Ortseingangsschilder kleben an der Straße des 17. Juni auf den Gehweg (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 01.10.2018 | Sabrina Wendling | Bild: dpa/Paul Zinken

Wichtige Infos zum Einheitsfest - 11.040 Ortsschilder ziehen ein Band durch Berlin

Unter dem Motto "Nur mit euch" ist am Montag in Berlin das dreitägige Fest zum Tag der Deutschen Einheit gestartet. Mehr als eine Million Besucher werden erwartet. Für die Berliner heißt das erneut: Straßensperrungen.

In Berlin wird seit Montagmittag der 28. Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Unter dem Motto "Nur mit euch" wird bis Mittwoch gefeiert. Denn die Wiedervereinigung sei ein "großes Gemeinschaftswerk" gewesen, sagte Moritz von Dülmen, Geschäftsführer Kulturprojekte Berlin, am Montag im rbb.

Weil Berlin in diesem Jahr die Bundesratspräsidentschaft innehat, finden die Feiern zum Tag der Deutschen Einheit in der Hauptstadt statt.

Band von 11.400 Ortsschildern

Highlights des Bürgerfestes sind die Inszenierung des Brandenburger Tors als Freiheits- und Einheitsdenkmal, das "Band der Einheit" mit 11.040 Ortsschilder entlang einer 2,5 Kilometer langen Strecke vom Hauptbahnhof über die Straße des 17.Juni bis zum Potsdamer Platz und das große Abschlusskonzert am 3. Oktober mit Nena, Samy Deluxe, Philipp Poisel, Patrice, Namika und Meute am Brandenburger Tor mit freiem Eintritt.

Ein weiteres Highlight ist nach Angaben von Moritz von Dülmen auch die Inszenierung des Street-Art-Künstlers JR. Der Franzose hat am Brandenburger Tor eine riesige Fotocollage vom 10. November 1989 installiert, so von Dülmen. Mit dieser Installation wolle man diesen Tag auch mit der Geschichte verbinden. Denn das Einheitsfest sei nicht nur ein normales Volksfest.

Wer nochmal in die Geschichte eintauchen will, kann sich auf der Straße des 17. Juni eine große Ausstellung anschauen, die den Weg vom Mauerfall bis zur Wiedervereinigung aufzeigt, sagte von Dülmen weiter.

Am Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober finden außerdem ein ökumenischer Gottesdienst im Berliner Dom und ein einstündiger Festakt in der Staatsoper Unter den Linden statt. Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier: www.tag-der-deutschen-einheit.berlin.de

Sperrungen und Einschränkungen

Wegen des Festes müssen sich die Berliner auf hohe Sicherheitsvorkehrungen einstellen: Es ist zeitweise verboten, im Regierungsviertel und rund um die Museumsinsel Autos, Fahrräder oder andere Gegenstände abzustellen.

Die Straße des 17. Juni ist vom Großen Stern bis zum Brandenburger Tor komplett gesperrt. Für Autofahrer beginnen die Umleitungen schon an der Siegessäule. Fußgänger können weder durch das Brandenburger Tor noch auf der Wiese vor dem Reichstag flanieren.

Wegen der Aufbauarbeiten zum Bürgerfest rund um den Platz der Republik zwischen Bundeskanzleramt und Reichstag, am Brandenburger Tor, auf der Straße des 17. Juni sowie im Tiergarten sind bereits im Vorfeld viele Straßen nicht mehr passierbar.

Karte: Hier finden die Feiern zum Tag der Deutschen Einheit 2018 in Berlin statt (Quelle: rbb/Lucas Baade)Das Bürgerfest findet rund um die Straße des 17. Juni in Berlin statt.

Alles rund ums Einheitsfest

  • Wo gibt es Sperrungen?

  • Wie reise ich am besten an?

  • Welche Sicherheitshinweise sind zu beachten?

  • Was ist das "Band der Einheit?"

  • Was erwartet mich beim Bürgerfest?

rbb mit umfangreichen Programm

Der rbb ist Medienpartner des Bürgerfestes. Er wird mit eigenem Programm auf der großen Bühne am Brandenburger Tor und einer eigenen Bühne an der Straße des 17. Juni vor Ort sein. Am 2. Oktober um 18.30 Uhr präsentieren radioBerlin 88,8 und Antenne Brandenburg das rbb-Konzert mit Philipp Volksmund, LEO, George Ezra und The BossHoss.

Auf der rbb-Bühne wird es ab dem 1. Oktober um 14.00 Uhr Programm geben. Dabei können Besucherinnen und Besucher Talks mit Prominenten, Interviews mit Programm-Machern von Radio und Fernsehen sowie spannende Einblicke ins Programm live erleben. Unter anderem werden am 1.Oktober exklusiv erste Ausschnitte aus der TV-Chronik "Berlin-Schicksalsjahre einer Stadt" gezeigt. Am 3. Oktober steht Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller im Inforadio-Talk auf der rbb-Bühne Rede und Antwort (gegen 18.15 Uhr). Die Abendschau sendet am Tag der Deutschen Einheit live von der Straße des 17. Juni.  

