Chelsea Manning am 9.11.2017 in New York (Foto: Imago / Dennis Van Tine
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Video: Abendschau | 17.04.2018 | Bild: (Foto: Imago / Dennis Van Tine)

Prominenter Gast auf Berliner Internetkonferenz - Chelsea Manning kommt zur re:publica

Sie soll über radikale Politik und zivilen Ungehorsam sprechen: Die Whistleblowerin Chelsea Manning wird Gast der re:publica in Berlin sein. Manning hatte für die US-Streitkräfte gearbeitet und geheime Daten an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet.

Whistleblowerin Chelsea Manning tritt Anfang Mai auf der Internetkonferenz re:publica in Berlin auf. Ein Jahr nach ihrer Freilassung werde Manning "über ihr neues Leben als freier Mensch sprechen, über zivilen Ungehorsam über radikale Politik und die Folgen von unkontrollierbarer Staatsmacht", teilten die Macher der re:publica und der Media Convention am Dienstag gemeinsam mit.

Manning war im Mai 2017 nach fast sieben Jahren aus US-Militärhaft entlassen worden, nachdem Präsident Barack Obama die Strafe kurz vor dem Ende seiner Amtszeit verkürzt hatte. Vor ihrer Geschlechtsanpassung war sie unter dem Vornamen Bradley bekannt. Manning hatte als Computerexpertin für die US-Streitkräfte gearbeitet und große Datenmengen geheimen Materials an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet.

Motto der re:publica ist dieses Jahr "POP"

Vom 2. bis 4. Mai werden auf der re:publica und der begleitenden Media Convention mehr als 9.000 Besucher am Berliner Veranstaltungsort Station erwartet. Mit dem diesjährigen Motto "POP" verbinden die Macher auch eine Öffnung zum Mainstream, da die Digitalisierung inzwischen in allen Teilen der Gesellschaft angekommen sei. "POP ist, was die Masse erreicht und was unsere Gesellschaft verändert - zum Guten wie zum Schlechten", sagte re:publica-Mitgründerin Tanja Haeusler am Dienstag in Berlin. "So schwingt in dem Begriff auch der Populismus mit, den wir auf politischer Ebene sehen und kritisch beleuchten wollen." Aber in POP stecke auch Positives, so könnten die Buchstaben für "Power of People" stehen.

Als Öffnung zu breiteren Masse kann auch das Netzfest verstanden werden, das am 5. Mai seine Premiere feiert. Jeder sei eingeladen, auf das Konferenzgelände zu kommen, wo es ein vielfältiges Programm mit Debatten und Vorträgen geben werde. "Wir möchten komplexe digitale Themen für jeden erlebbar machen", erklärte Mitgründer Andreas Gebhard.

Auch bei der zwölften Ausgabe der re:publica geht es wieder um digitale Themen in allen Facetten: Von Künstlicher Intelligenz über Blockchain und Smart Cities bis hin zu Fin Tech und Virtuelle Realität. Auch der Datenskandal um Facebook und Cambridge Analytica soll zur Sprache kommen, kündigte Mitgründer Markus Beckedahl an. Denn: "Es wird nicht das letzte Datenleck gewesen sein."

Medienwissenschaftlerin Dana Boyd hält Eröffnungsrede

Die Eröffnungsrede hält in diesem Jahr die Medienwissenschaftlerin und Sozialforscherin Dana Boyd. Darin will die New Yorkerin beleuchten, wie wir uns gegen eine von Algorithmen bestimmte Welt wehren können. Zu den weiteren Gästen der dreitägigen Doppel-Veranstaltung zählen Physiker und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, Wikimedia-Direktorin Katherine Maher sowie die SPD-Minister Hubertus Heil und Katharina Barley. Die Autorinnen Sibylle Berg, Marc-Uwe Kling und Juli Zeh reden über "Digitale Selbstverteilung".

Journalist Richard Gutjahr berichtet über seinen Kampf gegen Verschwörungstheoretiker. Moderatorin Dunja Hayali und Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, sprechen über Journalismus im Netz. Bei der Media Convention stellt sich ZDF-Intendant Thomas Bellut der
Frage, wie Journalismus in der digitalen Zukunft aussehen kann.

Auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg ist wieder mit einem Stand auf der Konferenz vertreten. Im #rbbTalkLab diskutieren Journalisten und Journalistinnen aus dem rbb und der ARD im Stundentakt über Themen, die Gesellschaft, Medien und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bewegen.

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