonders Kinder, ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen reagierten sensibel auf das Dieselabgasgift. "Das Risiko für Atemnot ist bei kleineren Atemwegen deutlich erhöht. Sind Kinder der Belastung dauerhaft ausgesetzt, können sie bleibende Schäden davontragen", erklärt der Kinderarzt Christian Döring in einer Pressemitteilung der Umwelthilfe.

Schlechte Werte trotz Ferienzeit

Die Messungen zeigten bei einem Kinderarzt am Kaiser-Wilhelmplatz in Tempelhof-Schöneberg mit 57 Mikrogramm besonders hohe Werte. Auch an der Oranienstraße, wo sich eine Kita und viele Einkaufsmöglichkeiten befinden, wurde der Grenzwert mit 55 Mikrogramm deutlich überschritten.

Von den insgesamt sieben Bezirken blieb nur Lichtenberg unter dem Grenzwert. Aber auch hier lagen die durchschnittlichen Messwerte über 30 Mikrogramm - also nur knapp unter dem Grenzwert. An einer Pflegestation für ältere Menschen in Weißensee wurden 47,7 Mikrogramm gemessen.

Ziel der Messung war es, die Belastung durch das Dieselabgasgift an besonders sensiblen Orten zu messen. Dazu zählen Orte, die häufig von älteren, gesundheitsvorbelasteten Menschen und Kindern aufgesucht werden. Die Umwelthilfe geht davon aus, dass die Werte zu "normalen" Zeiten höher sind - denn im angegebenen Messungszeitraum von Anfang Oktober bis Mitte November lagen die Berliner Herbstschulferien.

Eine Karte Berlins mit einer Messung der Stickoxid-Belastung in ausgewählten Punkten Berlins (Bild: rbb24/Dave Rossel)

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46 Kommentare

  1. 46.

    Hier etwas zu Ihrem Drucker"problem"

    https://www.hfwu.de/fileadmin/user_upload/Arbeitssicherheit/Wissenswertes/Tonerstaub/Kopiergeraete_und_Drucker_im_Buero.pdf

    Vielleicht können Sie am Arbeitsplatz ja etwas verändern.

  2. 45.

    Drucker gehören auch nicht in Büros. Die stehen besser zentral in anderen Räumen, die dann auch belüftet werden. Bei uns der Fall. Niemand möchte sich das Büro mit einem Drucker teilen. Ob Tinte oder Laser ist egal.

  3. 44.

    Er sagte: Die Luft ist nie gut genug aber die Meßwerte sind selbst für einen Asthmatiker wie mich nicht gefährlich. Meine Arbeit im Büro mit vier Druckern (Tonerpatronen) schon eher.

  4. 42.

    Ich will mich nicht einmischen in eure Diskussion. Habe mir aber gerade Ihre Verlinkung zum Umweltbundesamt angesehen. Nicht böse sein, aber ich habe vor Lachen mein ganzes Getränk verschüttet. Und nein, ich werde und will mein Volksvertreter nicht fragen! Ich habe meinen Lungenfacharzt dazu befragt, dass reicht mir. Danke!

  5. 41.

    Dürfen Sie posten. Hier was zum Nachlesen dazu

    https://www.umweltbundesamt.de/themen/unterschied-zwischen-aussenluft

  6. 40.

    Aha... und nun? Diese Vergleiche sind so sinnlos. Reden Sie mit Ihrem Abgeordneten und fragen Sie den. Wir können ewig über Grenzwerte diskutieren. Fakt ist, Sie sind so beschlossen und nun gelten sie auch. Wollen Sie in Selbstjustiz dagegen verstoßen? Anarchie? Beanspruchen Sie die Deutungshoheit? Oder arbeiten Sie einfach nur in der Autoindustrie? In China gibt es noch mal andere Werte... welche Werte sollen es denn sein? Einer hier verwies auf die USA... Bringt auch nichts. Solange wir diese Werte haben, gelten sie. Fragen Sie Ihren Volksvertreter warum diese Werte so sind.

  7. 39.