Sendung: Abendschau, 01.10.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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34 Kommentare

  1. 34.

    Stimmt genau. Das wird oft vergessen und meist gar nicht erwähnt. Solange es aber immer wieder diese einseitigen Aufrufe und Ermahnungen gibt, wird's nie was mit dem Einheitsgefühl. Mir persönlich ist und war es immer völlig egal woher jemand kam. Ob von einem anderen Kontinent, einem Nachbarland oder, nach dem Mauerfall, aus dem "Osten". Die Mauern in vielen Köpfen sind aber häufig noch da. Zumindest bei den Generationen, die noch die Mauer bewusst erlebt haben. So empfinden wir das. Man kann halt nichts erzwingen. Es muss doch aber kein Problem darstellen, wenn man sich fair und höflich verhält.

  2. 33.

    War heute mal am Band der Einheit spazieren. Was mich wirklich nervt, dass es nicht einmal eschafft wird. ein paar 1.000 Ortsschilder alphabetisch geordnet aufzukleben. Knapp über Berlin wurde es geschafft, ab Bremervörde sind gleich mehrere Fehler auf einmal drin. Ich finde, dass wir am Tag der Einheit auch mal an alte deutsche Tugenden wie Qualitätsbewusstsein und Ordnung denken sollten, aber wenn nicht einmal mehr das Alphabet bei einem Nationalfeierttag-Akt hinbekommen, dann regt mich das wirklich auf.

  3. 32.

    Warum wird immer nur mehr Anerkennung für die Ostdeutschen gefordert? Was ist mit den Westdeutschen, die ihren Brüdern und Schwestern damals halfen? Haben sie nicht auch Anerkennung verdient? Ohne deren Hilfe wäre speziell die Stadt Potsdam nie da angekommen, wo sie heute ist.

  4. 31.

    Da sind Sie wieder, die typischen Standardaussage eines Politikers! Diese Aussage kommt doch immer vor den 03. 10!
    Also nichts Neues! Nehme ich schon lange nicht mehr ernst!

  5. 30.

    Das was Sie schreiben ist mir klar, faktisch haben Sie natürlich Recht, keine Frage.
    Bei Mitte denkt der Leser 40+ als letztes an das Zu-ge-mittete (Tiergarten u. Wedding). Und Jugendliche die nach der Bezirksreform denken konnten, konsumieren wohl kaum diese RBB-Artikel.
    Geht es um Themen über den Prenzlauer Berg, gibt man sich komischerweise Mühe, dann wird ja auch nicht Pankow erwähnt, obwohl der Prenzlauer Berg bezirkstechnisch obsolet ist.
    Also Nuancen per Ortsteil sind schon machbar. Komischerweise wird in anderen Artikeln regelmäßig von Hohenschönhausen gesprochen (heißt aber nur noch rein Lichtenberg), von Weißensee (heißt nur noch Pankow).
    Und hier will man pauschal sagen MITTE? Ich denke wohl eher eines, hier wird verschleiert: MTTE - cool haben alles was davon, Ost wie West in der Mitte, aber es ist eine reine Westveranstaltung, mit Westsender, Westbürgermeister und Westkommerz, Ost-Merkel mit Westvitamin-B (Kohl).

  6. 29.

    Die Menschen '89 wollten in erster Linie gar keine Angliederung der DDR an die BR, sie wollten lediglich Reisefreiheit, deswegen gingen sie auf die Straße, die Mauer hat uns bei heutiger Schläue vor dem geschützt, was jetzt im Bundestag sitzt. Es hat sich nicht gelohnt. Der Westen gibt genauso den Ton an wie das DDR-Regime.

  7. 28.

    Das der regierenden Bürgermeister von Berlin dazu aufrufen muss, die Ostdeutschen mehr, oder überhaubt, zu respektieren und deren Lebensleistung anzuerkennen, ist schon peinlich, zeigt aber, dass wir noch nicht angekommen sind, in der BRD. Für mich bedeutet der 3.Oktober nichts. Ein freier Tag, mehr nicht. Nur mit Sonntagsreden und den zu diesem Anlass nehmenden Beschwörungen.

  8. 27.

    Das der regierenden Bürgermeister von Berlin dazu aufrufen muss, die Ostdeutschen mehr, oder überhaubt, zu respektieren und deren Lebensleistung anzuerkennen, ist schon peinlich, zeigt aber, dass wir noch nicht angekommen sind, in der BRD. Für mich bedeutet der 3.Oktober nichts. Ein freier Tag, mehr nicht. Nur mit Sonntagsreden und den zu diesem Anlass nehmenden Beschwörungen.

  9. 26.

    Ich war an jenem Tag, Sonntag 13.08.1961 noch nicht so richtig bewußt welche Folgen die Mauer haben wird. Konnte aber, als Ehemaliger Berliner 1990 den Fall der Mauer persöhnlich in Berlin mit samt meiner Familie feiern und nun Dank dem Internet die Feierlichkeiten am Brandenburger Tor beiwohnen.

