Chelsea Manning auf der re:publica 18 (Quelle: dpa/Schreiber)
Video: Abendschau | 02.05.2018 | Laurence Thio | Bild: dpa/Schreiber

Besuch auf der re:publica - Chelsea Manning warnt vor Künstlicher Intelligenz

Als Whistleblowerin wurde Chelsea Manning - damals hieß sie noch Bradley Manning - weltbekannt. Für ihre Enthüllungen musste sie ins Gefängnis. Auf der re:publica sprach Manning über Künstliche Intelligenz, Ethik und Moral.

Die Whistleblowerin Chelsea Manning hat auf der Internetkonferenz re:publica vor der Macht von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz gewarnt. Künstliche Intelligenz sei  gefährlich, sagte sie am Mittwoch in Berlin mit Blick auf Algorithmen, die in großen Datenmengen Muster erkennen, Nutzerprofile erstellen oder eigenständig Entscheidungen treffen können.

In militärischen Anwendungen könnten auf diese Weise Entscheidungen über Leben und Tod getroffen werden, sagte Manning. Um den Gefahren solcher Formen von künstlicher Intelligenz entgegenzuwirken, sei ein kultureller Wandel notwendig. Sich dafür zu engagieren, sei eine moralische und ethische Entscheidung. Manning war früher Soldat bei der US-Army.

Sieben Jahre auch digital nicht existent

2010 hatte die Whistleblowerin - damals noch als Bradley Manning - der Enthüllungsplattform Wikileaks hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen. Sie wurde zu 35 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und von US-Präsident Barack Obama kurz vor Ende von dessen Amtszeit begnadigt. Sie versuche noch immer, sich auf ihr neues Leben in Freiheit einzustellen, erklärte Manning, die zeitweise in Isolationshaft saß. Sieben Jahre lang habe sie nicht öffentlich sprechen können und digital nicht existiert.

"Ich war keine öffentliche Person in meinem Alltag. Ich war eine Gefangene." Auch auf ihre noch in der Haft begonnene Geschlechtsumwandlung ging Manning ein. Wie sie sich in dieser Situation in der Gefängnisumgebung gefühlt habe, lasse sich jedoch nicht in wenige Worte fassen.

Sendung: Inforadio, 02.05.2018, 17.00 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Eine irre und wirre Welt, einfach nur verrückt und verdreht, wo wird das ganze wohl enden?

  2. 3.

    Wozu Expertise wenn der reine Menschenverstand ausreichen sollte? Stellen Sie sich ein intelligentes, sehr lernfähiges aber empathieloses Kind (schwererziehbar nannte man das früher) vor und das integriert in fast jeder Technik, die wir so benutzen, dann haben Sie in etwa das, was uns erwartet. Und einmal integriert, können Sie KI nicht einfach mal so wegsperren. Das ist wovor Manning warnt.

  3. 2.

    Expertise <? Suchen Sie was aus . Gibt noch mehr davon im Netz.
    Höchste Ehre für Bradley Manning?
    https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Hoechste-Ehre-fuer-Bradley-Manning/story/17540260
    The Inside Story of the Oklahoman Behind the Biggest Military Intelligence Leak Ever
    http://thislandpress.com/2011/02/08/private-manning-and-the-making-of-wikileaks-2/
    WikiLeaks: Bradley Manning Nominated for Nobel Peace Prize by Icelandic Parliamentarian
    http://www.ibtimes.com/wikileaks-bradley-manning-nominated-nobel-peace-prize-icelandic-parliamentarian-406962

  4. 1.

    Welche Expertise zu künstlicher Intelligenz hat Manning, die diesen Beitrag rechtfertigt?

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