    Darf ich hier mal ein Link zum Ärzteblatt posten?

    https://www.aerzteblatt.de/forum/120300/Am-Arbeitsplatz-sind-950-Mikrogramm-NOx-8-h-am-Tag-40-h-die-Woche-zugelassen

  8. 38.

    Am Arbeitsplatz wo ich mich täglich acht Stunden aufhalte sind nach dem Gesetz 950 Mikrogramm Stickoxid erlaubt. Im Strasenverkehr sind es nur 40 Mikrogramm. Tut mir leid, ist aber schon irgendwie seltsam das Ganze.

  9. 37.

    Als Kinder sind wir früher auch nicht krank geworden, alles nur Aktionismus von r2g.

  10. 36.

    Der Fehler liegt bei Ihnen. Wenn Sie meinen, die gesetzlichen Regelungen seien falsch, dann ist das Ihre Meinung, Die Auslegung der Gesetze oblieg aber nicht Ihnen. Insofern is5 Ihre ganze Argumentation allenfalls für ein Gericht interessant. Beschreiten Sie doch den Rechtsweg.

  11. 35.

    Warum gilt für Innenräume, auch in Schulen und Kitas, ein Stickoxidgrenzwert von 60 Mikrogramm pro Kubikmeter? Werden im also Innenraum Werte von 41 bis 59 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen, dann ist für die Kinder offensichtlich alles in Ordnung. Wird außen ein Wert von über 40 gemessen, ist er zu hoch!?

  12. 34.

    Er macht gar keinen Fehler. Und er sucht auch keinen Schuldigen. Natürlich ist der private Autoverkehr nur ein Teil des Problems. Aber auch dieser muss angegangen werden. Es gibt in unserer Stadt zuhauf Alternativen zum Auto fahren. Wurden oft genug immer wieder aufgezählt. Und nicht ein kritischer Kommentator hat bisher geäußert, dass die Berliner Luft wie auf dem Land werden soll. Es geht darum, die Luft so gut als möglich zu bekommen, zumal ja die Luftwerte wiederum auch nur ein krankmachender Faktor sind. Anderen wird zum wiederholten Male angeraten aufs Land zu ziehen. Wie zynisch. Damit hier alles so weitergehen kann wie bisher sollen die Kritiker wegziehen. Nein Danke. Es gibt schöne Beispiele in anderen Städten, wer in Kopenhagen oder Paris war weiß, wie schön es sein kann in der Innenstadt zu bummeln, ohne auf Autos achten zu müssen, wo es viel leiser ist und-man mag es kaum glauben-die Luft eine bessere ist. Das geht alles. Auch in Berlin. Ganz gewiss. Und da Berlin immer größer wird, ist es mehr als dringlich Präventivmaßnahmen zu ergreifen. Autofahren muss auch ein wenig unattraktiv werden. Anders wird’s nicht gehen.

  13. 33.

    Sie machen den gleichen Fehler, wie viele andere auch: Es wird ein schuldiger herausgesucht - hier der Verkehr und speziell der Diesel - und für die gesamte Misere verantwortlich gemacht. Aber selbst nach Abschaffung aller Verbrennungsmotoren wird die Luftqualität in einer Metropole schlechter bleiben als auf dem Land. Es muss schließlich auch geheizt werden, Strom muss erzeugt werden, es braucht Lieferverkehr und Personentransport im großen Stil. Das alles verursacht Luftschadstoffe, bei gleichzeitig schlechtem Luftaustausch, bedingt durch die komprimierte Bebauung. Es gibt kein stetiges Lüftchen, das die Luft beständig austauscht.

  14. 32.

