Die Synagoge in der Fasanenstraße nach der Kristallnacht am 9. November 1938. (Quelle: dpa/CPA Media/Pictures From History)
Bild: dpa/CPA Media/Pictures From History

Interaktive Karte zu Novemberpogromen - Was aus den Synagogen in Berlin und Brandenburg wurde

In der Pogromnacht am 9. November 1938 brannten die Nazis viele Synagogen und Gemeindehäuser in Berlin und Brandenburg nieder. rbb|24 zeigt auf einer interaktiven Karte eine Auswahl der Gotteshäuser - und was in der Nacht mit ihnen geschah.

Vor der Pogromnacht prägten mehr als 150 Synagogen und Gemeindehäuser in Berlin und Brandenburg das Stadtbild. Einige waren prachtvolle Bauten wie die Synagoge in der Fasanenstraße in Berlin-Charlottenburg oder die Alte Synagoge in Potsdam. Andere wiederum befanden sich unscheinbar versteckt in Hinterhöfen wie die Synagoge Brunnenstraße in Berlin-Mitte.

Feuer oder Verwüstung

Die großen und meist eindrucksvollen Synagogen, die direkt an der Straße gelegen waren, wurden oftmals von den Nazis angezündet. Die Synagoge in der Fasanenstraße in Berlin-Charlottenburg etwa brannte komplett aus.

Die eher unscheinbaren Synagogen in Hinterhöfen blieben während der Pogrome meist von den Brandstiftungen der Nazis verschont. Die Angst war einfach zu groß, dass ein Feuer im Gotteshaus auf die benachbarten, nicht-jüdischen, Wohnhäuser übergreifen könnte. In solchen Fällen zerstörten die Schlägertrupps das heilige Inventar.

In unseren interaktiven Karten können Sie sehen, was mit den Gotteshäusern in Berlin und Brandenburg in der Nacht geschah.

Hinweis in eigener Sache: Die erste Version unserer Karte war fehlerhaft. Einige Fehler hatten sich ergeben, weil sich Straßennamen und auch Straßenverläufe im Laufe der Geschichte verändert haben, andere, weil Postleitzahlen falsch zugeordnet waren. Wir entschuldigen uns dafür und danken unseren Nutzern für die hilfreichen Hinweise. Die Fehler haben wir mittlerweile korrigiert. Von Synagogen, deren Zustand wir als "unbekannt" markiert haben, ist lediglich bekannt, dass sie vor 1938 existiert haben. Auch die Namen der Gemeinden variieren teilweise in den Quellen und entsprechen nicht immer den heutigen Bezirksbezeichnungen. Gemeinden, die sich vor 1938 bereits aufgelöst hatten, erwähnen wir nicht. Wir freuen uns über ergänzende Kommentare.

Die Nacht, als die Gewalt eskalierte

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

17 Kommentare

  1. 17.

    Zur weiteren Recherche möchte ich das Buch "Synagogen in Brandenburg - Spurensuche" (ISBN 978-3-95565-014-8) wärmstens empfehlen. Es ist das Ergebnis eines studentischen Projekts zur gleichnamigen Ausstellung im HBPG, an dem ich selbst teilgenommen habe. Beste Grüße!

  2. 16.

    Friedland ist eine der vor 1938 aufgelöste Synagogen in Brandenburg. Es waren zehn in Brandenburg, darunter auch Friedland. Nachdem der Gottesdienst lange Zeit in einer Schule und später in einer angemieteten Kammer abgehalten worden war, folgte um 1800 ein Synagogenbau in der heutigen Mittelstraße. Der letzte Gottesdienst fand 1875 statt. 1912 wurde die Synagoge abgerissen. https://www.uni-potsdam.de/synagogen-in-brandenburg/orte/friedland.php

  3. 15.

    Synagoge Lewetzowstraße 7/8 am 9.11.38 beschädigt, später 1941/42 Sammelstelle für die Deportation.

  4. 14.

    Wenn ich das richtig in Erinnerung habe :

    In der Nähe vom Rathaus Neukölln ist in einer Seitenstraße

  5. 13.

    Ich dachte immer, in Friedland (Niederlausitz) wäre auch eine Synagoge gewesen? Eine starke jüdische Gemeinde hat es jedenfalls gegeben.

  6. 12.

    Vielen Dank für die Korrekturen, liebe Mitleser! Ohne Euer Wissen würde somanches geschichtliches bis in alle Ewigkeit falsch dargestellt werden.
    Mein vollster Respekt gilt denen, die unsere Geschichte erlebt haben.

  7. 11.

    Vielen Dank für die Hinweise der Leser.

  8. 10.

