26.09.2018, Berlin: Im Voraus der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit spannen Gerüstbauer eine durch den französischen Streetart-Künstler JR entworfene Fotocollage von Szenen aus Zeiten der Deutschen Wiedervereinigigung an ein Gerüst vor dem Brandenburger Tor in Berlin. (Bild: dpa/Anne Pollmann)
Bild: dpa/Anne Pollmann

Zum Tag der Deutschen Einheit - Installation von JR überspannt das Brandenburger Tor

Ausgerechnet zum Tag der Deutschen Einheit taucht das Brandenburger Tor ab - hinter Planen und Gerüsten. Doch es gibt würdigen Ersatz - durch ein Werk des Künstlers JR, dessen Werke in Berlin zum Teil schon wieder Geschichte sind.

Die Vorbreitungen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in der kommenden Woche in Berlin verändern bereits jetzt das Stadtbild entlang der Straße des 17. Juni sowie vor dem Reichstagsgebäude.

Am Brandenburger Tor spannen Gerüstbauer derzeit eine überdimensionale Fotocollage des französischen Streetart-Künstlers JR (Juste Ridicule) auf. Sie zeigt bekannte Szenen aus der Zeit kurz nach dem Mauerfall: Menschenhorden erklimmen jubelnd die Mauer.

Wandbild über der Cuvry-Brache, aufgenommen im Jahr 2014 (Quelle: dpa/Wolfram Steinberg)
Schon verschwunden: Wandbild über der "Cuvry-Brache" im Jahr 2014Bild: dpa/Wolfram Steinberg

Künstler hat in Berlin bereits Spuren hinterlassen

Die 25 Meter hohe Installation ist ein typisches Werk des Künstlers. JR ist auch sonst bekannt dafür, großflächige, fotorealistische Graffiti durch besondere Blickpunkte mit ihrer Umgebung in Verbindung zu setzen.

In Berlin hat er an mehreren Stellen seine Spuren hinterlassen - beispielsweise am Wasserturm in Prenzlauer Berg oder mit dem bekannten Wandbild an einer Hauswand der sogenannten "Cuvry-Brache" in Kreuzberg.

Eine Million Menschen in Berlin erwartet

Das Programm der dreitägigen Feierlichkeiten steht unter dem Motto "Nur mit euch" und soll laut Berlins Regierendem Michael Müller (SPD) ein Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen. "Es soll alle Menschen einladen, mit uns zu feiern", sagte Müller über das Motto. Zugleich handle es sich um eine Aufforderung an alle Bürger, sich für ein gutes und freies Leben in Deutschland einzubringen. Die Veranstalter erwarten vom 1. bis zum 3. Oktober mehr als eine Million Besucher in Berlin.

Sendung: Inforadio, 26.09.2018, 8:48 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Der Fall der Berliner Mauer: War er nun Anfangspunkt oder Endpunkt der Bemühungen, zusammenzukommen?
    Daran schieden sich 1989 die Geister und heute nicht minder.

    Ich persönlich begreife den Mauerfall als einer der glücklichsten Umstände der deutschen Geschichte, die nur so bezeichnete Einheit, die formal und auch faktisch ein Beitritt war, dagegen nicht.

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