    Und was ist mit den Geschäften und Ämtern in der betonierten und abgeholzten "Umweltzone"? Ist die Luft da besser? Ich fuhr gerne die 8 km nach Mitte mit dem Rad, aber seit ich ständig nur noch Hustenanfälle bekam, nur noch Öffi oder Motorrad. Meine Körperlichen Anstrengungen habe ich an den Stadtrand und Wald verlegt - da kann man noch reizfrei Luft holen, anstatt den Feinstaub nur noch tiefer zu inhalieren.
    Mehr Menschen, mehr Beschäftigung - mehr dicke Luft - simple Rechnung. Und wer dann seine Kinder in der urbanen Umgebung mit immer zunehmenderem Verkehr dank zunehmender Bequemlichkeit (Lieferdienste / Sch... Amazon und Konsorten) unterbringt, sollte sich nicht wundern. Möchte gerne wissen, wieviele von den Leuten sich alles liefern lassen und mit dazu beitragen. In unserer Nachbarschaft das gleiche: teure ETW, einen auf Öko machen und alles wird geliefert, vom Ökohof natürlich und der Motor läuft.... noch Fragen?

  15. 31.

    und, wen wundert es? Und manche interessiert es nicht, machen leugnen es, manche sagen, die Grenzwerte sind willkürlich, manche sagen, es sei Panikmache, manche ... usw.... Die Luft in einer Stadt ist leider schlecht im Vergleich zum Land. Das ist so, muss aber nicht sein. Aber da niemand sich einschränken möchte, wird solange diskutiert, bis entweder die Grenzwerte passend gemacht werden, jemand klagt und Verbote kommen (DUH, Diesel) oder oder oder... Wir drehen uns einfach nur im Kreis.

  16. 30.

    Die Umweltzone müsste eigentlich sofort aus das ganze Stadtgebiet ausgedehnt werden.

  17. 29.

    @Tabea L., in einer großen Stadt wird die Luft nie richtig gut sein, obwohl sich schon wirklich viel verbessert hat. Diese Stadt wird weiter wachsen, da muß man kein Prophet sein. Die Menschen werden heizen, Ausflugsfahrten mit dem Schiff sowie Flugreisen machen und natürlich auch Autofahren ( hier ist das grösste Problem das Bremsen und der Abrieb der Reifen, was auch bei Elektroautos auftreten wird. ). Die Märkte müssen beliefert werden, Industrie wird es auch in einer Form immer geben usw.. Ich verstehe ja Ihre Ansichten, wäre es aber auf Dauer nicht besser aufs Land zu ziehen? Wenn das nicht geht durch Beruf oder ähnliches wird es wohl nicht leichter werden für Sie in der Zukunft. Tut mir leid, wird aber wohl so sein.

  18. 28.

    "Saubere Luft führt nicht automatisch zu Beschwerdefreiheit..." Bei allem Respekt, der Satz ist wirklich absurd. Saubere Luft und weniger Lärm würden aber automatisch zu größerer Lebensqualität und psychischem Wohlbefinden führen. Die bessere Luft ist dann das Sahnehäubchen obendrauf. Das ist auch ein wichtiger Faktor bei dieser Krankheit, das wissen Sie als Asthmatiker ja sicherlich auch ;-) Meine Krankheit war übrigens nur ein Beispiel. Das muss jetzt nicht zur Dauerdiskussion führen. Es wird Ihnen nicht gelingen, mir weis zu machen, dass etwas dagegen spricht, diesen mörder Verkehr wieder in erträgliche Maße zu bringen, damit es uns Menschen wieder besser geht. Sie sollten mal in eine Berliner Grundschule gehen und Kinder zu dem Thema befragen. Sie würden sich wundern, wie knallhart die sich dazu äußern. Die leiden nämlich extrem.

  19. 27.

    Da Sie das Maß aller Dinge sind (oder sein wollen), werde ich mich dann wohl getäuscht haben. Die Luft ist prima und die Verkehrssituation in Berlin auch ;-) Was für eine alberne und respektlose Reaktion auf meinen Kommentar. Ich wiederhole mich gerne: es ist laut, unheimlich stressig und stinkt auf Berlins Strassen. Ganz offensichtlich fühlen sich viele damit wohl. Ich nicht und ich kenne auch kein Kind, dass es nicht lieber leiser und sauerstoffhaltiger hätte. Aber fahrt mal schön alle weiter, in ein paar Jahren sinds nicht mehr Berlins Baustellen, die den Verkehr lahm legen, sondern der Egoismus von Automaniacs.

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