  10. 25.

    Es sollte natürlich "symptomatisch" heißen. Aber das ist ggf. auch so aus dem Kontext klargeworden.

    Bei dieser Gelegenheit: Nico, Danke für die Rückmeldung, hab´ mich darüber gefreut.

  11. 24.

    Ich war an jenem Tag, Sonntag 13.08.1961 noch nicht so richtig bewußt welche Folgen die Mauer haben wird. Konnte aber, als Ehemaliger Berliner 1990 den Fall der Mauer persöhnlich in Berlin mit samt meiner Familie feiern und nun Dank dem Internet 28 Jahre Berlin ohne Mauer am Brandenburger Tor beiwohnen.

  12. 23.

    Ich denke schon, dass es "sympotamisch" ist, dass die Bezeichnung "Mitte" zwar formal richtig, inhaltlich aber faktisch falsch verwendet wird. Formal richtig ist sie, weil zum mittlerweile vergrößerten Bezirk Mitte eben auch Tiergarten und Wedding gehört. Faktisch falsch ist es, weil die Mitte eben die ursprüngliche Stadtmitte ist, das Kerngebiet von Berlin, bei dem das Brandenburger Tor die westliche, nicht aber die östliche Begrenzung ist.

    Dass das Brandenburger Tor die östliche Begrenzung ist und diese geöffnet worden sei, ist eben die spezifische "Westsicht", die sich auch in den jetzigen Planungen niederschlägt. Sonst wäre es ja andersherum: Ein Fest Unter den Linden und dann das Brandenburger Tor mitsamt Bühne am Pariser Platz aufgebaut. Weil für Menschen dieser Himmelsrichtung sich der geografische Horizont erweiterte.

  13. 21.

    Band der Einheit: 11.040 deutsche Ortsschilder führen durch Mitte...
    also Mitte wäre bei mir in erster Line: Alexanderplatz, K.-Liebknechtstr., Hack. Markt, Leipziger Str., Unter den Linden, Gendarmenmarkt, Friedrichstr... kein einziges Schild! Danke für die professionelle Umsetzung.

  14. 20.

    Ich würde erst einmal den Mauerfall als einer der glücklichsten Fälle der deutschen Geschichte von der deutschen Einheit auseinanderhalten. Diejenigen, die als Erste auf die Straße gingen, waren zunächst an einer Demokratisierung der DDR, nicht aber an einem Zusammenschluss interessiert. Das ist nichts Ehrenrühriges, eher im Gegenteil einer Souveränität geschuldet, die Gepfligenheiten des Nachbarstaates nicht einfach abzukupfern.

    Nach dem tatsächlichen Mauerfall als glücklichen Moment kam es dann allerdings nicht zur Einheit, sondern zum Beitritt. Für die einen blieb nahezu alles beim alten, für die anderen hat sich nahezu alles geändert. Nichts Neues, Drittes, was da herausgekommen wäre, nur eine Vergrößerung eines bereits Bestehenden, befördert genau durch jene, die auch zu DDR-Zeiten gewohnt waren, sich übernehmen zu lassen.

    Dann haben sich die beiden großen Parteien überboten nach dem Motto: Es darf keine zweite deutsche Demokratie geben neben uns.


  15. 19.

    Um weiteren Fragen vorzubeugen: es fing mir um den kleinen aber feinen Unterschied, welcher Teil der deutschen Bevölkerung zur ubereindjnguder Teilung beitrug.
    Ich bin in Berlin West aufgewachsen und war Zuschauer und konnte keinen Teil dazu beitragen. Nur das war gemeint und auch eher eine Respektsbekundung als Häme oder Ausschluß

  16. 18.

    Die Bürger der ehemaligen DDR waren doch ein Teil des deutschen Volkes. Und so war es auch gemeint. Das deutsche Volk hat dafür gesorgt, das die Mauer nicht mehr existiert. Und diese sogenannte "Einheitsfeier" findet im Westen statt und ist reinster Umsatz-Kommerz.

  17. 17.

    Hallo Susanne,

    informiert man sich nicht mal vorher bevor man öffentlich so einiges Durcheinander bringt und hier kommentiert? Es ist Tag der deutschen Einheit und da Berlin nur alle 16 Jahre auch den Vorsitz im Bundesrat hat (du weißt schon... jedes Jahr ein anderes 2,00 Euro Stück), fällt die Einheitsfeier dieses Jahr üppiger aus als sonst.

  18. 15.

    Man kann es auch "zerreden" - wer auch immer damit anfing.....Der 3.10. isses für mein Dafürhalten jedenfalls nicht - das ist der Tag, der durch die Bundesregierung festgelegt wurde - nicht durch den Souverän, der die Teilung überwunden hat - daran hätten sich die Politiker zu orientieren und nicht an den eigenen Interessen - aber das verstehen die unter der Käseglocke des Reichstags sowieso nicht.

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