    Na dann. Bis der Fehler behoben ist selbst recherchieren. Man lernt eine Menge Neues kennen oder wußten Sie dass die Löcknitz-Grundschule und ihre Schüler eine hervorragende Arbeit leisten?

    http://www.berlinerratschlagfuerdemokratie.de/2011/06/menschen-die-man-vergisst-sterben-ein-zweites-mal/

  9. 8.

    Ich schlage DRINGEND eine eingehende Prüfung dieser interaktiven Karte vor, BEVOR man sie wieder ins WWW stellt.
    Bitte prüfen Sie den Eintrag zu "Synagoge Schmargendorf":
    In der Berkaer Straße gibt und gab es keine Haus-Nr. 82. Ich bezweifele momentan, dass es in der Berkaer Straße überhaupt ein eigenes Synagogengebäude gegeben hat.
    Richtig hingegen ist, dass es in der Berkaer Straße 32-35 das Altersheim der Jüdischen Gemeinde zu Berlin (heute: Vivantes Haupstadtpflege Haus Wilmersdorf)gab.
    Nähere Infos unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Altersheim_der_J%C3%BCdischen_Gemeinde_zu_Berlin

  10. 7.

    Lieber Nutzer,

    es liegt an technischen Problemen eines Elements in unserem Kartentool. Wir arbeiten daran, die Datensätze mit den korrekten Geocodes auf die Seite zu bringen.

    Ihre rbb|24-Redaktion

  11. 6.

    Danke für die richtigen Hinweise. Wir sind dran, die Karte zu reparieren.

  12. 5.

    Die Synagoge Köpenick befand sich in der Straße Freiheit 8 in 12555 Köpenick, nicht 13597 Spandau.

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/koepenicker-synagoge-von-dem-juedischen-gotteshaus-blieb-nur-der-umriss-an-der-brandmauer/159344.html

    https://www.spd-treptow-koepenick.de/dl/Spuren_der_Geschichte_in_Treptow-Koepenick.pdf

    Ich befürchte der rbb ist auf eine sehr schludrige Doku hereingefallen und hat selbst nicht recherchiert, evt. holt man das nach. Zu wünschen wäre es, besonders bei diesem Thema.

  13. 4.

    Die Synagoge in der Passauer Straße 2 befand sich ungefähr dort wo sich heute das KaDeWe befindet.

    "In ihrer gesamten Geschichte ist die Passauer Straße stets ein Ort jüdischen Lebens in Berlin gewesen. ..."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Passauer_Stra%C3%9Fe_(Berlin)#J%C3%BCdische_Religion_und_Kultur_in_dieser_Stra%C3%9Fe

  14. 3.

    Die Orthodoxe Synagoge war in der Kaiserstraße 29*. Die befand sich aber weder in Zehlendorf, noch in 13589 Spandau, sondern befand sich ungefähr dort wo sich heute der Wohnblock Alexanderstr. 19-23 in Berlin Mitte befindet.

    Das Gotteeshaus bot Platz für ca. 1800 Gläubige. Die Gedenkanlage geht auf Recherchen und die Inititative eines Mieters zurück. Der heutige Straßenverlauf ist nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg stark verändert worden und hat von der Kaiserstraße und der Synagoge keine Spur hinterlassen.
    Die Enthüllung fand am 26.3.2014 durch den Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Mitte Lars Ernst, den Chef der Senatskanzlei Björn Böhning und Rabbiner Daniel Alter statt.

    https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/nc/gedenktafeln/gedenktafel-anzeige/tid/synagoge-kaiserstra/

    * Es gibt eine Kaiserstr. in 13589, von daher wohl der Fehler.

  15. 2.

    @RBB Irgendwas ist schiefgelaufen, die "Synagoge Köpenick" wird auf der Karte in Spandau angezeigt.

  16. 1.

    @rbb-24 Die interaktive Karte enthält Fehler über Fehler!

    Die Synagoge des Synagogenvereins Schöneberg wird in Frohnau verortet, richtig wäre Schöneberg, Münchener Str. 37, heute 34-38, gegenüber der Einmündung der Westarpstraße. Der Abriß des nach Entwürfen von Max Fraenkel für den "Synagogenverein Schöneberg" erbauten Gotteshauses begann am 4.9.1956. Der ursprüngliche Standort war auf dem hinter dem Gedenkstein gelegenen Bereich des Schulhofes der Löcknitz-Grundschule. Dort befindet sich eine jedes Jahr von den Schüler(inne)n erweiterte sehr bemerkenswerte Gedenkmauer an als Juden unter dem Nationalsozialismus verfolgte und ermordete Bewohner des Viertels.

    http://www.berlinerratschlagfuerdemokratie.de/2011/06/menschen-die-man-vergisst-sterben-ein-zweites-mal/

    Es sind noch etliche weitere Fehler, 13589 ist Spandau, nicht Zehlendorf, die Passauer Straße befindet sich nicht im Süden von T.-dorf - Schöneberg usw.

Das könnte Sie auch interessieren